Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1971 - 1980
1971
31. Januar - APOLLO 14 (Shepard, Mitchel; Pilot: Roosa) startet und wird 44 kg Mondgestein nach Hause bringen.
19. April - Die Sowjetunion schickte die erste bemannte Raumstation auf Erdumlaufbahn. Die Raumstation wurde an das "Sojus"-Raumschiff, das die Raumstation mit Energie versorgte und als Rettungskapsel diente, angedockt. Insgesamt war die Raumstation 23 Meter lang, wog 25 Tonnen und verfügte über einen bewohnbaren Raum von 100 Kubikmetern. "Saljut I" umkreiste für mehrere Jahre die Erde und wurde von Kosmonauten und Astronauten für Experimente genutzt. Mit der "Saljut"-Reihe, die bis zum Start von "Saljut 7" Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts fortgesetzt wurde, testete die UdSSR die Herstellung, den Aufbau und die Nutzung modularer, aus mehreren Abteilungen bestehender Raumstationen.
26. Juli - APOLLO 15 (Scott, Irwin, Worden) bringt das Mondauto LUNAR ROVER nach oben. Beide Raumfahrtnationen unternehmen unbemannte Marsmissionen mit mäßigen Erfolgen.
18. Juli - Die sechs Emirate am Persischen Golf Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Umm al Quwain, Fujairah entschieden sich zur Gründung der Vereinigten Arabischen Emiraten. Offiziell erfolgte der Staatsakt am 2. Dezember 1971. Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist Abu Dhabi, eine der modernsten Metropolen der Region. Die Regierung der Föderation wird von einem Premierminister geführt, der wechselweise aus einem der Mitgliedsemirate kommt.
Die Münchner U-Bahn wird mit Aufnahme des Fahrbetriebs auf der ersten Linie U6 feierlich eröffnet.
Roy Oliver Disney eröffnet in der Nähe von Orlando (Florida) einen Vergnügungspark, den er zu Ehren seines verstorbenen Bruders Walt Disney World Resort nennt. Das Resort ist ein Komplex mehrerer Freizeitparks und beherbergt derzeit vier verschiedene Themenparks, zwei Wasserparks sowie 23 Hotels.
1. September - Bundesausbildungs-Förderungsgesetz (BAföG) für Schüler/Studenten tritt in Kraft
20. Oktober - Das norwegische Preis-Komitee spricht dem deutschen Bundeskanzler Willy Brandt den Friedens-Nobelpreis für seine Politik der Versöhnung besonders gegenüber Osteuropa zu. Brandt hatte diese Politik als Außenminister begonnen und als Kanzler fortgesetzt.
16. Dezember - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschließt die Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen (Biowaffenkonvention). Diese tritt am 26. März 1975 in Kraft. Sie ist zusammen mit der 1993 abgeschlossenen Chemiewaffenkonvention ein Nachfolgeabkommen zum Genfer Protokoll von 1925, mit dem erstmals der Einsatz von giftigen Gasen und bakteriologischen Methoden als Methoden zur Kriegsführung vertraglich verboten wurde. Die aus 15 Artikeln bestehende Konvention verpflichtet die Vertragsparteien, unter keinen Umständen Waffen auf der Basis von Mikroorganismen sowie anderen biologischen Substanzen oder Toxinen zu entwickeln, herzustellen, zu lagern oder anderweitig anzuschaffen. Gleiches gilt für Waffen und Waffensysteme, deren Zweck der Einsatz solcher Stoffe im Rahmen eines bewaffneten Konfliktes ist. Darüber hinaus sind die Vertragsstaaten auch verpflichtet, alle in ihrem Besitz befindlichen Bestände zu zerstören oder einer friedlichen Nutzung zuzuführen, und solche Waffen nicht an andere Staaten weiterzugeben. Die Staaten sind angehalten, bei der Umsetzung und der Überwachung der Einhaltung des Abkommens angemessen miteinander zu kooperieren. Die sich aus dem Genfer Protokoll von 1925 ergebenden Verpflichtungen werden durch die Konvention ausdrücklich nicht eingeschränkt. Dies ist von Relevanz, da sich aus der Konvention kein direktes Verbot des Einsatzes von Biowaffen ergibt. Deutschland trat am 7. April 1983 diesem Abkommen bei.
Nach der Oetker-Entführung vom Vorjahr wird nun einer der Brüder Aldi entführt und gegen ein Lösegeld von 7 mio DM durch Vermittlung von Bischof Hengsbach wieder freigelassen.
Auch in der Schweiz wird schließlich das Frauenwahlrecht eingeführt (nach mehreren Volksabstimmungen mit gegenteiligem Ergebnis).
Die russische Raumfahrt erhält einen empfindlichen Rückschlag, als drei Kosmonauten nach ihrer Rückkehr zur Erde tot in ihrer Raumkapsel aufgefunden werden.
Der Mikroprozessor wird erfunden.
Der erste Taschenrechner von Texas Instruments beherrscht die 4 Grundrechenarten und wiegt noch mehr als 1 kg.
Niklaus Wirth entwickelt die Computersprache PASCAL.
Der Erfinder der Holographie Dennis Gabor erhält hierfür den Nobelpreis.
Armbanduhren werden hochgenau durch batteriegetriebene Schwingquarz-Steuerung.
1972
Das SALT Abkommen zwischen der UdSSR und den USA zur Begrenzung strategischer Rüstung wird unterzeichnet.
15. Februar - Nach dem Tode von König Frederik IX. von Dänemark bestieg seine älteste Tochter Margrethe II. als 54. Regentin den Thron. Margrethe II., die am 16.4.2000 ihren 60. Geburtstag feierte, war die erste weibliche Monarchin seit über 600 Jahren. Während der Vorbereitung auf ihre Regentschaft studierte Margrethe II. in Dänemark, Großbritannien und an der Pariser Sorbonne. 1967 heiratete sie Henri Graf de Laborde de Monpezat, der bei der Hochzeit den Namen Henrik annahm. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Frederik und Joachim hervor. Als Königin hat Margrethe II. nicht nur repräsentative Aufgaben zu erfüllen: Für alle neuen Gesetze ist ihre Unterschrift erforderlich. Anerkennung als Künstlerin erlangte die dänische Regentin auch als Kostüm- und Kulissenbildnerin für das Königliche Theater und als abstrakte Malerin.
17. Februar - Mit einem 1302 S in Hellblaumetallik, der als 15.007.032. Fahrzeug vom Band läuft, übertrifft der VW Käfer das Ford Model-T als meistgebautes Auto der Welt.
21. Februar - Als erster Präsident der Vereinigten Staaten reiste Richard M. Nixon in die Volksrepublik China. Der Besuch wurde als "Gipfeltreffen des Jahrhunderts" betitelt und erst im Rahmen der neuen Außenpolitik Chinas des Premiers Zhou Enlai ermöglicht. Während des Treffens vereinbarte Nixon mit dem Regierungschef Mao Zedong eine Normalisierung auf diplomatischer Ebene. Außerdem sicherten die USA den Abzug ihrer Truppen aus Taiwan zu. Der von Asien und der Sowjetunion mit Skepsis betrachtete Besuch stellte den Höhepunkt der sogenannten "Ping-Pong-Diplomatie" dar. Der Name rührt von den sportlichen Begegnungen, die am Anfang der Beziehungen zwischen den beiden Ländern gestanden hatten.
27. April - Ein konstruktives Misstrauensvotum (das erste in der Geschichte der Bundesrepublik) gegen Willy Brandt verfehlt die erforderliche Mehrheit knapp um zwei Stimmen.
1. Juni - In Frankfurt am Main verhafteten Polizisten die Terroristen Andreas Baader, Holger Meins und Jan Carl Raspe. Damit war der Polizei nach intensiver Fahndung ein erster großer Schlag gegen die linksterroristische Roten Armee Fraktion (RAF) gelungen. Aber auch nach der Verhaftung weiterer führender Terroristen wie Ulrike Meinhof im Juni 1972 verübte die Rote Armee Fraktion weitere Attentate bis zu ihrer Selbstauflösung 1998. Einen Höhepunkt erreichte der Terror 1977 mit der Entführung eines Lufthansa-Flugzeugs nach Somalia und der Geiselnahme des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Insgesamt tötete die RAF etwa 30 Menschen.
In Hannover wurde am 15. Juni, die Terroristin Ulrike Meinhof verhaftet. Mit ihr ging das letzte Mitglied der "ersten Generation" der Rote Armee Fraktion (RAF) in Haft. Sie war entscheidend an der Befreiung des Terroristen Andreas Baader aus der Haft beteiligt. So gründete sich Baader-Meinhof-Gruppe. Als Journalistin machte Meinhof gegen den "Konsumterror" mobil. Mit anderen Mitgliedern der RAF ließ sie sich in einem militärischen Trainingscamp radikaler Palästinenser in Jordanien für ihre Terroraktionen ausbilden. Die RAF verübte vor allem Banküberfälle und Sprengstoffanschläge. Von 1971 bis 1993 starben rund 30 Menschen bei Terroranschlägen der RAF. Ulrike Meinhof erhängte sich am 9. Mai 1976 in ihrer Gefängniszelle.
17. Juni - Fünf als Klempner verkleidete Männer werden in Washington verhaftet, als sie im Hauptquartier der Demokratischen Partei der USA Abhörgeräte installierten. Darunter war auch James Mc Cord, Sicherheitsberater des Wiederwahlkomitees von US-Präsident Richard Nixon. Der Republikaner Nixon entließ seinen Mitarbeiter umgehend und wies jede Verquickung mit der Abhöraktion von sich. Journalistische Untersuchungen ergaben jedoch, dass Nixon selbst die Bespitzelung des politischen Gegners in Auftrag gegeben hatte und führten zur Aufdeckung weiterer Verbrechen und Vergehen, die in den Jahren zuvor teils auf direkte Anweisung des Weißen Hauses hin begangen worden waren. In einer erstaunlichen Kette von Enthüllungen, die ab März 1973 die Berichterstattung der Medien dominierte, erfuhr eine schockierte amerikanische Öffentlichkeit vom Ausmaß dieser Amtsmissbräuche zulasten der politischen Gegner Nixons. Am 9. August trat Nixon als erster und bisher einziger Präsident der USA von seinem Amt zurück und kam so einem Amtsenthebungsverfahren zuvor. Sein Nachfolger, der Republikaner Gerald Ford, befreite Nixon kurz darauf von jeder Strafverfolgung.
1. August - Die Bauer Verlagsgruppe bringt die deutsche Ausgabe des Männermagazins Playboy auf den Markt. Die erste Ausgabe erschien am 1. Dezember 1953 in den Vereinigten Staaten und enthielt ein aufklappbares Blatt, auf dem Marilyn Monroe recht freizügig posierte, daneben eine Sherlock Holmes-Geschichte, einen Artikel über die Dorsey-Brüder (Jimmy und Tommy) und einen Bericht über das Tisch-Design im modernen Büro. Von den 70.000 Exemplaren der Startauflage wurden 54.175 zum Preis von 0,50 US-Dollar verkauft. Ursprünglich sollte die Zeitschrift Stag Party (etwa: „Junggesellen-Party“) heißen, was aus markenrechtlichen Gründen jedoch nicht möglich war. Ein Freund des Herausgebers Hugh Hefner schlug dann den Namen Playboy vor.
1. September - Der amerikanische Schachspieler Bobby Fischer besiegte in der isländischen Hauptstadt Reykjavik den sowjetischen Schachweltmeister Boris Spasski. Mit vier Punkten Vorsprung gelang es Fischer, die seit 24 Jahren andauernde Vorherrschaft der Sowjets im internationalen Schach-Sport zu beenden.
21. September - Der Deutsche Bundestag billigt eine Reform der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Hauptveränderung bestand darin, dass Arbeitnehmer ab 1973 bereits im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand gehen können, wenn sie bis dahin über 35 anrechnungsfähige Versicherungsjahre verfügen.
78 Staaten unterzeichnen die Ächtung bakteriologischer Waffen.
Mit Richard Nixon findet der erste Besuch eines US Präsidenten in China und der UdSSR statt.
19. Oktober - Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll erhält den Nobelpreis für Literatur. Der 1917 in Köln geborene Böll gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern der Gegenwart. Böll war auch ein entschlossener Befürworter der Friedensbewegung. In seinen Büchern schildert Böll den Alltag während und nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt seines Werks steht dabei die Auseinandersetzung des Individuum's mit der Frage der Schuld und Verantwortung. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der Zug war pünktlich" (1949), "Billard um halb Zehn" (1959) und "Ansichten eines Clowns" (1963). Mehrere seiner Werken wurden erfolgreich verfilmt, darunter "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Volker Schlöndorff.
Die Olympischen Spiele in München (mit deutlich erweitertem Programm von 195 Disziplinen) werden überschattet von der Geiselnahme 11 israelischer Sportler durch ein palästinensisches Terrorkommando und einen missglückten Befreiungsversuch durch deutsche Sicherheitskräfte, bei dem 17 Tote zu beklagen sind. "The Games must go on" leitet die endgültige Kommerzialisierung der Spiele ein.
Der erste zivile Fernerkundungssatellit LANDSAT 1 wird gestartet und, die Russen landen die Sonde WENERA 8 weich auf der Venus.
Die Amerikaner starten die Raumsonde PIONEER 10, die nach einem außerordentlich erfolgreichen Erkundungsflug am 13.6.1983 als erstes Gerät menschlicher Produktion das Sonnensystem verlassen wird.
7. Dezember - Die letzte bemannte Mondmission beginnt (Cernan, Evans, Schmitt) und wird nach 44 Std Mondaufenthalt mit 110 kg Rückfluglast an Mondgestein erfolgreich beendet werden.
1973
20. März - Fertigstellung des 5 Km langen Eiderdamms mit dem Eidersperrwerk - eines der größten Bauwerke des Jahrhunderts. Da das Hinterland an der Eider bei Sturmfluten ständig unter Wasser gesetzt wurde, begann man 1967, die Mündung des Flusses mit einem Sperrwerk abzuriegeln. Rund 170.000 Tonnen Fels, Beton, Kies und Stahl wurden bewegt, 300 Planer, Techniker und Arbeiter verwirklichten eines der kühnsten wasserbautechnischen Projekte Deutschlands. In den Bau wurden etwa 170 Millionen Mark investiert, seine Generalprobe bestand das Eidersperrwerk bei der grossen Sturmflut am 3. Januar 1976. Doch die extreme Belastung durch 30 bis 40 Millionen Kubikmeter Wasser, das zweimal täglich durch die Fluttore strömt, wirkt sich aus: Die Unterhaltungskosten von 1973 bis heute betrugen über 76 Millionen Mark, eine Sanierung der Fundamente ist dringend nötig.
21. März - In Hamburg wird die 290 Meter lange und 70m hohe Kattwyk-Brücke über der Süderelbe eingeweiht. Sie ist mit 46 m Hubhöhe die größte Hubbrücke der Welt. Eine Besonderheit der Brücke ist, dass die Eisenbahnschienen auf der Brücke in der Mitte der Straßenfahrbahn verlaufen. Deshalb muss diese für die Durchfahrt eines Güterzuges für den Straßenverkehr für ca acht bis zehn Minuten gesperrt werden. Für den Schiffsverkehr wird die Brücke tagsüber immer zu den geraden Stunden geöffnet.
17. April - Das US-amerikanische Kurier- und Logistikunternehmen Federal Express nimmt mit 14 Flugzeugen seine Tätigkeit auf, mit denen vorläufig 25 Städte in den USA angeflogen werden. 1971 wurde das Unternehmen unter dem Namen Federal Express von Frederick W. Smith in Little Rock (Arkansas) gegründet. Der Name des Unternehmens sollte dazu beitragen, Regierungsaufträge zu erhalten. 2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen FedEx Corporation, wobei man sich an der seit vielen Jahren gebräuchlichen Abkürzung FedEx orientierte und sie zur offiziellen Bezeichnung der Firma machte.
21. Mai - Ein verwirrter Mann beschädigt in einem Akt von Vandalismus Michelangelos Pietà im Petersdom. Der Täter schlägt mit einem Hammer auf die Skulptur ein.
