Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1501 - 1600
1501
Leonardo da Vinci beschreibt die Camera Obscura (Lochkammer ohne Linse).
Von Tilman Riemenschneider entsteht der Heiligblutaltar in St. Jakob in Rothenburg ob der Tauber.
Die Inkas kennen eine dezimale Zahlenregistrierung mit Knotenschnüren.
Der Freiberger Dom wird fertiggestellt (Baubeginn 1484);in ihm wird erstmals eine steinerne Kanzel in Tulpenform verwendet.
In Dresden werden 2´656 Einwohner gezählt.
In Baden-Baden wird die erste Badeordnung erstellt, welche die Erhebung einer aufenthaltsbezogenen Kurtaxe vorsieht.
1502
1. Januar - Der portugiesische Seefahrer Gaspar de Lemos entdeckt in Südamerika die Guanabara-Bucht, die er irrtümlich für eine Flussmündung hält und „Januarfluss“ tauft. Die später an diesem Ort entstandene Siedlung erhält daher den Namen Rio de Janeiro.
1503
Francesco del Giocondo, gibt im Frühjahr, anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes bei Leonardo da Vinci ein Portait seiner Frau Lisa in Auftrag. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gherardini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495. Bei der Katalogisierung eines Frühdrucks der Universitätsbibliothek Heidelberg (Signatur D 7620 qt. INC) wurde der handschriftliche Eintrag des florentinischen Kanzleibeamten Agostino Vespucci von Oktober 1503 gefunden, der u.a. davon berichtet, dass Leonardo da Vinci ein Porträt der Lisa del Giocondo anfertigte. Da Vinci stellt das weltberühmte Bild erst im Sommer 1505 fertig und liefert es nie aus sondern behält es für sich selbst. Das auf dünnem Pappelholz gemalte, relativ kleine Bild ist 76,8 cm × 53 cm groß und wurde von Donald Sassoon 2006 wie folgt beschreiben: „Die junge Frau ,Lisa war etwa 24 im Jahr 1503, auf dem Bild sitzt in einem Stuhl auf einem Balkon vor einer fremdartigen Landschaft. Die Armlehne des Stuhls ist ebenso wie ihr Torso parallel zur Bildebene positioniert. Das Gesicht ist dem Betrachter zugewandt, die nach links gerichteten Augen blicken ihn scheinbar an [sehr ungewöhnlich für die damalige Darstellungsweise]. Sie hat volle Wangen, eine breite Stirn und keine Augenbrauen ! Der linke Mundwinkel des geschlossenen Mundes deutet ein Lächeln an. Die linke Hand umgreift die linke Armlehne, und die schlanken Finger der Rechten ruhen anmutig auf der Linken. Auf ihrem Haar liegt ein feiner, durchsichtiger Schleier, ihr Kleid fällt in schlichten Falten, den Mantel hat sie sich über die linke Schulter gelegt.“
Leonardo verkaufte das Bild kurz vor seinem Tod an König Franz I., der es im Schloss Amboise aufbewahrte. In der folgenden Zeit kam das Gemälde nach Fontainebleau, Paris und schließlich nach Versailles in die Sammlung von Ludwig XIV. Nach der französischen Revolution bekam das Bild eine neue Heimat im Louvre. Napoleon nahm es von dort mit und hängte es in sein Schlafzimmer. Nach der Verbannung Napoleons kam die Mona Lisa zurück in den Louvre wo das zweifellos bekannteste Werk des Museums, am 21. August 1911 während Renovierungsarbeiten verschwindet.
Der 31-jährige italienische Anstreicher Vincenzo Peruggia hatte sich in einem Schrank versteckt, das Bild aus dem Rahmen gelöst und unter seinem Mantel versteckt aus dem Museum geschmuggelt. Bevor der Dieb gefasst wurde, gerieten der Dichter Guillaume Apollinaire und der Maler Pablo Picasso in den Verdacht, die Mona Lisa gestohlen zu haben. Bei den Untersuchungen war man auf einen Mann namens Géry Pieret gestoßen, der zugegeben hatte, im Magazin des Museums Kunstwerke gestohlen zu haben. Zwei dieser Kunstwerke fanden sich, vermittelt durch Apollinaire, bei Picasso. Apollinaire wurde verhaftet, beteuerte vor dem Richter seine Unschuld und wurde schließlich wieder freigelassen. Picasso wurde nur verhört, aber nicht arretiert. Erst zwei Jahre später wird das Gemälde in Italien gefunden, wo der wenig später verhaftete Dieb erklärt, er habe sich mit dem Diebstahl für Napoleons Kunstraube in Italien rächen wollen. Peruggia versteckte das Bild in einem Loch in der Wand nahe bei seinem Ofen. Am 12. Dezember 1913 versuchte er es in Florenz an den Kunsthändler Alfredo Geri zu verkaufen. Geri erhielt einen mit „Leonardo“ unterzeichneten Brief, in dem der Schreiber behauptete, das Gemälde an Italien „zurückgeben“ zu wollen, und 500.000 Lire zur Deckung seiner „Unkosten“ verlangte. Geri informierte Giovanni Poggi, den Direktor des Kunstmuseums und bekundete sein Interesse. Peruggia kam nach Florenz und zeigte das Bild in seinem Hotelzimmer. Geri und Poggi untersuchten es und fanden auf der Rückseite die korrekte Inventarnummer des Louvre. Später verglichen sie mit Hilfe einer Fotografie des Originals die Risse und waren sich nun sicher, dass sie das Original vor sich hatten. Sie überredeten Peruggia, in seinem Hotel auf das Geld zu warten und riefen die Polizei. Die Reaktion der Öffentlichkeit war heftig. Italienische Nationalisten verlangten, dass „ihre“ Mona Lisa „zu Haus“ bleiben solle. Die italienische Regierung versicherte jedoch, dass sie Mona Lisa an den Louvre zurückerstatten werde. Zuerst aber ging sie auf Tournee und wurde in Florenz, Rom und Mailand ausgestellt. Sie reiste in einer eigens angefertigten, gepolsterten Kiste und mit Ehrenwache. Anschließend kehrte die Mona Lisa mit einer großen Staatszeremonie wieder nach Paris zurück.
Im Jahr 1956 hatte das Bild zwei Attacken zu überstehen. Im ersten Fall schüttete ein Unbekannter Säure auf das Porträt. Dabei wurde die untere Hälfte des Bildes schwer beschädigt. Am 30. Dezember 1956 warf ein obdachloser bolivianischer Tourist namens Ugo Villegas einen Stein auf das Porträt, nachdem er es stundenlang angestarrt hatte, und zertrümmerte dabei die Glasplatte und die Malschicht am linken Ellbogen bis auf die Grundierung. Die Stelle wurde vom Restaurator Jean Gabriel Goulinat mit Wasserfarben ausgebessert. Seitdem wird das Bild hinter Panzerglas ausgestellt.
1505
Das erste Seerecht wird veröffentlicht.
Die erste tatsächlich datierbare Taschenuhr mit Federwerk wird als Nürnberger Ei von Peter Henlein gebaut. Er wird 3-5 Jahre daran geübt haben, da es unterschiedliche Quellenangaben über diesen ersten Roboter gibt, der Menschen zu beherrschen vermag.
1506
18. April - In Rom erfolgt durch Papst Julius II. die Grundsteinlegung zum monumentalen und kostspieligen Neubau des Petersdoms unterhalb des späteren Veronikapfeilers, der mit einem gewaltigen Tresor versehen, für die Aufnahme der kostbarsten Reliquie der katholischen Kirche, dem Schweißtuch der Veronika, bestimmt war. Papst Julius II. fand, dass das bisherige rund 1200 Jahre alte Gotteshaus keinen angemessenen Platz für sein Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Das kostenintensive Unternehmen wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen, in Deutschland u.a. durch den Dominikanermönch Johannes Tetzel, finanziert. Die Diskussion um diese Finanzierung wurde zu einer der Quellen der Forderung nach Reformation. Der Petersdom fasst 20.000 Personen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt. Am 18. November 1626 konnte die neue Grabeskirche von Papst Urban VIII. geweiht werden.
