Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 2006 - 2010
Jahr 2006
19. Januar - Die NASA-Raumsonde New Horizons macht sich an Bord einer Atlas V-Trägerrakete vom Raketenstartgelände Cape Canaveral auf die Reise zum Zwergplaneten Pluto. Es handelt sich um die erste Sonde des New-Frontiers-Programms.
20. Mai - In der Provinz Hubei in China erfolgt die Inbetriebnahme des Drei-Schluchten-Dammes, eines der größten Bauprojekte, das je von Menschenhand gebaut wurde, und mit einer Aufstauung von 39,3 Mrd. m³ Wasser einer der größten Talsperren der Erde. Der Stausee entstand im Bereich der berühmten drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling. Die Wasserkraftsstation erzeugt über 80 Milliarden kWh pro Jahr, rund 1/9 des in China erzeugten Stromes.
Bild: totallyfreeimages.com
Der Vogelgrippe-Erreger H5N1 wird erstmals innerhalb der Europäischen Union bei verendeten Vögeln in Italien und Griechenland nachgewiesen.
Nach einer Erdumrundung und einer zweiten Atlantik-Überquerung landet Steve Fossett das Leichtflugzeug GlobalFlyer nach 78 Flugstunden im südenglischen Bournemouth und stellt damit einen Streckenrekord für Nonstop-Flüge auf.
Bild: Alan Radecki Akradecki
18. Juni - Audi gewinnt als erster Hersteller das 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit einem Diesel-Fahrzeug.
14. Juli - Infolge der Bombardierung eines südlich von Beirut gelegenen Elektrizitätswerks während des Zweiten Libanonkrieges laufen zwischen 10.000 und 35.000 Tonnen Heizöl in das Mittelmeer und lösen dort eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten aus. Durch die von Israel verhängte Blockade ist eine Bekämpfung der Katastrophe nicht möglich.
18. Oktober - Der Dow Jones überspringt mit 12.049 Punkten erstmals in seiner 110-jährigen Geschichte die 12.000-Punkte-Marke.
2007
Der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft gelingt im Eröffnungsspiel der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft am 10 September, mit einen 11:0 gegen Argentinien der höchste WM-Sieg aller Zeiten.
2008
Die Hangzhou Wan Daqiao, die mit 36 Kilometern längste Überseebrücke der Welt wird eröffnet. Die Brücke verbindet Cixi mit Jiaxing und verkürzt somit die Strecke zwischen Shanghai und Ningbo um 120 km. Das Bauwerk besteht unter anderem aus zwei Schrägseilbrücken mit 448 m beziehungsweise 318 m Stützweite. Pylone von fast 100 Metern Höhe halten die Spannseile. 660 Brückenbögen und 7000 Pfeiler, die rund 70 Meter hoch sind, tragen das Bauwerk. Die Brücke ist so konstruiert, dass sie Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h standhält. Die beteiligten Stahlfirmen gaben für die Trägerteile eine Garantie für die nächsten 100 Jahre. Insgesamt wurden 800.000 Tonnen Stahl und 2,5 Millionen Tonnen Beton verbaut. Etwa auf halber Strecke, mitten über dem Meer, wurde inzwischen eine Service-Insel errichtet, die eine Raststätte, Restaurants, ein Hotel, ein Konferenzzentrum und eine Aussichtsplattform umfasst
In der Forschungseinrichtung CERN bei Genf wird der Large Hadron Collider (LHC), der größte Teilchenbeschleuniger der Welt, in Betrieb genommen. Der Large Hadron Collider (LHC, deutsche Bezeichnung Großer Hadronen-Speicherring) ist ein ringförmiger Teilchenbeschleuniger für Hadronen am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Im LHC werden in Vakuumröhren Hadronen gegenläufig auf nahezu Lichtgeschwin-digkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht, um unterschiedliche Elementarteilchen zu erzeugen. Insbesondere erhoffen sich die Wissenschaftler bei diesen Kollisionen den experimentellen Nachweis des bislang nur hypothetischen Higgs-Bosons.Die unmittelbaren Kosten des LHC beliefen sich auf über drei Milliarden Euro. Die Gesamtkosten wurden über den Etat des CERN gedeckt, der von den 20 Mitgliedstaaten sowie sechs weiteren Staaten mit Beobachterstatus finanziert wurde.