Bild: Stanislav Traykov, Niabot
1. Juli - Das Gesetz über die Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst löste gemeinsam mit dem Zivildienstgesetz, welches am 9. August in Kraft trat, das Ersatzdienst-gesetz ab. Der Zivildienst wurde zu einer wichtigen Stütze im sozialen Bereich der Bundesrepublik Deutschland. Bei den immer wieder aufkeimenden Diskussionen um die Abschaffung der Wehrpflicht in Deutschland wurde nicht selten die Notwendigkeit der allgemeinen Wehrpflicht mit der Unentbehrlichkeit der Zivildienstleistenden in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen sozialen Einrichtungen begründet. Bei diesem Disput wurde oft vernachlässigt, dass das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland überhaupt kein Wahlrecht zwischen Wehr- und Zivildienst vorsieht. Denn nur derjenige, der als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkannt sei, könne Zivildienst leisten. Eine völlig neue Richtung erfuhr die Diskussion, seit auch Frauen zum Dienst an der Waffe zugelassen wurden. Die deutschen Männer seien gegenüber den Frauen benachteiligt, da sie ihrer Wehrpflicht nachkommen müssten, während die Frauen die Karriere bei der Bundeswehr einschlagen könnten, nicht aber wehrpflichtig seien. Das verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes.
18. September - Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wurden in New York als 133. und 134. Mitglied in die Vereinten Nationen (UNO) aufgenommen. Der Außenminister der BRD Walter Scheel und DDR-Außenminister Otto Winzer beglückwünschten sich zum UNO-Beitritt. 1945 war die UNO offiziell gegründet worden und Deutschland als so genannter Feindstaat nicht aufgenommen worden. Wegen des Ost-West-Konfliktes war kein deutscher UN-Eintritt bis 1973 möglich. Von 1950 bis 1972 versuchten beide deutsche Staaten, sich in der UNO zu etablieren. Nach dem Eintritt bis 1990 agierten sie als zwei Staaten innerhalb der UNO. Seit der Wiedervereinigung von BRD und DDR gibt es eine deutsche Vertretung.
20. Oktober - In einem legendären Spiel dreht der 1. FC Kaiserslautern ein 1:4 gegen den FC Bayern München in den letzten 30 Spielminuten noch um und gewinnt mit 7:4.
20. Oktober - Königin Elisabeth II. eröffnet das Opernhaus von Sydney. Die Eröffnung, bei der Beethovens 9. Sinfonie zur Aufführung gebracht wird, wird live im Fernsehen übertragen und mit einem großen Feuerwerk gefeiert.
14. November - Die britische Prinzessin Anne heiratete in der Londoner Westminster Abbey den Hauptmann Mark Phillips. Über 500 Millionen Menschen weltweit verfolgten die Trauung live am Bildschirm. Nur vier Monate nach der Hochzeit scheiterte ein Versuch der IRA, die Prinzessin zu entführen. 1990 wurde sie für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Die Ehe mit Mark Phillips wurde nach 19 Jahren im April 1992 geschieden. Am 12. Dezember heiratete Anne den Marineoffizier Captain Timothy Laurence. Sie hat 222 Ehrenämter und erfüllt jährlich etwa 700 repräsentative Termine. Die Hörer der BBC wählten sie 1993 wegen ihres Einsatzes für das Kinderhilfswerk zur "Persönlichkeit des Jahres".
16. November - Die OPEC beschließt, den Ölpreis um 70 % anzuheben und löst damit die erste große Ölkrise aus. Die erste und folgenreichste Ölkrise wurde im Herbst 1973 durch den Jom-Kippur-Krieg (6. bis 26. Oktober 1973) ausgelöst. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) drosselte bewusst die Fördermengen um ca. fünf Prozent, um die westlichen Länder bezüglich ihrer Unterstützung Israels unter Druck zu setzen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde als direkte Reaktion auf die Krise viermal ein Sonntagsfahrverbot im November (erstmalig 25. November 1973) und Dezember 1973 verhängt sowie neue Geschwindigkeitsbegren-zungen eingeführt. Dies hatte einen moralischen, aber keinen wirtschaftlichen Effekt. 1974 musste die Bundesrepublik für ihre Ölimporte rund 17 Milliarden DM mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Dies verstärkte die Wirtschaftskrise und führte zu einem deutlichen Anstieg von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialausgaben und Insolvenzen von Unternehmen.
Die EG Europäische Gemeinschaft wird um Dänemark, Großbritannien und Irland erweitert.
Sonntagsfahrverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf deutschen Straßen nach Verabschiedung des in großer Hetze durch das Parlament geschickten Energiesicherungsgesetzes wegen der Ölverknappung.
Die Gentechnologie findet ihren Anfang, als die Amerikaner Cohen und Boyer DNA-Moleküle nicht nur zerschneiden, sondern auch wieder zusammensetzen können und hierfür eine universell anwendbare Methode entwickeln.
Bei Getränkedosen wird zum einfachen Öffnen die Vorstanzung mit Abzugsring erfunden.
Gestorben:
1.8.:ehem. Staatsratsvorsitzende der DDR Walter Ulbricht (*1893)
8.4.: Maler und Bildhauer Pablo Picasso (*1881)
1974
20. Februar - Ratifizierte der Deutsche Bundestag den Atomwaffen-Sperrvertrag. Darin verzichtet Deutschland auf Herstellung und Erwerb von Kernwaffen. Über die Ratifizierung des Vertrages war zehn Jahre lang erbittert diskutiert und gestritten worden. Bis 1995 hatten sich 178 Staaten dem Vertrag angeschlossen.
1. Mai - In der Bundesrepublik Deutschland wird weltweit erstmals ein Punktesystem im Fahrerlaubnisrecht eingeführt, mit dem Einträge im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg bewertet werden. Beim Überschreiten der Punktzahl ist nunmehr die theoretische Fahrprüfung zu wiederholen. Zweck des Punktesytem ist es Verkehrsteilnehmer, die erheblich oder wiederholt gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben, zu identifizieren und mit einheitlichen Strafen bzw. Bußgeldern zu einer besseren Regelbeachtung anzuhalten. Bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld ab 40 Euro wird mit einem bis vier Punkten geahndet, oder bei einer Verkehrs-Straftat die mit fünf bis sieben Punkten bestraft wird, erfolgt automatisch ein Eintrag im Register. Bei 18 oder mehr Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Zur Wiedererlangung muss sich der Bürger einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen, die positiv bewertet werden muß. Punkte aus Ordnungswidrigkeiten werden „automatisch” nach zwei Jahren gelöscht, aus Straftaten nach fünf, in einigen Fällen erst nach zehn Jahren. Die Löschung der Punkte erfolgt erst, wenn der jüngste Eintrag abgelaufen ist. Einträge aus Ordnungswidrigkeiten werden jedoch spätestens nach fünf Jahren gelöscht.
18. Mai - In Rajasthan wurde unterirdisch die erste Atombombe des indischen Subkontinents gezündet. Das Entwicklungsland wurde nach den USA, der Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und China sechste Nuklearmacht. Trotz internationaler Warnungen zündete Indien auch 1998 drei Atomsprengsätze zu Testzwecken.
18. Mai - Der 646,38 Meter hohe Sendemast Radio Warschau in Konstantynow, Polen, wird fertig gestellt. Der am 30. Juli offiziell in Betrieb genommene Sendemast ist bis zu seinem Einsturz am 8. August 1991 das höchste Bauwerk der Welt.
18. Juni - Der Deutsche Bundestag beschließt eine Einschränkung der Tabakwerbung, um Raucher vor den gesundheitsschädlichen Folgen ihrer "Schwäche" zu schützen. Nach dem veränderten Lebensmittelgesetz darf in Rundfunk und Fernsehen nicht mehr für Zigaretten und andere Tabakerzeugnisse geworben werden.
20. Juni - Die Ständigen Vertretungen der Bundesrepublik und der DDR nahmen ihre Arbeit auf. Der westdeutsche Bevollmächtigte Günter Gaus wurde in Ost-Berlin offiziell in sein Amt eingeführt, Michael Kohl trat als Vertreter der DDR seinen Posten in Bonn an. Die Einrichtung der Vertretungen war nach Unterzeichnung des Viermächteabkommens am 3. September 1971 und des Grundlagenvertrages möglich geworden.
In Bonn verabschiedete der Bundestag mit den Stimmen aller Parteien das Bundesemissionsschutzgesetz. Dieses Gesetz ermöglichte die Festlegung von umweltschonenden Auflagen für Industrie- und Gewerbebetriebe sowie Heizkraftwerke und Fahrzeuge. Den Bundesländern oblag es nun, Smogalarm auszulösen und Fahrverbote zu verhängen.
Mehr als 170.000 Zuschauer, nach inoffiziellen Zahlen sogar mehr als 200.000 Fans, sahen am 16. Juli 1974 das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Uruguay. Trotz der Rekord-Unterstützung durch ihre Anhänger verlor die brasilianische Heim-Mannschaft im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro mit 2-1 Toren. Damit waren die Südamerikaner, neben Schweden 1958, die einzigen Gastgeber einer Fußball-Weltmeisterschaft, die das Finale erreichten und dort unterlagen.
Die Arecibo-Botschaft an mögliche Außerirdische wird in Form eines einmaligen Radiowellen-Signals, um 1:00 Uhr Atlantischer Standard Zeit, vom Arecibo-Observatorium aus ins All gesendet. Ziel des Signals war der Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules. Dieser Kugelsternhaufen ist 22.800 Lichtjahre von uns entfernt und besteht aus mehr als 300.000 Sternen. Die Botschaft enthält binär codierte Informationen über die Biologie und Anatomie des Menschen, sowie über die menschliche Population und die Herkunft des Signals. In der nebenstehenden Grafik sind die mit dem Signal übertragenen Nullen und Einsen farbig gruppiert dargestellt, um die zusammenhängenden Objekte zu zeigen. Diese Farbinformation steht einem möglichen Empfänger nicht zur Verfügung. Die Nachricht besteht aus den 7 Teilen: Zahlen - chemische Elemente - Nukleotide - Struktur der DNA - Menschheit - Planet Erde - Absender. Da die Botschaft mit Lichtgeschwindigkeit reist, wird sie im Jahr 24.770 ihr Ziel, den Kugelsternhaufen Messier 13 erreichen. Falls die Nachricht dort empfangen und dekodiert wird, sowie umgehend eine Antwort geschickt wird, kann diese frühestens im Jahr 47.574 die Erde erreichen.
20. Oktober - Das ZDF strahlt die erste Folge der Krimiserie Derrick aus.
Aufdeckung der Watergate-Affäre führt am 8.8. zum Rücktritt von US Präsident Nixon zugunsten des Vizepräsidenten Gerald Ford.
Bundeskanzler Willy Brandt stürzt über seinen persönlichen Kanzlerreferenten Günter Guillaume, der als DDR-Spion enttarnt wird, und tritt zugunsten von Helmut Schmidt, der am 16.5. dann auch gewählt wird, zurück.
In Hamburg wird der 3,3 km lange Elbtunnel für den Verkehr freigegeben.
In der Bundesrepublik wird der Abtreibungsparagraph 218 des StGB reformiert. Außerdem wird das Lebensalter der Volljährigkeit durch Bundestagsbeschluß vom 22.3. von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt.
Das gemeinschaftlich von Deutschland, England, Frankreich und den Niederlanden entwickelte Passagierflugzeug Airbus A300 wird erstmals ausgeliefert.
Bei einem Erdbeben der Stärke 7 in Sichuan und Yunnan in der Volksrepublik China kommen etwa 20.000 Menschen ums Leben.
In den USA wird in einer Elektronik-Zeitschrift beschrieben, wie man einen PC Personalcomputer baut, und Hewlett Packard bringt den ersten programmierbaren Taschenrechner heraus.
Die amerikanische Raumsonde MARINER 10 sendet 2.000 Bilder des Planeten Merkur zur Erde.
Das LUCY genannte zu ca 40% erhaltene Skelett eines über 3 mio Jahren alten Hominiden wird entdeckt.
1975
1. Januar - Der deutsche Bäcker, Konditor und Erfinder Josef Anton Wiese gründet zusammen mit seinem Vetter Aloys Coppenrath die Conditorei Coppenrath & Wiese. Coppenrath übernahm den kaufmännischen Bereich, während sich Wiese als Bäcker, Konditor und Tüftler in das Unternehmen einbrachte. Wiese kümmerte sich vor allem um die Entwicklung der Fertigungsmaschinen. Als seine wichtigste Erfindung gilt das Verfahren zum kontinuierlichen Aufschlagen von Sahne im Jahr 1975, mit der die Herstellung von Torten in großer Menge möglich wurde. Er löste damit das Problem, das Sahne beim Gefrieren flockt und damit für Tiefkühlkosteigentlich unbrauchbar ist. Nach dem Erfolg des ersten Coppenrath & Wiese-Produktes, der "WienerPlatte", hatte Wiese auch mit seiner Entwicklung der Aufbackbrötchen maßgeblichen Anteil am Erfolg des Unternehmens das sich zu einer der modernsten Conditoreien Europas und zu einem der international bedeutendsten Hersteller von Tiefkühl-Backwaren, entwickelte.
1. März - Der Film "Szenen einer Ehe" von Ingmar Bergman kommt in die deutschen Kinos. Mit "Szenen einer Ehe" inszenierte Bergmann ein feinfühliges Psycho-Drama, das ein Kino-Renner wurde. Die Handlung: Die Rechtsanwältin Marianne und der Naturwissenschaftler Johan sind seit zehn Jahren verheiratet und haben zusammen zwei Töchter, die aber im Film keine Rolle spielen. Am Anfang des Films werden die beiden als Muster-Ehepaar für die Home Story einer Zeitschrift interviewt. Marianne wird dabei nur als Accessoire ihres Mannes gezeigt, während Johann versucht, sein angenehmes Wesen und seinen Intellekt herauszustreichen. Marianne bekommt Zweifel an ihrer eigenen Ehe durch den Besuch einer Mandantin, die sich nach 20 Jahren Ehe ohne offensichtlichen Grund von ihrem Mann scheiden lassen will. Ihr Mann sei ein guter Vater und treuer Gatte und doch war es eine „Ehe ohne Liebe“. Auf dem Beurteilungsbogen kann Marianne keinen Scheidungsgrund ankreuzen und wird dadurch nachdenklich. Sie versucht, mit Johan über ihre Probleme zu sprechen, findet aber kein Gehöhr. Kurze Zeit darauf beichtet Johan ihr dass er schon seit vier Jahren über eine Trennung nachdenkt, weil er eine 23-jährige Studentin liebe und mit ihr ins Ausland gehen wolle. Vergeblich bittet ihn Marianne, es sich doch anders zu überlegen, doch Johan lässt sich nicht umstimmen. Nach acht Monaten Auslandsaufenthalt kehrt Johan jedoch desillusioniert zurück. Einige Jahre später wollen die beiden in Johans Arbeitszimmer endlich die Scheidungspapiere unterzeichnen. Marianne berichtet freimütig von wechselnden Partnern und besteht auf Johans Unterschrift, der frustriert vor ihr sitzt. Johan und Marianne werden im Büro intim miteinander. Dann kommt es zu einem heftigen Streit und voller Hass gehen die beiden auseinander. Beide sind bei einem erneuten Treffen nach mehreren Jahren jetzt mit anderen Partnern verheiratet, doch verbringen sie ein gemeinsames Wochenende im Landhaus eines Freundes und schlafen miteinander. Diese heimlichen Ausflüge werden ihnen nun zur Gewohnheit. Vielleicht finden sie damit zu einer neuen Form der Gemeinsamkeit Der sozialkritische Film löste heftige Diskussionen aus und führte zu einer Scheidungswelle.
Franz Josef Strauß bereist die Volksrepublik China. Dem ehemaligen Verteidigungs- und Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland gelang damit eine der politischen Sensationen der Zeit. Strauß hatte sich als erklärter und scharfer Gegner der neuen, auf Versöhnung und Ausgleich zielenden, Ostpolitik unter dem sozialdemo-kratischen Bundeskanzler Willy Brandt profiliert. Während seines Besuches in der Volksrepublik China wurde der Vorsitzende der konservativen Christlich Sozialen Union (CSU) von dem Vorsitzenden der Kommunisitischen Partei Chinas, Mao Tse Tung, und dem chinesischen Regierungschef Chou En-Lai empfangen. Strauß war der erste bundesdeutsche Politiker, der sich mit Mao traf.