Der Genueser Christoph Kolumbus stirbt im Glauben, Ostindien entdeckt zu haben.
1507
Die durchschnittlichen Reisezeiten dieser Zeit betragen: Braunschweig-Magdeburg 2 Tage; Utrecht-Köln 5 Tage; Nürnberg-Venedig 14 Tage; Venedig-Alexandrien (über See) 17 Tage.
In Venedig wird die Herstellung von Spiegeln durch Orlando Gallo verbessert.
Martin Behaim, der deutsche Seefahrer und Kartograph und Hersteller des ersten Globus, stirbt.
Im Vogesengymnasium in St. Die entstehen Weltkarte und Globus von Matthias Ringmann und Martin Waldseemüller, in denen erstmals "America" für die Bezeichnung Südamerikas auftaucht (nach Amerigo Vespucci).
Das nach Vorbild römischen Rechts angelegte Strafgesetzbuch der Bambergischen Halsgerichtsordnung schreibt das Geständnis des Angeklagten vor seiner Verurteilung vor und begünstigt damit die Folter.
1508
Michelangelo beginnt, die Sixtinische Kapelle auszumalen,
1512
1. November - Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle wurden enthüllt. Das Publikum war begeistert von der kühnen Komposition und Farbenpracht. Für die Gestaltung der drei Zyklen im Deckengewölbe der päpstlichen Hauskapelle, die die Schöpfungsgeschichte, Propheten, Sibyllen und die Vorfahren Christi zeigen.
"Die Erschaffung Adams", die vierte Schöpfungszene, ist sicherlich das bekannteste und am häufigsten reproduzierte Werk. 1980 wurde mit der Restauration der Fresken begonnen, sie löste unter Kunsthistorikern heftige Kontroversen aus. Nach zwanzig Jahren Arbeit wurde die Kapelle im Dezember 1999 von Papst Johannes Paul II. wieder eingeweiht.
1513
22. April - Auf der Entdeckungsreise des spanischen Konquistadoren Juan Ponce de León in den Gewässern um Florida bemerkt sein Navigator Antón de Alaminos eine starke Meeresströmung, den "Golfstrom". Der Golfstrom ist eine warme, rasch fließende Meeresströmung im Atlantik. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands. Der Golfstrom befördert, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 m/s etwa einhundert mal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Der Name "Golfstrom" wurde von Benjamin Franklin geprägt und bezieht sich auf den Golf von Mexiko. Früher wurde er auch "Floridastrom" genannt, auf den Karten des 16. und 17. Jahrhunderts heißt er "Canal de Bahama".
Bild: RedAndr
25.9. Spanier unter Balboa entdecken den Pazifik.
1514
Die Portugiesen sind die ersten Europäer, die in chinesischen Gewässern segeln.
In Europa wird die Ananasfrucht bekannt.
1515
Der erste Globus, auf dem Nord- und Südamerika verzeichnet ist, wird von Johannes Schöner hergestellt.
1516
In Lissabon wird erstmals ein Panzernashorn ausgestellt.
Erasmus von Rotterdam übersetzt den griechischen Urtext des Neuen Testaments erneut ins Lateinische.
23. April - Vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. wird in Bayern die Brauordnung von Bier nach dem Reinheitsgebot erlassen . Der genaue Wortlaut:
Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll.
Wir verordnen, setzen und wollen mit dem Rat unserer Landschaft, daß forthin überall im fürstentum Bayern sowohl auf dem lande wie auch in unseren Städten und Märkten, die kein besondere Ordnung dafür haben, von Michaeli bis Georgi ein Maß (bayerische = 1,069 Liter) oder ein Kopf (halbkugelförmiges Geschirr für Flüssigkeiten = nicht ganz eine Maß) Bier für nicht mehr als einen Pfennig Münchener Währung und von Georgi bis Michaeli die Maß für nicht mehr als zwei Pfennig derselben Währung, der Kopf für nicht mehr als drei Heller (Heller = gewöhnlich ein halber Pfennig) bei Androhung unten angeführter Strafe gegeben und ausgeschenkt werden soll. Wo aber einer nicht Märzen-, sondern anderes Bier brauen oder sonstwie haben würde, soll er es keineswegs höher als um einen Pfennig die Maß ausschenken und verkaufen. Ganz besonders wollen wir, daß forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Faß Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden. Wo jedoch ein Gauwirt von einem Bierbräu in unseren Städten, Märkten oder auf dem Lande einen, zwei oder drei Eimer (= enthält 60 Maß) Bier kauft und wieder ausschenkt an das gemeine Bauernvolk, soll ihm allein und sonst niemandem erlaubt und unverboten sein, die Maß oder den Kopf Bier um einen Heller teurer als oben vorgeschrieben ist, zu geben und auszuschenken.
Gegeben von Wilhelm IV.
Herzog in Bayern
am Georgitag zu
Ingolstadt Anno 1516
1517
31.10.: Martin Luther schlägt seine berühmten 95 Thesen gegen den Ablaßhandel an die Tür der Schloßkirche von Wittenberg.
Flandrische Handelsunternehmen erhalten das Sklavenhandels-Monopol nach Mittelamerika durch Karl I. von Spanien.
In Nürnberg wird das Radschloß für Gewehre erfunden.
1518
Hernando Cortez (+1547) landet in Mexiko und beginnt mit der blutigen Eroberung des Aztekenreiches unter König Montezuma.
Die erste Ausgabe des Rechen-Lehrbuchs (mit arabischen Ziffern) des Adam Riese erscheint.
Die ersten Feuerlöschwagen kommen auf.
1519
20. September - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan sticht von Sanlúcar de Barrameda aus in See und startet mit einer Flotte bestehend aus fünf Schiffen zur, eigentlich schon am 10. August in Sevilla begonnenen Weltumsegelung. Im portugiesischen Seefahrtsarchiv hatte Magellan eine geheime Landkarte gefunden die darauf deutete dass in Südamerika eine Durchfahrt zum Pazifischen Ozean existiere. Möglicherweise war die große Bucht des Rio de Janeiro oder die des Rio de La Plata als Meerenge missdeutet worden. Er entschied, als erster diesen Weg westwärts zu nutzen, um die Gewürzinseln (die heutigen Molukken) zu erreichen. Zudem war Magellan überzeugt, dass die Gewürzinseln nach dem Vertrag von Tordesillas von 1494 auf der vom Papst Spanien zugesprochenen Welthälfte lägen. Seine Flotte bestand aus den Schiffen
- "Trinidad", 120 Tonnen, 55 Mann Besatzung, Kapitän: Ferdinand Magellan
- San Antonio, 130 Tonnen, 60 Mann Besatzung, Kapitän: Juan de Cartagena
- Concepción, 90 Tonnen, 45 Mann Besatzung, Kapitän: Gaspar de Quesada
- Victoria, 90 Tonnen, 42 Mann Besatzung, Kapitän: Luis de Mendoza
- Santiago, 60 Tonnen, 32 Mann Besatzung, Kapitän: Juan Rodriguez Serrano
Die Schiffe segelten von Sevilla aus zunächst den Guadalquivir hinab, an dessen Mündung bei Sanlúcar de Barrameda es einen mehr als fünf Wochen langen Aufenthalt gab, da spanische Autoritäten die Reise des portugiesischen Admirals zu verhindern versuchten. Erst am 20. September 1519 stach die Flotte von hier aus endgültig die große Reise. An seinem Flaggschiff, der Trinidad, ließ Magellan nachts eine Fackel anbringen, damit die anderen Schiffe Sichtkontakt halten konnten. Die Mannschaft bestand aus 237 Mann, darunter 154 Spanier, 37 Portugiesen, 26 Italiener, zehn Franzosen, vier Flamen, zwei Griechen, zwei Deutsche und ein Engländer sowie dem malaiischen Sklaven Enrique Melaka als Dolmetscher. Der Proviant bestand aus 2.138 Ztr. Zwieback, 75 Ztr. eingelegtem Fleisch, 163 kg Öl, 112 Ztr. Käse, 200 Fässern Sardinen und 17 Ztr. getrockneten Fischen. Magellan konnte die Weltumsegelung nicht persönlich beenden, da er am 27. April 1521 beim gewaltsamen Versuch die Philippinen-Insel Mactan zu missionieren und für seine Verbündeten, Spanien und das Christentum in Besitz zu nehmen, getötet wure. Die Geschichte seiner Reise ist vor allem durch die Aufzeichnungen des Teilnehmers Antonio Pigafetta bekannt geworden.
