Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1951 - 1960
1951
18. Januar - Der Kinofilm "Die Sünderin" wird uraufgeführt. Regie führte Willi Forst, die Hauptrollen spielten Hildegard Knef und Gustav Fröhlich. Die Handlung dreht sich um das Zusammenleben der Prostituierten Marina mit ihrem Freund, einem Maler. Marinas Mutter betrog ihren Stiefvater, der später von der Gestapo verhaftet wurde; sie selbst wurde vom Stiefbruder verführt und wird Zeugin des Mordes an ihrer Freundin. Im Laufe des Films verliebt sich Marina in einen Maler, der an einem Gehirntumor erkrankt ist. Um die Operation zu finanzieren, versucht sie, wieder ihrem alten Gewerbe nachzugehen. Beide reisen nach Italien, wo sie vorübergehend Ablenkung finden. Die Operation bringt keine Heilung. Das Paar verlebt noch einige Tage in Wien. Später leistet Marina dem erblindeten Freund mit Schlaftabletten Sterbehilfe und begeht anschließend Selbstmord. Der Film löste einen bundesweiten Skandal aus, da er eine Nacktszene enthielt und Tabuthemen wie Sterbehilfe und Selbstmord auf die Leinwand brachte. Besonders konservative Politiker und Vertreter der Kirchen machten gegen den Film mobil. Nicht zuletzt wegen dieses Rummels wurde "Die Sünderin" zum Erfolg an der Kinokasse.
18. April - Wurde in Paris die Montanunion beschlossen. Ihr gehörten Belgien, die Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande an. Ziel der Union war es, die Stahl- und Kohleproduktion der Mitgliedsländer überregional zu koordinieren und somit die Rüstungsindustrien der einzelnen Länder in internationale Verträge einzubinden. Hauptziel des Vertrages war die Sicherung des innereuropäischen Friedens durch die gegenseitige Kontrolle, der kriegswichtigen Güter Kohle und Stahl, sowie die Sicherstellung dieser für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Produktions-faktoren. In der Bundesrepublik lagen die größten Kohlevorkommen der beteiligten Länder. Frankreich erhielt damit vor allem Zugang zum Ruhrgebiet, welches in der vormals britischen Besatzungszone lag und dessen Rohstoffproduktion und wirtschaftliche Entwicklung bis dahin noch unter den Sanktionen der Siegermächte zu leiden hatte. Da Frankreich auch schon großen Einfluss im Saargebiet hatte, war dies eine weitere Möglichkeit, von Rohstofflagerstätten zu profitieren. Um den Zugang zu den deutschen Industriegebieten zu realisieren, forderte Frankreich vor allem die Kanalisierung der Mosel. Die Montanunion entwickelte sich zur Keimzelle für Koordination auch in anderen Bereichen. Damit war sie der erste Schritt zur europäischen Vereinigung.
18. Mai - Im schwedischen Lund werden die ersten von Erik Wallenberg erfundenen antiseptischen Tetra Pak Verpackungen für Milch der Öffentlichkeit vorgestellt. Wellenberg gründete zusammen mit Ideengeber Ruben Rausing die Firma Tetra Pak AB, als Tochtergesellschaft von Åkerlund & Rausing. Wallenberg hatte eine neue Beschichtung von Papier mit Kunststoffen und eine spezielle Technik zur Versiegelung entwickelt, welche die Beschaffenheit der zu verpackenden Flüssigkeit berücksichtigt. Je nach Produkt verfügte diese Kartonverpackung über eine unterschiedliche Beschichtung. Die erste Abfüllanlage wurde 1952 an eine Molkerei in Lund geliefert, die damit Sahne abfüllte. Die Bezeichnung leitet sich von der Form der Verpackung ab, ein sogenannter Tetraeder aus dem griech.: tetráedron = Vierflächner, also ein Körper mit vier dreieckigen Seitenflächen. Allgemein werden Tetraeder als dreiseitige Pyramide oder dreidimensionaler Simplex bezeichnet. Diese Form nahm die Packung herstellungsbedingt an: Ein bereits befüllter Kartonschlauch wird jeweils um 90 Grad verdreht abgeklemmt, verschweißt und abgeschnitten.