15. April - In New York wurde das Musical "A Chorus Line" uraufgeführt. Marvin Hamlisch komponierte das Musical nach dem Drehbuch von James Kirkwood und Nicholas Dante. Das Stück zeigt eine Gruppe Tänzerinnen, die sich für eine Broadway-Produktion bewerben. Das Musical "A Chorus Line" war eine technische Innovation, sie war die erste computergesteuerte Broadway-Show.
16. Mai - Als erste Frau erreichte die japanische Bergsteigerin Junko Tabei über die Südroute den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest. Der höchste Berg der Welt liegt im Himalaja zwischen Nepal und Tibet. Nepalesisch "Chomo-Lungma" (Göttinmutter) genannt, wurde der Berg von den Briten nach dem britischen Geografen Sir George Everest benannt, der von 1830 bis 1834 Indien vermaß und als erster den Himalaja kartografierte. Im Mai 1953 wurde der Gipfel von einer britischen Expedition unter dem Neuseeländer Edmund Hillary und seinem nepalesischen Führer Tensing Norgay erstmals ganz erklommen. Dem italienischen Alpinisten Reinhold Messner gelang 1980 als erstem Menschen die Alleinbesteigung des Achttausenders ohne Sauerstoffgerät.
21. Mai - Im Hochsicherheitsgefängnis von Stammheim bei Stuttgart begann der Prozess gegen die Führer der linksextremen "Rote Armee Fraktion" (RAF), die die Bundesrepublik jahrelang mit Terroranschlägen verunsichert hatten. Die Prominentesten unter ihnen waren Andreas Bader und Ulrike Meinhof, die sich wenig später in Stammheim das Leben nahmen.
17. Juli - Als Symbol der Völkerverständigung trafen sich die sowjetische Sojus 19 und das amerikanische Raumschiff Apollo 18 rund 225 Kilometer über der Erde im Weltall. Das erste Rendezvous der beiden Mannschaften dauerte mehr als vierzig Stunden und wurde mit der Überreichung der Flagge der Vereinten Nationen und einem gemeinsamen Essen gefeiert. Nach der ersten Ankoppelung trennten sich die Raumfahrzeuge kurzzeitig und führten dann einen weiteres Andock-Manöver durch. Während Sojus am 21. Juli zur Erde zurück kehrte, blieb Apollo noch einige Tage länger im All. Die Initiative für die Mission war vom 1972 zwischen dem sowjetischen Ministerpräsidenten Kossygin und dem amerikanischen Präsidenten Nixon unterzeichneten Abkommen zur Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums ausgegangen.
Ende der Diktatur in Spanien nach Tod von General Franco. Seinem Testament entsprechend wird Juan Carlos I. (*1938) König von Spanien.
Nach achtjähriger Schließung (seit dem 6-Tage-Krieg 1967) wird der Suez-Kanal neu eröffnet.
Im deutschen Scheidungsrecht wird das Schuld- durch das Zerrüttungs-Prinzip abgelöst.
Das LCD (Liquid Chrystal Display) kommt auf den Markt, und in den USA kann man den ersten Bausatz eines Personalcomputers kaufen.
Die Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern im Weltall beginnt am 15.7. mit einem APOLLO-SOJUS Koppelmanöver.
19.7. Den Amerikanern gelingt mit der Raumsonde VIKING 1 eine weiche Landung auf dem Mars, wenig später auch mit VIKING 2.
Mit der Japanerin Junko Tabei (*1940) hat es die erste Frau auf den Gipfel des Mount Everest geschafft.
1. November - In der Nacht zum 2. November brechen im Kölner Dom drei Einbrecher mittels Bergsteigerausrüstung in die alte Domschatzkammer im nördlichen Querhaus ein und stehlen wertvolle Monstranzen und Kreuze. Die Täter können später mit Hilfe der Kölner Unterwelt gefasst und zu höheren Freiheitsstrafen verurteilt werden. Einen Teil der Beute haben sie einschmelzen lassen.
20. November - Der Film "Einer flog über das Kuckucksnest", der auf dem gleichnamigen Roman von Ken Kesey basiert, wurde von Milos Forman verfilmt und feierte nach seiner Uraufführung einen Welterfolg. Das mit fünf Oscars ausgezeichnete Werk handelt von einem Gauner, der im Gefängniss nicht arbeiten will und sich für verrückt erklären lässt. In einer Nervenheilanstalt gerät er in die Fänge der Psychiatrie. Jack Nicholson spielt die Hauptrolle des Gauners McMurphy. Der Film sorgte aufgrund seines Inhalts für heftige Kontroversen, Forman wurde vorgeworfen, Geistekrankheiten zu humorvoll dargestellt zu haben. In Amerika wurden die Zuschauer gewarnt, dass der Film labile Menschen endgültig in Depression und Wahnsinn stürzen könne.
Jahr 1976
1. April - Die Mitglieder des Homebrew Computer Club, Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne, gründen das Unternehmen Apple. Das Startkapital von 1750 US-Dollar kam aus dem Verkauf von Jobs' VW-Bus und dem Hewlett-Packard-Taschenrechner von Wozniak. Wozniak entwarf die ersten Rechner in Los Altos im heute noch bekannten „Silicon Valley“, die Steve Jobs und er in der Garage zusammenbauten. Dort entstand 1976 auch der Apple I, der für 666,66 US-Dollar bei der Computerkette Byte Shop verkauft wurde. Der erste Werbespruch lautete Byte into an Apple. Einige hundert Exemplare des Apple I wurden verkauft. Nach dem verhältnismäßig geringen Erfolg des Apple I folgte der Apple II, dessen Entwicklung aus den Verkaufserlösen finanziert wurde. Dieser verkaufte sich bis 1985 knapp zwei Millionen Mal und gilt als einer der erfolgreichsten Personal-Computer seiner Zeit. Im Gegensatz zur heute bekannten Apple-Benutzeroberfläche waren der Apple I und II noch kommandozeilenorientiert.
Der Name „Apple Computer“ war die Idee von Steve Jobs, als sie das Unternehmen gründeten, doch Steve Wozniak war mit dem Namen nicht einverstanden. Jedoch hatten sie sich eine Frist von fünf Monaten für die Gründung ihres Unternehmens gegeben, und da ihnen kein anderer Name einfiel, meldete Jobs das Unternehmen als „Apple Computer“ an. Von Steve Jobs selbst gibt es dazu folgendes Zitat: „Damals war ich tatsächlich noch Frutarier, aß nur Obst. Mittlerweile bin ich, wie jeder andere auch, ein Abfalleimer. Wir waren damals mit der Anmeldung unseres Unternehmensnamens drei Monate im Verzug, und ich drohte, das Unternehmen ‚Apple Computer‘ zu nennen, falls bis fünf Uhr niemandem ein interessanterer Name einfällt. Ich hoffte, so die Kreativität anzuheizen. Aber der Name blieb. Und deshalb heißen wir heute ‚Apple‘.“
Das erste Logo war eine Zeichnung im Stile eines barocken Kupferstichs, das Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzend zeigte; eine Anspielung auf die Entdeckung der Schwerkraft mithilfe eines Apfels. Dieser Entwurf stammte von Ron Wayne. Man stellte jedoch schnell fest, dass sich dieses Logo nur schlecht reproduzieren ließ, da es viel zu kleinteilig war, und so wurde es wieder verworfen. Das heutige Logo einer Apfelsilhouette mit Biss wurde von Regis McKenna 1976 entworfen. Das Design bot ein subtiles Wortspiel: Beißen heißt im Englischen "to bite", was wiederum klingt wie Byte. Eine andere Erklärung lautet, dass der angebissene Apfel eine Anspielung auf den Selbstmord des Mathematikers Alan Turing sei, der als einer der Väter des Computers gilt. An dessen Totenbett befand sich ein angebissener, von ihm selbst vergifteter Apfel.
21. April - In Bergheim in Nordrhein-Westfalen Deutschland wurde der größte Schaufelrad-Bagger der Welt in Betrieb genommen. Der Schaufelrad-Bagger ist 225 Meter lang und 83 Meter hoch. Von 4 Mann Besatzung gesteuert, bewegt sich Maschine auf 12 Raupenfahrwerken mit einer Breite von 45 m und einer Leistung von 22.521,60 PS. Die 18 Schaufeln mit einem Fassungsvermögen von je 6,6 m³ sind auf einem Schaufelrad mit 21,6 m Durchmesser montiert. Die Maschine fördert damit im Tagebau täglich 240.000 Kubikmeter Braunkohle und ersetzt 40.000 Arbeitskräfte. Die Entwicklung der Automationstechnik in der Bergbauindustrie ist so weit fort geschritten, dass die riesigen Bagger über kilometerlange Glasfaserleitungen mittels Satellitennavigation ferngesteuert werden. Die Schaufelrad-Bagger-Technik greift intensiv in die Landschaft des rheinischen Braunkohlereviers ein.
19. Juni - Von Fernsehkameras begleitet heiratete der schwedische König Carl Gustav XVI. die aus Heidelberg stammende Deutsche Silvia Sommerlath. Sie hatten sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München kennengelernt. Silvia Sommerlath war zu dieser Zeit Hostess bei den Olympischen Spielen. Die Hochzeit vier Jahre darauf war von einem starken Interesse auch der deutschen Bevölkerung begleitet. Auch von schwedischer, königlicher Seite war die Heirat ungewöhnlich: Der bis dato als Frauenheld bekannte König Carl Gustav heiratete mit Silvia eine bürgerliche, nicht schwedische und - wenn auch nur wenige Jahre - ältere Frau. Aus der Ehe gingen die drei Kinder Victoria, Carl Philip und Madeleine hervor.
18. Juli - Bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal erhält die 14-jährige Rumänin Nadia Comăneci als erste Turnerin überhaupt die Höchstnote 10,0 für ihre Übung auf dem Stufenbarren, eine Note, die sie bei diesen Spielen noch sechs weitere Male erhalten wird. Die Note wurde auf der Anzeigetafel als 1,00 angezeigt, weil die Anzeigetafeln eine zweistellige Note nicht darstellen konnten: Die Höchstnote 10,0 galt bis dahin als unerreichbar und war noch nie zuvor vergeben worden. Comăneci gewann darüber hinaus Gold am Schwebebalken und im Mehrkampf, Silber mit der Mannschaft und Bronze am Boden.
20. Juli - Nach knapp einjähriger Flugzeit gelang mit der amerikanischen Viking I. erstmals die weiche Landung auf dem Mars. Weniger als einen Monat später erreichte die später gestartete Sonde Viking II. ebenfalls den roten Planeten, der etwa halb so groß wie die Erde ist. Beide unbemannten Forschungskapseln führten Analysen der Atmosphäre und der Oberfläche durch und machten zahlreiche Fotos. Von Viking durchgeführte Experimente und genommene Proben lieferten keine Anhaltspunkte für Leben auf dem Mars. Auch die Hoffnung, Wasser auf dem Planeten zu finden, bestätigte sich nach den Ergebnissen der NASA-Sonden nicht.
1. August - Der österreichische Formel 1 Weltmeister Niki Lauda erleidet bei einem Unfall auf dem Nürburgring schwerste Brandverletzungen. Nach knapp anderthalb Monaten fährt Lauda wieder und er wird 1984 auch wieder Weltmeister. Vor dem Großen Preis von Deutschland am 1. August 1976, der nach Auslaufen eines Vertrages schon vorher als letztes F1-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings feststand, regnete es. Außer Jochen Mass, der viel Erfahrung am Ring hatte, starteten alle Fahrer das Rennen auf Regenreifen. Auf abtrocknender Piste wechselten alle schon nach der ersten Runde auf Slicks, nur Peterson fuhr regenbereift weiter. Die Ferrari-Mechaniker waren langsamer als die meisten englischen Teams, Lauda lag in der zweiten Runde nur im hinteren Mittelfeld, überholte jedoch bald einige Konkurrenten. Er verunglückte kurz nach Passage des Adenauer Ortsteils Breidscheid vor dem Streckenabschnitt Bergwerk. Das Fernsehen hatte dort keine Kamera, aber es gelang zwei Amateurfilmern, Aufnahmen von dem Unfall auf Super8-Film zu machen, die in den Folgetagen veröffentlicht wurden. Das Medieninteresse an diesem Ereignis in der Formel 1 war damals schon über Deutschlands Grenzen hinaus enorm.
In Amateurfilmaufnahmen eines französischen Zuschauers kann man sehen, wie der Ferrari 312T2 nach der Durchfahrt des Linksknicks, der heute inoffiziell nach Lauda benannt wird, plötzlich nach außen (also nach rechts) abbiegt, gegen eine Felswand prallt, entlang der Fahrbahn schleudert und in Flammen aufgeht. Amateurfilmaufnahmen aus Deutschland zeigen das Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort und den Abtransport Laudas, der dabei bei Bewusstsein ist. Laudas Helm wurde beim Aufprall vom Kopf gerissen, er wurde kurz bewusstlos. Die fast 200 Liter Benzin im Fahrzeug liefen teilweise aus und entzündeten sich sofort. Einige nachfolgende Wagen stießen gegen Laudas Fahrzeug, andere konnten noch anhalten. Es bildete sich ein Stau, die Strecke war blockiert, das Rennen musste abgebrochen werden. Mehrere Piloten, insbesondere Arturo Merzario, Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl, konnten Lauda nach über einer halben Minute aus dem brennenden Wrack retten. Er hatte sich jedoch Verbrennungen am Kopf zugezogen, da die Kopfhaube (Balaclava) nur im Gesichtsbereich aus mehreren Lagen schwer entflammbaren Materials bestand, und im Helmbereich dünner und komfortabler ausgelegt war, da ein Verlust des Helmes nicht einkalkuliert ist.Die Ursache des Unfalls wurde nie offiziell bekanntgegeben. Niki Lauda selbst schreibt in seinem Buch „Meine Story“ von 1985, dass er es für am wahrscheinlichsten hält, dass der rechte hintere Längslenker ausgerissen sei. Dadurch würde das rechte Hinterrad sich nach hinten wegdrehen und das Auto plötzlich nach rechts abbiegen. Ursprünglich sollte der Rettungswagen, der Rennstrecke folgend, kilometerweit bergauf (etwa 300 m Höhenunterschied) fahren und dann auf der Landstraße wieder bergab nach Adenau zum dortigen Krankenhaus. Auf Einsatz von Hans-Joachim Stuck wurde jedoch bei nun abgebrochenem Rennen nicht dieser ca. 20 km lange Umweg gemacht, sondern entgegen der normalen Fahrtrichtung zur nur wenige 100 m entfernten Ausfahrt Breidscheid gefahren. Diese meist langen Distanzen für Rettungsfahrzeuge waren auch ein Grund für die Entscheidung, die 22,8 km lange Nordschleife nicht mehr für Formel-1-Rennen zu nutzen. Vom Adenauer Hospital wurde Lauda zuerst mit einem Hubschrauber in das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz geflogen, dann in das Unfallkrankenhaus Ludwigshafen, wo ein Schwerverbranntenzentrum vorhanden ist. Dort erwiesen sich jedoch die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs der Kunststoffkarosserie als viel kritischer als die Hautverbrennungen. Lauda fiel ins Koma, er erhielt in der Klinik die Krankensalbung. Er erholte sich jedoch rasch.
Ein israelisches Kommandounternehmen befreit im ugandischen Entebbe 103 Geiseln aus der Gewalt palästinensischer Terroristen.
Jimmy Carter wird 39. Präsident der USA.
Der 30jährige König Carl XVI. Gustav von Schweden heiratet die 32jährige Deutsche Silvia Sommerlath, die er bei den Olympischen Spielen in München 1972 kennengelernt hatte.
In Haft begeht die Terroristin Ulrike Meinhof (*1934) vor ihrer bevorstehenden Verurteilung am 9.5. Selbstmord, was europaweit zu Unruhen und Anschlägen führt.
Mit schweren Verletzungen überlebt der 25jährige Sohn des Lebensmittelfabrikanten Oetker seine erpresserische Entführung nach Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 21 mio DM. Die Entführer narren die Polizei bei der Geldübergabe im unterirdischen Gewirr des Münchner Stachus und entkommen.