1520
21. Oktober - Der portugiesische Seefahrer Fernão de Magalhães (Ferdinand Magellan) entdeckt die 600 Kilometer lange, nach ihm benannte Meeresenge zwischen dem Atlantik und dem Pazifik. 1519 war er im Auftrag des spanischen Königs Karl I. gestartet, um die Molukken auf dem Westweg zu erreichen. Spanien wollte an dem bisher von den Portugiesen dominierten Gewürzhandel teilhaben. Während der Fahrt litt die Mannschaft an Hunger, Durst und Skorbut. An der südamerikanischen Ostküste kam es auf dem größten Schiff der Flotte zu einer Meuterei der spanischen Offiziere. Magellan verlor dadurch das wichtigste Schiff mit dem meisten Proviant. Ende November 1520 erreichte die Expedition den pazifischen Ozean.
1521
17. April - Martin Luther wurde unter Anklage des Hochverrats dem Kaiser im Reichstag zu Worms vorgeführt und verteidigte seine reformatorische Lehre mit den Worten "Gott helfe mir, Amen." Die Fahrt Luthers nach Worms glich eher einem Triumphzug, denn er wurde in Worms mit Begeisterung empfangen. Sein Auftreten während der Verteidigung seiner Thesen, die er 1520 in Wittenberg veröffentlicht hatte, wird in historischen Schriften als sachlich, klug und überlegt beschrieben. Er musste zweimal vor dem Kaiser erscheinen, jedesmal wurde ihm nahegelegt, seine Lehren zurück zu nehmen. Ein Schutzbrief gewährte Luther nach dem Prozess für 21 Tage freies Geleit. Danach verhängte der Kaiser über Luther ein Edikt, das Luther für "vogelfrei" erklärte. Eine von Luther inszenierte Entführung brachte ihn in Sicherheit auf die "Wartburg" bei Eisenach.
Der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen nachdem er die nach ihm benannte "Magellan-Straße" vom atlantischen in den pazifischen Ozean durchquert hatte. Die spanischen Interessen, die Gewürzinseln (Molukken) auf dem Spanien durch den Vertrag von Tordessillas zugeteilten Weg über den Atlantik zu erreichen, war so stark, dass die Krone im März 1518 fünf Schiffe für Magellan ausrüsten ließ, mit denen er 1519 in See stechen konnte. Magellans Flagschiff war die "Tinidad". Er nahm die Philippinen für die Krone von Spanien in Besitz und begann, die Bewohner der Philippinen zum christlichen Glauben zu bekehren. Beim Versuch, in einem Kampf zwischen rivalisierenden Bewohnern der Philippinen Frieden zu stiften, fiel Magellan am 27. April 1521 auf der Insel Maktan.
Der berühmte Bordesholmer Altar des Schleswiger Doms von Hans Brüggemann ist fertiggestellt (war bis 1666 im Bordesholmer Dom). Mit 16 m Höhe und über 400 geschnitzten Holzfiguren ein einmaliges Zeugnis der Dürerzeit.
Die von Brandkatastrophen ständig bedrohten Städte reagieren mit der ersten "Sächsischen Feuerlöschordnung".
1522
Der Spanier Bermudez entdeckt die Bermuda-Inseln.
1525
25 zu Memmingen gehörende Dörfer begehren in den sogenannten "Zwölf Artikeln" vom 16. Februar wegen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Umstände auf und verlangen von der Reichsstadt und dem Schwäbischen Bund Verbesserungen. Sie werden während des Deutschen Bauernkriegs in Drucken weit verbreitet und zählen als die ersten Menschenrechte der Welt. Die "Zwölf Artikel" wurden innerhalb der nächsten zwei Monate mit einer für die damalige Zeit ungeheuren Auflage von insgesamt 25.000 Exemplaren gedruckt und verbreiteten sich in ganz Deutschland.
Die Zwölf Artikel
- Jede Gemeinde soll das Recht haben, ihren Pfarrer zu wählen und ihn zu entsetzen (abzusetzen), wenn er sich ungebührlich verhält. Der Pfarrer soll das Evangelium lauter und klar ohne allen menschlichen Zusatz predigen, da in der Schrift steht, dass wir allein durch den wahren Glauben zu Gott kommen können.
- Von dem großen Zehnten sollen die Pfarrer besoldet werden. Ein etwaiger Überschuss soll für die Dorfarmut und die Entrichtung der Kriegssteuer verwandt werden. Der kleine Zehnt soll abgetan (aufgegeben) werden, da er von Menschen erdichtet ist, denn Gott der Herr hat das Vieh dem Menschen frei erschaffen.
- Ist der Brauch bisher gewesen, dass man uns für Eigenleute (Leibeigene) gehalten hat, welches zu Erbarmen ist, angesehen dass uns Christus alle mit seinen kostbarlichen Blutvergießen erlöst und erkauft hat, den Hirten gleich wie den Höchsten, keinen ausgenommen. Darum erfindet sich mit der Schrift, dass wir frei sind und sein wollen.
- Ist es unbrüderlich und dem Wort Gottes nicht gemäß, dass der arme Mann nicht Gewalt hat, Wildbret, Geflügel und Fische zu fangen. Denn als Gott der Herr den Menschen erschuf, hat er ihm Gewalt über alle Tiere, den Vogel in der Luft und den Fisch im Wasser gegeben.
- Haben sich die Herrschaften die Hölzer (Wälder) alleine angeeignet. Wenn der arme Mann etwas bedarf, muss er es um das doppelte Geld kaufen. Es sollen daher alle Hölzer, die nicht erkauft sind (gemeint sind ehemalige Gemeindewälder, die sich viele Herrscher angeeignet hatten) der Gemeinde wieder heimfallen (zurückgegeben werden), damit jeder seinen Bedarf an Bau- und Brennholz daraus decken kann.
- Soll man der Dienste (Frondienste) wegen, welche von Tag zu Tag gemehrt werden und täglich zunehmen, ein ziemliches Einsehen haben (sie ziemlich reduzieren), wie unsere Eltern gedient haben, allein nach Laut des Wortes Gottes.
- Soll die Herrschaft den Bauern die Dienste nicht über das bei der Verleihung festgesetzte Maß hinaus erhöhen. (Eine Anhebung der Fron ohne Vereinbarung war durchaus üblich.)
- Können viele Güter die Gült (Pachtabgabe) nicht ertragen. Ehrbare Leute sollen diese Güter besichtigen und die Gült nach Billigkeit neu festsetzen, damit der Bauer seine Arbeit nicht umsonst tue, denn ein jeglicher Tagwerker ist seines Lohnes würdig.
- Werden der große Frevel (Gerichtsbußen) wegen stets neue Satzungen gemacht. Man straft nicht nach Gestalt der Sache, sondern nach Belieben (Erhöhungen von Strafen und Willkür bei der Verurteilung waren üblich). Ist unsere Meinung, uns bei alter geschriebener Strafe zu strafen, darnach die Sache gehandelt ist, und nicht nach Gunst.
- Haben etliche sich Wiesen und Äcker, die einer Gemeinde zugehören (Gemeindeland, das ursprünglich allen Mitgliedern zur Verfügung stand), angeeignet. Die wollen wir wieder zu unseren gemeinen Händen nehmen.
- Soll der Todfall (eine Art Erbschaftssteuer) ganz und gar abgetan werden, und nimmermehr sollen Witwen und Waisen also schändlich wider Gott und Ehre beraubt werden.