Bild:Julian Herzog
2009
Mit einem 6:2-Finalsieg über England gewinnt die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen zum fünften Mal hintereinander die Europameisterschaft.
11. März - In Winnenden nahe Stuttgart in Baden-Württemberg erschießt ein 17-jähriger Amokläufer in der Albertville-Realschule zwölf Menschen und bei der anschließenden Flucht drei Passanten. Nachdem er von einem Polizisten angeschossen wird, tötet er sich selbst durch einen Kopfschuss.
15. Februar - Der US-Airways-Flug 1549 endet kurz nach dem Start mit einer Notwasserung auf dem nur 5 °C kalten Hudson River in New York City. Flugkapitän Chesley B. Sullenberger muss wegen Vogelschlag das Flugzeug notlanden. Wenige Minuten nach der Notwasserung trafen Fähren von den nahegelegenen Fährterminals und Schlepper ein und nahmen die ersten Passagiere des Flugzeugs an Bord. Auch ein Feuerlöschboot der New Yorker Feuerwehr sowie Boote der Küstenwache und der New Yorker Polizei trafen am Unglücksort ein und retteten die Passagiere aus dem Wasser und von den Tragflächen. Alle 155 Menschen an Bord der Maschine werden gerettet, etwa die Hälfte von ihnen erlitt leichtere Verletzungen oder musste wegen Unterkühlung in Krankenhäusern behandelt werden.
13. Mai - Die im September 2008 im Hohlen Fels am Südfuß der Schwäbischen Alb bei Schelklingen gefundene Venus vom Hohlen Fels, mit rund 35.000 Jahren vermutlich die älteste bekannte Menschendarstellung, wird in Tübingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Figur aus Mammut-Elfenbein ist etwa sechs Zentimeter hoch. Sie besitzt keinen Kopf, stattdessen eine Art Öse über den Schultern, welche die Vermutung nahe legt, dass die Figur als Anhänger getragen wurde – hierauf deuten auch entsprechende Polituren in der Öse hin.
19. Mai - Ein Forscherteam um den norwegischen Paläontologen Jørn H. Hurum veröffentlicht die Erstbeschreibung der neu entdeckten ausgestorbenen Primatengattung Darwinius. Das beschriebene Individuum „Ida“ gilt als das besterhaltene Fossil eines Primaten. Die rund 47 Millionen Jahre alten fossilen Überreste aus dem Eozän wurden kurz zuvor in der Grube Messel bei Darmstadt (Deutschland) entdeckt. Das hier abgebildete Fossil hat eine Gesamtlänge von 58 Zentimetern. Da es von einem Jungtier stammt, dessen bleibende Zähne gerade durchbrechen, ist auf ein weiteres Wachstum zu schließen. Die Kopf-Rumpf-Länge des Fossils beträgt 24 Zentimeter, die des ausgewachsenen Tieres wird auf 28 Zentimeter geschätzt. Der Schwanz des Fossils war demnach länger als der übrige Körper. Verschiedene Berechnungen beziffern das Gewicht des ausgewachsenen Tieres auf 0,7 bis 1,7 Kilogramm. Aus dem Bau des Rumpfes und der Gliedmaßen lässt sich schließen, dass Darwinius ein Baumbewohner war, der sich mit Hilfe aller vier Gliedmaßen durch das Geäst bewegte. Er konnte keine weiten Sprünge durchführen. Die großen Augen sprechen für eine nachtaktive Lebensweise. Der Bau der Zähne und Überreste im Verdauungstrakt ergeben, dass dieser Primat sich von Früchten, Samen und Blättern ernährt hat.Es gibt keinerlei Anzeichen, dass er Insekten oder andere tierische Beute fraß.
