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Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1941 - 1950

1941

20. Februar - Der "Jeep" wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Zeitung Washington Daily News berichtet von einer Testfahrt mit dem Chef-Testfahrer Irving Hausmann von "Willys-Overland Motors", der mit dem geländegängigen Fahrzeug "Willys MB" die Stufen des Capitols hochfährt. Wieder am Fuß der Treppe angekommen, fragte einer der Zuschauer, was das denn für ein Auto sei. Hausmann: "It’s a Jeep." Hillyer übernahm diesen Namen für ihren Artikel – und damit war der Name "Jeep" für alle Zeiten etabliert und wurde sogar von den Militärs als offizielle Bezeichnung akzeptiert. Es gibt viele Theorien wie der Name Jeep zustandegekommen ist. Die Wahrscheinlichste ist die Version nachdem der Name auf die Figur Eugene the Jeep aus dem Comicstrip Popeye zurückgeht. Dieses hundeähnliche Fabelwesen ernährte sich vorzugsweise von Orchideen und konnte durch Wände und Decken gehen, Bäume besteigen sowie fliegen – war also in der Lage überall aufzutauchen, wo es wollte. So wird vermutet, dass die Soldaten von den Fähigkeiten des neuen Fahrzeugs so begeistert waren, dass sie ihm in Anlehnung an diese Comicfigur "Jeep" nannten.

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19. April - Im Züricher Schauspielhaus wurde Bertolt Brechts Parabel über die kleinen Leute im Krieg, "Mutter Courage und ihre Kinder", uraufgeführt. Das Stück spielt im Dreißigjährigen Krieg und handelt vom Schicksal einer Marketenderin, einer Händlerin bei den Feldtruppen. Mutter Courage verliert ihre Kinder und widmet sich nur noch ihrem Geschäft, um ihre Trauer zu verdrängen.

 

Die deutschen Luftangriffe auf englische Städte werden mit Gesamtverlusten (seit August 1940) von weit über 2.000 Flugzeugen im Mai abgebrochen, weil das verbleibende Material für die Ostfront gebraucht wird.  

 

14. September - Der Hitchcock-Thriller "Verdacht" hatte in den USA Premiere und wurde ein Erfolg, obwohl Hitchcock für die Kinofassung des Films "kämpfen" musste: Das Studio hatte den Film auf unter 60 Minuten zusammen geschnitten. Zum Glück konnte Hitchcock einiges wieder einfügen; nur mit dem nicht buchgerechten Schluss musste er sich abfinden. Joan Fontaine bekam für die "Lina" den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Cary Grant spielte Rolle des "Johnnie" so überzeugend, dass er in weiteren drei Filmen des Regisseurs eine Hauptrolle erhielt: "Berüchtigt", "Über den Dächern von Nizza" und "Der unsichtbare Dritte" wurden zu Meilensteinen in der Kinogeschichte.

 

19. September - Die Polizeiverordnung vom 1. September des Jahres tritt in Kraft. Alle Juden im Deutschen Reich , Frankreich, Belgien und Holland, werden gezwungen, den Davidstern zu tragen. Fortan ist für sie auch ein Wohnsitzwechsel genehmigungspflichtig.

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Deutschland überfällt am 22.6. mit der Operation "Barbarossa" die vollkommen überrumpelte Sowjetunion. Trotz großer Anfangserfolge gegen die schlecht geführten und mit hoffnungslos veraltetem Material ausgerüsteten russischen Streitkräfte ist dennoch das Ende der Blitzkriege erreicht, weil sowohl die ungeheuren Entfernungen als auch wetterbedingten Nachteile (wie bereits von Napoleon 1812 erfahren) und die Erschöpfung der Truppe seitens der deutschen Heeresleitung unterschätzt werden. Der Angriff bleibt im Herbstschlamm der "Straßen" (nur noch Rollbahn genannt) und im früh einsetzenden Winter am 25.10. vor Moskau stecken. Stalin fühlt sich so sicher, dass er noch nicht einmal die Stadt verlässt. Die russische Armee zieht sich verbissen verteidigend zurück und überrascht die deutsche Wehrmacht am 5.12. mit einem energisch vorgetragenen Gegenangriff. Deutschland ist erstmals in der Geschichte des 2. WK in der Defensive.

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1. November - In den Black Hills in South Dakota wurde eine der größten Skulpturen der Welt enthüllt. Der Künstler Gutzon Borglum hatte seit 1927 am Mount Rushmore National Monument gearbeitet, um die Gesichter der vier US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln aus dem Naturfelsen zu schlagen. Borglum entfernte erst mit Sprengstoff, dann mit dem Pressluftbohrer und zuletzt mit Meissel und Hammer etwa 450.000 Tonnen Granit. Die Skulptur ist fast 50 m hoch und über 110 m breit. Heute ist das Mount Rushmore National Monument ein Besuchermagnet. Dazu hat nicht zuletzt die Schlussszene von Alfred Hitchcocks Film "Der unsichtbare Dritte" beigetragen. Die Black Hills waren ein heiliger Ort der Sioux-Indianer.

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7.12. Die Japaner überfallen in Pearl Harbor die vollkommen überraschten Amerikaner und vernichten einen großen Teil der amerikanischen Pazifikflotte. Die USA erklären Japan den Krieg.

 

Am 11.12. erklären Deutschland und Italien den USA den Krieg.

 

12. Mai - Konrad Zuse baut den Rechner Z2, der zur Dateneingabe einen Lochstreifenleser erhält. Am 12.5. stellt er den Rechner Z3 vor, der als erster praktisch einsetzbarer programmierbarer Rechenautomat der Welt gilt, welcher auch zuverlässig arbeitet.                        Bild: Venusianer

 

DDT kommt als Insektengift in den USA erstmals in Sprühdosen auf den Markt.

6.12.: US Präsident Roosevelt unterzeichnet die Anordnung zum Bau der Atombombe.

11.September - Der Grundstein für das Pentagon wird gelegt.

 

Der Propagandafilm "Quax, der Bruchpilot" mit Heinz Rühmann in der Titelrolle wird in Hamburg uraufgeführt.
Die Handlung: Otto Groschenbügel, genannt Quax, kleiner Angestellter eines Verkehrsbüros, gewinnt in einem Preisausschreiben eine kostenlose Sportfliegerausbildung an der Fliegerschule Bergried. Obwohl er eigentlich ein Angsthase ist, muss er – um nach aller Angeberei nicht das Gesicht zu verlieren – den Kursus tatsächlich antreten. Da undisziplinierte Aufschneider wie Quax in der Fliegerschule nicht erwünscht sind, wird er hier aber bereits nach kurzer Zeit wieder hinausgeworfen. In Dünkelstätt, wo man den Grund für seine schnelle Heimkehr nicht kennt, wird Quax indessen als Fliegerheld gefeiert. Um den Erwartungen gerecht zu werden und auch aus Enttäuschung darüber, dass seine Freundin Adelheid während seiner Abwesenheit untreu geworden ist, kehrt er nach Bergried zurück, um die Ausbildung fortzusetzen. Zur Belohnung hält das Schicksal für ihn auch eine neue Freundin bereit: die nette Marianne, die ihm schon mehrfach aus brenzligen Situationen herausgeholfen hat.
Als bei den Dreharbeiten der zur Verfügung gestellte Berufspilot wegen eines Beinbruchs ausfiel und aufgrund des Krieges kein Ersatz zu bekommen war, flog Rühmann der selbst ein begeisterter Sprotflieger war, in sämtlichen Szenen selbst, darunter auch die Kunstflug-Einlagen.

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Bertold Brechts Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" wird in Zürich am 19.4. mit Helene Weigel uraufgeführt.

Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß setzt sich in einen Flieger, den er in Schottland notlandet und mit seinem Fallschirm abspringt, um Friedensgespräche mit der englischen Regierung zu führen. Als sich diese noch nicht einmal empfangsbereit erklärt, sondern den Fall propagandistisch ausschlachtet und den Mann inhaftiert, läßt Hitler Heß für geisteskrank erklären, um den Deutschen diesen Flug zu erklären. Bislang konnte keine Geschichtsquelle schlüssig erklären, warum Rudolf Heß als Kriegsverbrecher bis zu seinem Freitod 1987 in aller Konsequenz in Einzelhaft gehalten wurde.

Mit dem "1.000-Bomber-Angriff" auf Köln setzt der uneingeschränkte Luftkrieg der Alliierten gegen die deutsche Bevölkerung ein.

Nachdem das seinerzeit schnellste und stärkste Kriegsschiff der Welt, die "Bismarck", das seinerzeit größte, die englische "Hood", am 24.5. versenkt hatte, wird es selbst gejagt und am 27.5. versenkt.

Am 1.9. tritt die Polizeiverordnung zum Tragen des Judensterns in Kraft. Am selben Tag startet 30 km vor Moskau die russische Gegenoffensive, welche die entkräfteten deutschen Truppen 250 km zurückwerfen wird.

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1942

Beginn der systematischen Ermordung von Juden im gesamten Einflussbereich von Großdeutschland.

2.12.: An der Universität Chicago löst der Physiker Enrico Fermi die erste kontrollierte Kettenreaktion aus, damit beginnt das Zeitalter der Kernenergie.

In den USA wird das Napalm von Louis Fieser entwickelt.

Die in Peenemünde entwickelte Rakete V2 erreicht mit 90 km Höhe erstmals den Weltraum.

Bei Krupp werden zwei Exemplare von DORA, dem größten Geschütz aller Zeiten, gebaut. Zur Bedienung dieses Eisenbahn-Geschützes sind über 4.000 Mann erforderlich; es schießt 7 t schwere Granaten 38 km weit.

Der Schleudersitz wird erfunden und erstmals ausprobiert.

Das erste LORAN Netz (Long Range Air Navigation; elektronisches Navigationssystem) wird an der amerikanischen Nordostküste eingerichtet.

Die künstliche Niere (Dialyse-Apparat) wird erfunden.

In der Schweiz wird die Todesstrafe abgeschafft.

Geboren: 8.1. Der amerikanische Physiker und Kosmologe Stephen William Hawking.nach Oben

 

1943

Die in Stalingrad eingeschlossene 6. Armee unter dem noch schnell zum Generalfeldmarschall beförderten Paulus kapituliert am 31. Januar mit über 300.000 Mann, die unterernährt und schlecht ausgerüstet in Gefangenschaft gehen. Im Rußlandfeldzug der Deutschen wird der Widerstand der Bevölkerung gegen die Besatzer zum Entscheidungsfaktor gegen die deutsche Invasion, weil der in weiten Teilen Rußlands ursprünglich begrüßte Einmarsch der Deutschen sich zum Nachteil der betroffenen Bevölkerung herausstellt. Die deutsche Wehrmacht gibt wie stets in ihrer Geschichte keinen Pardon (andere Streitkräfte stehen dem in nichts nach; zwei Jahre später wird jede Frau bereuen, im eroberten Ostpreußen geblieben zu sein. In Dresden wird man sich im Februar 1945 fragen, warum man ausgerechnet dorthin geflüchtet ist).

 

Joseph Goebbels hält seine berühmt gewordene Sportpalastrede vom 18. Februar, die in dem begeisterten "Ja" der Menge auf seine Frage nach dem totalen Krieg gipfelt.

Ein Aufstand im Warschauer Ghetto wird von deutschen Truppen ungeachtet des Lebensalters der Betroffenen brutal zerschlagen, wobei es nach eigenen Angaben der SS 56.065 Tote gibt.

 

Die Nationalsozialisten marschieren im Warschauer Ghetto ein, um das Ghetto aufzulösen und jüdischen Bewohner in Vernichtungslager zu deportieren. Dort werden sie von der Jüdischen Kampforganisation unter Mordechaj Anielewicz erwartet, denen nach viertägigen Kämpfen die Vertreibung der Deutschen gelingt.