16. November - Die DDR verweigert dem regimekritischen Liedermacher Wolf Biermann nach kritischen Bemerkungen bei einem Konzert in Köln die Wiedereinreise nach einer Tour durch die Bundesrepublik und entzieht ihm die Staatsangehörigkeit „wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten“. Viele berühmte Personen in Ost und West, protestierten gegen Biermanns Ausbürgerung. Am 17. November 1976 veröffentlichten dreizehn namhafte DDR-Schriftsteller einen offenen Brief an die DDR-Führung, in dem sie an diese appellierten, die Ausbürgerung Biermanns zurückzunehmen. In den folgenden Tagen schlossen sich der Erklärung rund 100 weitere Schriftsteller, Schauspieler und bildende Künstler an. Diesen Protest nahm die DDR-Führung zum Anlass für weitere Schikanen gegen die Unterzeichner, was mehrere Künstler, u.a. Nina Hagen und Manfred Krug, aus der DDR ins bundesdeutsche Exil trieb.
21. Dezember - Der FC Bayern München gewinnt im Rückspiel mit 2:0 gegen Cruzeiro Belo Horizonte als erster deutscher Fußballverein den Weltpokal.
Eine Explosion in einer Chemiefabrik für Schädlingsbekämpfungsmittel beim italienischen Seveso setzt große Mengen giftiger Dioxingase frei, die nachhaltig die Orte Seveso und Manfredonia verseuchen.
In der Computertechnik wird der Nadeldrucker entwickelt.
Die Concorde, die französisch-englische Gemeinschaftsentwicklung eines zivilen Überschallflugzeuges, nimmt den regelmäßigen Linienverkehr auf den Transatlantikstrecken auf.
Gestorben:
1977
1. Februar - Erschien die Monatszeitschrift "Emma" zum ersten Mal. Herausgegeben wurde das Blatt von Alice Schwarzer, einer Vorkämpferin des Feminismus in der Bundesrepublik und einer entschiedenen Befürworterin des Rechts auf Abtreibung. Dem Blatt wurden keine großen Überlebenschancen gegeben, längst aber ist es ein fester Bestandteil der deutschen Medienszene geworden.
"Deutscher Herbst" Als Deutscher Herbst wird die Zeit und ihre politische Atmosphäre in Westdeutschland im September und Oktober 1977 bezeichnet, die geprägt war durch Anschläge der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers, die Entführung des Lufthansa-Flugzeugs Landshut und die Selbstmorde der inhaftierten führenden Mitglieder der ersten Generation der RAF stellten den Schlussakt der so genannten Offensive 77 der RAF und den Höhepunkt des deutschen Terrorismus dar. Der Deutsche Herbst gilt als eine der schwersten Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
Am 5. September 1977 wurde der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer in Köln überfallen und verschleppt, dabei wurden sein Fahrer und drei Polizeibeamte ermordet. Die Entführer forderten die Freilassung von elf gefangenen RAF-Mitgliedern. Da die Regierung – anders als bei der Entführung von Peter Lorenz zwei Jahre zuvor – nicht zu einem Gefangenenaustausch bereit war, versuchten mit der RAF verbündete Terroristen der PFLP, den Druck durch die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ am 13. Oktober 1977 zu erhöhen.
18. Oktober
Nach einer Odyssee des Flugzeuges durch die arabische Welt und der Ermordung des Kapitäns Jürgen Schumann landeten die Terroristen auf dem Flughafen Mogadischus, der Hauptstadt des ostafrikanischen Somalia. Hier wurde das Flugzeug am 18. Oktober gegen 0:30 Uhr durch die GSG 9 gestürmt. Um 0:38 Uhr kam eine Sondermeldung des Deutschlandfunkes, dass „alle Geiseln befreit sind. Ob es unter ihnen Tote und Verletzte gab, wissen wir zu dieser Stunde noch nicht …“. Die 86 Geiseln konnten unverletzt befreit werden.Kurz danach, noch in der Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1977, der Todesnacht von Stammheim, begingen die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe Selbstmord. Die ebenfalls in Stammheim inhaftierte Irmgard Möller überlebte mit vier Messerstichen in der Herzgegend.
Als Reaktion auf die Stürmung des Flugzeuges „Landshut“ wurde Hanns Martin Schleyer von seinen Entführern erschossen. Seine Leiche wurde am Abend des 19. Oktober in Mülhausen im Elsass gefunden.
20. Juni - Die 1280 Kilometer lange und 1,20 Meter dicke Erdöl-Pipeline von der arktischen Prudhoe Bay bis zum eisfreien Hafen Valdez im Süden Alaskas wurde fertiggestellt. Die Pipeline ist zur Hälfte auf Stützen und zur anderen Hälfte in die Erde gebaut. Die unterirdischen Rohre mussten sehr gut wärmeisoliert werden, da das 50° bis 80°C warme Öl den Permafrostboden schmelzen lassen und die Rohre im Schlamm versinken würden. Außerdem ist die Pipeline gefedert und im Zickzack-Kurs angelegt, um Schäden durch Erdbeben zu verhindern. Zehn Pumpstationen transportieren das Öl. Täglich werden 1,6 Millionen Barrel Öl nach Valdez gepumpt und dort in Supertanker umgeladen.
19. Oktober - Im elsässischen Ort Mühlhausen wird die Leiche von Hanns-Martin Schleyer im Kofferraum eines Autos gefunden. Schleyer war am 5. September von Mitgliedern der terroristischen "Rote Armee Fraktion" (RAF) entführt worden, um elf inhaftierte Mitglieder der Gruppe freizupressen - eine Forderung, auf die man in Bonn nicht einging.
In der Bundesrepublik wird die Wahlfreiheit zwischen Wehrdienst und Zivildienst eingeführt.
Hamida Djandoubi war der letzte Mensch, der in Westeuropa hingerichtet wurde und weltweit der letzte Verurteilte, der durch eine Guillotine enthauptet wurde. Der tunesische Staatsangehörige, der bei einem Unfall das rechte Bein verloren hatte, betätigte sich in Marseille als Zuhälter. Nachdem er seine Geliebte Elisabeth Bousquet unter Gewaltanwendung zur Prostitution zwingen wollte und sie ihn angezeigt hatte, verbrachte er 1973 einige Monate im Gefängnis. Aus Rache entführte er am 5. Juli 1974 die damals 21-jährige Bousquet, folterte sie mehrere Stunden lang und erdrosselte sie. Das zuständige Geschworenengericht in Aix-en-Provence, dasselbe Gericht, das ein knappes Jahr zuvor bereits das Todesurteil gegen Christian Ranucci gesprochen hatte, verurteilte ihn am 25. Februar 1977 dafür zum Tod und sprach ihn darüber hinaus der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens schuldig, das er zur Prostitution gezwungen hatte. Nach Ablehnung eines Revisionsantrags durch den Kassationsgerichtshof in Paris am 9. Juni verweigerte der damalige Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing am 9. September 1977 die Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bereits am darauf folgenden Tag wurde Djandoubi um 4:40 Uhr morgens im Marseiller Gefängnis Les Baumettes von Scharfrichter Marcel Chevalier auf der Guillotine enthauptet. Nach Aussage des anwesenden Gefängnisarztes soll Djandoubis Kopf noch etwa 30 Sekunden lang auf Zurufe reagiert haben, was nach heutiger medizinischer Auffassung allerdings für unmöglich gehalten wird.
Elvis Presley, der "King of Rock´n Roll", wird am 16. August, tot in seiner Villa Graceland in Memphis aufgefunden, als offizielle Todesursache wurde Herzversagen angegeben. Im Anschluss an seinen Tod entwickelte sich ein Mythos um seine Person, der bis heute anhält. Immer wieder gibt es Meldungen, die behaupten, dass Elvis lebe und auf der Straße gesehen worden sei. Die Palette der Mutmaßungen reicht von wilden Spekulationen über eine Verbindung von Elvis zu Außerirdischen bis zu ikonenhafter und religiöser Verehrung: So gibt es zum Beispiel im Internet eine "First Presleyterian Church of Elvis the Divine". Außerdem ist die Mauer um seine Villa wie die Motiv-Tafeln an Marien-Wallfahrtsorten mit zahlreichen Bittsprüchen versehen.
Die bekannte Opernsängerin Maria Callas starb in Paris. Die Callas war schon zu Lebzeiten eine Legende und Inbegriff einer Diva. Leonard Bernstein bezeichnete die "primadonna assoluta" als "die größte Künstlerin der Welt". Als sie sich 1974 von der Bühne zurückzog, hatte die Sopranistin rund 40 verschiedene Rollen gespielt und mehr als 20 komplette Opern aufgenommen.
17. August - Dieter Müller schießt 6 Tore im Bundesligaspiel 1. FC Köln gegen Werder Bremen (Endstand 7:2), eine bis heute unerreichte Leistung.
Der erste komplett gefertigte Personalcomputer Apple II wird erfolgreich in den Markt eingeführt.
Glasfaserkabel werden erstmals für Telefonnetze eingesetzt.
16. November - Klaus Fischer erzielt beim Länderspiel Deutschland - Schweiz (4:1) im Stuttgarter Neckarstadion per Fallrückzieher das in der ARD-Sportschau gewählte Tor des Jahrhunderts (ARD).
Der Pockenvirus ist ausgerottet. Dafür werden aber die ersten AIDS-Kranken registriert (der AIDS-Begriff wird erst ab 1981 benutzt werden).
In Rußland entdeckt man ein seit ca 40.000 Jahren eingefrorenes Mammutbaby in guterhaltenem Zustand.
Die US-Raumsonden VOYAGER 1 und 2 werden auf die Reise zu den äusseren Planeten des Sonnensystems geschickt, der Neptun wird 1989 ereicht werden.
21. Dezember - Arbeitslöhne in der Bundesrepublik erreichen Weltspitze: 18,50 DM pro Stunde (USA: 15,50; Frankreich 11,- Mark)
1978
19. Janaur - Das letzte Exemplar des legendären "Käfer" rollte im Volkswagenwerk Emden vom Band. Der Wagen, eine Weiterentwicklung des ursprünglichen ersten Volkswagen, wurde durch den "Golf" ersetzt. Freunde des historischen Modells konnten den "Käfer" aber weiter erwerben, denn die Produktion ging in Mexiko weiter.
1. März - In der Nacht auf den 2. März wird der Sarg des Filmkomikers Charlie Chaplin vom Schweizer Friedhof Corsier-sur-Vevey gestohlen, um Lösegeld zu erpressen.
Der prominente italienische Politiker Aldo Moro wird unter mysteriösen Umständen von den Roten Brigaden entführt und schließlich ermordet. Seine Leiche wird im Mai in einem Auto gefunden. Der Entführungsfall konnte nie ganz aufgeklärt werden. 20 Jahre nach der Entführung verfing sich der ehemalige Politiker und Ministerpräsident Italiens Mario Andreotti in Ungereimtheiten und wurde unter anderem wegen mafiösen Zuständen in seiner ehemaligen Regierungszeit, aber auch wegen diesem nie ganz geklärten Mord vor Gericht gestellt.
Der Supertanker "Amoco Cadiz", ein Koloss von 250.000 Bruttoregister-Tonnen, lief vor der französischen Atlantik-Küste nahe der Hafenstadt Brest auf Grund und verursachte die bis dahin schwerste Ölpest der Geschichte. Die unter liberianischer Flagge fahrende «Amoco Cadiz» war in einen Sturm geraten und brach auseinander. Die gesamte Ladung, bestehend aus 223.000 Tonnen Öl, ergoss sich in den Atlantik. 400 Kilometer bretonischer Strand wurden verseucht. In einem Ölteppich, der so groß wie das Saarland war, verendeten 15 Tausend Seevögel, starben Fische, wurden Muschel- und Austernbänke zerstört. Der wirtschaftliche Schaden belief sich auf 230 Millionen Mark.
Der erste "Garfield" Comic-Strip wird in 41 Zeitungen veröffentlicht. Jim Davis - amerikanischer Comiczeichner und der Erfinder der Comicfigur "Garfield" wuchs auf einer kleinen Farm und seinen 25 Katzen auf. Aufgrund einer Asthmaerkrankung war Jim oft gezwungen, im Haus zu bleiben, und so verbrachte der junge Jim seine Zeit mit Zeichnen. 1969 wurde Jim Assistent bei Comiczeichner Tom Ryan, dem Erfinder der "Tumbleweeds". Zuerst erfand er die Comicfigur Gnorm Gnat, einen Käfer, der regelmäßig in der "Pendleton Times" veröffentlicht wurde. Nach fünf Jahren orientierte er sich um, und so entstand "Garfield". Jim Davis benannte den Comic-Kater nach seinem Großvater James Garfield Davis. Bis heute sind 33 seiner Comic-Bücher auf der New York Times Bestseller Liste erschienen. Ironischerweise gibt es in der Familie Davis gibt es keine Mieze, da Ehefrau Carolyn allergisch gegen Katzen ist.
17. August - Nach der Aufstellung eines Langstreckenrekords von 5000 Kilometern und einer Rekorddauer von 137 Stunden und sechs Minuten endete die erste transatlantische Ballonfahrt in Miserey in Frankreich. Der mit Helium gefüllte "Double Eagle II", mit den Amerikanern Ben Abruzzo, Max L. Anderson und Larry Newman an Bord, war am 11. August in Presque Isle (US-Bundesstaat Maine) gestartet und erreichte eine maximale Flughöhe von 7600 Metern. Die drei Männer waren die ersten, die den Atlantik im Ballon überquerten. Drei Jahre später überquerten Abruzzo und Newman den Pazifik. Sie stellten damit einen neuen Streckenflugrekord (8400 Kilometer) für bemannte Ballone auf.
Nordindien wird von der größten Flutkatastrophe seit Menschengedenken heimgesucht.
In der Bundesrepublik tritt das Datenschutzgesetz in Kraft.
Im erdbebenreichsten Gebiet Deutschlands, dem Zollernalbkreis, führt das seit 35 Jahren stärkste Beben zu erheblichen Schäden (u.a. auf Burg Hohenzollern).
Der ägyptische Staatspräsident Muhammad Anwar el Sadat und der israelische Ministerpräsident Menachem Begin einigten sich in Camp David/USA nach 12-tägigen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen für eine Nahostfriedenslösung. Darin wurden der Rückzug der israelischen Armee auf Sicherheitspositionen, die Beendigung der Militärverwaltung im Westjordanland und in Gasa und die palästinensische Selbstverwaltung festgelegt. Damit war Ägypten der erste Staat der arabischen Welt, der Verhandlungen mit Israel aufnahm. Daraufhin wurde die ägyptische Regierung von vielen arabischen Staaten kritisiert.
16. Oktober - Der Erzbischof von Krakau, Karol Jozef Wojtyla, wird zum Papst gewählt. Der Nachfolger von Johannes Paul I. der nur 34 Tage im Amt war, wählte den Namen Johannes Paul II. und wurde am 22. Oktober offiziell in sein Amt eingeführt. Damit stand erstmals seit 455 Jahren kein Italiener an der Spitze der römisch-katholischen Kirche. Sein Amt als Oberhaupt von rund 906 Millionen Katholiken trat Johannes Paul II. mit dem Anspruch an, die Kirche ins dritte Jahrtausend zu führen. Er hatte, beispielsweise durch seine Unterstützung der polnischen Gewerkschaft "Solidarität", maßgeblichen Anteil am Zusammenbruch des Kommunismus und widmete sich intensiv der Annäherung und Aussöhnung zwischen den Weltreligionen.
18. November - Auf Befehl ihres Anführers Jim Jones begingen über 900 Mitglieder der Sekte "The People´s Temple" im Dschungel von Guyana Selbstmord. Einigen Opfern wurde der Todescocktail aus Zyanid und Limonade in die Venen gespritzt. Unter den Toten wurden auch viele Kinder gefunden, Jones selbst starb durch einen Schuss in die rechte Schläfe. Er sollte wegen Mordes an einem US-Kongressabgeordneten und dreier Journalisten, die über Misshandlungen im Camp der Sekte berichtet hatten, festgenommen werden. Die Kinder waren vielfach wie Sklaven gehalten worden, sie wurden geschlagen, mit Elektroschocks bestraft und sexuell missbraucht. Jones hatte die Tat schon lange geplant und seinen Anhängern vom nahenden Weltuntergang erzählt.
20. Dezember - Lebenslange Freiheitsstrafen können bei günstiger Sozialprognose nach 15 Jahren enden. Und der achtwöchige Mutterschafts-Urlaub wird in der Bundesrepublik um vier Monate erweitert.