Seit 1. September 2009 gilt das EU-Verbot für herkömmliche Mattglas- Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken? Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt. Nach einer Beispielrechnung des Umweltbundesamtes sinken die Stromkosten bei 10 000 Betriebsstunden zwischen 49 und 177 Euro, wenn eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle und hochwertige Energiesparlampe ausgetauscht wird. Beim Austausch aller Lampen in privatem Gebrauch würde sich der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um rund vier Millionen Tonnen verringern. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoffoder LED-Lampen umsteigen. Mit der Verordnung werden aber keine Lampenarten
verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie schrittweise vom Markt weichen. Allerdings gibt es Bedenken gegen die neuen Leuchten, denn sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll. Ausserdem wird durch die Energiesparlampen eine höhere Strahlenbelastung in der Wohnung produziert.
Ab 1. September 2010 folgen Birnen mit mehr als 60 Watt, ein Jahr später solche mit mehr als 40 Watt und ab September 2012 Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als zehn Watt. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.
16. November - Nach 70 Jahren Schließung eröffnet die Bundeskanzlerin Angela Merkel das "Neue Museum" in Berlin, das unter anderem das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der Büste der ägyptischen Königin Nofretete beherbergt. Das zwischen 1843 und 1855 errichtete Gebäude ist Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel und einer der bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Mit seinem industrialisierten Bauverfahren und mit der Verwendung von Eisenkonstruktionen schrieb das Museum zudem ein Stück Technikgeschichte. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb das Museum jahrzehntelang als Ruine stehen, deren Wiederaufbau seit 1986 vorbereitet und 1999 begonnen wurde.
2010
12. Januar 16:43 Uhr Ortszeit - Bei einem Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala, mit dem Epizentrum in der Nähe von Port-au-Prince, der Hauptstadt des karibischen Inselstaates Haiti kommen nach Angaben der Regierung vermutlich 200.000 Menschen ums Leben. 250.000 weitere Personen werden verletzt und 1,5 Millionen
obdachlos.
Auch der Präsidentenpalast des Landes stürzt ein.
20. April - Die größte Öl-Umweltkatastrophe der Menschheitsgeschichte mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit, nimmt ihren Lauf als die Ölplattform Deepwater Horizon explodiert. Infolge verschiedener schwerer Versäumnisse kam es zu einem sogenannten Blowout, bei dem die Plattform in Brand geriet und infolgedessen zwei Tage später unterging. Das ausströmende Öl führte im Golf von Mexiko zur schwersten, jemals dagewesenen, Umweltkatastrophe dieser Art. 4,9 Millionen Barrel Öl strömen zwischen dem 20. April und dem 16. Juli ins Meer. Während der Bohrung hatte es eine ungewöhnlich hohe Zahl von Erdgaseinbrüchen in die Bohrung gegeben. Das Risiko durch Erdgaseinbrüche in Zusammenhang mit diesem Bohrvorhaben war von BP ein Jahr zuvor als „vernachlässigbar“ bezeichnet worden, obgleich von Regierungsseite deutlich davor gewarnt worden war. Da die Deepwater Horizon "nur" eine Erkundungsbohrplattform, aber keine Förderplattform war, sollte die fertiggestellte Bohrung durch Eingießen von Spezialzement befestigt und damit versiegelt werden. Das Öl sollte später von einer anderen Plattform gefördert werden. Infolge eines starken Druckanstiegs im Bohrloch kam es jedoch zu einem Blowout: Eine Fontäne von Bohrschlamm, Gas und Öl trat unter hohem Druck aus, entzündete sich und führte zum Brand der Bohrplattform. Die für diesen Fall vorgesehene zentrale Ventilsystem direkt am Meeresboden, wurde zwar betätigt, funktionierte jedoch nicht. Die manuelle Notabschaltung die das Bohrloch verschließen und die Bohrinsel vom Bohrloch trennen sollte, wurde erst 7 Minuten nach dem Blowout betätigt, funktionierte aber auch nicht. Seit dem 16. Juli ist der Ölausfluss mit einem temporären Verschluss gestoppt. Am 19. September 2010 erklärte der Sonderbeauftragte der US-Regierung, die Quelle offiziell für "tot".