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16. April - Der Schweizer Chemiker Albert Hofmann entdeckt ein einem Selbstversuch die Wirkung der von ihm bereits Jahre zuvor entwickelten Psychodroge LSD. Im Rahmen von Arzneimittelforschungen mit dem Getreidepilz Mutterkorn und unter der Zielsetzung, ein stimulierendes Kreislaufmittel zu entwickeln, synthetisierte Hofmann 1938 verschiedene Amid-Derivate der Lysergsäure, darunter – als 25. Substanz dieser Versuchsreihe – das Diethylamid LSD-25. In Tierversuchen löste der Stoff Unruhe unter den Tieren aus, zeigte aber keine verwertbaren oder pharmakologisch interessanten Eigenschaften und wurde daher nicht weiter untersucht. 1943 entschied sich Hofmann dennoch, LSD noch einmal herzustellen. Während der Laborarbeit veranlasste plötzliche Unruhe und Unwohlsein ihn, seine Arbeit abzubrechen und heimzufahren. Zu Hause angekommen, hatte er bei geschlossenen Augen für etwa zwei Stunden intensive kaleidoskopartige, farbige Visionen. Vermutlich hatte er unbeabsichtigt und auf ungeklärte Weise eine Spur LSD aufgenommen. Um diesem ungewöhnlichen Erlebnis auf den Grund zu gehen, entschied er sich am 19. April 1943, die Substanz mit der kleinsten für ihn denkbaren wirksamen Dosis im Selbstversuch zu testen, und protokollierte das Erlebnis drei Tage später:

16:20 Einnahme der Substanz
17:00 Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.
Mit Velo nach Hause. Von 18 – ca. 20 Uhr schwerste Krise, siehe
Die letzten Worte konnte ich nur mit grosser Mühe niederschreiben. […] die Veränderungen und Empfindungen waren von der gleichen Art [wie gestern], nur viel tiefgreifender. Ich konnte nur noch mit grösster Anstrengung verständlich sprechen, und bat meine Laborantin, die über den Selbstversuch informiert war, mich nach Hause zu begleiten. Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad […] nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren. [Zu Hause angelangt] wurden Schwindel und Ohnmachtsgefühl zeitweise so stark, dass ich mich nicht mehr aufrecht halten konnte und mich auf ein Sofa hinlegen musste. Meine Umgebung hatte sich nun in beängstigender Weise verwandelt. […] die vertrauten Gegenstände nahmen groteske, meist bedrohliche Formen an. Sie waren in dauernder Bewegung, wie belebt, wie von innerer Unruhe erfüllt. Die Nachbarsfrau […] war nicht mehr Frau R., sondern eine bösartige, heimtückische Hexe mit einer farbigen Fratze. etc. etc.“

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Eine der größten Panzerschlachten der Weltgeschichte findet im Juli während der letzten deutschen Großoffensive an der Ostfront bei Kursk mit etwa 1,3 mio Soldaten, über 6.000 Panzern und fast 5.000 Jagdflugzeugen auf beiden Seiten statt.

 

Die alliierten Luftangriffe nehmen an Zahl und Heftigkeit zu. Besonders schwer getroffen werden Berlin, Hamburg (eine ganze Woche lang mit über 40.000 Toten), Kassel (die Stadt brennt 7 Tage lang), Köln.

13. Oktober - Italien unter dem neuen Premierminister Pietro Badoglio erklärt dem Deutschen Reich den Krieg.

 

18. November - Eine Serie von fünf Großangriffen britischer Bomber auf Berlin beginnt. Bis zum 3. Dezember werfen sie über 8.600 Tonnen Sprengstoff ab. Die Angriffe dauern bis Ende März 1944, die US-Luftwaffe beteiligt sich mit Tagesangriffen. Danach sind Zehntausende tot, vermisst oder schwerverletzt, rund 1,5 Millionen Berliner werden obdachlos. Anschliessend verlagert sich der Schwerpunkt der Luftangriffe auf die Vorbereitung der alliierten Invasion, die für Juni 1944 geplant ist. Fast 30 Quadratkilometer der am dichtesten besiedelten Stadtfläche sind Ruinenfelder, 612.000 Wohnungen wurden völlig zerstört.

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18. November - Hermann Hesses Erzählung "Das Glasperlenspiel" erschien in Zürich. In diesem Werk entwirft Hesse die utopische Welt der Geistes-Elite von "Kastalien", einer ideal-typischen Republik von Gelehrten, die die höchste Stilisierungsform menschlicher Kultur repräsentiert. Das Werk stellt einen Gegenentwurf zur antihumanen Herrschaft von Stalinismus und Nationalsozialismus, als deren Antipoden sich Hesse verstand. Nach dem Erscheinen des Buches zog er sich aufgrund seines schlechter werdenden Gesundheitszustandes, vor allem wegen einer zunehmenden Sehschwäche, weitgehend aus dem literarischen Leben zurück. 1946 wurde Hesse für sein Lebenswerk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

In Oak Ridge im US-amerikanischen Staat Tennessee wird der erste voll funktionsfähige Kernreaktor der Welt in Betrieb genommen.

Der amerikanische Schiffskonstrukteur Henry Kaiser entwirft nach einem Baukastensystem den "Liberty"-Schiffstyp, der in nur 10 Tagen gebaut werden kann.

Jacques Yves Cousteau erfindet mit der Aqualunge das erste Preßlufttauchgerät.

In Deutschland wird der kontinuierliche Stahlguß erfunden.

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1944

21. August - Bei einem Treffen in Dumbarton Oaks bei Washington vereinbarten die USA, China, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion die Grundsätze zum Aufbau der Vereinten Nationen (UNO). Bereits mit dem Inkrafttreten der Atlantikcharta 1942 hatten sich 26 Länder unter dem Namen "United Nations" zusammengeschlossen. Am 26. Juni 1945 wurde die UNO mit dem Erscheinen ihrer Charta offiziell gegründet. Vorrangige Aufgabe der Organisation ist die Förderung des Weltfriedens. Die UNO hat in unzähligen Konflikten eine Vermittlerrolle übernommen. Aus vielen dieser Friedensgespräche entstand zur Überwachung des geschlossenen Friedensabkommens oder Waffenstillstandes eine Überwachungstruppe (Peacekeeping). Häufig wurden dabei Pufferzonen durch UNO Truppen besetzt.

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Der zweite Weltkrieg

Im März erfolgt an der Italienfront der alliierte Luftangriff auf das historisch wertvolle 529 gegründete Kloster am Monte Cassino, das vollständig zerstört wird (einen militärisch zu rechtfertigenden Grund hierfür gab es nicht). Die von General Kesselring organisierte deutsche Verteidigung hält sich in den Trümmern noch bis zum 18.5.; Rom wird am 4.6. zerstörungsfrei geräumt. In Norditalien zieht sich die deutsche Armee Zug um Zug bis zum Alpenrand vor den unaufhaltsam vorrückenden Amerikanern zurück.

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1. Juli - In den Vereinigten Staaten von Amerika beschlossen Vertreter von 44 Staaten die Gründung eines Internationalen Währungsfonds und einer Weltbank für Entwicklungshilfe. Auf der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hapshire einigten sich die Delegierten darauf, dass der Währungsfonds die Wechselkurse stabil zu halten hatte, während die Weltbank den Wiederaufbau des zerstörten Europas und Entwicklungshilfe für die Staaten der Dritten Welt leisten sollte.

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Die unter dem Oberbefehl von Eisenhower stehende und von langer Hand vorbereitete "Operation Overlord", also die Landung der Alliierten in der Normandie (mit großen Verlusten im Abschnitt "Omaha"), beginnt mit "D-Day" dem 6.6.; beim weiteren Vorgehen der Alliierten werden bei der Brücke von Arnheim sinnlos hohe Opfer gebracht.

Am 25.8. wird Paris befreit, und General de Gaulle bildet eine provisorische Regierung.

Am 21.10. wird mit Aachen die erste deutsche Großstadt erobert.

Mit der zunächst scheinbar erfolgreichen Ardennenoffensive wird die letzte deutsche Gegenoffensive am 16.12. gestartet, die aber mangels Lufthoheit bereits eine knappe Woche später scheitert.

Die gesamte Ostfront bricht zusammen, dennoch gelingt es der militärischen Führung bis zum Herbst, die Front mehr oder weniger kontrolliert und mit heftiger Gegenwehr und hohen Verlusten nach und nach zurückzunehmen.

Am 16.10. überschreiten die Russen die deutsche Grenze im ostpreußischen Goldap. Das Leiden derjenigen, die nicht fliehen konnten, beginnt; insbesondere der weibliche Teil der Bevölkerung fällt den Greueltaten russischer Eroberer zum Opfer. Eine große Fluchtwelle nach Westen beginnt.nach Oben

 

19. Oktober - In Japan wird auf Anregung von Vizeadmiral Ōnishi Takijirō die Kampffliegereinheit Shimpū Tokkōtai, die später im Ausland als Kamikaze bekannt wird, als letzter Ausweg vor der Kapitulation vor den Alliierten im Pazifikkrieg gegründet.  Ōnishi wurde 1944 der Befehlshaber der 1. kaiserlich-japanischen Luftflotte auf Luzon, deren Auftrag die Unterstützung der Vereinigten Flotte unter Admiral KuritaTakeo während der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte war. Nach der Niederlage in der Schlacht in der Philippinensee standen Ōnishi viel zu wenig Kampfflugzeuge zur Verfügung, um den Auftrag der Vernichtung der US-Trägerflotte tatsächlich durchführen zu können. Ōnishi entschied sich auf Anraten des japanischen Kaisers dafür, die wenigen verbleibenden Flugzeugbesatzungen in Selbstmordangriffen zu opfern. Dabei spielten neben militärischen Gesichtspunkten auch propagandistische Gründe eine Rolle. Die Selbstaufopferung der Piloten diente als Vorbild für die Rekrutierung weiterer Selbstmordpiloten. Tatsächlich war bereits der erste Einsatz keineswegs freiwillig. Der später von der japanischen Propaganda zu einem gottähnlichen Kami stilisierte Pilot Seki Yukio äußerte gegenüber einem Reporter:

„Japan ist am Ende, wenn es dazu gezwungen ist, einen seiner besten Piloten zu töten. Ich gehe nicht für den Kaiser oder für das japanische Kaiserreich auf diese Mission ... Ich gehe, weil es mir befohlen wurde !“

Insgesamt wurden bis zum 15. August 1945 über 4.000 meist minderjährige japanische Piloten in Selbstmordeinsätzen getötet. Die überwiegende Mehrzahl der Piloten wurde abgeschossen, bevor sie ihren Auftrag erfüllen konnten.

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Über 23.000 Einsätze der "Vergeltungswaffe" V1, ab 8.9. auch über 4.400 der V2, werden vornehmlich gegen London geflogen. Die V1 konnte noch abgeschossen oder durch geschickte Flieger zum Absturz gebracht werden; gegen die V2 gab es keine Abwehrmittel.

Im November wird das letzte große deutsche Schlachtschiff, die "Tirpitz", in einem norwegischen Fjord durch einen Luftangriff torpediert und kentert.

Als Vergeltung für die Entführung eines SS-Offiziers durch die französische Widerstandsbewegung Resistance wird das Dorf Oradour-sur-Glane von der SS niedergemacht, alle Frauen und Kinder in die Dorfkirche getrieben und bei lebendigem Leibe verbrannt, alle männlichen Bewohner erschossen.

Angesichts des Zusammenbruchs der Ostfront befiehlt SS-Chef Heinrich Himmler am 2.11. die Auflösung des Vernichtungslagers Auschwitz und Verlegung der Insassen ins Reichsinnere.

 

20. Juli - Operation Walküre: Claus Graf Schenk von Stauffenberg verübt ein Attentat auf Adolf Hitler, das jedoch scheitert. Die durch Oberst Graf von Stauffenberg hineingeschmuggelte Bombe tötet zwar vier Personen, Hitler bleibt jedoch leicht verletzt. Adolf Hitler nimmt furchtbare Rache an den Attentätern Stauffenberg und Generaloberst Beck werden sofort erschossen. Andere wie Generalfeldmarschall von Witzleben werden im Volksgerichtshof unter Freisler rüde vorgeführt und später meist in Berlin-Plötzensee an Fleischerhaken mit Drahtseilen erhängt. Mindestens 200 Menschen werden im Zusammenhang mit diesem Attentat vom NS-Regime ermordet.