- Ist unser Beschluss und endliche Meinung, wenn einer oder mehr der hier gestellten Artikel dem Worte Gottes nicht gemäß wären …, von denen wollen wir abstehen, wenn man es uns auf Grund der Schrift erklärt. Wenn man uns schon etliche Artikel jetzt zuließe und es befände sich hernach, dass sie Unrecht wären, so sollen sie von Stund an tot und ab sein. Desgleichen wollen wir uns aber auch vorbehalten haben, wenn man in der Schrift noch mehr Artikel fände, die wider Gott und eine Beschwernis des Nächsten wären.
Der Truthahn wird aus Südamerika nach England eingeführt.
1529
In Italien treten doch tatsächlich Frauen als Schauspielerinnen auf, ohne als Hexen verbrannt zu werden.
1530
19.4. Der zweite Reichstag von Speyer tagt und will das Wormser Edikt von 1521 gegen Martin Luther durchsetzen, wogegen nunmehr schon 19 evangelische Fürsten und Städte protestieren, weshalb man die Lutheraner seitdem "Protestanten" nennt.
Georgius Agricola verfasst "De re metallica", erste deutsche bahnbrechende Metallurgie, die erst 1557 ins Deutsche übersetzt wird .
Erste Reichspolizeiordnung entsteht, sie betrifft u.a. Gewerbe, Maße und Gewichte, Apothekenaufsicht; Wucher, Bettelei, Unzucht, etc.)
1532
Otto Brunsfels schreibt ein Kräuterbuch und begründet somit die neuere Botanik.
Die erste Beschreibung eines Walzwerkes erscheint.
Das erste deutsche Strafgesetzbuch Karls V. erscheint als "Carolina" ("Peinliche Halsgerichtsordnung");
In Nürnberg entsteht der Apollobrunnen im Hof des Rathauses durch Hans Vischer.
1533
Das Inka-Reich in Peru wird von Pizzaro vollends zerstört. Dabei wird Atahualpa, Herrscher der Inkas, um riesige Goldmengen und den Opfertod seines Bruders Huascar erpresst und anschließend erdrosselt.
Der Spanier Beccerra entdeckt das heutige Kalifornien.
Die Standbilder der Osterinsel entstehen (Datierung aus dem Flechtenbewuchs vermutet) aus Tuffstein mit bis zu 20 m Höhe und teilweise über 40 Tonnen Gewicht.
Erste Irrenhäuser werden (ohne ärztliche Pflege) eingerichtet.
1534
Ignatius von Loyola, ein ehemaliger baskischer Offizier, gründete in Paris die "Gesellschaft Jesu", den Jesuitenorden. Der streng hierarchisch organisierte Orden widmet sich der Mission und zählt heute weltweit etwa 22.000 Mitglieder. Ignatius erfuhr nach einer schweren Verwundung eine grundlegende Veränderung seines Wesens, die ihn zur Abkehr vom weltlichen Leben bewog.
1535
20. April - Über Stockholm werden Wetteranomalien beobachtet, die im Bild "Vädersolstavlan" der Nachwelt überliefert sind. Die älteste bekannte bildliche Darstellung der Stadt wurde im Auftrag des Schweden Olaus Petri angefertigt und zeigt die seltsamen Erscheinungen. Die Inschrift auf dem Rahmen, des in der Nikolaikirche zu Stockholm ausgestellten Bildes, beschreibt in 3 Sprachen das abgebildete Ereignis in folgendem Wortlaut:
DEN ZWANZIGSTEN TAGH APRILIJ SACH MAN ZU STOCKHOLM
SOLCHE ZEICHEN AM HIMMEL VON SIBEN BIS ANN NEGEN
WHR VORMITTAGH RENOVERAT
ANNO 1636
1536
Die funktionstüchtige Taucherglocke wird erfunden.
Buenos Aires in Argentinien wird von den Spaniern gegründet.
Erste Erwähnung des von südamerikanischen Indianern verwendeten Kautschuks.
1539
Erste Erwähnung eines Weihnachtsbaumes der im Straßburger Münster aufgestellt wird. Seit dem ersten Weichnachstfest der Römer im Jahre 314 n.Chr , holten sich die Menschen einzelne grüne Zweige ins Haus, diese gaben ihnen Hofnung in der düsteren winterzeit denn die grünen Zweige der Tanne galten damals als Sinnbild des Lebens. Fruchtbarkeit und Heilkräfte sollten sie bringen. Im Mittelalter fingen die Menschen damit an einen ganzen Weihnachtsbaum in´s Haus zu holen. Sie schmückten ihn mit Lebkuchen und Goldstreifen, erst 300 Jahre später steckten sie auch Kerzen an den Baum. Die Kirchen lehnten den Lichterbaum zuerst als heidnisch ab, doch seit dieser Zeit schmücken auch sie sich mit dem Christbaum.
1540
Wie Stein- und Braunkohle aus Pflanzen entstanden sein könnte, kann erstmals Valerius Cordus erklären.
1541
Die Kartoffel, der Tabak und das Chinin werden als Folge der Entdeckung der Neuen Welt in Europa eingeführt; außerdem verbilligen sich durch erhöhte Einfuhren Kaffee, Zucker und Gewürze.
1542
21. Juli - Mit der päpstlichen Bulle "Licet ab initio" von Papst Paul III. richtete sich die Inquisition auch gegen Protestanten. Eingeführt wurde sie von Papst Lucius III., der von 1181 bis 1185 im Amt war, mit der Bulle "Ad abolendam". Sie endet erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Spanien, wo sie von Tomas de Torquemada als staatliches Terror-Instrument am Leben erhalten worden war. Im Vatikan rechnet man heute damit, dass die Bulle gegen die Hexerei mehr als 300.000 Menschen das Leben kostete, davon etwa 85 Prozent Frauen. Insgesamt sollen etwa drei Millionen Menschen vor die Inquisitoren gestellt worden sein, etwa jeder Fünfzigste wurde verbrannt.
1543
Nikolaus Kopernikus stirbt am 24.5., er veröffentlicht erst kurz vor seinem Tode (aus berechtigter Angst vor Kirchenverfolgung) sein Lebenswerk über die Bewegung der Planeten.
In Bunzlau in Schlesien ist mit Ableitung von Abwässern auf Brach- und Rieselfelder die erste Kläranlage in Betrieb.
1544
Martin Luther weiht in Torgau die erste protestantische Kirche ein.
1545
Im Spanischen Vizekönigreich Peru wird das größte Silbervorkommen entdeckt und führt zur endgültigen Ausrottung der einheimischen Bevölkerung.
In Padua wird der erste Botanische Garten Europas eingerichtet.
1546
18.2. Der Reformator Martin Luther stirbt in Eisleben und wird in der Schloßkirche zu Wittenberg bestattet.
Michelangelo wird Bauleiter des Pertersdoms in Rom.
In Toulouse wird eine gesetzlich organisierte Börse eröffnet.
Georgius Agricola veröffentlicht ein Standardwerk zur Gesteinskunde.
1547
In Moskau ließ sich Großfürst Iwan IV. von Moskau zum ersten Zaren aller Russen ausrufen. Bei seiner Krönung wurden Zeremonien verwendet, die auf byzantinischen Kaiserkrönungen beruhten und die seine Macht und „Erwähltheit“ betonen sollten (z. B. das Überschütten mit Goldmünzen). Die Macht des Zaren war zu diesem Zeitpunkt umstritten. Viele Adelige waren faktisch unabhängig vom Zaren, unterhielten Privatarmeen und sprachen Recht. Iwan begann damit, diese Macht zu beschneiden. Er begann zu seinen Gunsten mit der Umgestaltung des Staates, die darin bestand, große Teile der fruchtbarsten und reichsten Regionen des Landes, Adeleigentum, durch Enteignung in Staatseigentum zu überführen, das ihm direkt unterstand. Der Begriff steht auch für Terrorherrschaft und die Truppe der Opritschniki, seiner eigens geschaffenen Eingreiftruppe. Die Adeligen erhielten zum Ausgleich lediglich minderwertiges Land an den Staatsgrenzen oder wurden gänzlich enteignet und in Klöster verbannt. Aufgrund seines ausgeprägten Jähzorns und seiner Grausamkeit erhielt er von seinen Zeitgenossen den Beinamen "der Schreckliche". Der Schreckensherrscher erschlug den eigenen Sohn in einem Anfall von Raserei. Die Auseinandersetzung mit seinem ältesten Sohn hatte sich an einem Streit um die Kleidung von dessen schwangerer Frau entzündet. Mit dem Eisenknauf seines Herrscherstabes verletzte der Schreckliche den Prinzen im Streit so stark am Kopf, dass dieser ins Koma verfiel und bald darauf verstarb.