In den USA werden Chlorfluorkohlenwasserstoffe als Treibgas verboten wegen der auf die Ozonschicht zerstörenden Wirkung.
Das erste Retortenbaby wird geboren.
Die 1968 zurückgeführte Bevölkerung des Bikini-Atolls wird wieder zwangsweise evakuiert, weil man entdeckt hat, dass radioaktives Cäsium 137 von den Planzen aus dem Boden aufgenommen und an die Nahrungskette weitergegeben wird.
Die USA starten zwei PIONEER Sonden in Richtung Venus.
Der erste Deutsche im All ist der Oberstleutnant der Volksarmee Sigmund Jähn an Bord der russischen Sojus 31 Mission.
Erste Atlantik-Überquerung in einem Ballon.
Mit Muhammed Ali wird erstmals ein Boxer zum dritten Mal Weltmeister aller Klassen (gegen Leon Spinks).
1979
Nach einem Generalstreik und Massendemonstrationen im Iran fliehen der Schah Resa Pahlawi und seine Familie, am 16. Januar, nach Ägypten. Der Herrscher ermöglichte so dem im Exil lebenden Schiitenführer Ayatollah Khomeini, mit seinen Anhänger daraufhin die Macht zu übernehmen und die erste islamische Republik auszurufen.
1. Februar - Beendete der iranische Schiitenführer, Ayatollah Ruhollah Khomeini, sein 15jähriges Exil (zunächst im Irak und dann in Frankreich) und kehrte in seine Heimat zurück. Dort hatten lang andauernde Unruhen Mitte Januar dazu geführt, dass der Schah das Land verließ. Khomeini rief bei seiner Rückkehr die "Islamische Republik" aus.
16. Februar - Verurteilung des Anwalts Klaus Croissant zu einer zweieinhalbjährigen Gefängnisstrafe. Außerdem wurde ein vierjähriges Berufsverbot über ihn verhängt. Croissant gehörte der linksradikalen RAF (Rote Armee Fraktion) an und war Verteidiger einiger Mitglieder der Terrororganisation. 1975 wurde er von dem großen RAF-Verfahren in Stuttgart-Stammheim ausgeschlossen. Ihm wurde vorgeworfen, den organisatorischne Zusammenhalt der RAF zu betreiben. Croissant wurde beschuldigt, von den terroristischen Aktionen der RAF gewusst und sie sogar mit vorbereitet zu haben. Am 4. März 1993 wurde er erneut verurteilt, diesmal wegen seiner Agententätigkeit für die ehemalige DDR.
In der Bundesrepublik wird die 30-jährige Verjährungsfrist für Mord aufgehoben.
Ein Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes besagt: Wer im Auto nicht angeschnallt ist, hat verminderten Versicherungsschutz.
28.3. Bei einem durch menschliches Versagen ausgelösten Reaktorunfall im amerikanischen Harrisburg beim Reaktor Three Miles Island wird Radioaktivität freigesetzt, der Reaktor schmilzt zum Teil durch. Nur durch Zufall ergibt sich keine größere Katastrophe.
In West-Berlin erscheint eine neue Tageszeitung auf den Markt: die "taz". Mit einer Anfangsauflage von 30.000 Exemplaren sagte sie als linke Alternative der "bürgerlichen Presse" den Kampf an.
21. Mai - Elton John gibt als erster westlicher Popstar ein Konzert in der Sowjetunion in Leningrad. Insgesamt hat er bis zum 28. Mai acht Auftritte in Leningrad und Moskau. 2008 hätte Elton John sein einziges Deutschlandkonzert der damaligen Konzerttournee in der 70.000-Einwohner-Stadt Aalen geben sollen. Das Konzert des Weltstars wurde aber abgesagt. Das städtische Grünflächenamt befürchtete eine Beschädigung des Rasens im Aalener Stadion.
Bild: David Shankbone
11.Juni - Die von unbekannter Hand nachts an die Wände öffentlicher Gebäude gesprühten Fassadenfiguren spalten die Züricher Bürger: Während sich ein Teil über die 900 Strichmännchen belustigt, bildet sich eine Bürger-Aktion, die an diesem Tag eine Fangprämie von 3255 DM aussetzt, um den Urheber der Graffiti-Kunst zu enttarnen. 1981 wird der Psychologe Harald Naegli, der mit seiner Kunst gegen die Beton-Verschandelung der Städte protestiert, wegen Sachbeschädigung zu neun Monaten Haft und 123 000 DM Geldbuße verurteilt. Bild: anbraendle
1. Juli - Sony bringt den ersten Walkman mit der Bezeichnung „TPS-L2“ auf den Markt. Das Gerät geht auf eine Erfindung des Deutschen Andreas Pavel zurück, der bereits 1977 eine "körpergebundene Kleinanlage für hochwertige Wiedergabe von Hörereignissen" zum Patent anmeldete. In den 1980er-Jahren war der Walkman unter den Jugendlichen ein wichtiges Statussymbol und Sinnbild für eine individuelle, urbane Lebensform. Von Geräten mit dem Markennamen Walkman wurden bis zum Jahr 2004 ca. 335 Millionen Stück verkauft.
12. Juli - Die Bergsteiger Reinhold Messner und Michael Dacher erreichen ohne Sauerstoffgeräte den Gipfel des K2, des zweithöchsten Berges der Welt im Karakorum. Der 8611 m hohe K2 oder Lambha Pahar auf der Grenze zwischen Pakistan und China gelegen, gilt unter Bergsteigern als weit anspruchsvoller als der Mount Everest, wenn nicht sogar als der schwierigste aller vierzehn Achttausender.
1. September - Die Raumsonde "Pioneer 11" fliegt als erstes von Menschenhand gesachaffenes Objekt, in 21.000 km Abstand am Saturn vorbei und entdeckt dabei einen neuen Saturnmond. Die amerikanische Raumsonde der Pioneer-Reihe, startete am 6. April 1973 auf Cape Canaveral an Bord einer Trägerrakete mit der Aufgabe, die Planeten Jupiter und Saturn zu erforschen.
16. September - Den Familien Strelzyk und Wetzel gelingt am 16. September, mit einem selbstgebauten Heißluftballon die Flucht über die Innerdeutsche Grenze aus der DDR nach Westdeutschland. Diese aufsehenerregende Ballonflucht wurde 1981 in dem US-amerikanischen Spielfilm Mit dem Wind nach Westen dargestellt und von den Strelzyks in einem Buch beschrieben. Die Route der 28-minütigen nächtlichen Ballonfahrt führte bei Nordwind aus Pößneck (Thüringen) nach Süden. Der Ballon landete in Naila (Bayern), wo er heute im dortigen Heimatmuseum ausgestellt ist. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR ließ den Initiator Peter Strelzyk an seinem neuen Wohnort im Westen durch einen Freund und Mitarbeiter observieren und hat ihm möglicherweise geschäftlich zu schaden versucht. Für die Ballonhülle war ein erforderliches Volumen von 2.800 Kubikmeter errechnet worden. Sie war 28 Meter hoch und 20 Meter breit und wurde aus Regenmantelstoff genäht, der in dieser Menge nur nach und nach beschafft werden konnte. Die Gondel bestand aus einer 1,40 m mal 1,40 m großen hölzernen Plattform mit einem 80 cm hohen Geländer aus vier Eckpfosten und Wäscheleine. Die acht Personen kauerten während der Fahrt mit dem Rücken zum Geländer und hielten sich an den in der Mitte stehenden vier Propangasflaschen fest.
17. Oktober - Mutter Teresa von Kalkutta erhält in Anerkennung ihres Einsatzes für die Ärmsten der Armen den Friedens-nobelpreis. Die in Makedonien geborene Nonne begann 1948 mit ihrer Arbeit in den Slums von Kalkutta und gründete die Schwesternschaft "Missionarinnen der Nächstenliebe". 1965 wurde ihr Orden direkt der Kontrolle von Papst Paul VI. unterstellt. Er erlaubte Mutter Theresa, ihren Orden auch außerhalb Indiens auszuweiten. Mutter Teresa widmete sich vor allem der Hilfe für Kinder, Arme, Sterbende und Aussätzige.
Es gelingt, gentechnisch geklonte Mäuse zu züchten, deren Genetik mit der der Muttertiere identisch ist.
Die Computersprache ADA wird entwickelt.
Mit VISICALC wird die erste Anwendungssoftware für Personalcomputer weltweit vermarktet.
Die im Vorjahr gestartete Raumsonde VOYAGER 1 entdeckt, dass der Planet Jupiter einen Ring hat, und die aufgegebene Raumstation Skylab fällt vom Himmel ins westliche Australien, ohne dabei jemanden zu verletzen.
Mit einem ausschließlich durch Muskelkraft angetriebenen Fluggerät überquert der Amerikaner Bryan Allen den Ärmelkanal.
1980
21. Januar - Die Chinesische Mauer wird unter Denkmalschutz gestellt. Die 10 m breite und 6-9 m hohe chinesische Mauer gilt als das größte Bauwerk der Welt. Die von Mitte des 5. Jahrhunderts v.Chr bis 1644 n.Chr. entstandene Mauer besteht aus einem System mehrerer teilweise auch nicht miteinander verbundener Abschnitte unterschiedlichen Alters und Bauweise. Die Hauptmauer ca 2400 km lang. Die Behauptung, dass die Chinesische Mauer mit bloßem Auge aus dem Weltraum zu sehen sei ist allerdings falsch. Bei der bekannten Breite der Mauer müsste man vergleichsweise auch jede bessere Landstraße aus dem Weltraum erkennen können. Was man jedoch bei sehr guten Sichtverhältnissen aus großer Höhe sehen könnte, wäre der Schatten der Mauer, wenn im Winter die Sonne tief steht und die Mauer ein breites Schattenband erzeugt. Bild: Herbert Ponting (1870-1935)
14. April - Erstmals erhielt ein deutscher Film den "Oscar". In der Kategorie "Bester ausländischer Film" gewann Volker Schlöndorffs "Die Blechtrommel" nach dem gleichnamigen Roman von Günther Grass. Wie der Roman erzählte der Film die Geschichte von Oskar Matzerath aus Danzig. Oskar, der als Erzähler fungiert, stellt mit drei Jahren sein Wachstum ein, um nicht zu den Erwachsenen gehören zu müssen. Seine Blechtrommel nutzt Oskar, um Distanz zu schaffen und mit seiner Stimme kann er Glas zerspringen lassen. "Die Blechtrommel" mit den Darstellern Mario Adorf und Katharina Thalbach wurde zu einem der größten Erfolge des westdeutschen Films.
18. April - Die letzte britische Kolonie in Afrika, Rhodesien, wurde unabhängig und nannte sich fortan Zimbabwe. Voraus gegangen war ein jahrelanger Bürgerkrieg zwischen der schwarzen Guerilla unter der Führung Robert Mugabes und den Armee- und Polizeieinheiten der durch die weiße Minderheit gestellten Regierung. Nach der Einigung zwischen Mugabe und der Regierung kam es zu freien Wahlen, aus denen Mugabe als Sieger hervorging. Es gelang ihm, in allerletzter Sekunde einen Putsch der weißen Armeeführung zu verhindern. Auch in den folgenden Jahren vermittelte er zwischen der
Land besitzenden weißen Minderheit und den Bedürfnissen der schnell wachsenden schwarzen Landarbeiter-Bevölkerung. Gleichzeitig wird auch die neue Flagge Zimbabwe's eingeführt.
Bedeutung ihrer Elemente:
- Grün steht für die Vegetation und die Ressourcen des Landes
- Gold symbolisiert den Reichtum an Mineralien
- Rot repräsentiert das Blut, das während des Freiheitskampfes vergossen wurde.
- Schwarz steht für die schwarze Bevölkerung des Landes
- Das weiße Dreieck symbolisiert Frieden und den "Weg nach vorn"
- Der rote Stern steht für Internationalismus, und spiegelt den sozialistischen Gedanken der herrschenden Partei wider, aber auch Frieden.
- Der ‚Simbabwe-Vogel‘ entstammt einer in den Ruinen der alten Stadt Simbabwe aufgefundenen Abbildung aus Speckstein und stellt das nationale Emblem dar.
15. Mai - Auf Empfehlung der Bundesregierung beschloss das Nationale Olympische Komitee für Deutschland (NOK) einen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau. Im Dezember 1979 waren sowjetische Truppen in Afghanistan einmarschiert, um den Aufstand gegen die sozialistische Regierung zu bekämpfen. Die USA unter Präsident Carter initiierten daraufhin einen Boykott der Spiele, dem sich 65 von 148 Nationalen Olympischen Komitees anschlossen. Während die Bundesrepublik keine Athleten nach Moskau entsandte, nahmen Sportler aus Großbritannien, Frankreich und Italien gegen den Rat ihrer Regierungen teil. Bei den durch das Fehlen der USA und Chinas sportlich stark abgewerteten Wettkämpfen holten die Sowjetunion und die DDR allein 127 der 204 Goldmedaillen.
18. Mai - Beim Ausbruch des Mount St. Helens im Bundesstaat Washington in den USA rutscht der nördliche Gipfel des Vulkans ab, wodurch ein Pyroklastischer Strom freigesetzt wird, der 56 Menschen tötet, unter ihnen der Vulkanologe David A. Johnston.
21. Mai - Der vordere Kranz der elegant geschwungenen Kongresshalle in Berlin-Tiergarten stürzt an diesem Tag herab. Tonnenschwere Betonteile schlagen durch die Freitreppe und Empore der Halle und töten einen Besucher, fünf weitere werden verletzt. Der Zusammensturz ist auf Korrosionsschäden zurückzuführen. Das Gebäude wurde vom US-amerikanischen Architekten Hugh Stubbins als Beitrag zur 1957 in Westberlin stattfindenden Internationalen Bauaustellung "Interbau" entworfen. Das Dach der Halle wurde 1984-87 wiederaufgebaut.
1. Juni - In Atlanta, Georgia, nimmt mit Ted Turners Cable News Network (CNN) der erste reine Nachrichtensender seinen Betrieb auf.
19. Juli - Ohne die USA und mehr als 50 weitere Nationen, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, wurden die Olympischen Sommerspiele in Moskau eröffnet. Grund für den durch den US-amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter initiierten Boykott war der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Dezember 1979 gewesen. Carter hatte zuvor vergeblich versucht, das Internationale Olympische Komitee zu einer Verschiebung oder Verlegung der Spiele zu bewegen. Am ersten olympischen Wettbewerb in einem kommunistischen Staat beteiligten sich Athleten aus mehr als 75 Ländern, wobei die Sportler aus der UdSSR und der DDR in den meisten Disziplinen dominierten.
17. September - In der Volksrepublik Polen wurde auf Grundlage des Danziger Abkommens vom 31. August 1980 zwischen der polnischen Regierung und dem unabhängigem Streikkomitee die unabhängige Gewerkschaft Solidarnosc gegründet. In dieser Gewerkschaft, die wenig später 10 Millionen Mitglieder zählte, konzentrierte sich die Opposition gegen die sozialistische Regierung. Zum Vorsitzenden der Gewerkschaft wurde Lech Walesa ernannt. Die Gewerkschaft wurde von der polnischen Regierung verboten und Lech Walesa inhaftiert. 1983 wurde Walesa mit dem Friedensnobelpreis geehrt. 1990 wählte die polnische Bevölkerung Walesa zum Staatspräsidenten. Bis 1995 bekleidete er das höchste Staatsamt.
21. September - Gérard d'Aboville erreicht nach 72 Tagen den Hafen Brest und wird damit der erste Mensch, der alleine im Ruderboot den Atlantik überquert hat.
Die Besetzung der US-Botschaft in Teheran (Iran) hält an und wird erst im Januar nächsten Jahres beendet, als die Amtszeit von US Präsident Carter abgelaufen ist. Die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. Ein Kommandounternehmen der USA zur Befreiung der Geiseln scheitert in einer Katastrophe für die Teilnehmer (11 Gefallene).
Die Präsidentschaftswahlen in den USA bringen einen erdrutschartigen Sieg des Republikaners Ronald Reagan gegen den Demokraten Carter.
Der erste Golfkrieg zwischen Iran und Irak beginnt mit Kündigung des Grenzvertrages von 1975 und Fliegerangriffen auf iranische Ölzentren durch den angreifenden Irak.