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Ab September wird der "Volkssturm" aufgestellt, der sich aus allen wehrfähigen Männern zwischen 16 und 60 zusammensetzt.

 

21. Oktober - Aachen war die erste deutsche Großstadt, die im Zweiten Weltkriegs fiel. US-Truppen konnten nach schweren Kämpfen am 21. Oktober in die zerstörte Stadt einrücken. Die Amerikaner hatten die deutsche Grenze am 11. September 1944 nördlich von Trier überschritten. Tags darauf waren sie zum Westwall bei Aachen vor gestoßen und hatten die ersten Bunker eingenommen. Danach kam der Angriff vorerst zum Stillstand, da es Probleme mit dem Nachschub von Benzin und Munition gab. Im November begann die Schlacht um Hürtgenwald, in der fast 70.000 Sodaten, darunter 55.000 Amerikaner, ums Leben kamen. Am 16. Dezember versuchte Hitler mit der Ardennenoffensive, die alliierte Front zu durchbrechen.

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Die Kriegsgegner Deutschlands betreten noch in diesem Jahr erstmals deutschen Boden. Churchill gibt den Forderungen Stalins nach einer Verschiebung Polens nach Westen im Dezember statt. Die Oder-Neiße-Linie wird als Westgrenze angesehen.

 

27.11.: Die Innenstadt von Freiburg im Breisgau wird bei einem Luftangriff derart zerstört, dass niemand an die Möglichkeit eines Wiederaufbaus geglaubt hat.

 

Mit der Messerschmitt ME262 wird das erste strahlgetriebene und in Serie gebaute Kampfflugzeug hergestellt.

 

Die Panzerfaust wird als Nahkampfwaffe eingeführt.

 

15. Dezember -Das Flugzeug mit dem amerikanischen Bandleader Glenn Miller verschwindet im Zweiten Weltkrieg auf dem Weg von London nach Paris spurlos über dem Ärmelkanal.

 

15. Dezember - In Prag wird der Film "Große Freiheit Nr. 7" von Helmut Käutner mit Hans Albers, Ilse Werner und Hans Söhnker uraufgeführt. Eine Aufführung für Deutschland ist 3 Tage zuvor von der nationalsozialistischen Prüfstelle verboten worden.

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1945

13. - 15. Febuar - Die Dresdner Frauenkirche wurde, durch den nach 3 massiven Luftangriffen der Alliierten wütenden Feuersturm vom 13. Februar, schwer beschädigt und stürzte am Morgen des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen. Die historische Altstadt wurde dabei fast völlig zerstört. Durch die Angriffe brachen riesige Brände aus, die so intensiv waren, dass selbst der Asphalt auf den Straßen verbrannte. Schätzungsweise 35.000 Menschen kamen ums Leben. In der DDR blieb ihre Ruine erhalten und diente als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Nach der Wende begann 1994 der 2005 abgeschlossene Wiederaufbau, den Fördervereine und Spender aus aller Welt finanzieren halfen. Am 30. Oktober 2005 fand in der Frauenkirche ein Weihegottesdienst und Festakt statt. Aus dem Mahnmal gegen den Krieg soll nun ein Symbol der Versöhnung werden.  Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1985-0206-024 / Hiekel, Matthias / CC-BY-SA

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19. Februar - US-amerikanische Truppen landeten nach über 50tägiger Bombardierung auf der japanischen Insel Iwo Jima. Sie liegt rund 750 km von der Hautpstadt Tokio entfernt. Vier Soldaten hissten das Sternenbanner und wurden von einem Fotografen gebeten, die Situation nachzustellen. Es entstand eines der berühmtesten Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Aufstellen des Flaggenmastes erfolgte durch fünf Soldaten des United States Marine Corps und einem medizinischen Assistenten im Dienste der US Navy. Die Namen der Soldaten und selbst ihre Anzahl waren anfangs nicht bekannt und wurden erst später ermittelt. Es handelte sich im Einzelnen um folgende Soldaten: Michael Strank , Harlon Block, Franklin Sousley, John Bradley, Rene Gagnon und Ira Hayes. Mit der Landung auf Iwo Jima und der Eroberung von Okinawa begann der Angriff der Alliierten auf das japanische Mutterland. Die Einnahme der beiden Inseln forderte über 60.000 Tote. Im gleichen Jahr warfen die Amerikaner eine Atombombe auf Hiroshima. Dabei starben über 90.000 Menschen.

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18. März - Die sogenannte Weltbank, eigentlich Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, nahm an diesem Tag in Washington ihre Geschäfte auf. Sie war 1944 zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) auf der Konferenz von Bretton Woods geschaffen worden. Ihr Ziel ist es, die ökonomische Entwicklung durch Vergabe langfristiger, projektbezogener Darlehen wieder aufzubauen und anzuregen. Die Kredite der Weltbank sollen an staatliche Institutionen, Unternehmen und Organisationen fließen, wenn diese am privaten Kapitalmarkt nicht zu annehmbaren Bedingungen zu bekommen sind. Die Weltbank muss selbst Kredite aufnehmen, um die Darlehen gewähren zu können.

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1. Juni - Im zerbombten Berlin werden zum erstenmal Frauen zu Aufräumarbeiten in den Ruinen dienstverpflichtet. Nicht nur die ehemalige Reichshauptstadt die am 03.02.1945 mit über 20.000 Toten zerstört wurde, sondern nahezu alle größeren Städte, lagen nach Kriegsende in Schutt und Asche. Es galt ca. 400 Millionen Kubikmeter Trümmer zu beseitigen. Vor dem Wiederaufbau mußte zunächst einmal das Beseitigen der Trümmer bewerkstelligt werden. Viele arbeitsfähige Männer waren während des Krieges gefallen, noch nicht aus der Gefangenschaft zurückgekehrt oder mit anderen wichtigeren Aufgaben beschäftigt. So mußten die Frauen, alt wie jung, diese Aufgabe übernehmen. Die geschätzte Zahl der Trümmerfrauen lag allein in Berlin bei 20.000 bis 60.000. Der Schutt wurde für den Abtransport von Hand zu Hand weitergereicht oder die Mörtelreste von den Ziegelsteinen wurden mit einem Hammer abgeklopft um diese dann zu stapeln. Wegen Ermangelung der Pferde, zogen die Frauen die mit Schutt beladenen Wagen oft selbst oder schoben die beladenen Loren vor sich her. Mit primitiven Arbeitsmitteln, wie etwa Marmeladen- Eimern und dergleichen, wurde die Entrümmerung durchgeführt. Auch Abrissarbeiten, die Bergung von Balken und anderen Baumaterialen gehörten zu den Aufgaben einer Trümmerfrau. Durch die vielen Bomben- und Munitionsfunde waren sie zusätzlich gefährdet. Kaum ein Tag verging ohne Unfälle.

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17. Juli - Zur ersten Konferenz der Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kamen in Potsdam der amerikanische Präsident Harry S. Truman, der britische Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Staatschef Josef Stalin zusammen. Ziel des Treffens war die Verwaltung des besiegten Deutschlands, die Grenzziehung sowie die künftige Rolle der UdSSR in Osteuropa.

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1. August - In Frankfurt am Main erschien die erste von den Alliierten lizenzierte Zeitung, die "Frankfurter Rundschau". Der Neuaufbau der westdeutschen Presse vollzog sich in drei Stufen: Zuerst gab es ein totales Verbot, danach die Herausgabe offizieller Nachrichtenblätter der Militärregierung, schließlich wurden Zeitungen in einem Lizenzsystem herausgegeben. Die Medien waren für die Alliierten ein wichtiges Instrument zur geplanten Umerziehung der Deutschen, vor allem die Entnazifizierung der Presse wurde angestrebt. Es sollten nationale Überheblichkeit, Vormachtstreben in Europa und Anfälligkeit für nationalistische und rassistische Ideen aus Deutschland verbannt werden.

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In Großbritannien erscheint die Erstauflage von George Orwells Roman "Animal Farm".  Inhalt ist die Erhebung der Tiere einer englischen Farm gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers, der sie vernachlässigt und ausbeutet. Nach anfänglichen Erfolgen und beginnendem Wohlstand übernehmen die Schweine immer mehr die Führung und errichten schließlich eine Gewaltherrschaft, die schlimmer ist als diejenige, welche die Tiere abschütteln wollten. Aufgrund seines Inhaltes wurde der Roman als Parabel auf die Geschichte der Sowjetunion interpretiert, bei der auf die vom Volk getragene Oktoberrevolution letztlich die diktatorische Herrschaft Stalins folgte.

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Der zweite Weltkrieg

 

Im Pazifikkrieg bombardieren US-Luftstreitkräfte im Januar Formosa und Okinawa, und Luzon wird ab dem 9.1. mühsam zurückerobert.

Die Schlacht um Iwo Jima entbrennt 19.2.-16.3., wobei von 21.000 japanischen Verteidigern nur 216 in Gefangenschaft geraten.

Ostpreußen ist im Januar durch russische Einheiten eingeschlossen, die Flucht nur noch über das Meer möglich. Alle in der Ostsee stationierten Marine- und sonstige Schiffseinheiten werden zur Evakuierung eingesetzt. Ein gutes Dutzend der Flüchtlingsschiffe werden meist durch U-Boote versenkt mit über 18.000 Todesopfern, darunter die "Wilhelm Gustloff" allein mit 5.100 Flüchtlingen an Bord.

11. April - BuchIm Konzentrationslager Buchenwald floh ein Großteil der SS-Wachmanschaften. In den Tagen zuvor waren 28.000 der 47.000 einsitzenden Häftlinge vor der heranrückenden Front "evakuiert" worden. Auf den "Todesmärschen" kamen nochmals Tausende ums Leben, nachdem während des Krieges schon über 40.000 Menschen in Buchenwald ermordet worden waren. In Buchenwald überrannten die Häftlinge die verbliebenen 120 SS-Männer und befreiten sich selbst. Das Lager wurde der US-Armee übergeben. Der ehemalige Buchenwald-Häftling und Arbeiterschriftsteller Bruno Apitz gestaltete den Kampf der Häftlinge von Buchenwald und der illegalen Lagerorganisation im KZ um das Leben eines polnischen Kindes und die Selbstbefreiung in seinem berühmten Roman "Nackt unter Wölfen" (1958).

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Obwohl es dafür keinerlei militärischen Sinn mehr gibt, führen die Alliierten ihre massiven Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung in unverminderter Härte fort. Schwer getroffen werden Magdeburg (16.1.+17.1.), Berlin am 3.2. mit über 20.000 Toten, das von Flüchtlingen aus dem Osten hoffnungslos überfüllte Dresden am 13.2. und 14.2. (so gut wie total zerstört, die Zahl der Opfer kann nur geschätzt werden, wobei Zahlen von 60.000 bis über 300.000 genannt werden. Die Überlebenden können sich nicht anders helfen, als die Opfer massenhaft zu verbrennen), Pforzheim (23.2.), Essen (11.3.), Dortmund (12.3.), Nürnberg und Würzburg (16.3.), Leipzig (10.4.), Kiel und München (25.4.). Außerdem werden Paderborn, Hildesheim, Potsdam und Münster zerstört.

 

Jalta11. Februar - US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Großbritanniens Premierminister Winston Churchill und der sowjetische Staatschef Josef Stalin unterzeichnen die Erklärung von Jalta anlässlich der Konferenz von Jalta auf der sowjetischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim, mit der die Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegt wird. Unter anderem soll Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt werden.

 

An der Westfront erreichen die Alliierten am 27.2. den Rhein bei Kalkar, am 2.3. wird Trier eingenommen, am 7.3. Köln.

Die Rheinbrücke bei Remagen fällt am 6.3. den Amerikanern unzerstört in die Hände und beschleunigt das Eindringen der Alliierten in das Deutsche Reich nicht unerheblich. In zwei Hauptlinien stoßen sie über Kassel an die Elbe und zum Brenner nach Oberösterreich vor.