21. Juli - Der Dalai Lama kehrt aus dem Exil nach Tibet zurück. Im November 1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen, er musste sich aber angesichts der offenbar aussichtslosen Lage unter der Bedrohung Tibets durch Rotchina zu dieser Zeit mitsamt seinem Regierungsstab unverzüglich nach Dromo, unmittelbar an der indischen Grenze, in Sicherheit bringen. Der Dalai Lama kehrte im Sommer nach Lhasa zurück um, gemäß einem Abkommen mit den Chinesen, seine religiösen Funktionen wieder aufzunehmen. Bild: Robert Scales
19. September - Das Drama "Endstation Sehnsucht" nach einem Stück von Tennessee Williams hatte Leinwandpremiere. In den Hauptrollen waren Marlon Brando und Vivien Leigh zu sehen, die Regie führte Elia Kazan. Brando gelang mit seiner Darstellung des Stanley Kowalski der Aufstieg zum Star, Kowalskis proletarisches Auftreten und sein Outfit wurden von Jugendlichen auf der ganzen Welt nachgeahmt. Der Film wurde mit vier Oscars ausgezeichnet.
16. Dezember - In Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern stimmen die Wahlberechtigten mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für die Vereinigung der drei Länder zu einem Bundesland. Das Bundesland Baden-Württemberg wird daraufhin am 25. April 1952 gegründet. Nach Einwohnerzahl und Fläche steht Baden-Württemberg heute im Größenvergleich an dritter Stelle der deutschen Länder.
20. Dezember - In Arco (Idaho/USA) liefert der Forschungsreaktor EBR-1 als erster Brutreaktor der Welt Strom. Ziel des Reaktors war die Demonstration der Stromerzeugung und die weitere Nuklearforschung. Bei Kernreaktoren dieses Typs wird, neben Strom, mehr spaltbares Material erzeugt, als für die Energieerzeugung gebraucht wird, d.h. bei der Kernspaltung durch ein Neutron wird mehr als nur ein neues Neutron freigesetzt, also mehr als für die Aufrechterhaltung der Kettenreaktion notwendig ist. Ein erster Versuch scheiterte, weil die Brennstoffmenge und -dichte nicht ausreichte, um eine Kritische Masse herzustellen. Nach einem Umbau des Kerns konnte dann aber erstmals eine geringe Leistung elektrischer Strom erzeugt werden, dessen Leistung für den Bedarf von vier Glühlampen ausreichte. Nach weiteren Verbesserungen erzeugte die Anlage genug Leistung für den Eigenbedarf und ihre Forschungsaufgaben. 1953 konnte im EBR-I der bis dahin nur theoretisch vorhergesagte Brutprozess erstmals nachgewiesen werden.
In der BRD wird der paramilitärische Bundesgrenzschutz mit einer Anfangsstärke von 10.000 Mann gebildet.
Das Besatzungsstatut der Westalliierten für die Bundesrepublik wird gelockert und führt zu weiterem Souveränitätsgewinn. Insbesondere darf die BRD jetzt eigene Außenpolitik betreiben. Weiterhin werden bestehende Produktionsverbote gelockert.
Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman enthob den Oberbefehlshaber der UNO-Truppen in Korea und Befehlshaber der US-Einheiten in Südostasien, General Douglas McArthur, seines Postens. McArthur war bereits im zweiten Weltkrieg zum US-amerikanischen Volkshelden geworden, als er 1941 die vergebliche Verteidigung der Philippinen leitete. 1942 zum Oberbefehlshaber im Pazifik ernannt, wurde der Sieg über Japan zum großen Teil als sein Verdienst betrachtet. Mit seinem glänzenden Sieg über die nordkoreanischen Truppen im ersten Jahr des Koreakrieges hatte er seinem Ruf voll entsprochen. Anlass seiner plötzlichen Ablösung war McArthurs Schlussfolgerung, dass der Krieg in Korea wegen des chinesischen Engagements auf die Volksrepublik China ausgedehnt und notfalls mit Atombomben entschieden werden müsse. Truman rettete durch seine Entscheidung das Primat der Politik und bewahrte die Welt vor einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes, bezahlte dafür jedoch mit seiner Popularität. In den USA brach ein wochenlanger Sturm der Entrüstung los. "Nuke the Reds" (bedeutet soviel wie " Nuklearschlag gegen die Roten") wurde zum allgegenwärtigen Slogan.
Angesichts der außenpolitischen Erfolge der Bundesregierung wird von der westdeutschen Bevölkerung irritiert zur Kenntnis genommen, dass trotz Abschaffung der Todesstrafe von westalliierten Militärtribunalen immer noch NAZI-Verbrecher zum Tode verurteilt und gehängt werden.
Eine Volksabstimmung hat die Bildung des Bundeslandes Baden-Württemberg zur Folge.