1548
Die Niederlande entstehen aus der Zusammenlegung der burgundischen Gebiete.
In Frankreich werden Unruhen wegen Einführung einer Salzsteuer blutig unterdrückt.
1550
Adam Riese veröffentlicht sein bereits 1518 verfasstes Rechenbuch "Rechenung nach der lenge / auff den linihen und Feder" in dritter gedruckter Auflage und verhilft den arabischen Ziffern endgültig zum Durchbruch gegenüber den gebräuchlichen römischen Zahlen.
Die Steuerlast der deutschen Bauern beträgt inzwischen ca. zwei Drittel des Rohertrages.
In Süddeutschland wird ein Elefant mit Namen Suleiman zur Schau gestellt.
In Holland kommen Windmühlen mit drehbarem Dach auf.
In Spanien baut man erstmals in Europa Tabak an.
1551
In der Schweiz begründet Konrad Gesner die moderne Zoologie.
In Rom wird eine päpstliche Universität durch die Jesuiten gegründet.
In Italien entsteht das Billardspiel
1552
15. Oktober - Der erste Tag der Neuen Zeitrechnung. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders am 4. Oktober (Donnerstag) werden die nächsten 10 Tage ausgelassen. Der 15. Oktober (Freitag) ist somit der erste Tag der neuen Zeitrechnung, auch wenn die meisten Staaten diesen Kalender erst später übernehmen werden. Der heute praktisch weltweit gültige Gregorianische Kalender (benannt nach Papst Gregor XIII.) wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch eine Reform des Julianischen Kalenders (nach Julius Cäsar benannt, der im Jahr 46 v Chr. die Zeitrechnung neu ordnete) entwickelt. Er löste später zahlreiche andere Kalenderformen ab. Zuletzt stellte 1926 die Türkei auf den Gregorianischen Kalender um. Das Wesen der Gregorianischen Kalenderreform bestand darin, dass das Zählschema, das der Julianische Kalender bot, verallgemeinert wurde. Der Gregorianische Kalender ist nicht ein grundsätzlich anderer, sondern ein flexibilisierter Julianischer Kalender. Grund für die Gregorianische Kalenderreform war nicht allein das im Vergleich zum Sonnenjahr zu lange Julianische Kalenderjahr alle 128 Jahre um einen Tag falsch ging, was sich im Laufe der Jahrhunderte auf 12 Tage summierte, sondern auch die daraus entstehnden Probleme mit der christlichen Osterrechnung.
1554
Erstmalige Verwendung von Siegellack.
Mercator gibt eine aus 15 Blättern bestehende Europakarte heraus.
1555
In Moskau beginnt man mit dem Bau der Basilius-Kathedrale
1556
Unter der Regie von Domenico Fontana wird vor dem Petersdom, auf dem heutigen Petersplatz, in Rom ein Obelisk aufgestellt. Papst Sixtus V. hat ihn aus dem Zirkus des Nero herbeitransportieren lassen.
Der photomechanische Prozess wird bei der Schwärzung von Chlorsilber durch Sonnenlicht entdeckt.
1558
Gioseffo Zarlino begründet in Italien die moderne Harmonielehre mit Definition von Dur und Moll.
1559
Nach dem Tod ihrer Schwester Maria Tudor im Jahre 1558 wurde die 25jährige Elisabeth I., Tochter von König Heinrich VIII. und Anna Boleyn, zur Königin von England gekrönt. Die schottische Königin Maria Stuart wurde dagegen von den englischen Katholiken als wahre Thronfolgerin angesehen. Während ihrer 45 Jahre andauernden Regierungszeit setzte Elisabeth I., die Begründerin der Anglikanischen Kirche, den Vormachtanspruch des protestantischen England gegenüber dem katholischen Spanien durch und machte ihr Land zu einem der mächtigsten Staaten Europas. Das »Elisabethanische Zeitalter« gilt als Blütezeit der englischen Renaissance. Nach dem Tode Elisabeths I. im Jahre 1603 bestieg Maria Stuarts Sohn Jakob I. den englischen Thron.
In Deutschland wird die Zahl der gültigen Münzsorten auf 30 begrenzt.
Am französischen Hof kommen gestrickte Strümpfe in Mode.
In Deutschland wird zum ersten Male ein Bild einer Giraffe gezeigt.
30.3. Adam Ries(e) stirbt in Annaberg.
1560
In England wird die Währung des Pfund-Stirling eingeführt.
Das erste technische Museum entsteht durch die Sammlung des Kurfürsten August von Sachsen.
1561
Schusswaffen mit Drall kommen zur Verbesserung der Treffsicherheit auf.
1562
23.7. Der Reichsritter Götz von Berlichingen stirbt auf Burg Hornberg.
1563
In England wird die Lehrzeit für Handwerksberufe auf sieben Jahre festgelegt.(mit dem siebenten Lehrjahr beginnt zu dieser Zeit die Selbsternährungspflicht)
1564
26.4. William Shakespeare wird in Stratford-upon-Avon geboren.
18.2. In Rom stirbt Michelangelo.
1565
1. März - Auf dem flachen Sandstrand zwischen Zuckerhut und Morro Cara de Cao gründet der Spanier Gonçalo Coelho die Stadt São Sebastian do Rio de Janeiro. Der heutige Name der Stadt Rio de Janeiro basiert auf einem Missverständnis. Ihr Entdecker Gonçalo Coelho dachte bei seiner Landung in der Guanabara-Bucht im Januar (span. Janero) 1502, dass es sich bei dem Gewässer um einen großen Fluß (span. Rio) handeln würde. Die Stadt wurde ursprünglich von französischen Hugenotten besiedelt. Der wirtschaftliche Reichtum der Stadt basiert auf Gold- und Diamantfunden um 1690 und 1720. Durch die Hafenlage baut Rio de Janeiro einen florierenden Handeln mit Portugal auf und legt damit die Fundamente für die heutige Größe der Stadt mit einer Einwohnerzahl von über 5 Millionen.
1568
19. Mai - Mit Wissen der englischen Königin Elisabeth I. wird Maria Stuart, die sich nach ihrer Niederlage gegen die schottischen Lords bei Langside auf englischen Boden geflüchtet hat, in Carlisle festgenommen und eingekerkert.
Das Fleckfieber wird nach Amerika eingeschleppt, über zwei Mio Indianer werden an ihm sterben
1569
Die Sonnenblume findet ihren Weg von Südamerika nach Europa.
Die Plassenburg bei Kulmbach wird von Caspar Vischer im Renaissance-Stil vollendet (Baubeginn 1559).
1570
Felix Platen sytematisiert Geisteskrankheiten und verlangt deren humane Behandlung und Heilung.
Das Buchdruckgewerbe wird durch Reichstagsbeschluß genehmigungspflichtig.
In Danzig entsteht erstes Wasserwerk mit Kolbenpumpen.
Eine der verheerendsten Sturmfluten an der Nordsee fordert vermutlich 100.000 Tote.
1571
24.5. In Rußland wird Moskau von den Krimtataren erobert und niedergebrannt.
Das erste deutsche Lehrbuch über Landwirtschaft erscheint.
1573
In Augsburg entsteht die erste deutsche Zuckerraffinerie.
1574
In Straßburg wird die seit 1547 in Bau befindliche astronomische Uhr vollendet. Zum Gesamtkunstwerk gehört auch ein Portrait des Nikolaus Kopernikus, gemalt von Tobias Stimmer.
1579
In Würzburg wird mit dem Julius-Spital das erste Krankenhaus neuzeitlicher Auffassung gegründet.