19. März - Aufgrund der bevorstehenden Kriegsniederlage befahl Reichskanzler Adolf Hitler die Zerstörung aller Sachwerte und Industrieanlagen in Deutschland. Er wollte verhindern, dass sie dem heranrückenden Feind in die Hände fallen. Der sogenannte "Nero-Befehl" war ein letzter Höhepunkt in der Reihe der wahnwitzigen Anordnungen und Erlasse der nationalsozialistischen Führung kurz vor Ende des Krieges. Da sich Rüstungsminister Albert Speer und führende Industrielle dem Befehl widersetzten oder ihn hintertrieben, wurden die Zerstörungen nicht vollständig ausgeführt. Der "Nero-Befehl" setzte die von Hitler schon früher geforderte Politik der "verbrannten Erde" fort.

 

Die Rote Armee bricht am 16.4. an der Oder durch. Am 25.4. treffen Amerikaner und Russen bei Torgau an der Elbe aufeinander, am 23.4. wurde Berlin bereits eingeschlossen.

Am 30.4. nehmen die Sowjets das Reichstagsgebäude ein;

Adolf Hitler (*1889) und seine kurz vorher noch im kleinen Kreis geehelichte Frau Eva Braun, Joseph Goebbels (samt Familie) verüben Selbstmord. Die Regierung wird von Dönitz vertreten, der sich noch Chancen von Verhandlungen mit den Siegern ausrechnet. Seine Regierung wird am 23.5. verhaftet.

Am 7.5. (vor den Westalliierten, Unterzeichner: Jodl, Friedeburg, Oxenius) und 8.5. (vor der Roten Armee, Unterzeichner: Keitel, Friedeburg, Stumpff) kapitulieren die deutschen Streitkräfte mit Wirkung zum 9.5. bedingungslos.

Bei der Befreiung der Konzentrationslager durch die Eroberer bieten sich diesen grauenhafte Bilder und Szenen, deren Ausmaß bis heute nicht endgültig "verarbeitet" ist.

Am 14.5. öffnen die Bankschalter wieder, am 16.5. haben 30 Berliner Kinos wieder geöffnet, und am 26.5. findet bereits das erste Konzert der Berliner Philharmoniker der Nachkriegszeit statt.

Am 5.6. übernimmt ein Alliierter Kontrollrat die Regierungsgewalt über das in Stücke geschlagene Deutschland. Deutschland wird interniert (zumindest seine Soldaten) und entnazifiziert (zumindest im Westen, und zwar überwiegend per Fragebogen).

 

Die weltweit erste Atombombe wurde am 16. Juli 1945 auf dem drei Jahre zuvor eröffneten Trinity-Testgelände in Los Alamos im amerikanischen Bundesstaat New Mexico um 05:29:45 Uhr gezündet. Die Explosion war das Ergebnis des "Manhattan Projects", einer mehrjährigen wissenschaftlichen Forschungsreihe, die unter strengster Geheimhaltung von einem Team um den bekannten Physiker J. Robert Oppenheimer durchgeführt worden war. Die Explosion, die eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT besaß, hinterließ einen 3 m tiefen und 330 m breiten Krater in der Wüste. Die Druckwelle war 160 km weit zu spüren und die atombomben-typische Pilzwolke erreichte 12 km Höhe. Der Sand in der Explosionsumgebung schmolz wegen der großen Hitze zu grünlichem Glas. Um den Test zu verbergen, meldete das Militär, dass es sich um eine Explosion eines Munitionslagers gehandelt hätte und gab die Tatsache des Atombombentests erst am 6. August, also am Tag des Bombenabwurfs auf Hiroshima, bekannt. Vor dem Test wurde am 7. Mai eine Ladung von 100 Tonnen TNT gesprengt, um die Messgeräte zu kalibrieren. Bei dem Test waren 260 Personen anwesend, die 9 km von dem Detonationsort entfernt waren. Wenige Wochen später nach dem erfolgreichen Test zerstörten Atombomben die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki und beendeten den Zweiten Weltkrieg. Auch heute noch dient das Gelände bei Los Alamos der wissenschaftlichen Forschung.

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6. /9. August Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Es ist ein schwüler Sommermorgen, als sich Sunao Tsuboi auf den Weg zur Universität macht. Plötzlich blitzt es vor seinen Augen ungeheuerlich auf. Im nächsten Moment reißt die Wucht einer gewaltigen Explosion den 20-jährigen Japaner meterweit über den Boden. Es ist 8.15 Uhr. „Ich fand mich auf einem Bürgersteig wieder, von Kopf bis zu den Zehen verbrannt und in Rauch eingehüllt“, erinnert sich der heute 85-Jährige. „Ich dachte, ich muss sterben.“ Nach mehrstündigem Flug von der kleinen Insel Tinian rund 2500 Kilometer südöstlich Japans hatte der US-Bomber „Enola Gay“ die Atombombe mit dem harmlos klingenden Namen „Little Boy“ 580 Meter über dem Shima-Krankenhaus mitten im Zentrum Hiroshimas abgeworfen.
Der Blitz der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe verwandelt die Stadt in ein Inferno:
Binnen Sekunden macht eine gewaltige Druck- und Hitzewelle von mindestens 6000 Grad die Stadt zu einer lodernden Hölle. Von den 350 000 Bewohnern sterben auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70 000 Menschen; Ende Dezember 1945 liegt die Zahl schon bei 140 000. Drei Tage nach dem ersten Abwurf zündeten die Amerikaner über Nagasaki eine zweite Atombombe. Bis Dezember 1945 starben dort etwa 70.000 Menschen. Die genaue Opferzahl wird sich nie ermitteln lassen, weil viele erst an den Spätfolgen der Strahlung starben. Die USA hätten die Atombomben nicht deswegen abgeworfen, „weil sie keine andere Wahl hatten“, den Zweiten Weltkrieg zu beenden, sondern weil sie die Bomben ausprobieren wollten. Tatsächlich waren sie auch nach Auffassung mancher Historiker militärisch nicht notwendig gewesen. Zwar verkündete der japanische Kaiser Hirohito kurz nach dem Atominferno am 15. August Japans Kapitulation. Das Land lag nach Auffassung von Historikern jedoch schon zuvor am Boden und hätte sich so oder so ergeben. Immerhin nimmt 2010, am 65. Jahrestag, mit dem US-Botschafter in Japan, John Roos, erstmals auch ein Vertreter der USA an der Gedenkveranstaltung in Hiroshima teil. Die USA sind das einzige Land der Erde, das Atombomben eingesetzt hat. Und sie besitzen immer noch Atomwaffen.

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Wie in Jalta besprochen, marschiert die UdSSR am 8.8. in der von Japan besetzten Mandschurei ein und besiegt die Verteidiger am 21.8.

Die bedingungslose Kapitulation Japans erfolgt am 2.9. auf dem US-Flaggschiff "Missouri".

19. September - In Deutschlands US-amerikanischer Besatzungszone gibt die Militärregierung mit der Proklamation Nr. 2 die Gründung von Groß-Hessen, Württemberg-Baden und Bayern bekannt.

 

1. Oktober - Die Militärverwaltung der US-Besatzungstruppen in Deutschland hebt das sogenannte Fraternisierungsverbot für US-Soldaten auf. Bis zu diesem Tag war es den "GI"s untersagt, Beziehungen zu deutschen Frauen aufzunehmen - bisher waren höchstens Gespräche in der Öffentlichkeit erlaubt.

 

20. November - Gegen 24 Mitglieder der politischen und militärischen Führung des Dritten Reichs wurde vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg Anklage erhoben. Angelastet wurde ihnen der Bruch international gültiger Verträge, militärische Aggression, Verbrechen gegen Gesetze der Kriegsführung, Massentötungen, Deportationen und Plünderungen. Der Internationale Militärgerichtshof sprach zwölf Todesurteile aus, die am 16. Oktober 1946 vollstreckt wurden. Martin Bormann, ehemals Leiter der NSDAP-Parteikanzlei und Sekretär Hitlers, wurde in Abwesenheit verurteilt und Reichsmarschall Hermann Göring entzog sich der Hinrichtung durch Selbstmord. Rudolf Heß musste seine lebenslange Haftstrafe als einziger ganz verbüßen.

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In Deutschland sind 400 mio Kubikmeter Trümmer aufzuräumen (hätte man sie alle in Eisenbahnwaggons verladen, gäbe es einen Güterzug von 160.000 km Länge; das ist viermal um die Erde). Die Arbeit wird von den "Trümmer"-Frauen besorgt, weil Männer ja fehlen. Jeder wiederverwertbare Ziegel wird handverlesen.

Über 16 mio Heimatvertriebene aus dem Osten des vom ehemaligen Großdeutschen Reich kontrollierten Gebietes drängen auf das Gebiet des verbliebenen Deutschland und vergrößern die Wohnungsnot. Im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands wird jeder Grundbesitz über 100 Hektar enteignet und verteilt.

Die SPD wird neu, die CDU und die CSU werden gegründet. nach Oben

 

Gegen 24 als Kriegsverbrecher angeklagte NS-Größen wird am 20.11. das IMT Internationales Militärtribunal in Nürnberg eröffnet.

In ganz Deutschland und in einigen der Siegerstaaten herrscht ausgeprägter Versorgungsnotstand.

Die Sowjetunion beginnt in ihrer Besatzungszone mit massiver Demontage von Industrie-Anlagen und -Ausrüstungen und deren Versand in die UdSSR.

Der 2. Weltkrieg hat über 38 (!) Millionen Menschenleben gefordert, davon beinahe die Hälfte an Zivilisten. Den größten Verlust trägt Rußland mit ca. 21 mio Menschenleben, gefolgt von Polen (ca. 6 mio) und Deutschland (über 5 mio). An Kriegsfolgen sterben auf deutscher Seite nochmals 2-3 mio Menschen in Gefangenschaft oder auf der Flucht. Allein Deutschland hat 72.000 Flugzeuge gebaut und verloren, die auf Deutschland abgeworfene Bombenlast wird auf 2 mio Tonnen geschätzt (in Vietnam werden es mehr sein). Die Zahl der in Europa getöteten Juden liegt vermutlich weit höher als offiziell ermittelbare 4,2 mio Menschen (die ja gar nicht einmal direkt in einen Krieg verwickelt waren). Von etwa 16 mio Wohnungen in Deutschland ist die Hälfte zerstört oder unbewohnbar.

Der von Konrad Zuse vorgestellte äußerst zuverlässig arbeitende Computer Z4 enthält einen Magnetkernspeicher.

Um Zahnverfall zu verhindern, wird in den USA die Fluoridierung von Trinkwasser eingeführt. nach Oben

1946

1. Januar - Der Flughafen London Heathrow wird eröffnet. Kriegsschäden, wie auch die steigende Mobilität machten den Bau eines modernen internationalen Flughafens notwendig. Dieser Verkehrsknotenpunkt im Londoner Vorort Heathrow zählt bis heute zu den größten Flughäfen Europas.

 

20. Januar - Nach dem Potsdamer Abkommen konnten die ersten politischen Wahlen seit Kriegsende stattfinden. Zunächst in den von der US-Militärverwaltung gegründeten Ländern Bayern, Hessen und Württemberg-Baden. In den Landgemeinden der US-Zone wurden Gemeindevertretungen gewählt.

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21. Februar - Mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren erschien die Wochenzeitung "Die Zeit" zum ersten Mal. Die von Gerd Bucerius herausgegebene Zeitung gehörte zunächst zum konservativen Spektrum. Gegenwärtig gilt sie als größte meinungsbildende Zeitung in Deutschland. Heute beschäftigt der "Zeit"-Verlag ca. 280 Angestellte und unterhält Redaktionsbüros in Berlin, Bonn, Essen, Frankfurt, Brüssel, Paris, Moskau und Washington. Mittlerweile wird "Die Zeit" vom Verlag Gruner†Jahr vertrieben. Im Jahr 2000 lag ihre Auflage bei rund 450.000 Exemplaren.

 

18. April - Der Völkerbund löste sich auf und übertrug seine Kompetenzen und seine Aufgaben der neu gegründeten UNO. Der Völkerbund war 1919 mit Sitz in Genf etabliert worden, um eine Wiederholung des Ersten Weltkriegs, der auch bei den Siegermächten zu Katastrophen geführt hatte, zu verhindern. Mangelnde Kooperation der Völkerbundsmitglieder untereinander hatte zu einer allmählichen Erosion des Ansehen und des Einflusses des Völkerbundes geführt. Die Austritte Deutschlands und der UdSSR hatten den Völkerbund zusätzlich geschwächt. Das egoistische Interesse einzelner Staaten hatte das Anliegen des Völkerbundes untergraben, so dass er sich schließlich auflöste.