Am 1. September erreicht das EU-weite Glühbirnen-Sterben seine zweite Etappe. Dann tritt ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für 75-Watt-Birnen in Kraft, wie es bereits für 100- Watt-Lampen gilt. Siehe Eintrag 2009
6. November - Die größte Christus-Statue der Welt wird fertiggestellt. Sie steht in der westpolnischen Kleinstadt Swiebodzin, etwa 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Ein 700-Tonnen-Kran hat am 6.November 2010 den Kopf und die ausgestreckten Arme an den Beton-Rumpf der gigantische Figur angebracht. Der ohne Sockel 36 Meter messende Christus von Swiebodzin
überragt seine berühmten Pendants im brasilianischen Rio de Janeiro und im bolivianischen Concordia um mehrere Meter.

20. Mai - In der Provinz Hubei in China erfolgt die Inbetriebnahme des Drei-Schluchten-Dammes, eines der größten Bauprojekte, das je von Menschenhand gebaut wurde, und mit einer Aufstauung von 39,3 Mrd. m³ Wasser einer der größten Talsperren der Erde. Der Stausee entstand im Bereich der berühmten drei Schluchten Qutang, Wuxia und Xiling.
Nach einer Erdumrundung und einer zweiten Atlantik-Überquerung landet Steve Fossett das Leichtflugzeug GlobalFlyer nach 78 Flugstunden im südenglischen Bournemouth und stellt damit einen Streckenrekord für Nonstop-Flüge auf.
Die Hangzhou Wan Daqiao, die mit 36 Kilometern längste Überseebrücke der Welt wird eröffnet. Die Brücke verbindet Cixi mit Jiaxing und verkürzt somit die Strecke zwischen Shanghai und Ningbo um 120 km. Das Bauwerk besteht unter anderem aus zwei Schrägseilbrücken mit 448 m beziehungsweise 318 m Stützweite. Pylone von fast 100 Metern Höhe halten die Spannseile. 660 Brückenbögen und 7000 Pfeiler, die rund 70 Meter hoch sind, tragen das Bauwerk. Die Brücke ist so konstruiert, dass sie Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h standhält. Die beteiligten Stahlfirmen gaben für die Trägerteile eine Garantie für die nächsten 100 Jahre. Insgesamt wurden 800.000 Tonnen Stahl und 2,5 Millionen Tonnen Beton verbaut. Etwa auf halber Strecke, mitten über dem Meer, wurde inzwischen eine Service-Insel errichtet, die eine Raststätte, Restaurants, ein Hotel, ein Konferenzzentrum und eine Aussichtsplattform umfasst
In der Forschungseinrichtung CERN bei Genf wird der Large Hadron Collider (LHC), der größte Teilchenbeschleuniger der Welt, in Betrieb genommen. Der Large Hadron Collider (LHC, deutsche Bezeichnung Großer Hadronen-Speicherring) ist ein ringförmiger Teilchenbeschleuniger für Hadronen am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Im LHC werden in Vakuumröhren Hadronen gegenläufig auf nahezu Lichtgeschwin-digkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht, um unterschiedliche Elementarteilchen zu erzeugen. Insbesondere erhoffen sich die Wissenschaftler bei diesen Kollisionen den experimentellen Nachweis des bislang nur hypothetischen Higgs-Bosons.Die unmittelbaren Kosten des LHC beliefen sich auf über drei Milliarden Euro. Die Gesamtkosten wurden über den Etat des CERN gedeckt, der von den 20 Mitgliedstaaten sowie sechs weiteren Staaten mit Beobachterstatus finanziert wurde.