Rhodesien wird unter dem Namen Simbabwe selbständig (von Großbritannien).
Schwere Rassenunruhen in Miami (Florida, USA), als 4 weiße Polizisten, die einen Farbigen zu Tode geprügelt hatten, freigesprochen werden. Ebenfalls schwere Rassenunruhen in Südafrika.
In Belgien wird der lange Sprachenstreit zwischen Wallonen und Flamen beigelegt durch Aufteilen des Landes in einen Bundesstaat mit den Teilstaaten Flandern und Wallonien.
Ein Bombenanschlag von Rechtsextremisten während des Oktoberfestes in München fordert in dichtgedrängter Menge 13 Tote und über 200 Verletzte.
In Berlin stürzt die 1957 als Geschenk der USA erbaute Kongresshalle ("Schwangere Auster") aufgrund von Mängeln in der Dachstatik teilweise ein und verletzt einen Passanten tödlich.
18.5.-08:32 Uhr: Beim Ausbruch des Mount St. Helens im Nordwesten der USA sterben 61 Menschen.
In der Nordsee kentert in schwerem Sturm die Bohrinsel Alexander Kielland und reißt über 150 auf ihr wohnende Arbeiter mit sich.
Der Nierensteinzertrümmerer wird von Dornier erfunden und ein Impfstoff gegen Hepatitis B am Blood Center in New York entwickelt.
Die US Firma General Electric gewinnt einen Prozess um die Patentierbarkeit einer gentechnisch für die Ölreinigung geklonten Mikrobe.
Die US Raumsonde VOYAGER 1 fliegt am 12.11 am Saturn vorbei, VOYAGER 2 am 27.8., und entdeckt den 13. und 14. Saturnmond.
Der schwedische Tennisspieler Björn Borg gewinnt das Turnier in Wimbledon zum fünften Mal hintereinander.
Gestorben
8.12.: der Komponist und Musiker John Lennon (ermordet, *1940); 30.3.: der Olympionike von 1936 Jesse Owens (*1913).

19. April - Die Sowjetunion schickte die erste bemannte Raumstation auf
Erdumlaufbahn. Die Raumstation wurde an das "Sojus"-Raumschiff, das die
Raumstation mit Energie versorgte und als Rettungskapsel diente, angedockt.
Insgesamt war die Raumstation 23 Meter lang, wog 25 Tonnen und verfügte über
einen bewohnbaren Raum von 100 Kubikmetern. "Saljut I" umkreiste für mehrere
Jahre die Erde und wurde von Kosmonauten und Astronauten für Experimente genutzt.
Mit der "Saljut"-Reihe, die bis zum Start von "Saljut 7" Anfang der 80er Jahre
des 20. Jahrhunderts fortgesetzt wurde, testete die UdSSR die Herstellung, den
Aufbau und die Nutzung modularer, aus mehreren Abteilungen bestehender Raumstationen.
18. Juli - Die sechs Emirate am Persischen Golf Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Umm al
Quwain, Fujairah entschieden sich zur Gründung der Vereinigten Arabischen
Emiraten. Offiziell erfolgte der Staatsakt am 2. Dezember 1971. Die Hauptstadt
der Vereinigten Arabischen Emirate ist Abu Dhabi, eine der modernsten Metropolen
der Region. Die Regierung der Föderation wird von einem Premierminister geführt,
der wechselweise aus einem der Mitgliedsemirate kommt.
16. Dezember - Die Generalversammlung der Vereinten Nationen beschließt die Konvention über das Verbot der Entwicklung, Herstellung und Lagerung bakteriologischer (biologischer) Waffen und Toxinwaffen sowie über die Vernichtung solcher Waffen (Biowaffenkonvention). Diese tritt am 26. März 1975 in Kraft. Sie ist zusammen mit der 1993 abgeschlossenen Chemiewaffenkonvention ein Nachfolgeabkommen zum Genfer Protokoll von 1925, mit dem erstmals der Einsatz von giftigen Gasen und bakteriologischen Methoden als Methoden zur Kriegsführung vertraglich verboten wurde. Die aus 15 Artikeln bestehende Konvention verpflichtet die Vertragsparteien, unter keinen Umständen Waffen auf der Basis von Mikroorganismen sowie anderen biologischen Substanzen oder Toxinen zu entwickeln, herzustellen, zu lagern oder anderweitig anzuschaffen. Gleiches gilt für Waffen und Waffensysteme, deren Zweck der Einsatz solcher Stoffe im Rahmen eines bewaffneten Konfliktes ist. Darüber hinaus sind die Vertragsstaaten auch verpflichtet, alle in ihrem Besitz befindlichen Bestände zu zerstören oder einer friedlichen Nutzung zuzuführen, und solche Waffen nicht an andere Staaten weiterzugeben. Die Staaten sind angehalten, bei der Umsetzung und der Überwachung der Einhaltung des Abkommens angemessen miteinander zu kooperieren. Die sich aus dem Genfer Protokoll von 1925 ergebenden Verpflichtungen werden durch die Konvention ausdrücklich nicht eingeschränkt. Dies ist von Relevanz, da sich aus der Konvention kein direktes Verbot des Einsatzes von Biowaffen ergibt. Deutschland trat am 7. April 1983 diesem Abkommen bei.
15. Februar - Nach dem Tode von König Frederik IX. von
Dänemark bestieg seine älteste Tochter Margrethe II. als 54. Regentin den
Thron. Margrethe II., die am 16.4.2000 ihren 60. Geburtstag feierte, war
die erste weibliche Monarchin seit über 600 Jahren. Während der Vorbereitung
auf ihre Regentschaft studierte Margrethe II. in Dänemark, Großbritannien
und an der Pariser Sorbonne. 1967 heiratete sie Henri Graf de Laborde de Monpezat,
der bei der Hochzeit den Namen Henrik annahm. Aus der Ehe gingen die beiden
Söhne Frederik und Joachim hervor. Als Königin hat Margrethe II. nicht nur
repräsentative Aufgaben zu erfüllen: Für alle neuen Gesetze ist ihre Unterschrift
erforderlich. Anerkennung als Künstlerin erlangte die dänische Regentin auch
als Kostüm- und Kulissenbildnerin für das Königliche Theater und als abstrakte
Malerin.
17. Februar - Mit einem 1302 S in Hellblaumetallik, der als 15.007.032. Fahrzeug vom Band läuft, übertrifft der VW Käfer das Ford Model-T als meistgebautes Auto der Welt.
1. Juni - In Frankfurt am Main verhafteten Polizisten die Terroristen Andreas Baader,
Holger Meins und Jan Carl Raspe. Damit war der Polizei nach intensiver
Fahndung ein erster großer Schlag gegen die linksterroristische Roten Armee
Fraktion (RAF) gelungen. Aber auch nach der Verhaftung weiterer führender
Terroristen wie Ulrike Meinhof im Juni 1972 verübte die Rote Armee Fraktion
weitere Attentate bis zu ihrer Selbstauflösung 1998. Einen Höhepunkt erreichte
der Terror 1977 mit der Entführung eines Lufthansa-Flugzeugs nach Somalia
und der Geiselnahme des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Insgesamt
tötete die RAF etwa 30 Menschen.
17. Juni - Fünf als Klempner verkleidete Männer werden in Washington verhaftet, als
sie im Hauptquartier der Demokratischen Partei der USA Abhörgeräte installierten. Darunter war auch James Mc Cord, Sicherheitsberater des Wiederwahlkomitees
von US-Präsident Richard Nixon. Der Republikaner Nixon entließ seinen Mitarbeiter
umgehend und wies jede Verquickung mit der Abhöraktion von sich. Journalistische
Untersuchungen ergaben jedoch, dass Nixon selbst die Bespitzelung des politischen
Gegners in Auftrag gegeben hatte und führten zur Aufdeckung weiterer Verbrechen und Vergehen, die in den Jahren zuvor teils auf direkte Anweisung des Weißen Hauses hin begangen worden waren. In einer erstaunlichen Kette von Enthüllungen, die ab März 1973 die Berichterstattung der Medien dominierte, erfuhr eine schockierte amerikanische Öffentlichkeit vom Ausmaß dieser Amtsmissbräuche zulasten der politischen Gegner Nixons. Am 9. August trat Nixon als erster und bisher
einziger Präsident der USA von seinem Amt zurück und kam so einem Amtsenthebungsverfahren
zuvor. Sein Nachfolger, der Republikaner Gerald Ford, befreite Nixon kurz
darauf von jeder Strafverfolgung.
1. August - Die Bauer Verlagsgruppe bringt die deutsche Ausgabe des Männermagazins Playboy auf den Markt. Die erste Ausgabe erschien am 1. Dezember 1953 in den Vereinigten Staaten und enthielt ein aufklappbares Blatt, auf dem Marilyn Monroe recht freizügig posierte, daneben eine Sherlock Holmes-Geschichte, einen Artikel über die Dorsey-Brüder (Jimmy und Tommy) und einen Bericht über das Tisch-Design im modernen Büro. Von den 70.000 Exemplaren der Startauflage wurden 54.175 zum Preis von 0,50 US-Dollar verkauft. Ursprünglich sollte die Zeitschrift Stag Party (etwa: „Junggesellen-Party“) heißen, was aus markenrechtlichen Gründen jedoch nicht möglich war. Ein Freund des Herausgebers Hugh Hefner schlug dann den Namen Playboy vor.
19. Oktober - Der deutsche Schriftsteller Heinrich Böll erhält den Nobelpreis für Literatur. Der 1917 in Köln geborene Böll gehört zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern
der Gegenwart. Böll war auch ein entschlossener Befürworter der Friedensbewegung. In seinen Büchern schildert Böll den Alltag während
und nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt seines Werks steht dabei
die Auseinandersetzung des Individuum's mit der Frage der Schuld und Verantwortung.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der Zug war pünktlich" (1949), "Billard um halb Zehn" (1959) und "Ansichten eines Clowns" (1963). Mehrere seiner Werken wurden erfolgreich verfilmt, darunter "Die
verlorene Ehre der Katharina Blum" von Volker Schlöndorff.
7. Dezember - Die letzte bemannte Mondmission beginnt
(Cernan, Evans, Schmitt) und wird nach 44 Std Mondaufenthalt mit 110 kg Rückfluglast
an Mondgestein erfolgreich beendet werden.
20. März - Fertigstellung des 5 Km langen Eiderdamms mit dem Eidersperrwerk - eines
der größten Bauwerke des Jahrhunderts. Da das Hinterland an der Eider
bei Sturmfluten ständig unter Wasser gesetzt wurde, begann man 1967, die Mündung
des Flusses mit einem Sperrwerk abzuriegeln. Rund 170.000 Tonnen Fels, Beton,
Kies und Stahl wurden bewegt, 300 Planer, Techniker und Arbeiter verwirklichten
eines der kühnsten wasserbautechnischen Projekte Deutschlands. In den Bau
wurden etwa 170 Millionen Mark investiert, seine Generalprobe bestand das
Eidersperrwerk bei der grossen Sturmflut am 3. Januar 1976. Doch die extreme
Belastung durch 30 bis 40 Millionen Kubikmeter Wasser, das zweimal täglich
durch die Fluttore strömt, wirkt sich aus: Die Unterhaltungskosten von 1973
bis heute betrugen über 76 Millionen Mark, eine Sanierung der Fundamente ist
dringend nötig.
17. April - Das US-amerikanische Kurier- und Logistikunternehmen Federal Express nimmt mit 14 Flugzeugen seine Tätigkeit auf, mit denen vorläufig 25 Städte in den USA angeflogen werden. 1971 wurde das Unternehmen unter dem Namen Federal Express von Frederick W. Smith in Little Rock (Arkansas) gegründet. Der Name des Unternehmens sollte dazu beitragen, Regierungsaufträge zu erhalten. 2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen FedEx Corporation, wobei man sich an der seit vielen Jahren gebräuchlichen Abkürzung FedEx orientierte und sie zur offiziellen Bezeichnung der Firma machte.
1. Juli - Das Gesetz über die Gleichstellung von Wehr- und Zivildienst löste gemeinsam
mit dem Zivildienstgesetz, welches am 9. August in Kraft trat, das Ersatzdienst-gesetz
ab. Der Zivildienst wurde zu einer wichtigen Stütze im sozialen Bereich
der Bundesrepublik Deutschland. Bei den immer wieder aufkeimenden Diskussionen
um die Abschaffung der Wehrpflicht in Deutschland wurde nicht selten die Notwendigkeit
der allgemeinen Wehrpflicht mit der Unentbehrlichkeit der Zivildienstleistenden
in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen sozialen Einrichtungen begründet.
Bei diesem Disput wurde oft vernachlässigt, dass das Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland überhaupt kein Wahlrecht zwischen Wehr- und Zivildienst vorsieht.
Denn nur derjenige, der als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen anerkannt
sei, könne Zivildienst leisten. Eine völlig neue Richtung erfuhr die Diskussion,
seit auch Frauen zum Dienst an der Waffe zugelassen wurden. Die deutschen
Männer seien gegenüber den Frauen benachteiligt, da sie ihrer Wehrpflicht
nachkommen müssten, während die Frauen die Karriere bei der Bundeswehr einschlagen
könnten, nicht aber wehrpflichtig seien. Das verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz
des Grundgesetzes.
18. September - Die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik
(DDR) wurden in New York als 133. und 134. Mitglied in die Vereinten Nationen
(UNO) aufgenommen. Der Außenminister der BRD Walter Scheel und DDR-Außenminister
Otto Winzer beglückwünschten sich zum UNO-Beitritt. 1945 war die UNO offiziell
gegründet worden und Deutschland als so genannter Feindstaat nicht aufgenommen
worden. Wegen des Ost-West-Konfliktes war kein deutscher UN-Eintritt bis 1973
möglich. Von 1950 bis 1972 versuchten beide deutsche Staaten, sich in der
UNO zu etablieren. Nach dem Eintritt bis 1990 agierten sie als zwei Staaten
innerhalb der UNO. Seit der Wiedervereinigung von BRD und DDR gibt es eine
deutsche Vertretung.
14. November - Die britische Prinzessin Anne heiratete in der Londoner Westminster Abbey
den Hauptmann Mark Phillips. Über 500 Millionen Menschen weltweit verfolgten
die Trauung live am Bildschirm. Nur vier Monate nach der Hochzeit scheiterte
ein Versuch der IRA, die Prinzessin zu entführen. 1990 wurde sie für den Friedensnobelpreis
vorgeschlagen. Die Ehe mit Mark Phillips wurde nach 19 Jahren im April 1992
geschieden. Am 12. Dezember heiratete Anne den Marineoffizier Captain Timothy
Laurence. Sie hat 222 Ehrenämter und erfüllt jährlich etwa 700 repräsentative
Termine. Die Hörer der BBC wählten sie 1993 wegen ihres Einsatzes für das
Kinderhilfswerk zur "Persönlichkeit des Jahres".
16. November - Die OPEC beschließt, den Ölpreis um 70 % anzuheben und löst damit die erste große Ölkrise aus. Die erste und folgenreichste Ölkrise wurde im Herbst 1973 durch den Jom-Kippur-Krieg (6. bis 26. Oktober 1973) ausgelöst. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) drosselte bewusst die Fördermengen um ca. fünf Prozent, um die westlichen Länder bezüglich ihrer Unterstützung Israels unter Druck zu setzen. In der Bundesrepublik Deutschland wurde als direkte Reaktion auf die Krise viermal ein Sonntagsfahrverbot im November (erstmalig 25. November 1973) und Dezember 1973 verhängt sowie neue Geschwindigkeitsbegren-zungen eingeführt. Dies hatte einen moralischen, aber keinen wirtschaftlichen Effekt. 1974 musste die Bundesrepublik für ihre Ölimporte rund 17 Milliarden DM mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Dies verstärkte die Wirtschaftskrise und führte zu einem deutlichen Anstieg von Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialausgaben und Insolvenzen von Unternehmen.
20. Februar - Ratifizierte der Deutsche Bundestag den Atomwaffen-Sperrvertrag. Darin verzichtet Deutschland auf Herstellung und Erwerb von Kernwaffen. Über
die Ratifizierung des Vertrages war zehn Jahre lang erbittert diskutiert und
gestritten worden. Bis 1995 hatten sich 178 Staaten dem Vertrag angeschlossen.