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22. April - Auf dem Vereinigungsparteitag in Ost-Berlin schlossen sich die "Kommunistische Partei Deutschlands" (KPD) und die ostdeutsche "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" (SPD) unter dem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht zur "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" (SED) zusammen. Die nur in den Westsektoren Berlins am 31.März 1946 durchgeführte Urabstimmung unter den SPD-Mitgliedern ergab 82 Prozent der Stimmen gegen eine Vereinigung mit der KPD. Doch der Zentralausschuss der SPD gab dem Druck der Verhältnisse nach. Der SPD-Parteitag der sowjetischen Zone hatte den Zusammenschluss am 19./20.April 1946 gebilligt. Den Vorsitz der SED übernahmen der Kommunist Wilhelm Pieck und der Sozialdemokrat

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20. September - In Cannes, Südfrankreich fand zum ersten Mal das "Festival International du Film" statt. Eigentlich war es für 1939 geplant, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte das Festival. Innerhalb von zehn Jahren etablierte sich Cannes als führendes europäisches Filmfestival, obwohl es 1948 und 1950 wegen finanzieller Schwierigkeiten abgesagt werden musste und anfangs bemängelt wurde, dass sämtliche Jurymitglieder Franzosen seien. Das Gremium wurde internationalisiert und die "Goldene Palme" gilt seither als Qualitätsbeweis und ist bei Produzenten, Regisseuren und Schauspielern beliebt. Cannes avancierte zu einem Zentrum des europäischen Films und die "Goldene Palme" stellt seitdem eine wichtige Konkurrenz zum US-amerikanischen Oscar dar.

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Die zehn zum Tode verurteilten Angeklagten aus dem Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher werden gehängt. Im Nürnberger Prozess wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Politiker und Militärs sowie führende Personen aus der Wirtschaft für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für den Massenmord an Menschen in Vernichtungslagern strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Zwanzig Angeklagte wurden verurteilt, sechs von ihnen waren führende Militärs. Die zehn Todesurteile wurden am 16. Oktober 1946 zwischen 1:00 und 2:57 Uhr in der Sporthalle des Nürnberger Gefängnisses vollstreckt. Hermann Göring gelang, trotz der strengen Bewachung aller Todeskandidaten, keine drei Stunden vor der Hinrichtung der Suizid mittels einer Zyankalikapsel. Alle Leichname wurden kremiert und ihre Asche in den Conwentzbach, einen kleinen Seitenarm der Isar, gestreut. Die zu Haftstrafen Verurteilten blieben zunächst noch in Nürnberg und wurden 1947 in das Berliner Kriegsverbrechergefängnis Spandau verlegt.

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Die Atomuhr wird erfunden und der von der italienischen Firma Piaggio Vespa genannte neue Zweiradtyp.

Die Klebstoffindustrie wird durch die Erfindung des Zweikomponentenklebers revolutioniert.

In den USA entdeckt V.J.Schaefer zufällig, dass Kohlendioxid unterkühlten Wasserdampf zu Schnee werden läßt. Er löst am 13.11. nach dieser Methode von einem Flugzeug aus durch Abwurf von Trockeneis auf eine Wolke den ersten künstlichen Schneefall aus.

 

Landesflagge von Hanover 19461. November - Das Land Hannover wird durch die Verordnung Nr. 55 der britischen Militärregierung „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ gegründet. Das weiße Pferd im Wappen ist das "Sachsenross". Es geht auf das Stammesherzogtum Sachsen zurück, und wurde von den Welfen übernommen. In der BRD wird diese Tradition fortgesetzt, in dem diejenigen Bundesländer der BRD, zu denen ehemals welfische Gebiete gehören, noch heute das weiße Pferd im Wappen haben: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auf alten Wappendarstellungen bis 1935 trägt das Sachsenross den Schweif immer nach oben gerichtet. Mit der Neugründung des Staates Hannover wurde mit dieser Tradition gebrochen, denn das Sachsenross trug auf dessen Flagge einen eher herabhängenden Schweif. Das wurde für das Land Niedersachsen – dem Nachfolger des Staates Hannover – beibehalten. Daher wird das Sachsenross in Westfalen, wo es den Schweif noch immer noch oben gerichtet trägt, als "Westfalenpferd" bezeichnet, im Gegensatz zum "Niedersachsenpferd". Das Land Hannover umfasste das Gebiet des ehemaligen Königreichs Hannover ohne die in der sowjetischen Besatzungszone liegenden Landesteile. Es umfasste damit den weitaus größten Teil des heutigen Niedersachsen. Erster Ministerpräsident war Hinrich Wilhelm Kopf. Aber schon am 23. November 1946 genehmigte die britische Militärregierung auf Betreiben Kopfs die Vereinigung des Landes Braunschweig, Oldenburg und des Landes Schaumburg-Lippe mit dem Land Hannover zum neuen Land Niedersachsen.

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1. Dezember - Mit der Verfassung des Landes Hessen tritt die erste Landesverfassung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in Kraft. Sie enthält bis heute als einzige Landesverfassung die Erlaubnis der Todesstrafe nach dem die Todesstrafe nur für besonders schwere Verbrechen verhängt werden kann. Diese Regelung ist jedoch gegenstandslos, da das deutsche Strafgesetzbuch die Todesstrafe nicht vorsieht und aufgrund der Bundesverfassung auch nicht vorsehen darf.

 

1. Dezember - In Deutschland wird die Herstellung von Penicillin aufgenommen. Der britische Bakteriologe Sir Alexander Fleming hatte das Antibiotikum bereits 1928 entdeckt und dafür 1945 zusammen mit zwei anderen Forschern den Nobelpreis für Medizin erhalten.

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UNICEF11. Dezember - Die Vereinten Nationen gründeten in New York das UN-Weltkinderhilfswerk UNICEF. Aufgabe der Organisation ist es, weltweit Kindern in Not zu helfen. Die ersten Hilfsaktionen des Fonds galten Kindern im Nachkriegseuropa, die unter akutem Nahrungs- und Medizinmangel litten. Heute arbeitet das Kinderhilfswerk vor allem in Entwicklungsländern und unterstützt in ca. 160 Staaten Kinder und Mütter in den Bereichen Gesundheit, Familienplanung, Hygiene, Ernährung und Bildung und leistet humanitäre Hilfe in Notsituationen. Außerdem betreibt es auf internationaler politischer Ebene Lobbying etwa gegen den Einsatz von Kindersoldaten und für den Schutz von Flüchtlingen.

 

Mit einem Angriff der Viet-Minh-Milizen auf die französischen Besatzungstruppen in Hanoi begann am 19. Dezember 1946 der Vietnamkrieg. Der Führer der vietnamesischen Truppen, Ho Chi Minh, hatte im Vorjahr die Unabhängigkeit des Landes proklamiert und die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen. Danach nahm die Kolonialmacht Frankreich Verhandlungen mit den nach Unabhängigkeit strebenden politischen Führern auf. Als diese scheiterten, befahl Ho Chi Minh den Angriff auf Hanoi und leitete damit den Vietnamkrieg ein, der nach dem erzwungenen Rückzug der Franzosen gegen die USA fortgesetzt wurde.

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24. Dezember - Der erste sowjetische Kernreaktor geht in Betrieb.

In Deutschland sind die Lebensmittel auf 1.000 Kalorien pro Kopf und Tag rationiert. Man versucht, sich bei Hamsterfahrten auf dem Lande zu versorgen.

Konrad Adenauer wird Vorsitzender der CDU, Kurt Schumacher derjenige der SPD.

In der SBZ Sowjetischen Besatzungszone wird die SED Sozialistische Einheitspartei Deutschlands gegründet, wobei die Ost-SPD mit der KPD zwangsintegriert wird.

Die Auffassungen der Westalliierten und der Sowjets über die politische und wirtschaftliche Zukunft Deutschlands treffen auf immer härtere Gegensätze. Während insbesondere die USA einen ökonomischen Wiederaufbau mit demokratischen Grundsätzen anstreben, legen die Sowjets ihr Interesse auf Reparationsleistungen durch Demontage und Inbesitznahme von Industrieanlagen unter strikter politischer Kontrolle der Siegermächte. Außerdem werden VEB Volkseigene Betriebe gegründet. Die Amerikaner lassen den Abtransport demontierter Industrieanlagen aus ihrer Besatzungszone in die Sowjetunion stoppen, weil diese die vereinbarte Lebensmittelhilfe nicht leistet.

17. Juli - In Berlin wird die Zusammenlegung des nördlichen Rheinlands mit Westfalen zum Land Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben.

Um die Wirtschaftsschwäche im niedergeworfenen Deutschland zu überwinden, wird die Bildung der Bizone aus der britischen und der amerikanischen Besatzungszone am 2.12. vereinbart.

In einigen Gebieten der westlichen Besatzungszonen werden wieder freie Wahlen (zu Gemeindeparlamenten) abgehalten.

Die "Entnazifizierungsgesetze" werden in der amerikanischen Besatzungszone durchgeführt. Einem Erlaß der Alliierten Militärregierung zufolge sind alle nationalsozialistischen und militaristischen Denkmäler zu zerstören.

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1947

18. Januar - Der erste Bericht einer von der US-Regierung nach Japan entsandten Komission zur Untersuchung der Auswirkungen der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 wurde vorgelegt. Die Kommission berichtete, die Überlebenden seien "wiederhergestellt", empfahl allerdings auch weitere Untersuchungen zur Feststellung möglicher Folgeschäden. Mehr als 80.000 japanische Menschen hatten allein in Hiroshima im August 1945 diese bis heute problematischste Militäraktion der USA mit dem Leben bezahlt. Seit diesem Tag sind weit mehr Menschen an den Folgeschäden und der Verstrahlung durch die Atombombenabwürfe gestorben als bei den Explosionen selbst ums Leben gekommen waren.

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20. Februar - In den staatlichen Ischmasch-Werken wird die Serienfertigung des sowjetisch-russischen Sturmgewehrs AK-47 aufgenommen. AK-47 ist die Abkürzung für Awtomat Kalaschnikowa, obrasza 47. Es ist die am meisten produzierte Handfeuerwaffe weltweit. Der halbautomatische Karabiner Kalieber 7.62, wurde von Michail Kalaschnikow entwickelt und ist meist unter dem Namen "Kalaschnikow" bekannt.

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21. Februar - Der Physiker Edwin Herbert Land stellt in New York gemeinsam mit der Firma Polaroid die erste Sofortbildkamera vor. Die frühen Polaroid Land-Cameras basierten auf dem Trennbild-Verfahren in Form von Schwarz-Weiß-Roll-Filmen unterschiedlicher Abmessungen. Die 1948 zusammen mit der Polaroid Modell 95 eingeführten und bis 1992 produzierten Filme der 40er-Serie hatten eine Abmessung von 83 x 108 mm. Der erste Film dieser Serie – Typ 40, hergestellt von 1948–1950 – war noch Sepia-farben, erst der 1950 vorgestellte Typ 41 schwarz-weiß. Dieser, wie auch alle nachfolgenden vor den 1970er Jahren eingeführten Schwarz-Weiß-Trennbildfilme mussten allerdings möglichst bald nach der 15–30 Sekunden dauernden Entwicklung mit einer Klarlack-Schutzschicht überzogen werden, all diesen Filmen lag ein entsprechend getränktes Schwämmchen bei.

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18. April - Auf der Insel Helgoland vor der deutschen Nordsee-Küste wurden 7000 Tonnen Munition gezündet. Dabei wurde die bisher stärkste Detonationen durch konventionellen Sprengstoff ausgelöst. Bunkeranlagen und Munitionsvorräte der Wehrmacht und der Kriegsmarine sollten entsorgt werden. Einige allierte Militärexperten erhofften die völlige Zerstörung der Insel, die in zwei Weltkriegen von den Deutschen als Militärstützpunkt genutzt worden war. Durch die Sprengung stürzten Teile der Steilküste ein, und die Insel wurde mit Kratern übersät. Wider Erwarten überstand Helgoland die Explosion, und die Bewohner der Insel die während des Zweiten Weltkrieges evakuiert worden waren, konnten wieder zurück kehren.