15. Februar - Der US-Airways-Flug 1549 endet kurz nach dem Start mit einer Notwasserung auf dem nur 5 °C kalten Hudson River in New York City. Flugkapitän Chesley B. Sullenberger muss wegen Vogelschlag das Flugzeug notlanden. Wenige Minuten nach der Notwasserung trafen Fähren von den nahegelegenen Fährterminals und Schlepper ein und nahmen die ersten Passagiere des Flugzeugs an Bord. Auch ein Feuerlöschboot der New Yorker Feuerwehr sowie Boote der Küstenwache und der New Yorker Polizei trafen am Unglücksort ein und retteten die Passagiere aus dem Wasser und von den Tragflächen. Alle 155 Menschen an Bord der Maschine werden gerettet, etwa die Hälfte von ihnen erlitt leichtere Verletzungen oder musste wegen Unterkühlung in Krankenhäusern behandelt werden.
13. Mai - Die im September 2008 im Hohlen Fels am Südfuß der Schwäbischen Alb bei Schelklingen gefundene Venus vom Hohlen Fels, mit rund 35.000 Jahren vermutlich die älteste bekannte Menschendarstellung, wird in Tübingen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Figur aus Mammut-Elfenbein ist etwa sechs Zentimeter hoch. Sie besitzt keinen Kopf, stattdessen eine Art Öse über den Schultern, welche die Vermutung nahe legt, dass die Figur als Anhänger getragen wurde – hierauf deuten auch entsprechende Polituren in der Öse hin.
19. Mai - Ein Forscherteam um den norwegischen Paläontologen Jørn H. Hurum veröffentlicht die Erstbeschreibung der neu entdeckten ausgestorbenen Primatengattung Darwinius. Das beschriebene Individuum „Ida“ gilt als das besterhaltene Fossil eines Primaten. Die rund 47 Millionen Jahre alten fossilen Überreste aus dem Eozän wurden kurz zuvor in der Grube Messel bei Darmstadt (Deutschland) entdeckt. Das hier abgebildete Fossil hat eine Gesamtlänge von 58 Zentimetern. Da es von einem Jungtier stammt, dessen bleibende Zähne gerade durchbrechen, ist auf ein weiteres Wachstum zu schließen. Die Kopf-Rumpf-Länge des Fossils beträgt 24 Zentimeter, die des ausgewachsenen Tieres wird auf 28 Zentimeter geschätzt. Der Schwanz des Fossils war demnach länger als der übrige Körper. Verschiedene Berechnungen beziffern das Gewicht des ausgewachsenen Tieres auf 0,7 bis 1,7 Kilogramm. Aus dem Bau des Rumpfes und der Gliedmaßen lässt sich schließen, dass Darwinius ein Baumbewohner war, der sich mit Hilfe aller vier Gliedmaßen durch das Geäst bewegte. Er konnte keine weiten Sprünge durchführen. Die großen Augen sprechen für eine nachtaktive Lebensweise. Der Bau der Zähne und Überreste im Verdauungstrakt ergeben, dass dieser Primat sich von Früchten, Samen und Blättern ernährt hat.Es gibt keinerlei Anzeichen, dass er Insekten oder andere tierische Beute fraß.
Seit 1. September 2009 gilt das
EU-Verbot für herkömmliche Mattglas-
Glühbirnen und Glühbirnen
mit einer Leistung von 100 Watt. Was sollen die EU-Regeln von
2009 bewirken?
Herkömmliche Glühbirnen
gelten als Stromfresser. Sie wandeln
nur etwa fünf Prozent der
aufgenommenen Energie in
Licht um, der Rest wird als Wärme
abgegeben. Das Einsparvolumen
beim Strom wird auf rund
drei Viertel geschätzt. Nach einer
Beispielrechnung des Umweltbundesamtes
sinken die Stromkosten
bei 10 000 Betriebsstunden
zwischen 49 und 177 Euro,
wenn eine alte Glühbirne gegen
eine gleich helle und hochwertige
Energiesparlampe ausgetauscht
wird. Beim Austausch aller Lampen
in privatem Gebrauch würde
sich der jährliche Ausstoß von
Kohlendioxid in Deutschland um
rund vier Millionen Tonnen verringern. Die Bürger sollen
deshalb zur Beleuchtung ihrer
Wohnungen auf Leuchtstoffoder
LED-Lampen umsteigen.