1. Mai - In der Bundesrepublik Deutschland wird weltweit erstmals ein Punktesystem im Fahrerlaubnisrecht eingeführt, mit dem Einträge im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg bewertet werden. Beim Überschreiten der Punktzahl ist nunmehr die theoretische Fahrprüfung zu wiederholen. Zweck des Punktesytem ist es Verkehrsteilnehmer, die erheblich oder wiederholt gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben, zu identifizieren und mit einheitlichen Strafen bzw. Bußgeldern zu einer besseren Regelbeachtung anzuhalten. Bei einer Verkehrsordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld ab 40 Euro wird mit einem bis vier Punkten geahndet, oder bei einer Verkehrs-Straftat die mit fünf bis sieben Punkten bestraft wird, erfolgt automatisch ein Eintrag im Register. Bei 18 oder mehr Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Zur Wiedererlangung muss sich der Bürger einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung unterziehen, die positiv bewertet werden muß. Punkte aus Ordnungswidrigkeiten werden „automatisch” nach zwei Jahren gelöscht, aus Straftaten nach fünf, in einigen Fällen erst nach zehn Jahren. Die Löschung der Punkte erfolgt erst, wenn der jüngste Eintrag abgelaufen ist. Einträge aus Ordnungswidrigkeiten werden jedoch spätestens nach fünf Jahren gelöscht.
18. Juni - Der Deutsche Bundestag beschließt eine Einschränkung der Tabakwerbung,
um Raucher vor den gesundheitsschädlichen Folgen ihrer "Schwäche" zu schützen. Nach dem veränderten Lebensmittelgesetz darf in Rundfunk und Fernsehen nicht
mehr für Zigaretten und andere Tabakerzeugnisse geworben werden.
In Bonn verabschiedete der Bundestag mit den Stimmen
aller Parteien das Bundesemissionsschutzgesetz. Dieses Gesetz ermöglichte
die Festlegung von umweltschonenden Auflagen für Industrie- und Gewerbebetriebe
sowie Heizkraftwerke und Fahrzeuge. Den Bundesländern oblag es nun, Smogalarm
auszulösen und Fahrverbote zu verhängen.
Mehr als 170.000 Zuschauer, nach inoffiziellen Zahlen sogar mehr als 200.000
Fans, sahen am 16. Juli 1974 das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen
Brasilien und Uruguay. Trotz der Rekord-Unterstützung durch ihre Anhänger
verlor die brasilianische Heim-Mannschaft im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro
mit 2-1 Toren. Damit waren die Südamerikaner, neben Schweden 1958, die einzigen
Gastgeber einer Fußball-Weltmeisterschaft, die das Finale erreichten und dort
unterlagen.
Die Arecibo-Botschaft an mögliche Außerirdische wird in Form eines einmaligen Radiowellen-Signals, um 1:00 Uhr Atlantischer Standard Zeit, vom Arecibo-Observatorium aus ins All gesendet. Ziel des Signals war der Kugelsternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules. Dieser Kugelsternhaufen ist 22.800 Lichtjahre von uns entfernt und besteht aus mehr als 300.000 Sternen. Die Botschaft enthält binär codierte Informationen über die Biologie und Anatomie des Menschen, sowie über die menschliche Population und die Herkunft des Signals. In der nebenstehenden Grafik sind die mit dem Signal übertragenen Nullen und Einsen farbig gruppiert dargestellt, um die zusammenhängenden Objekte zu zeigen. Diese Farbinformation steht einem möglichen Empfänger nicht zur Verfügung. Die Nachricht besteht aus den 7 Teilen:
1. Januar - Der deutsche Bäcker, Konditor und Erfinder Josef Anton Wiese gründet zusammen mit seinem Vetter Aloys Coppenrath die Conditorei Coppenrath & Wiese. Coppenrath übernahm den kaufmännischen Bereich, während sich Wiese als Bäcker, Konditor und Tüftler in das Unternehmen einbrachte. Wiese kümmerte sich vor allem um die Entwicklung der Fertigungsmaschinen. Als seine wichtigste Erfindung gilt das Verfahren zum kontinuierlichen Aufschlagen von Sahne im Jahr 1975, mit der die Herstellung von Torten in großer Menge möglich wurde. Er löste damit das Problem, das Sahne beim Gefrieren flockt und damit für Tiefkühlkosteigentlich unbrauchbar ist. Nach dem Erfolg des ersten Coppenrath & Wiese-Produktes, der "WienerPlatte", hatte Wiese auch mit seiner Entwicklung der Aufbackbrötchen maßgeblichen Anteil am Erfolg des Unternehmens das sich zu einer der modernsten Conditoreien Europas und zu einem der international bedeutendsten Hersteller von Tiefkühl-Backwaren, entwickelte.
1. März - Der Film "Szenen einer Ehe" von Ingmar Bergman kommt
in die deutschen Kinos. Mit "Szenen einer Ehe" inszenierte Bergmann ein
feinfühliges Psycho-Drama, das ein Kino-Renner wurde. Die Handlung: Die Rechtsanwältin Marianne und der Naturwissenschaftler Johan sind seit zehn Jahren verheiratet und haben zusammen zwei Töchter, die aber im Film keine Rolle spielen. Am Anfang des Films werden die beiden als Muster-Ehepaar für die Home Story einer Zeitschrift interviewt. Marianne wird dabei nur als Accessoire ihres Mannes gezeigt, während Johann versucht, sein angenehmes Wesen und seinen Intellekt herauszustreichen. Marianne bekommt Zweifel an ihrer eigenen Ehe durch den Besuch einer Mandantin, die sich nach 20 Jahren Ehe ohne offensichtlichen Grund von ihrem Mann scheiden lassen will. Ihr Mann sei ein guter Vater und treuer Gatte und doch war es eine „Ehe ohne Liebe“. Auf dem Beurteilungsbogen kann Marianne keinen Scheidungsgrund ankreuzen und wird dadurch nachdenklich. Sie versucht, mit Johan über ihre Probleme zu sprechen, findet aber kein Gehöhr. Kurze Zeit darauf beichtet Johan ihr dass er schon seit vier Jahren über eine Trennung nachdenkt, weil er eine 23-jährige Studentin liebe und mit ihr ins Ausland gehen wolle. Vergeblich bittet ihn Marianne, es sich doch anders zu überlegen, doch Johan lässt sich nicht umstimmen. Nach acht Monaten Auslandsaufenthalt kehrt Johan jedoch desillusioniert zurück. Einige Jahre später wollen die beiden in Johans Arbeitszimmer endlich die Scheidungspapiere unterzeichnen. Marianne berichtet freimütig von wechselnden Partnern und besteht auf Johans Unterschrift, der frustriert vor ihr sitzt. Johan und Marianne werden im Büro intim miteinander. Dann kommt es zu einem heftigen Streit und voller Hass gehen die beiden auseinander. Beide sind bei einem erneuten Treffen nach mehreren Jahren jetzt mit anderen Partnern verheiratet, doch verbringen sie ein gemeinsames Wochenende im Landhaus eines Freundes und schlafen miteinander. Diese heimlichen Ausflüge werden ihnen nun zur Gewohnheit. Vielleicht finden sie damit zu einer neuen Form der Gemeinsamkeit Der sozialkritische Film löste heftige
Diskussionen aus und führte zu einer Scheidungswelle.
Franz Josef Strauß bereist die Volksrepublik
China. Dem ehemaligen Verteidigungs- und Finanzminister der Bundesrepublik
Deutschland gelang damit eine der politischen Sensationen der Zeit. Strauß
hatte sich als erklärter und scharfer Gegner der neuen, auf Versöhnung und
Ausgleich zielenden, Ostpolitik unter dem sozialdemo-kratischen Bundeskanzler
Willy Brandt profiliert. Während seines Besuches in der Volksrepublik China
wurde der Vorsitzende der konservativen Christlich Sozialen Union (CSU) von
dem Vorsitzenden der Kommunisitischen Partei Chinas, Mao Tse Tung, und dem
chinesischen Regierungschef Chou En-Lai empfangen. Strauß war der erste bundesdeutsche
Politiker, der sich mit Mao traf.
15. April - In New York wurde das Musical "A Chorus Line" uraufgeführt. Marvin
Hamlisch komponierte das Musical nach dem Drehbuch von James Kirkwood und
Nicholas Dante. Das Stück zeigt eine Gruppe Tänzerinnen, die sich für eine
Broadway-Produktion bewerben. Das Musical "A Chorus Line" war eine technische
Innovation, sie war die erste computergesteuerte Broadway-Show.
16. Mai - Als erste Frau erreichte die japanische Bergsteigerin Junko Tabei über
die Südroute den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest. Der höchste
Berg der Welt liegt im Himalaja zwischen Nepal und Tibet. Nepalesisch "Chomo-Lungma"
(Göttinmutter) genannt, wurde der Berg von den Briten nach dem britischen
Geografen Sir George Everest benannt, der von 1830 bis 1834 Indien vermaß
und als erster den Himalaja kartografierte. Im Mai 1953 wurde der Gipfel von
einer britischen Expedition unter dem Neuseeländer Edmund Hillary und seinem
nepalesischen Führer Tensing Norgay erstmals ganz erklommen. Dem italienischen
Alpinisten Reinhold Messner gelang 1980 als erstem Menschen die Alleinbesteigung
des Achttausenders ohne Sauerstoffgerät. 
1. April - Die Mitglieder des Homebrew Computer Club, Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne, gründen das Unternehmen Apple. Das Startkapital von 1750 US-Dollar kam aus dem Verkauf von Jobs' VW-Bus und dem Hewlett-Packard-Taschenrechner von Wozniak. Wozniak entwarf die ersten Rechner in Los Altos im heute noch bekannten „Silicon Valley“, die Steve Jobs und er in der Garage zusammenbauten. Dort entstand 1976 auch der Apple I, der für 666,66 US-Dollar bei der Computerkette Byte Shop verkauft wurde. Der erste Werbespruch lautete Byte into an Apple. Einige hundert Exemplare des Apple I wurden verkauft. Nach dem verhältnismäßig geringen Erfolg des Apple I folgte der Apple II, dessen Entwicklung aus den Verkaufserlösen finanziert wurde. Dieser verkaufte sich bis 1985 knapp zwei Millionen Mal und gilt als einer der erfolgreichsten Personal-Computer seiner Zeit. Im Gegensatz zur heute bekannten Apple-Benutzeroberfläche waren der Apple I und II noch kommandozeilenorientiert.
19. Juni - Von Fernsehkameras begleitet heiratete der schwedische König Carl Gustav
XVI. die aus Heidelberg stammende Deutsche Silvia Sommerlath. Sie hatten
sich bei den Olympischen Spielen 1972 in München kennengelernt. Silvia Sommerlath
war zu dieser Zeit Hostess bei den Olympischen Spielen. Die Hochzeit vier
Jahre darauf war von einem starken Interesse auch der deutschen Bevölkerung
begleitet. Auch von schwedischer, königlicher Seite war die Heirat ungewöhnlich:
Der bis dato als Frauenheld bekannte König Carl Gustav heiratete mit Silvia
eine bürgerliche, nicht schwedische und - wenn auch nur wenige Jahre - ältere
Frau. Aus der Ehe gingen die drei Kinder Victoria, Carl Philip und Madeleine
hervor.
20. Juli - Nach knapp einjähriger Flugzeit gelang mit der amerikanischen Viking
I. erstmals die weiche Landung auf dem Mars. Weniger als einen Monat später
erreichte die später gestartete Sonde Viking II. ebenfalls den roten Planeten,
der etwa halb so groß wie die Erde ist. Beide unbemannten Forschungskapseln
führten Analysen der Atmosphäre und der Oberfläche durch und machten zahlreiche
Fotos. Von Viking durchgeführte Experimente und genommene Proben lieferten
keine Anhaltspunkte für Leben auf dem Mars. Auch die Hoffnung, Wasser auf
dem Planeten zu finden, bestätigte sich nach den Ergebnissen der NASA-Sonden
nicht.
1. August - Der österreichische Formel 1 Weltmeister Niki Lauda erleidet bei einem
Unfall auf dem Nürburgring schwerste Brandverletzungen. Nach knapp anderthalb
Monaten fährt Lauda wieder und er wird 1984 auch wieder Weltmeister. Vor dem Großen Preis von Deutschland am 1. August 1976, der nach Auslaufen eines Vertrages schon vorher als letztes F1-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings feststand, regnete es. Außer Jochen Mass, der viel Erfahrung am Ring hatte, starteten alle Fahrer das Rennen auf Regenreifen. Auf abtrocknender Piste wechselten alle schon nach der ersten Runde auf Slicks, nur Peterson fuhr regenbereift weiter. Die Ferrari-Mechaniker waren langsamer als die meisten englischen Teams, Lauda lag in der zweiten Runde nur im hinteren Mittelfeld, überholte jedoch bald einige Konkurrenten. Er verunglückte kurz nach Passage des Adenauer Ortsteils Breidscheid vor dem Streckenabschnitt Bergwerk. Das Fernsehen hatte dort keine Kamera, aber es gelang zwei Amateurfilmern, Aufnahmen von dem Unfall auf Super8-Film zu machen, die in den Folgetagen veröffentlicht wurden. Das Medieninteresse an diesem Ereignis in der Formel 1 war damals schon über Deutschlands Grenzen hinaus enorm.
16. November - Die DDR verweigert dem regimekritischen Liedermacher Wolf Biermann nach kritischen Bemerkungen bei einem Konzert in Köln die
Wiedereinreise nach einer Tour durch die Bundesrepublik und entzieht ihm die
Staatsangehörigkeit „wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten“. Viele berühmte Personen in Ost und West, protestierten gegen Biermanns Ausbürgerung. Am 17. November 1976 veröffentlichten dreizehn namhafte DDR-Schriftsteller einen offenen Brief an die DDR-Führung, in dem sie an diese appellierten, die Ausbürgerung Biermanns zurückzunehmen. In den folgenden Tagen schlossen sich der Erklärung rund 100 weitere Schriftsteller, Schauspieler und bildende Künstler an. Diesen Protest nahm die DDR-Führung zum Anlass für weitere Schikanen gegen die Unterzeichner, was mehrere Künstler, u.a. Nina Hagen und Manfred Krug, aus der DDR ins bundesdeutsche Exil trieb.
1. Februar - Erschien die Monatszeitschrift "Emma" zum
ersten Mal. Herausgegeben wurde das Blatt von Alice Schwarzer, einer Vorkämpferin
des Feminismus in der Bundesrepublik und einer entschiedenen Befürworterin
des Rechts auf Abtreibung. Dem Blatt wurden keine großen Überlebenschancen
gegeben, längst aber ist es ein fester Bestandteil der deutschen Medienszene
geworden.
19. Oktober - Im elsässischen Ort Mühlhausen wird die Leiche von Hanns-Martin Schleyer
im Kofferraum eines Autos gefunden. Schleyer war am 5. September von Mitgliedern
der terroristischen "Rote Armee Fraktion" (RAF) entführt worden, um elf inhaftierte
Mitglieder der Gruppe freizupressen - eine Forderung, auf die man in Bonn
nicht einging.
Hamida Djandoubi war der letzte Mensch, der in Westeuropa hingerichtet wurde und weltweit der letzte Verurteilte, der durch eine Guillotine enthauptet wurde. Der tunesische Staatsangehörige, der bei einem Unfall das rechte Bein verloren hatte, betätigte sich in Marseille als Zuhälter. Nachdem er seine Geliebte Elisabeth Bousquet unter Gewaltanwendung zur Prostitution zwingen wollte und sie ihn angezeigt hatte, verbrachte er 1973 einige Monate im Gefängnis. Aus Rache entführte er am 5. Juli 1974 die damals 21-jährige Bousquet, folterte sie mehrere Stunden lang und erdrosselte sie. Das zuständige Geschworenengericht in Aix-en-Provence, dasselbe Gericht, das ein knappes Jahr zuvor bereits das Todesurteil gegen Christian Ranucci gesprochen hatte, verurteilte ihn am 25. Februar 1977 dafür zum Tod und sprach ihn darüber hinaus der Vergewaltigung eines 15-jährigen Mädchens schuldig, das er zur Prostitution gezwungen hatte. Nach Ablehnung eines Revisionsantrags durch den Kassationsgerichtshof in Paris am 9. Juni verweigerte der damalige Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing am 9. September 1977 die Umwandlung des Urteils in eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bereits am darauf folgenden Tag wurde Djandoubi um 4:40 Uhr morgens im Marseiller Gefängnis Les Baumettes von Scharfrichter Marcel Chevalier auf der Guillotine enthauptet. Nach Aussage des anwesenden Gefängnisarztes soll Djandoubis Kopf noch etwa 30 Sekunden lang auf Zurufe reagiert haben, was nach heutiger medizinischer Auffassung allerdings für unmöglich gehalten wird.