1582
24.2. Papst Gregor XIII. führt auf den Rat des Astronomen Christoph Clavius den nach diesem Papst benannten Kalender ein, der das Einfügen von Schaltjahren vorsieht. Er tritt am 4.10. in Kraft, die Tage 5.10. bis 14.10. werden einfach weggelassen (auf den 4.10.1582 folgt also unmittelbar der 15.10.1582).1583
Der Londoner Ratsherr Richard Martin schließt an diesem Tag für William Gibbons die erste Lebensversicherung in London ab. Er zahlt einer Gruppe von Kaufleuten 30 Pfund bei einer Versicherungssumme von damals 385 Pfund. Das erste Geschäft bringt noch keinen Gewinn: Bereits ein knappes Jahr später muss die Summe aufgrund des Todes von Gibbons ausgezahlt werden. Erste Lebensversicherungen entstanden im antiken Rom, wo „Beerdigungsvereine“ die Bestattungskosten ihrer Mitglieder übernahmen sowie die überlebenden Verwandten finanziell unterstützten. Andere Vorläufer der modernen Lebensversicherungen waren die Tontinen im 17. Jahrhundert in Frankreich. Kaufleute, Schiffseigner und sogenannte Underwriter trafen sich in Lloyd’s Coffee House, dem Vorläufer der heutigen bekannten Versicherungsbörse Lloyd's of London. Hier wurden durchaus auch Leistungszusagen auf das Leben von Menschen vorgenommen. Auch sonst gab es in England häufig Wetten auf das Leben von Menschen. Dies führte dazu, dass später Lebensversicherungsverträge nur noch abgeschlossen werden durften, wenn ein wirtschaftliches Interesse an dem Überleben des Versicherten nachgewiesen werden konnte.
Die Engländer gründen die nordamerikanische Kolonie Neu-Fundland.
In München wird mit dem Bau der 1597 fertiggestellten Jesuitenkirche St. Michael begonnen.
1584
Die künstliche Beatmung wird von Johannes Schenck von Grafenberg eingeführt.
1585
Simon Stevin findet das Gesetz der Schiefen Ebene (Parallelogramm der Kräfte).
1586
Das Tabakrauchen wird von Virginia nach England gebracht.
Galilei erfindet die hydrostatische Waage.
In Rom versetzt man einen knapp 327 Tonnen schweren 25 m hohen Obelisken, den die antiken Römer aus Ägypten eigeführt hatten, mit Hilfe von 900 Menschen, 140 Pferden und 40 Seilwinden an einen anderen Ort und stellt ihn senkrecht.
Die Holländer benutzen im Krieg gegen Spanien Sprengschiffe mit Uhrwerkzündung.
1587
In England wird Maria Stuart der Verschwörung bezichtigt und am 8.2. hingerichtet.
1588
In Frankfurt und Wien werden Kartoffeln als biologische Rarität in den dortigen Botanischen Gärten angepflanzt und zur Schau gestellt.
1589
Am französischen Hof wird die Eßgabel eingeführt, das Besteck bestand bis dato nur aus einem Löffel und den Fingern.
In Cambridge erfindet William Lee den Handkulierstuhl zur Herstellung von Strümpfen.
1590
Galilei unternimmt seine berühmten Fallversuche am Turm zu Pisa.
Im Ruhrgebiet wird erstmals Steinkohle abgebaut.
1591
20. März - Die fertig gestellte Rialtobrücke in Venedig wird für den Verkehr freigegeben. Die Brücke führt über den Canal Grande und hat eine Spannweite von 48 m, eine Breite von 22 m und eine Durchfahrtshöhe von 7,50 m. Die lichte Weite des einzigen Bogens beträgt 28,8 m. Die Gründungen der beiden Widerlager bestehen aus Pfahlrosten mit jeweils 6.000 gerammten Holzpfählen zu beiden Seiten. Die direkt neben dem Fondaco dei Tedeschi gelegene Brücke verbindet das Sestiere San Marco mit San Polo an einem neuralgischen Punkt. Der Name der Brücke bezieht sich auf das Gebiet Rialto in San Polo, das vor einigen Jahrhunderten der wichtigste Handelsplatz der Stadt war. Der Name „Rialto“ leitet sich aus „Riva Alto“ = „Hohes Ufer“ ab. Das Gebiet Rialto liegt in Venedig am höchsten über dem mittleren Hochwasser. Um 1100 existierte noch keine Brücke über den Canal Grande. Die Chronica per extensum descripta von Andrea Dandolo berichtet von der Errichtung einer Holzbrücke im Jahre 1246 unter dem Dogen Renier Zen. In der Folge wurden – bedingt durch das rasche Verrotten des Baumaterials oder durch Brände – mehrere Holzbrücken gebaut oder immer wieder renoviert, bis man sich 1507 entschloss, eine Brücke aus Stein zu errichten. Es folgte eine jahrzehntelange Diskussion über die Finanzierung und Gestaltung des Bauwerkes. Am Wettbewerb über die Neugestaltung beteiligten sich namhafte Architekten wie Michelangelo, Andrea Palladio und Jacopo Sansovino. Verwirklicht wurde schließlich eine Einbogenbrücke nach den Entwürfen von Giovanni Alvise Boldù und des relativ unbekannten Antonio da Ponte, die einen rascheren Verkehrsfluss auf dem dichtbefahrenen Canal Grande ermöglichte als eine Brücke mit mehreren Bögen. Sie war bis zum Bau der Accademia-Brücke 1854 der einzige Fußweg über den Canal Grande.
Shakespeare schreibt "Romeo und Julia".
Ein Ökonomischer Kalender wird von Johannes Coler herausgegeben, der für jeden Monat die nötigen land- und forstwirtschaftlich zu verrichtenden Arbeiten enthält.
Die erste Baggermaschine wird von Varantius erfunden. Sie wird durch Menschen in einem Laufrad betrieben.
1592
Die Falklandinseln werden von dem Engländer John Davis entdeckt.
Erste mikroskopische Beobachtungen von Insekten werden von Georg Hoefnagel in 50 Kupferstichen veröffentlicht.
Galilei erfindet das Thermoskop nach dem Prinzip der Luftausdehnung (Vorläufer des Thermometers.)
1594
Auf der diesjährigen Leipziger Messe erscheint erstmals ein Katalog lieferbarer Bücher.
1595
In Amsterdam wird das erste Zuchthaus erbaut.
1599
In Nürnberg erscheint die erste regelmäßige Monatszeitung.
1600
Wegen Ketzerei und Gotteslästerung wurde der freigeistige Philosoph und Theologe Giordano Bruno auf dem "Campo die Fiori" in Rom bei lebendigem Leibe verbrannt. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Galileo Galilei hatte Giordano Bruno die von ihm als richtig erkannte These Keplers, dass die Erde sich um die Sonne drehe und nicht umgekehrt, nicht widerrufen.
Die ersten Abbildungen menschlicher Föten erscheinen von Hieronymus Fabricius.
William Gilbert entdeckt den Erdmagnetismus.
In Holland wird das Fernrohr erfunden.
In Danzig wird die Bandmühle zum gleichzeitigen Weben von 16 und mehr Bändern auf einem Webstuhl erfunden.
William Shakespeare schreibt den Hamlet.