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In Paris verursachte die Aufführung des Stückes "Die Zofen" von Jean Genet, einer zwischen grausigem Traum und perverser Wirklichkeit angesiedelte Tragödie, einen Skandal. Handlung: Wenn die gnädige Frau die Wohnung verlässt, schlägt die Stunde ihrer Zofen. Die in Hassliebe miteinander verbundenen Schwestern Keiko und Sayuri zelebrieren dann das Spiel "Gnädige Frau und Zofe", ein Ritual von Herrschaft und Knechtschaft, Demütigung und Erduldung, Unterdrückung und Willfährigkeit, aber auch Revolte. Durch eine anonyme Denunziation haben Keiko und Sayuri die Verhaftung des gnädigen Herrn bewirkt und können ihn nun in ihren heimlichen Träumen aufopfernd begleiten. Aufgeschreckt durch einen Telefonanruf müssen sie jedoch erfahren, dass er wieder freigelassen wurde ... Das Stücks basiert auf einem Kriminalfall, der sich in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Frankreich abgespielt hat.

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15. August - Indien erhielt nach Jahrzehnte langen Auseinandersetzungen mit der britischen Kolonialmacht die Unabhängigkeit. Auf Grund der Spannungen zwischen Hindus und Moslems bildeten sich zwei Staaten: die hinduistische Indische Union und das moslemische West- und Ostpakistan, dessen Landesteile 1500 Kilometer auseinander lagen. Da zwischen Indien und Pakistan etwa 8,4 Millionen Menschen umsiedelten, kam es zu Grenzstreitigkeiten, die heftige Unruhen provozierten. Dabei kamen etwa eine Million Menschen ums Leben. Gandhi erzwang mit einem Hungerstreik die Beendigung der Ausschreitungen in Kalkutta. Der Dauerkonflikt um die Stadt wurde 1948 durch indische Truppen mit Waffengewalt beendet, Indien übernahm die Herrschaft.

 

18. September - Der amerikanische C.I.A. (Central IntelligenceAgency deutsch: „Zentraler Nachrichtendienst“) wird durch Verabschiedung des National Security Act gegründet. Die CIA ist ein ziviler Geheimdienst. Im Gegensatz zu einem Nachrichtendienst, dessen Aufgabe die reine Gewinnung von geheimen Informationen ist, gehören zu den Aufgaben der CIA nicht nur Spionage, Beschaffung und Analyse von Informationen über ausländische Regierungen, Vereinigungen und Personen, um sie den verschiedenen Zweigen der amerikanischen Regierung zur Verfügung zu stellen, sondern auch Geheimoperationen im Ausland. Nicht selten bedient sich die CIA, so wie andere Geheimdienste auch, der Desinformation und illegaler Mittel, um die internationale Politik, die öffentliche Meinung und die Repräsentanten der Vereinigten Staaten zu beeinflussen. Die CIA darf auf Weisung des US-Präsidenten durch verdeckte Operationen politische und militärische Einflussnahme im Ausland betreiben. Die zuständige Abteilung ist der National Clandestine Service, ehemals Directorate of Operations. Die Behörde ist für zahlreiche Fälle bekannt, bei denen aktiv in innere Angelegenheiten fremder Länder eingegriffen wurde.

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Die USA verkünden den ERP- oder "Marshall"-Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas. Unter russischem Druck nehmen die Staaten des spätestens jetzt erkennbaren Ostblocks nicht teil. Frankreich erhält den ersten Kredit der Weltbank in Höhe von 250 mio US $.

 

In Nürnberg beginnen am 17. Juli die Prozesse gegen deutsche Feldmarschälle und hohe Offiziere, denen die Erschiessung von 13.000 Geiseln während des Zweiten Weltkrieges zur Last gelegt wird. Nur wenige standen zu ihren Taten oder zeigten gar Reue - die meisten hielten sich bis zuletzt für unschuldig und sprachen von "Befehlsnotstand". Mit zwölf Todesurteilen, drei lebenslangen und vier langjährigen Haftstrafen wurden am 1. Oktober 1946 die Weggefährten und enge Vertraute des "Führers" Adolf Hitlers in Nürnberg für die Verbrechen des Nazi-Regimes zur Rechenschaft gezogen. Drei wurden freigesprochen. Vor allem mit der Vernichtung von Millionen Juden hatten die meisten Angeklagten nach Feststellung des Militär-Tribunals schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Zudem betrieben sie eine "Verschwörung gegen den Weltfrieden" und organisierten einen Angriffskrieg. Die Urteile bildeten nach 218 Verhandlungstagen den Schlusspunkt eines Strafverfahrens, das nicht nur wegen der verhandelten Gräueltaten weltweit für Aufsehen sorgte, sondern auch wegen der dabei angewandten Rechtsprinzipien: Statt Staaten und Völker wurden erstmals Staatsführer individuell für die von ihnen befohlenen Verbrechen zur Verantwortung gezogen. Die vier Siegermächte, die sich erst nach langem Tauziehen auf ein solches rechtstaatliches Verfahren einigen konnten, machten damit weltweit Schule.

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20. November - Der Saar-Franken wird im Saarland eingeführt. Nach dem am 16. Juni 1947 im Saargebiet als Nachfolgewährung der Reichsmark zunächst die Saar-Mark eingeführt war, wurde die französische Regierung am 15. November 1947 gesetzlich ermächtigt im Zuge der von ihr gewollten engeren Anlehnung an die eigene Wirtschaft die französische Währung im Saarland einzuführen. Die kurzlebige Saar-Mark wurde im Umtauschverhältnis 20:1 vom Saar-Franken abgelöst und ab dem 15. Januar 1948 alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel im Saarland. Bis zur Prägung eigener Münzen im Jahre 1954 zirkulierte ausschließlich französisches Bargeld. Die Münzen entsprachen in Gewicht, Material und Größe den zur selben Zeit geprägten Münzen des französischen Francs und unterschieden sich von diesen lediglich durch das Motiv. Die Münzen zu 10, 20 und 50 Franken (mit Prägejahr 1954) zeigten ein Bergwerk und das saarländische Wappen. Auf der 100 Franken-Münze (Prägejahr 1955) war das von einem Kranz umrahmte Wappen zu sehen. Banknoten wurden keine eigenen herausgegeben; es zirkulierten die französischen. Infolge der Saarabstimmung wurde das Saarland am 1. Januar 1957 als zehntes Bundesland politisch in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Die wirtschaftliche Eingliederung fand am 6. Juli 1959, dem sogenannten „Tag X“, statt. An diesem Tag löste die Deutsche Mark den Franken als Währung ab.    

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In der Westminster Abbey heirateten unter großer Anteilnahme der Bevölkerung - etwa 500.000 Schaulustige säumten die Straßen - die britische Thronfolgerin Elizabeth und Philip Mountbatten. Der Bräutigam hatte am Tag zuvor die britische Staatsbürgerschaft und den Titel Herzog von Edinburgh von George VI. erhalten. Gleichfalls erhielt er das Recht den Titel "His Royal Highness" zu führen. Er hatte den Hof und die Regierung gegen sich aufgebracht, als er darauf bestand, dass die neugegründete Familie den Namen Mountbatten und nicht Windsor tragen sollte. Das königliche Paar hat vier Kinder: Prinz Charles (*1948), Prinzessin Anne (1950), Prinz Andrew (1960) und Prinz Edward (1964).

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Mit 140.000 Losen und einem Höchstgewinn von 250.000 Reichsmark nimmt die Süddeutsche Klassenlotterie in der US-Besatzungszone ihren Lotteriebetrieb auf.

Zwischen den Alliierten und den Kriegspartnern Deutschlands (Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien und Finnland) werden Friedensverträge geschlossen.

Der norwegische Forscher und Abenteurer Thor Heyerdahl überquert mit einigen Gefährten auf einem Floß aus Balsaholz und Binsenmatten "Kon Tiki" den Pazifik von Peru nach Tahiti.

Die Mikrowellenherde finden Einzug in amerikanische Haushalte.

 

Dem amerikanischen Militärpiloten Charles "Chuck" Yeager gelang nach mehreren Versuchen 1947 erstmals, in der Flughöhe von 45.000 Fuß, die Überwindung der Schallmauer. Anders als bei allen mutmaßlich früheren, nicht belegten Flügen mit Überschallgeschwindigkeit war für das Durchbrechen der Schallmauer kein Sturzflug nötig. Mit seinem raketengetriebenen Jagdflugzeug vom Typ Bell X-1 erreichte er eine Geschwindigkeit von 1080 Kilometer pro Stunde. Zuvor hatten auch andere US-Piloten versucht, die Schallgrenze zu durchbrechen, waren dabei jedoch an technischen Schwierigkeiten gescheitert.

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Goodyear erfindet den schlauchlosen Reifen und Land die Sofortbildkamera.

Am Toten Meer entdecken zwei Hirtenjungen zufällig gut erhaltene jüdische Schriftrollen aus der Zeit um Christi Geburt.

 

Gestorben 1947:
7.4.: der amerikanische Autokönig Henry Ford (*1863);

4.10.: der Physiker und Nobelpreisträger Max Karl Ernst Ludwig Planck (*1858); der Gangster Al Capone (*1899);

 

Zur katastrophalen Versorgungslage in Deutschland stellt sich ein strenger Winter ein, der einen großen Teil der Bevölkerung zum "Kohlenklau" zwingt.

Die Trennung Deutschlands in zwei Verwaltungszonen erfolgt de facto als Folge einer am 5.6. in München gescheiterten Konferenz der Ministerpräsidenten der vier Besatzungszonen. Die SBZ war mit dem Auftrag nach München gekommen, vornehmlich die politische Einheit Deutschlands zu diskutieren, was speziell für die französische Besatzungszone untersagt worden war. Die von den Westalliierten besetzten Länder sollten vornehmlich über Wirtschaftsfragen reden. Außenministerkonferenzen der Alliierten bringen weder in London noch in Moskau eine Einigung der Westallierten mit den Sowjets in der Deutschlandfrage.

Am 30.6. entlassen die USA ihren letzten deutschen Kriegsgefangenen. Die übrigen Siegermächte halten noch 1,3 mio fest, davon allein in der UdSSR 900.000, deren Gesundheitszustand als bedrohlich beschrieben wird. Rußlandheimkehrer sind erst nach drei bis sechs Monaten wieder arbeitsfähig. Die letzten 10.000 von ihnen werden erst nach hartnäckigem Verhandeln von Konrad Adenauer mit den Sowjets 1955 freigelassen werden.

Die Industriedemontage durch die Sowjets ist in der SBZ zwar beendet, die Besatzer bedienen sich aber ausgiebig und unentgeltlich aus laufender Produktion.

1948

20. Juni - Die deutsche Währung wird von Reichsmark auf Deutsche Mark (DM) umgestellt. Die Alliierten hatten diese Währungsreform angeordnet, bei der jeder Bürger der Bundesrepublik 40 DM Startgeld erhielt. Die Währungsreform fand im Bereich der Besatzungszonen der von Westallierten statt, sechs Tage später auch in Westberlin.

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1. September - Mit dem Ziel, eine Verfassung für Westdeutschland zu erarbeiten, trat in Bonn der Parlamentarische Rat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Zum Präsidenten der Verfassungsgebenden Versammlung wurde der CDU-Politiker Konrad Adenauer gewählt. Die 65 Mitglieder wurden von den elf Länderparlamenten der drei westlichen Besatzungszonen entsandt. Die Beratungen des Gremiums waren von den Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus geprägt. Totalitarismus sollte gebannt, die Fehler der Weimarer Verfassung vermieden werden. Unstimmigkeiten gab es wegen der Machtverteilung zwischen Bund und Ländern und wegen der Finanzverfassung. Das Grundgesetz des Parlamentarischen Rates wurde gegen die Stimmen von KPD, Zentrum, CSU und der Deutschen Partei am 8. Mai 1949 verabschiedet.