Elvis Presley, der "King of Rock´n Roll", wird am 16. August, tot in seiner Villa Graceland
in Memphis aufgefunden, als offizielle Todesursache wurde Herzversagen
angegeben. Im Anschluss an seinen Tod entwickelte sich ein Mythos um seine
Person, der bis heute anhält. Immer wieder gibt es Meldungen, die behaupten,
dass Elvis lebe und auf der Straße gesehen worden sei. Die Palette der Mutmaßungen
reicht von wilden Spekulationen über eine Verbindung von Elvis zu Außerirdischen
bis zu ikonenhafter und religiöser Verehrung: So gibt es zum Beispiel im Internet
eine "First Presleyterian Church of Elvis the Divine". Außerdem ist die Mauer
um seine Villa wie die Motiv-Tafeln an Marien-Wallfahrtsorten mit zahlreichen
Bittsprüchen versehen.
Die bekannte Opernsängerin Maria Callas starb in Paris. Die Callas
war schon zu Lebzeiten eine Legende und Inbegriff einer Diva. Leonard Bernstein
bezeichnete die "primadonna assoluta" als "die größte Künstlerin der Welt".
Als sie sich 1974 von der Bühne zurückzog, hatte die Sopranistin rund 40 verschiedene
Rollen gespielt und mehr als 20 komplette Opern aufgenommen.
Der prominente italienische Politiker Aldo Moro wird unter mysteriösen
Umständen von den Roten Brigaden entführt und schließlich ermordet. Seine
Leiche wird im Mai in einem Auto gefunden. Der Entführungsfall konnte nie
ganz aufgeklärt werden. 20 Jahre nach der Entführung verfing sich der ehemalige
Politiker und Ministerpräsident Italiens Mario Andreotti in Ungereimtheiten
und wurde unter anderem wegen mafiösen Zuständen in seiner ehemaligen Regierungszeit,
aber auch wegen diesem nie ganz geklärten Mord vor Gericht gestellt.
Der Supertanker "Amoco Cadiz", ein Koloss von 250.000 Bruttoregister-Tonnen, lief vor der französischen Atlantik-Küste nahe der Hafenstadt Brest auf
Grund und verursachte die bis dahin schwerste Ölpest der Geschichte. Die
unter liberianischer Flagge fahrende «Amoco Cadiz» war in einen Sturm geraten
und brach auseinander. Die gesamte Ladung, bestehend aus 223.000 Tonnen Öl,
ergoss sich in den Atlantik. 400 Kilometer bretonischer Strand wurden verseucht.
In einem Ölteppich, der so groß wie das Saarland war, verendeten 15 Tausend
Seevögel, starben Fische, wurden Muschel- und Austernbänke zerstört. Der wirtschaftliche
Schaden belief sich auf 230 Millionen Mark.
Der erste "Garfield" Comic-Strip wird in 41 Zeitungen veröffentlicht. Jim Davis - amerikanischer Comiczeichner und der Erfinder der Comicfigur "Garfield" wuchs auf einer kleinen Farm und seinen 25 Katzen auf. Aufgrund einer Asthmaerkrankung war Jim oft gezwungen, im Haus zu bleiben, und so verbrachte der junge Jim seine Zeit mit Zeichnen. 1969 wurde Jim Assistent bei Comiczeichner Tom Ryan, dem Erfinder der "Tumbleweeds". Zuerst erfand er die Comicfigur Gnorm Gnat, einen Käfer, der regelmäßig in der "Pendleton Times" veröffentlicht wurde. Nach fünf Jahren orientierte er sich um, und so entstand "Garfield". Jim Davis benannte den Comic-Kater nach seinem Großvater James Garfield Davis. Bis heute sind 33 seiner Comic-Bücher auf der New York Times Bestseller Liste erschienen. Ironischerweise gibt es in der Familie Davis gibt es keine Mieze, da Ehefrau Carolyn allergisch gegen Katzen ist.
17. August - Nach der Aufstellung eines Langstreckenrekords von 5000 Kilometern und
einer Rekorddauer von 137 Stunden und sechs Minuten endete die erste transatlantische
Ballonfahrt in Miserey in Frankreich. Der mit Helium gefüllte "Double
Eagle II", mit den Amerikanern Ben Abruzzo, Max L. Anderson und Larry Newman
an Bord, war am 11. August in Presque Isle (US-Bundesstaat Maine) gestartet
und erreichte eine maximale Flughöhe von 7600 Metern. Die drei Männer waren
die ersten, die den Atlantik im Ballon überquerten. Drei Jahre später überquerten
Abruzzo und Newman den Pazifik. Sie stellten damit einen neuen Streckenflugrekord
(8400 Kilometer) für bemannte Ballone auf.
Der ägyptische Staatspräsident Muhammad Anwar el Sadat und der israelische
Ministerpräsident Menachem Begin einigten sich in Camp David/USA nach 12-tägigen
Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen für eine Nahostfriedenslösung. Darin
wurden der Rückzug der israelischen Armee auf Sicherheitspositionen, die Beendigung
der Militärverwaltung im Westjordanland und in Gasa und die palästinensische
Selbstverwaltung festgelegt. Damit war Ägypten der erste Staat der arabischen
Welt, der Verhandlungen mit Israel aufnahm. Daraufhin wurde die ägyptische
Regierung von vielen arabischen Staaten kritisiert.
16. Oktober - Der Erzbischof von Krakau, Karol Jozef Wojtyla, wird zum Papst gewählt. Der Nachfolger von Johannes Paul I. der nur 34 Tage im Amt war, wählte den Namen Johannes Paul II.
und wurde am 22. Oktober offiziell in sein Amt eingeführt. Damit stand
erstmals seit 455 Jahren kein Italiener an der Spitze der römisch-katholischen
Kirche. Sein Amt als Oberhaupt von rund 906 Millionen Katholiken trat
Johannes Paul II. mit dem Anspruch an, die Kirche ins dritte Jahrtausend zu
führen. Er hatte, beispielsweise durch seine Unterstützung der polnischen
Gewerkschaft "Solidarität", maßgeblichen Anteil am Zusammenbruch des Kommunismus
und widmete sich intensiv der Annäherung und Aussöhnung zwischen den Weltreligionen.
18. November - Auf Befehl ihres Anführers Jim Jones begingen über 900 Mitglieder der
Sekte "The People´s Temple" im Dschungel von Guyana Selbstmord. Einigen
Opfern wurde der Todescocktail aus Zyanid und Limonade in die Venen gespritzt.
Unter den Toten wurden auch viele Kinder gefunden, Jones selbst starb durch
einen Schuss in die rechte Schläfe. Er sollte wegen Mordes an einem US-Kongressabgeordneten
und dreier Journalisten, die über Misshandlungen im Camp der Sekte berichtet
hatten, festgenommen werden. Die Kinder waren vielfach wie Sklaven gehalten
worden, sie wurden geschlagen, mit Elektroschocks bestraft und sexuell missbraucht.
Jones hatte die Tat schon lange geplant und seinen Anhängern vom nahenden
Weltuntergang erzählt.
1. Februar - Beendete der iranische Schiitenführer, Ayatollah
Ruhollah Khomeini, sein 15jähriges Exil (zunächst im Irak und dann in
Frankreich) und kehrte in seine Heimat zurück. Dort hatten lang andauernde
Unruhen Mitte Januar dazu geführt, dass der Schah das Land verließ. Khomeini
rief bei seiner Rückkehr die "Islamische Republik" aus.
11.Juni - Die von unbekannter Hand nachts an die Wände öffentlicher Gebäude gesprühten
Fassadenfiguren spalten die Züricher Bürger: Während sich ein Teil über
die 900 Strichmännchen belustigt, bildet sich eine Bürger-Aktion, die an diesem
Tag eine Fangprämie von 3255 DM aussetzt, um den Urheber der Graffiti-Kunst
zu enttarnen. 1981 wird der Psychologe Harald Naegli, der mit seiner Kunst
gegen die Beton-Verschandelung der Städte protestiert, wegen Sachbeschädigung
zu neun Monaten Haft und 123 000 DM Geldbuße verurteilt.
1. Juli - Sony bringt den ersten Walkman mit der Bezeichnung „TPS-L2“ auf den Markt. Das Gerät geht auf eine Erfindung des Deutschen Andreas Pavel zurück, der bereits 1977 eine "körpergebundene Kleinanlage für hochwertige Wiedergabe von Hörereignissen" zum Patent anmeldete. In den 1980er-Jahren war der Walkman unter den Jugendlichen ein wichtiges Statussymbol und Sinnbild für eine individuelle, urbane Lebensform. Von Geräten mit dem Markennamen Walkman wurden bis zum Jahr 2004 ca. 335 Millionen Stück verkauft.
12. Juli - Die Bergsteiger Reinhold Messner und Michael Dacher erreichen ohne Sauerstoffgeräte den Gipfel des K2, des zweithöchsten Berges der Welt im Karakorum. Der 8611 m hohe K2 oder Lambha Pahar auf der Grenze zwischen Pakistan und China gelegen, gilt unter Bergsteigern als weit anspruchsvoller als der Mount Everest, wenn nicht sogar als der schwierigste aller vierzehn Achttausender.
1. September - Die Raumsonde "Pioneer 11" fliegt als erstes von Menschenhand gesachaffenes Objekt, in 21.000 km Abstand am Saturn vorbei und entdeckt dabei einen neuen Saturnmond. Die amerikanische Raumsonde der Pioneer-Reihe, startete am 6. April 1973 auf Cape Canaveral an Bord einer Trägerrakete mit der Aufgabe, die Planeten Jupiter und Saturn zu erforschen.
16. September - Den Familien Strelzyk und Wetzel gelingt am 16. September, mit einem selbstgebauten Heißluftballon die Flucht über die Innerdeutsche Grenze aus der DDR nach Westdeutschland. Diese aufsehenerregende Ballonflucht wurde 1981 in dem US-amerikanischen Spielfilm Mit dem Wind nach Westen dargestellt und von den Strelzyks in einem Buch beschrieben. Die Route der 28-minütigen nächtlichen Ballonfahrt führte bei Nordwind aus Pößneck (Thüringen) nach Süden. Der Ballon landete in Naila (Bayern), wo er heute im dortigen Heimatmuseum ausgestellt ist. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR ließ den Initiator Peter Strelzyk an seinem neuen Wohnort im Westen durch einen Freund und Mitarbeiter observieren und hat ihm möglicherweise geschäftlich zu schaden versucht. Für die Ballonhülle war ein erforderliches Volumen von 2.800 Kubikmeter errechnet worden. Sie war 28 Meter hoch und 20 Meter breit und wurde aus Regenmantelstoff genäht, der in dieser Menge nur nach und nach beschafft werden konnte. Die Gondel bestand aus einer 1,40 m mal 1,40 m großen hölzernen Plattform mit einem 80 cm hohen Geländer aus vier Eckpfosten und Wäscheleine. Die acht Personen kauerten während der Fahrt mit dem Rücken zum Geländer und hielten sich an den in der Mitte stehenden vier Propangasflaschen fest.
17. Oktober - Mutter Teresa von Kalkutta erhält in Anerkennung ihres Einsatzes für die
Ärmsten der Armen den Friedens-nobelpreis. Die in Makedonien geborene Nonne
begann 1948 mit ihrer Arbeit in den Slums von Kalkutta und gründete die Schwesternschaft
"Missionarinnen der Nächstenliebe". 1965 wurde ihr Orden direkt der Kontrolle
von Papst Paul VI. unterstellt. Er erlaubte Mutter Theresa, ihren Orden auch
außerhalb Indiens auszuweiten. Mutter Teresa widmete sich vor allem der Hilfe
für Kinder, Arme, Sterbende und Aussätzige.
21. Januar - Die Chinesische Mauer wird unter Denkmalschutz gestellt. Die 10 m breite und 6-9 m hohe chinesische Mauer gilt als das größte Bauwerk der Welt. Die von Mitte des 5. Jahrhunderts v.Chr bis 1644 n.Chr. entstandene Mauer besteht aus einem System mehrerer teilweise auch nicht miteinander verbundener Abschnitte unterschiedlichen Alters und Bauweise. Die Hauptmauer ca 2400 km lang. Die Behauptung, dass die Chinesische Mauer mit bloßem Auge aus dem Weltraum zu sehen sei ist allerdings falsch. Bei der bekannten Breite der Mauer müsste man vergleichsweise auch jede bessere Landstraße aus dem Weltraum erkennen können. Was man jedoch bei sehr guten Sichtverhältnissen aus großer Höhe sehen könnte, wäre der Schatten der Mauer, wenn im Winter die Sonne tief steht und die Mauer ein breites Schattenband erzeugt.
18. April - Die letzte britische Kolonie in Afrika, Rhodesien, wurde unabhängig und
nannte sich fortan Zimbabwe. Voraus gegangen war ein jahrelanger Bürgerkrieg
zwischen der schwarzen Guerilla unter der Führung Robert Mugabes und den Armee-
und Polizeieinheiten der durch die weiße Minderheit gestellten Regierung.
Nach der Einigung zwischen Mugabe und der Regierung kam es zu freien Wahlen,
aus denen Mugabe als Sieger hervorging. Es gelang ihm, in allerletzter Sekunde
einen Putsch der weißen Armeeführung zu verhindern. Auch in den folgenden
Jahren vermittelte er zwischen der
Land besitzenden weißen Minderheit und
den Bedürfnissen der schnell wachsenden schwarzen Landarbeiter-Bevölkerung. Gleichzeitig wird auch die neue Flagge Zimbabwe's eingeführt.
15. Mai - Auf Empfehlung der Bundesregierung beschloss das Nationale
Olympische Komitee für Deutschland (NOK) einen Boykott der Olympischen Sommerspiele
in Moskau. Im Dezember 1979 waren sowjetische Truppen in Afghanistan einmarschiert,
um den Aufstand gegen die sozialistische Regierung zu bekämpfen. Die USA unter
Präsident Carter initiierten daraufhin einen Boykott der Spiele, dem sich
65 von 148 Nationalen Olympischen Komitees anschlossen. Während die Bundesrepublik
keine Athleten nach Moskau entsandte, nahmen Sportler aus Großbritannien,
Frankreich und Italien gegen den Rat ihrer Regierungen teil. Bei den durch
das Fehlen der USA und Chinas sportlich stark abgewerteten Wettkämpfen holten
die Sowjetunion und die DDR allein 127 der 204 Goldmedaillen. 
21. Mai - Der vordere Kranz der elegant geschwungenen Kongresshalle in Berlin-Tiergarten
stürzt an diesem Tag herab. Tonnenschwere Betonteile schlagen durch die
Freitreppe und Empore der Halle und töten einen Besucher, fünf weitere werden
verletzt. Der Zusammensturz ist auf Korrosionsschäden zurückzuführen. Das
Gebäude wurde vom US-amerikanischen Architekten Hugh Stubbins als Beitrag
zur 1957 in Westberlin stattfindenden Internationalen Bauaustellung "Interbau"
entworfen. Das Dach der Halle wurde 1984-87 wiederaufgebaut.
19. Juli - Ohne die USA und mehr als 50 weitere Nationen, darunter auch die Bundesrepublik
Deutschland, wurden die Olympischen Sommerspiele in Moskau eröffnet. Grund
für den durch den US-amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter initiierten Boykott
war der Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Dezember 1979 gewesen.
Carter hatte zuvor vergeblich versucht, das Internationale Olympische Komitee
zu einer Verschiebung oder Verlegung der Spiele zu bewegen. Am ersten olympischen
Wettbewerb in einem kommunistischen Staat beteiligten sich Athleten aus mehr
als 75 Ländern, wobei die Sportler aus der UdSSR und der DDR in den meisten
Disziplinen dominierten.