Francesco del Giocondo, gibt im Frühjahr, anlässlich des Kaufs eines neuen Hauses und der komplikationslosen Geburt eines Kindes bei Leonardo da Vinci ein Portait seiner Frau Lisa in Auftrag. Lisa del Giocondo wurde 1479 als Tochter von Antonio Maria di Noldo Gherardini geboren und heiratete Francesco am 5. März 1495. Bei der Katalogisierung eines Frühdrucks der Universitätsbibliothek Heidelberg (Signatur D 7620 qt. INC) wurde der handschriftliche Eintrag des florentinischen Kanzleibeamten Agostino Vespucci von Oktober 1503 gefunden, der u.a. davon berichtet, dass Leonardo da Vinci ein Porträt der Lisa del Giocondo anfertigte. Da Vinci stellt das weltberühmte Bild erst im Sommer 1505 fertig und liefert es nie aus sondern behält es für sich selbst. Das auf dünnem Pappelholz gemalte, relativ kleine Bild ist 76,8 cm × 53 cm groß und wurde von Donald Sassoon 2006 wie folgt beschreiben: „Die junge Frau ,Lisa war etwa 24 im Jahr 1503, auf dem Bild sitzt in einem Stuhl auf einem Balkon vor einer fremdartigen Landschaft. Die Armlehne des Stuhls ist ebenso wie ihr Torso parallel zur Bildebene positioniert. Das Gesicht ist dem Betrachter zugewandt, die nach links gerichteten Augen blicken ihn scheinbar an [sehr ungewöhnlich für die damalige Darstellungsweise]. Sie hat volle Wangen, eine breite Stirn und keine Augenbrauen ! Der linke Mundwinkel des geschlossenen Mundes deutet ein Lächeln an. Die linke Hand umgreift die linke Armlehne, und die schlanken Finger der Rechten ruhen anmutig auf der Linken. Auf ihrem Haar liegt ein feiner, durchsichtiger Schleier, ihr Kleid fällt in schlichten Falten, den Mantel hat sie sich über die linke Schulter gelegt.“
18. April - In Rom erfolgt durch Papst Julius II. die Grundsteinlegung zum monumentalen und kostspieligen Neubau des Petersdoms unterhalb des späteren Veronikapfeilers, der mit einem gewaltigen Tresor versehen, für die Aufnahme der kostbarsten Reliquie der katholischen Kirche, dem Schweißtuch der Veronika, bestimmt war. Papst Julius II. fand, dass das bisherige rund 1200 Jahre alte Gotteshaus keinen angemessenen Platz für sein Grabmal bieten würde. Er gab deshalb eine Erweiterung des Baus in Auftrag. Da dieser jedoch an vielen Stellen einsturzgefährdet war, entschied man sich stattdessen für einen monumentalen Neubau. Das kostenintensive Unternehmen wurde entscheidend durch den sogenannten Peterspfennig und den Verkauf von Ablässen, in Deutschland u.a. durch den Dominikanermönch Johannes Tetzel, finanziert. Die Diskussion um diese Finanzierung wurde zu einer der Quellen der Forderung nach Reformation. Der Petersdom fasst 20.000 Personen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² eines der größten Kirchengebäude der Welt. Am 18. November 1626 konnte die neue Grabeskirche von Papst Urban VIII. geweiht werden.
1. November - Die Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle wurden enthüllt. Das Publikum
war begeistert von der kühnen Komposition und Farbenpracht. Für die Gestaltung
der drei Zyklen im Deckengewölbe der päpstlichen Hauskapelle, die die Schöpfungsgeschichte,
Propheten, Sibyllen und die Vorfahren Christi zeigen.
22. April - Auf der Entdeckungsreise des spanischen Konquistadoren Juan Ponce de León in den Gewässern um Florida bemerkt sein Navigator Antón de Alaminos eine starke Meeresströmung, den "Golfstrom". Der Golfstrom ist eine warme, rasch fließende Meeresströmung im Atlantik. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands. Der Golfstrom befördert, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 m/s etwa einhundert mal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Der Name "Golfstrom" wurde von Benjamin Franklin geprägt und bezieht sich auf den Golf von Mexiko. Früher wurde er auch "Floridastrom" genannt, auf den Karten des 16. und 17. Jahrhunderts heißt er "Canal de Bahama".
Wie das Bier im Sommer und Winter auf dem Land ausgeschenkt und gebraut werden soll.
20. September - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan sticht von Sanlúcar de Barrameda aus in See und startet mit einer Flotte bestehend aus fünf Schiffen zur, eigentlich schon am 10. August in Sevilla begonnenen Weltumsegelung. Im portugiesischen Seefahrtsarchiv hatte Magellan eine geheime Landkarte gefunden die darauf deutete dass in Südamerika eine Durchfahrt zum Pazifischen Ozean existiere. Möglicherweise war die große Bucht des Rio de Janeiro oder die des Rio de La Plata als Meerenge missdeutet worden. Er entschied, als erster diesen Weg westwärts zu nutzen, um die Gewürzinseln (die heutigen Molukken) zu erreichen. Zudem war Magellan überzeugt, dass die Gewürzinseln nach dem Vertrag von Tordesillas von 1494 auf der vom Papst Spanien zugesprochenen Welthälfte lägen. Seine Flotte bestand aus den Schiffen
17. April - Martin Luther wurde unter Anklage des Hochverrats dem Kaiser im Reichstag zu
Worms vorgeführt und verteidigte seine reformatorische Lehre mit den Worten
"Gott helfe mir, Amen." Die Fahrt Luthers nach Worms glich eher einem
Triumphzug, denn er wurde in Worms mit Begeisterung empfangen. Sein Auftreten
während der Verteidigung seiner Thesen, die er 1520 in Wittenberg veröffentlicht
hatte, wird in historischen Schriften als sachlich, klug und überlegt beschrieben.
Er musste zweimal vor dem Kaiser erscheinen, jedesmal wurde ihm nahegelegt,
seine Lehren zurück zu nehmen. Ein Schutzbrief gewährte Luther nach dem Prozess
für 21 Tage freies Geleit. Danach verhängte der Kaiser über Luther ein Edikt,
das Luther für "vogelfrei" erklärte. Eine von Luther inszenierte Entführung
brachte ihn in Sicherheit auf die "Wartburg" bei Eisenach.
Der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen nachdem er die nach ihm
benannte "Magellan-Straße" vom atlantischen in den pazifischen Ozean durchquert
hatte. Die spanischen Interessen, die Gewürzinseln (Molukken) auf dem
Spanien durch den Vertrag von Tordessillas zugeteilten Weg über den Atlantik
zu erreichen, war so stark, dass die Krone im März 1518 fünf Schiffe für Magellan
ausrüsten ließ, mit denen er 1519 in See stechen konnte. Magellans Flagschiff
war die "Tinidad". Er nahm die Philippinen für die Krone von Spanien in Besitz
und begann, die Bewohner der Philippinen zum christlichen Glauben zu bekehren.
Beim Versuch, in einem Kampf zwischen rivalisierenden Bewohnern der Philippinen
Frieden zu stiften, fiel Magellan am 27. April 1521 auf der Insel Maktan.
25 zu Memmingen gehörende Dörfer begehren in den sogenannten "Zwölf Artikeln" vom 16. Februar wegen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Umstände auf und verlangen von der Reichsstadt und dem Schwäbischen Bund Verbesserungen. Sie werden während des Deutschen Bauernkriegs in Drucken weit verbreitet und zählen als die ersten Menschenrechte der Welt. Die "Zwölf Artikel" wurden innerhalb der nächsten zwei Monate mit einer für die damalige Zeit ungeheuren Auflage von insgesamt 25.000 Exemplaren gedruckt und verbreiteten sich in ganz Deutschland.
Ignatius von Loyola, ein ehemaliger baskischer Offizier, gründete in
Paris die "Gesellschaft Jesu", den Jesuitenorden. Der streng hierarchisch
organisierte Orden widmet sich der Mission und zählt heute weltweit etwa 22.000
Mitglieder. Ignatius erfuhr nach einer schweren Verwundung eine grundlegende
Veränderung seines Wesens, die ihn zur Abkehr vom weltlichen Leben bewog.