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1. August - Die Erstausgabe der deutschen Sonntagszeitung Welt am Sonntag liegt vor. Zeitgleich wird auch das illustrierte Nachrichtenmagazin stern erstmals herausgegeben.

Die Olympischen Spiele in London (zum zweiten Mal nach 1908) finden mit 136 Disziplinen ohne Deutschland, Japan (die nicht dürfen) und die Sowjetunion (die nicht will) statt. Wegen der Rationierung von Lebensmitteln in England bringen viele Mannschaften ihr eigenes Essen mit.

Der Klettverschluß, die Langspielplatte, der Transistor, die Holographie werden erfunden.

In Heppenheim wird die Freie Demokratische Partei (FDP) als ein Zusammenschluss aller liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen gegründet. Erster Vorsitzender wird Theodor Heuss.

IBM bringt mit dem Modell 604 den ersten Computer mit Lochkartensteuerung auf den Markt.

Norbert Wiener veröffentlicht "Cybernetics" und begründet damit die interdisplinäre Wissenschaft der Kybernetik.

Der in den prüden USA mit Empörung aufgenommene Kinsey-Report über das Sexualverhalten der (aus 20.000 Befragten hochgerechneten) Amerikaner wird wissenschaftliche Arbeitsbasis für eine Vielzahl von Sozialwissenschaftlern in aller Welt.

 

Im Saarland wird der Saar-Franken alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Er löst die wenige Monate alte Saar-Mark ab und ist an den französischen Franc gekoppelt. Die kurzlebige Saar-Mark wurde im Umtauschverhältnis 20:1 vom Saar-Franken abgelöst. Bis zur Prägung eigener Münzen im Jahre 1954 zirkulierte ausschließlich französisches Bargeld. Infolge der Saarabstimmung wurde das Saarland am 1. Januar 1957 als zehntes Bundesland politisch in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Die wirtschaftliche Eingliederung fand am 6. Juli 1959, dem sogenannten "Tag X", statt. An diesem Tag löste die Deutsche Mark den Franken als Währung ab.

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Deutschland erhält aus dem Marshall-Plan ca. 550 mio US $ an Wiederaufbauhilfe.

 

Am 7.6. schließt die Sechsmächte-Konferenz in London mit einem Kommuniqué zur Bildung einer westdeutschen Bundesregierung. In Vorbereitung dieses Teilungsbeschlusses für Deutschland wird für die drei Westzonen und den Westsektor Berlins am 20.6. in einer Währungsreform (40,- DM erhält jeder Bürger sofort, 20,- im August, RM-Guthabentausch im Verhältnis 1:10) die inflationäre Reichsmark abgelöst. Damit die wertlos gewordene RM den Ostsektor nicht überflutet, wird auch dort das Geld (im Verhältnis 1:1) ausgetauscht. Die deutsche Teilung ist damit vollzogen. Als Protest auf die Ausdehnung der Währungsreform von den drei Westzonen auf den Westsektor in Berlin und die damit verbundene Spaltung Berlins sperren die Russen am 24.6. sämtliche Landverbindungen, Energie-, Wasser- und Kommunikationsleitungen zur ganzen Stadt, die sie gerne alleine beherrschen würden. Die Westalliierten erklären, sich nicht aus Berlin vertreiben zu lassen, und versorgen die Stadt mit einer Luftbrücke. Die bis Mai 1949 dauernde Berlinblockade hat begonnen. Zur finanziellen Unterstützung der Luftbrücke nach Berlin wird das "Notopfer Berlin" mit einer 2-Pfg.Briefmarke erhoben.

Gestorben:

30.1.: der amerikanische Luftfahrtpionier Orville Wright (*1871); 6.6.: Louis Lumière (*1864)Erfinder des Kinematographennach Oben

1949

4. April - Gründung der NATO (Verteidigungsbündnis zwischen den USA, Kanada und den Staaten des "Brüsseler Paktes" von 1948) mit einer Laufzeit von zunächst 20 Jahren.

Die drei Westalliierten verabschieden am 8.April in Washington das Besatzungsstatut für die aus 11 neu gebildeten Bundesländern entstehende Bundesrepublik Deutschland, das deren Souveränität bei Reparationen, Entmilitarisierung, Dekartellisierung und Ruhrkontrolle (Verteilung von Kohle und Stahl) einschränkt.

16. April - Im Rahmen der Berliner Luftbrücke nach West-Berlin wird an einem einzigen Tag mit 12.849 Tonnen Versorgungsgütern in 1.398 Flügen in 24 Stunden das größte Frachtaufkommen erreicht das von den West-Alliierten in die blockierte Stadt eingeflogen wird. Der Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland, ordnete am 1. April 1948 als Reaktion auf die Sechs-Mächte-Konferenz zwischen Briten, Franzosen und Vertretern der Benelux-Länder über eine Westanbindung Deutschlands, die aus sowjetischer Sicht ein Bruch des Potsdamer Abkommens waren, die kurzzeitige Schließung der Grenzen an. Infolgedessen mussten die Westalliierten ihre Garnisonen in Berlin aus der Luft versorgen. Im Gegensatz zu Landverbindungen nach Berlin gab es über die drei jeweils 32 km breiten Luftkorridore einen Vertrag, der den Alliierten ausdrücklich deren freie Nutzung zusicherte. Der erste Flug der Luftbrücke hatte schon am Abend des 23. Juni 1948 stattgefunden; der US-amerikanische Zivilpilot Jack O. Bennett hatte auf Clays Anweisung eine mit Kartoffeln beladene Transportmaschine nach Berlin gebracht, die auch in den folgenden Tagen weiter verkehrte. Am 25. Juni befahl General Clay formell die Errichtung der Berliner Luftbrücke, und am 26. Juni flog die erste Maschine der United States Air Force zum Flughafen Tempelhof in Berlin und startete damit offiziell die Operation Vittles. Die Operation Plain Fare der britischen Luftwaffe folgte zwei Tage später.  Neben Nahrungsmitteln wie Getreide, Trockenmilch, Trockenkartoffeln und Mehl wurde hauptsächlich Kohle als Brennstoff und zur Stromproduktion, Benzin, Medikamente und alle anderen in Berlin benötigten Dinge eingeflogen. Die Versorgungsflüge endeten am 27. August 1949.

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18. April - Nach mehr als 300 Jahren britischer Herrschaft schied Irland aus dem britischen "Commonwealth" aus. Die sechs nordirischen Grafschaften Antrim, Derry, Tyrone, Fermanagh, Armagh und Down verblieben im Vereinigten Königreich. Nachdem bereits im 16. Jahrhundert England versucht hatte, Irland zu unterwerfen, gelang es dem englischen Militärdiktator Oliver Cromwell 1649, die Iren zu überwältigen und das Land dem "Commonwealth" einzuverleiben. Nach der Unabhängigkeit blieb die Situation in Nordirland chaotisch. Die "Irisch-Republikanische Armee", die seit Jahrzehnten mit Terroranschlägen und bewaffneten Aufständen für die Unabhängigkeit kämpfte, erkannte diese Regelung nicht an.

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Am 5. Mai wird die Gründung des Europarates durch die Gründerstaaten Großbritannien, Irland, Frankreich, die Benelux-Staaten, Norwegen, Schweden, Dänemark und Italien unterzeichnet.

Am 8. Mai verabschiedet der Parlamentarische Rat (Gegenstimmen: KPD, DP, Zentrum, 6 Abgeordnete der CSU) das ausdrücklich als vorläufig apostrophierte Grundgesetz der BRD Bundesrepublik Deutschland. Es wird am 12. Maidurch die Militärgouverneure der Westalliierten angenommen und am 23. Mai durch den Vorsitzenden Adenauer verkündet.

Am 10. Mai wird Bonn als vorläufige Hauptstadt und Regierungssitz bestimmt. Karlsruhe wird Sitz des Bundesverfassungsgerichtes.

Die Westalliierten und die UdSSR kommen auf dem Verhandlungswege überein, sich nicht gegenseitig bei der Bildung der beiden deutschen Staaten zu behindern.

Am 12. Mai wird die Blockade Berlins beendet. Nach beinahe 200.000 Flügen und 200 mio US $ an Kosten sowie 55 Todesunfällen sind seit dem 24.6.1948 etwa 1,5 mio Tonnen Güter in die blockierte Stadt geflogen worden, zuletzt täglich ca. 13.000 t. 

Am 15. Mai finden in der SBZ Wahlen zum Volkskongress nach einer gewichteten Einheitsliste statt, die der SED de facto die absolute Mehrheit sichert. Der Volkskongress nimmt am 29. Mai die Verfassung der DDR Deutschen Demokratischen Republik an, deren Inhalte ebenso demokratisch zu sein scheinen wie die der BRD. Allerdings wird in der Zukunft der Verbotsartikel 6 der "Boykotthetze gegen demokratische Einrichtungen und Organisationen" Hebel zur Unterdrückung jedweder Opposition sein. Nach der Enteignungswelle von 1946 ist die verfassungsrechtliche Sicherung von Eigentum nur Makulatur.

 

18. Juli - Der neu gegründeten Gesellschaft für „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“, wird der erste Film zur Begutachtung vorgelegt. Dabei handelte es sich um Paul Martins in Zeiten des Nationalsozialismus verbotene Komödie Intimitäten (1944). Der Spielfilm wurde aufgrund einer Kuss-Szene kontrovers diskutiert, aber trotzdem für eine öffentliche Vorführung freigegeben.

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Am 14. August finden Wahlen in der BRD statt, aus der CDU/CSU mit 31% und die SPD mit 29,2% als stärkste Parteien hervorgehen, die FDP erzielt 11,9% der Stimmen. Theodor Heuss (FDP) wird am 12.9. im zweiten Wahlgang gegen Kurt Schumacher durch die Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten gewählt. Er schlägt dem Bundestag den Vorsitzenden der CDU Konrad Adenauer zum Bundeskanzler vor, der mit der genau notwendigen Zahl von 202 Stimmen gewählt wird. Adenauer stellt sein Kabinett (CDU/CSU, FDP, DP) am 20.9. vor. Am 21.9. tritt das Besatzungsstatut in Kraft. Am 7.10. wird die Verfassung der DDR durch die aus dem Volksrat gebildete "Provisorische Volkskammer" verabschiedet, Wilhelm Pieck wird Staatspräsident, Otto Grotewohl Ministerpräsident.nach Oben

 

12. September - Der liberale Politiker Prof. Theodor Heuss wurde zum ersten Bundespräsidenten der jungen Bundesrepublik gewählt. Heuss erhielt im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit gegenüber dem sozialdemokratischen Kandidaten Kurt Schumacher.

 

Der Zebrastreifen taucht in internationalen Vereinbarungen erstmals in dem am 19. September 1949 in Genf unterzeichneten Protokoll über Straßenverkehrszeichen auf. In der Stadt München werden am 8. Juli 1952 die ersten zwölf Zebrastreifen Deutschlands angelegt. In die westdeutsche Straßenverkehrsordnung wurde der Fußgängerüberweg zum 24. August 1953 aufgenommen. Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wurde erst zum 1. Juni 1964 eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß. Auch im römischen Reich gab es schon "Fußgängerüberwege" die meist aus Steinplatten bestanden die dem Tritt für Fußgänger dienten. Sie hatten große Lücken, die so breit waren, dass die Räder eines Wagens problemlos hindurchfahren konnten.

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1. Oktober - Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, der Hauptstadt Chinas, wird von Mao Zedong, Mitbegründer und Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas, die "Volksrepublik China" ausgerufen. Die nationalchinesische Kuomintang-Regierung von Chiang Kaishek wurde damit nach langem Bürgerkrieg abgelöst.