Mit der Verordnung werden aber
keine Lampenarten
verboten,
sondern Anforderungen an Effizienz
und Tauglichkeit aufgestellt.
Da herkömmliche Lampen
diesen Anforderungen nicht entsprechen,
müssen sie schrittweise
vom Markt weichen. Allerdings gibt es Bedenken gegen die neuen
Leuchten, denn sie enthalten giftiges
Quecksilber und dürfen deshalb
nicht in den Hausmüll. Ausserdem wird durch die Energiesparlampen eine höhere Strahlenbelastung
in der Wohnung
produziert.
16. November - Nach 70 Jahren Schließung eröffnet die Bundeskanzlerin Angela Merkel das "Neue Museum" in Berlin, das unter anderem das Ägyptische Museum und Papyrussammlung mit der Büste der ägyptischen Königin Nofretete beherbergt. Das zwischen 1843 und 1855 errichtete Gebäude ist Teil des Weltkulturerbes Berliner Museumsinsel und einer der bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Mit seinem industrialisierten Bauverfahren und mit der Verwendung von Eisenkonstruktionen schrieb das Museum zudem ein Stück Technikgeschichte. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb das Museum jahrzehntelang als Ruine stehen, deren Wiederaufbau seit 1986 vorbereitet und 1999 begonnen wurde.
obdachlos.
20. April - Die größte Öl-Umweltkatastrophe der Menschheitsgeschichte mit unabsehbaren Folgen für die Menschheit, nimmt ihren Lauf als die Ölplattform Deepwater Horizon explodiert. Infolge verschiedener schwerer Versäumnisse kam es zu einem sogenannten Blowout, bei dem die Plattform in Brand geriet und infolgedessen zwei Tage später unterging. Das ausströmende Öl führte im Golf von Mexiko zur schwersten, jemals dagewesenen, Umweltkatastrophe dieser Art. 4,9 Millionen Barrel Öl strömen zwischen dem 20. April und dem 16. Juli ins Meer. Während der Bohrung hatte es eine ungewöhnlich hohe Zahl von Erdgaseinbrüchen in die Bohrung gegeben. Das Risiko durch Erdgaseinbrüche in Zusammenhang mit diesem Bohrvorhaben war von BP ein Jahr zuvor als „vernachlässigbar“ bezeichnet worden, obgleich von Regierungsseite deutlich davor gewarnt worden war. Da die Deepwater Horizon "nur" eine Erkundungsbohrplattform, aber keine Förderplattform war, sollte die fertiggestellte Bohrung durch Eingießen von Spezialzement befestigt und damit versiegelt werden. Das Öl sollte später von einer anderen Plattform gefördert werden. Infolge eines starken Druckanstiegs im Bohrloch kam es jedoch zu einem Blowout: Eine Fontäne von Bohrschlamm, Gas und Öl trat unter hohem Druck aus, entzündete sich und führte zum Brand der Bohrplattform. Die für diesen Fall vorgesehene zentrale Ventilsystem direkt am Meeresboden, wurde zwar betätigt, funktionierte jedoch nicht. Die manuelle Notabschaltung die das Bohrloch verschließen und die Bohrinsel vom Bohrloch trennen sollte, wurde erst 7 Minuten nach dem Blowout betätigt, funktionierte aber auch nicht. Seit dem 16. Juli ist der Ölausfluss mit einem temporären Verschluss gestoppt. Am 19. September 2010 erklärte der Sonderbeauftragte der US-Regierung, die Quelle offiziell für "tot".