20. April - Über Stockholm werden Wetteranomalien beobachtet, die im Bild "Vädersolstavlan" der Nachwelt überliefert sind. Die älteste bekannte bildliche Darstellung der Stadt wurde im Auftrag des Schweden Olaus Petri angefertigt und zeigt die seltsamen Erscheinungen. Die Inschrift auf dem Rahmen, des in der Nikolaikirche zu Stockholm ausgestellten Bildes, beschreibt in 3 Sprachen das abgebildete Ereignis in folgendem Wortlaut:
In Moskau ließ sich Großfürst Iwan IV. von
Moskau zum ersten Zaren aller Russen ausrufen. Bei seiner Krönung wurden Zeremonien verwendet, die auf byzantinischen Kaiserkrönungen beruhten und die seine Macht und „Erwähltheit“ betonen sollten (z. B. das Überschütten mit Goldmünzen). Die Macht des Zaren war zu diesem Zeitpunkt umstritten. Viele Adelige waren faktisch unabhängig vom Zaren, unterhielten Privatarmeen und sprachen Recht. Iwan begann damit, diese Macht zu beschneiden. Er begann zu seinen Gunsten mit der Umgestaltung des Staates, die darin bestand, große Teile der fruchtbarsten und reichsten Regionen des Landes, Adeleigentum, durch Enteignung in Staatseigentum zu überführen, das ihm direkt unterstand. Der Begriff steht auch für Terrorherrschaft und die Truppe der Opritschniki, seiner eigens geschaffenen Eingreiftruppe. Die Adeligen erhielten zum Ausgleich lediglich minderwertiges Land an den Staatsgrenzen oder wurden gänzlich enteignet und in Klöster verbannt. Aufgrund seines ausgeprägten
Jähzorns und seiner Grausamkeit erhielt er von seinen Zeitgenossen den Beinamen "der Schreckliche". Der Schreckensherrscher erschlug den eigenen Sohn
in einem Anfall von Raserei. Die Auseinandersetzung mit seinem ältesten Sohn
hatte sich an einem Streit um die Kleidung von dessen schwangerer Frau entzündet.
Mit dem Eisenknauf seines Herrscherstabes verletzte der Schreckliche den Prinzen
im Streit so stark am Kopf, dass dieser ins Koma verfiel und bald darauf verstarb.
15. Oktober - Der erste Tag der Neuen Zeitrechnung. Mit Einführung des Gregorianischen Kalenders am 4. Oktober (Donnerstag) werden die nächsten 10 Tage ausgelassen. Der 15. Oktober (Freitag) ist somit der erste Tag der neuen Zeitrechnung, auch wenn die meisten Staaten diesen Kalender erst später übernehmen werden. Der heute praktisch weltweit gültige Gregorianische Kalender (benannt nach Papst Gregor XIII.) wurde Ende des 16. Jahrhunderts durch eine Reform des Julianischen Kalenders (nach Julius Cäsar benannt, der im Jahr 46 v Chr. die Zeitrechnung neu ordnete) entwickelt. Er löste später zahlreiche andere Kalenderformen ab. Zuletzt stellte 1926 die Türkei auf den Gregorianischen Kalender um. Das Wesen der Gregorianischen Kalenderreform bestand darin, dass das Zählschema, das der Julianische Kalender bot, verallgemeinert wurde. Der Gregorianische Kalender ist nicht ein grundsätzlich anderer, sondern ein flexibilisierter Julianischer Kalender. Grund für die Gregorianische Kalenderreform war nicht allein das im Vergleich zum Sonnenjahr zu lange Julianische Kalenderjahr alle 128 Jahre um einen Tag falsch ging, was sich im Laufe der Jahrhunderte auf 12 Tage summierte, sondern auch die daraus entstehnden Probleme mit der christlichen Osterrechnung.
Nach dem Tod ihrer Schwester Maria Tudor im
Jahre 1558 wurde die 25jährige Elisabeth I., Tochter von König Heinrich
VIII. und Anna Boleyn, zur Königin von England gekrönt. Die schottische
Königin Maria Stuart wurde dagegen von den englischen Katholiken als wahre
Thronfolgerin angesehen. Während ihrer 45 Jahre andauernden Regierungszeit
setzte Elisabeth I., die Begründerin der Anglikanischen Kirche, den Vormachtanspruch
des protestantischen England gegenüber dem katholischen Spanien durch und
machte ihr Land zu einem der mächtigsten Staaten Europas. Das »Elisabethanische
Zeitalter« gilt als Blütezeit der englischen Renaissance. Nach dem Tode Elisabeths
I. im Jahre 1603 bestieg Maria Stuarts Sohn Jakob I. den englischen Thron.
1. März - Auf dem flachen Sandstrand zwischen Zuckerhut
und Morro Cara de Cao gründet der Spanier Gonçalo Coelho die Stadt São Sebastian do Rio
de Janeiro. Der heutige Name der Stadt Rio de Janeiro basiert auf einem
Missverständnis. Ihr Entdecker Gonçalo Coelho dachte bei seiner
Landung in der Guanabara-Bucht im Januar 
Der Londoner Ratsherr Richard Martin schließt an diesem Tag für William
Gibbons die erste Lebensversicherung in London ab. Er zahlt einer Gruppe
von Kaufleuten 30 Pfund bei einer Versicherungssumme von damals 385 Pfund.
Das erste Geschäft bringt noch keinen Gewinn: Bereits ein knappes Jahr später
muss die Summe aufgrund des Todes von Gibbons ausgezahlt werden. Erste Lebensversicherungen entstanden im antiken Rom, wo „Beerdigungsvereine“ die Bestattungskosten ihrer Mitglieder übernahmen sowie die überlebenden Verwandten finanziell unterstützten. Andere Vorläufer der modernen Lebensversicherungen waren die Tontinen im 17. Jahrhundert in Frankreich. Kaufleute, Schiffseigner und sogenannte Underwriter trafen sich in Lloyd’s Coffee House, dem Vorläufer der heutigen bekannten Versicherungsbörse Lloyd's of London. Hier wurden durchaus auch Leistungszusagen auf das Leben von Menschen vorgenommen. Auch sonst gab es in England häufig Wetten auf das Leben von Menschen. Dies führte dazu, dass später Lebensversicherungsverträge nur noch abgeschlossen werden durften, wenn ein wirtschaftliches Interesse an dem Überleben des Versicherten nachgewiesen werden konnte.
20. März - Die fertig gestellte Rialtobrücke in Venedig wird für den Verkehr freigegeben. Die Brücke führt über den Canal Grande und hat eine Spannweite von 48 m, eine Breite von 22 m und eine Durchfahrtshöhe von 7,50 m. Die lichte Weite des einzigen Bogens beträgt 28,8 m. Die Gründungen der beiden Widerlager bestehen aus Pfahlrosten mit jeweils 6.000 gerammten Holzpfählen zu beiden Seiten. Die direkt neben dem Fondaco dei Tedeschi gelegene Brücke verbindet das Sestiere San Marco mit San Polo an einem neuralgischen Punkt. Der Name der Brücke bezieht sich auf das Gebiet Rialto in San Polo, das vor einigen Jahrhunderten der wichtigste Handelsplatz der Stadt war. Der Name „Rialto“ leitet sich aus „Riva Alto“ = „Hohes Ufer“ ab. Das Gebiet Rialto liegt in Venedig am höchsten über dem mittleren Hochwasser. Um 1100 existierte noch keine Brücke über den Canal Grande. Die Chronica per extensum descripta von Andrea Dandolo berichtet von der Errichtung einer Holzbrücke im Jahre 1246 unter dem Dogen Renier Zen. In der Folge wurden – bedingt durch das rasche Verrotten des Baumaterials oder durch Brände – mehrere Holzbrücken gebaut oder immer wieder renoviert, bis man sich 1507 entschloss, eine Brücke aus Stein zu errichten. Es folgte eine jahrzehntelange Diskussion über die Finanzierung und Gestaltung des Bauwerkes. Am Wettbewerb über die Neugestaltung beteiligten sich namhafte Architekten wie Michelangelo, Andrea Palladio und Jacopo Sansovino. Verwirklicht wurde schließlich eine Einbogenbrücke nach den Entwürfen von Giovanni Alvise Boldù und des relativ unbekannten Antonio da Ponte, die einen rascheren Verkehrsfluss auf dem dichtbefahrenen Canal Grande ermöglichte als eine Brücke mit mehreren Bögen. Sie war bis zum Bau der Accademia-Brücke 1854 der einzige Fußweg über den Canal Grande.
Wegen Ketzerei und Gotteslästerung wurde der freigeistige
Philosoph und Theologe Giordano Bruno auf dem "Campo die Fiori" in Rom bei
lebendigem Leibe verbrannt. Im Gegensatz zu seinem Zeitgenossen Galileo
Galilei hatte Giordano Bruno die von ihm als richtig erkannte These Keplers,
dass die Erde sich um die Sonne drehe und nicht umgekehrt, nicht widerrufen.