 

1. November - Die erste Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint. Auf der Titelseite dieser Ausgabe hieß es unter der zweckmäßigen Überschrift „Zeitung für Deutschland“: „Unsere Leser haben heute die erste Nummer der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ vor sich. Dieses Blatt setzt die journalistische Arbeit fort, die in Mainz mit der ‚Allgemeinen Zeitung‘ begonnen worden ist. Aber es knüpft zugleich den Anfang zu einem neuen Werk. Die FAZ verfügt heute mit 41 Auslandskorrespondenten über eines der größten Korrespondentennetzwerke der Welt. In größeren Metropolen Brüssel, Johannesburg, London, Madrid, Moskau, New York, Paris, Peking, Rom, Washington, Wien gibt es zum Teil mehrere spezialisierte Auslandskorrespondenten für Politik, Wirtschaft und Feuilleton. Die Inhalt der Zeitung wird nicht von einem Chefredakteur, sondern von den fünf Herausgebern kollegial bestimmt.

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21. September - In der Bundesrepublik Deutschland trat ein neues Pressegesetz in Kraft. Das wurde möglich, weil die Herausgabe von Presseerzeugnissen nicht mehr der besonderen Erlaubnis und Zensur der Alliierten unterlag. Damit wurden Freiheit und Unabhängigkeit der Presse garantiert. Der Weg für eine Flut von Zeitungsneugründungen in der Bundesrepublik war nun frei. In Deutschland hat seit 1949 jeder das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äussern und zu verbreiten sowie sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur darf nicht stattfinden.

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Nachdem die Kommunisten aus dem Bürgerkrieg in China als Sieger hervorgegangen sind, ziehen sich etwa 2 mio Nationalchinesen nach Taiwan zurück und erheben Tschiang Kai-schek zum Präsidenten. Mao Tse-tung proklamiert am 1. Oktober in Peking die Volksrepublik China.

 

15. Dezember - Die Bundesrepublik Deutschland tritt dem Marshallplan bei. Bundeskanzler Konrad Adenauer und der US-amerikanische Hohe Kommissar John McCloy unterzeichneten das Abkommen. Der Marshallplan war am 3. April 1948, nach einem Entwurf des damaligen US-amerikanischen Außenministers Marshall vom US-amerikanischen Kongress verabschiedet worden. Die europäischen Partnerländer der USA traten ihm nacheinander bei. Der Plan sah Sachlieferungen und Kredite vor. In den europäischen Ländern wurden die Gegenwerte für die empfangenen Hilfen in inländischer Währung auf Konten der jeweiligen Zentralbank gezahlt. So entstanden Fonds, die für den Wiederaufbau der Volkswirtschaften nach dem Zweiten Weltkrieg genutzt wurden.

Die Niederlande entlassen die aus 13.677 Inseln neu gegründete Republik Indonesien nach 347 militärisch hart verteidigten Jahren der Kolonialherrschaft (unterbrochen 1942 durch japanische Invasion) in die Unabhängigkeit.

Im US-amerikanischen Florida wird das Raketenversuchsgelände Cape Canaveral eingerichtet. Dort wird auf die Spitze einer erbeuteten V2 Rakete eine kleinere Rakete gesetzt und als erste Zweistufenrakete 400 km hoch geschossen (Verlassen der Atmosphäre).

Die Sowjetunion startet zum Entsetzen der Amerikaner ihren ersten Atombombentest.

Der Jungfernflug des ersten Düsenpassagierflugzeuges der Welt findet statt.

Nachdem er den Weltmeistertitel aller Klassen seit 1937 zwölfmal hat erfolgreich verteidigen können, tritt der Boxer Joe Louis zurück. In 71 Kämpfen hat er lediglich dreimal verloren (u.a. am 19.6.1936 gegen Max Schmeling, der dann am 22.6.1938 gegen ihn schon in der ersten Runde
k. o. ging).nach Oben

 

1950

Die DDR wirft den USA vor, Kartoffelkäfer über ostdeutschen Äckern abzuwerfen. Kommentar der Beschuldigten: "Falsch und albern." Nach Ende des Zweiten Weltkriegs vermehrten sich Kartoffelkäfer in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands sprunghaft, bis um 1950 fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Anbaufläche befallen war. Die DDR-Führung war nicht in der Lage, der Katastrophe Herr zu werden, nutzte die Plage aber zu propagandistischen Zwecken im Kalten Krieg, indem sie behauptete, dass eigens in den USA gezüchtete Käfer durch amerikanische Flugzeuge gezielt als biologische Waffe zur Sabotage der sozialistischen Landwirtschaft abgeworfen wurden. Ab 1950 wurde auf Plakaten und in zahlreichen Medienberichten eine Kampagne gegen die Amikäfer oder Colorado-Käfer gestartet, die Saboteure in amerikanischen Diensten genannt wurden. Das gleiche Argument hatte zuvor im Zweiten Weltkrieg schon das NS-Regime gebraucht und behauptet, die Kartoffelkäfer seien von amerikanischen Flugzeugen abgeworfen worden.

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1. April - Im Bundeskanzleramt wird eine Dienststelle für Auswärtige Angelegenheiten eingerichtet.

 

1. Mai - In der Bundesrepublik werden die letzten Lebensmittelrationierungen, und somit auch die Lebensmittelkarten abgeschafft. Dies geschieht in zwei Etappen. Am 22. Januar wurde die Aufhebung der Rationierungen mit Ausnahme von Zucker mit Wirkung ab dem 1. März bekannt gegeben. Am 31. März beschloss das Bundeskabinett unter Konrad Adenauer die Aufhebung aller noch verbliebenen Einschränkungen zum 1. Mai 1950. In Berlin wurde eine Zeit lang noch Milch auf Karten ausgegeben und für Kranke gab es Krankenzulagekarten.

Vorgeschichte: Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges gaben die Alliierten Besatzungsmächte ab Mai 1945 in ihren jeweiligen Sektoren Lebensmittelkarten aus, die entsprechend der Schwere der Arbeit in Verbrauchergruppen von I bis V eingestuft wurden. Die dafür ausgegebenen Rationen an Brot, Fleisch, Fett, Zucker, Kartoffeln, Salz, Bohnenkaffee, Kaffee-Ersatz und echtem Tee wurden entsprechend den Möglichkeiten festgelegt. Durch öffentliche Aushänge wurden an den Wochenenden die für die jeweils nächste Woche käuflichen Waren "aufgerufen". Schwerkranke, die einen höheren Kalorienbedarf hatten, bekamen auf ärztliche Anweisung eine "Schwerarbeiterzulage", die eigentlich nur körperlich schwer arbeitenden Menschen zustand. In den Jahren 1948 und 1949 wurden die Mengen schrittweise erhöht. Man erhielt rationierte Lebensmittel in den Geschäften und Gaststätten nur, wenn man die entsprechenden Lebensmittelkartenabschnitte, die Marken, abgeben konnte und zusätzlich die vom Händler geforderte Summe bezahlte. Die Marken waren nach einzelnen Lebensmitteln aufgeteilt, beispielsweise konnte man mit Brotmarken nur Brot erwerben, aber mit Fleischmarken auch Fisch. Oft wurde mit Lebensmittelmarken daher auf dem Schwarzmarkt Tauschhandel betrieben. Gaststätten gaben auf der Speisekarte an, wie viel Marken welcher Art für das jeweilige Gericht vom Gast abzugeben waren.

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17. Mai -Die Alliierte Hohe Kommission verkündet im Zuge der Dekartellisierung das Gesetz zur Umgestaltung des deutschen Kohlebergbaus und der deutschen Eisen- und Stahlindustrie. Im vorläufigen Bundespersonalgesetz wird die sogenannte Zölibatsklausel für weibliche Beamte verkündet. Danach müssen verheiratete weibliche Beamte entlassen werden, wenn das Familieneinkommen für ihre wirtschaftliche Versorgung ausreicht.

 

17. Mai - Die Volkskammer setzt das Volljährigkeitsalter in der DDR von 21 auf 18 Jahre herab.

 

17. Juni - Dem US-amerikanischen Chirurgen Richard H. Lawler gelingt in Chicago die erste Nierentransplantation in der Geschichte der Medizin. Die 49jährige US-Amerikanerin Ruth Tucker ist die erste Patientin, die einen derartigen Eingriff überlebt. 

 

20. Juni - In Paris beginnen die Besprechungen über den Abschluß einer europäischen Montanunion unter Teilnahme Frankreichs, der Benelux-Staaten, Italiens und der Bundesrepublik, aber ohne Großbritannien.

 

21. Juli - Zirkuselefant "Tuffi" stürzt aus der Wuppertaler Schwebebahn.Zirkusdirektor Franz Althoff nutzte "Tuffi" schon mehrmals als Werbeträger für seinen Zirkus, er fuhr mit der 4 jährigen Elefantendame Straßenbahn, kletterte auf Gerüste und marschierte durch Kaufhäuser. Im Sommer 1950 stand Wuppertal auf dem Gastspielplan und so kam ihm die Idee mit der Schwebebahn. Althoff löste mit der fast 14 Zentner schweren "Tuffi" um 10:30 Uhr am Alten Markt fünf Karten zweiter Klasse, damit den Beförderungs-bedingungen Genüge getan war. Ob es am Quietschen oder dem Schaukeln der Wagen lag weiß man nicht genau. Wild trompetend bäumte das Tier sich auf, zertrat Sitzbänke, zertrümmerte Scheiben und drängte sich durch das kleine Abteil vorbei an den entsetzten Mitfahrern. Schließlich drückte der Elefant einen Fensterrahmen heraus und stürzte in die Wupper. Der Dickhäuter übersteht den Sturz unverletzt. Die mitreisenden Jornalisten waren so erschrocken, daß niemand den spektakulären Unfall fotografierte. Eine Postkarte, die kurz darauf erschien, und auch heute noch verkauft wird, ist eine Fotomontage. Kurz darauf fuhr der Wagen in die Station "Adlerbrücke" ein. Franz Althoff sprang mit seinem Sommeranzug von der Böschung in die Wupper und holte seinen sofort wieder ruhig gewordenen Elefanten ans Ufer. Für den Zirkuschef und den Leiter der WSW-Verkehrsabteilung gab es wegen fahrlässiger Transportgefährdung eine Geldstrafe.

nach Oben Bild: Postkartenausschnitt

Der Bundestag verabschiedet das Versorgungsgesetz für Kriegsopfer, das rückwirkend zum 1. Okt in Kraft tritt. Es sieht für Kriegsbeschädigte je nach Umfang ihrer Erwerbsminderung Grundrenten zwischen 15 DM und 75 DM sowie Ausgleichsrenten zwischen 40 DM und 90 DM vor.

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Bundeswirtschaftsminister Erhard konzipiert das Modell der Freien Marktwirtschaft.

 

Für das Amerikanische Militär füllt man Coca-Cola 1950 zum ersten Mal in Dosen ab.

 

Die Arbeitslosenzahl in der BRD ist größer als 2 mio (die erste Volkszählung nach dem Krieg ergibt 47 mio Bürger).

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Die Verabschiedung der Westberliner Verfassung wird nach Intervention der Alliierten derart abgeändert, dass der ursprünglich beabsichtigte Status eines 12. Bundeslandes nicht erreicht werden kann.

 

Meinungsverschiedenheiten bei der Frage der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik zwischen Bundeskanzler Adenauer und Innenminister Heinemann führen zu dessen Rücktritt, weil er schon die Erörterung des Themas ablehnt.

 

In der DDR wird am 8.2. das "Stasi"-Gesetz über die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) erlassen. Walter Ulbricht wird Erster Sekretär des ZK Zentralkomitees der SED und damit Parteiführer.

 

Die DDR wird in den von der UdSSR kontrollierten RGW Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe aufgenommen und bestätigt einseitig die Oder-Neiße-Grenze gegen Polen.

 

Im Dezember bietet die DDR gesamtdeutsche Gespräche an, um der drohenden Wiederbewaffnung der BRD zu begegnen. Konrad Adenauer stellt hierzu im Januar 1951 allerdings aus der Sicht der DDR unannehmbare Bedingungen.

 

Der DINERs Club führt die Kreditkarte ein.

 

UNIVAC 1 ist der erste Computer, den man kaufen kann. Er speichert erstmals Daten auf Magnetband.

 

Hochgeschwindigkeitskameras können 10 mio Bilder / sec aufnehmen.

 

UKW-Radioempfänger werden serienmäßig hergestellt.

 

Samuel Fischer gründet den nach ihm benannten Taschenbuch-Verlag.

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