1952
18. Febraur - Die Türkei und Griechenland treten der NATO bei. Die North Atlantic Treaty Organisation war im Jahr 1949 gegründet worden. Ab 1974 jedoch war Griechenland sechs Jahre lang nicht in der militärischen Struktur vertreten. Es hatte sich der Konflikt um die Insel Zypern, die beide Länder für sich beanspruchen, entfacht. Der Konflikt ist immer noch Anlass für Spannungen zwischen den beiden Ländern.
20. Februar - Humphrey Bogart erhielt für seine Rolle in John Hustons Abenteuerfilm "African Queen" seinen ersten und letzten Oskar. Der Film, der an diesem Tag in den USA in die Kinos kam, handelt von einem Kapitän (Bogart), der im Ersten Weltkrieg in Afrika eine Missionarstochter (Katharine Hepburn) mit seinem alten Kahn aus dem Kampfgebiet rettet. Am Ende des Films geben sie einander das Ja-Wort. Die Verfilmung des Abenteuerromans von C.S. Forester ist einer der großen Klassiker Hollywoods. Dazu trugen die afrikanischen Originalschauplätze und das Zusammenspiel von zwei der größten Hollywoodlegenden bei.
1. März - Nach der Besetzung und Nutzung als Bombenabwurfsplatz der Royal Air Force nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt Großbritannien die Insel Helgoland an Deutschland zurück, nachdem es den Briten nicht gelungen war, wie geplant die gesamte Insel Helgoland zu sprengen. Sieben Jahre lang hatte die Britische Luftwaffe Helgoland als Übungsziel missbraucht. Die Hauptzerstörungen beginnen am 18.4.1947, über 7000 Tonnen Munition werden gezündet.
Dabei wurde die bisher stärkste Detonationen durch konventionellen Sprengstoff ausgelöst. Bunkeranlagen und Munitionsvorräte der Wehrmacht und der Kriegsmarine sollten entsorgt werden. Einige allierte Militärexperten erhofften die völlige Zerstörung der Insel, die in zwei Weltkriegen von denDeutschen als Militärstützpunkt genutzt worden war. Durch die Sprengung stürzten Teile der Steilküste ein, und die Insel wurde mit Kratern übersät. Wider Erwarten überstand Helgolanddie Explosion, und die Bewohner der Insel die während des Zweiten Weltkrieges evakuiert worden waren, konnten wieder zurück kehren. Heute muss sich die Insel mit umfangreichen Uferschutzbauten gegen die zerstörerrischen Kräfte des Meeres wehren. Das angegriffene Fundament der Insel bildet ein langer Buntsteinsockel mit breiter Steilküste, dessen touristische Aktraktion die "Lange Anna" ist.
17. Mai - Sportvereine aus Innsbruck, Partenkirchen, Bischofshofen und Oberstdorf rufen die heute als Vierschanzentournee bekannte Deutsch-Österreichische Springertournee ins Leben.
8. Juli - In der Stadt München werden die ersten zwölf Zebrastreifen Deutschlands angelegt. In die westdeutsche Straßenverkehrsordnung wurde der Fußgängerüberweg zum 24. August 1953 aufgenommen. Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wurde erst zum 1. Juni 1964 eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß. Auch im römischen Reich gab es schon "Fußgängerüberwege" die meist aus Steinplatten bestanden die dem Tritt für Fußgänger dienten. Sie hatten große Lücken, die so breit waren, dass die Räder eines Wagens problemlos hindurchfahren konnten.
In England stirbt am 6.2. König George VI. Am selben Tag wird seine am 21.4.1926 geborene gerade noch 25jährige Tochter als Elisabeth II. zur Königin proklamiert; gekrönt wird sie nach traditionellem Ritus und im Beisein des so gut wie vollständig versammelten Weltadels am 2.6.1953 in der Westminster Abbey (bei typisch englischem Regen).
Griechenland und die Türkei treten der NATO bei.
In den USA wird der Weltkriegsgeneral Dwight D. Eisenhower (*1890, +1969) neuer Präsident.
In Chalk River in Kanada kommt es zum ersten Kernreaktor-Unfall. Der Irrtum eines Technikers hat die Explosion des Reaktorkerns zur Folge.
Das Besatzungsstatut für die BRD wird am 26.5. vom Deutschlandvertrag mit den drei Westalliierten abgelöst, der bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Gültigkeit hat. Die BRD ist damit weitestgehend souveräner Staat.
Die von den Briten als Übungsziel der Luftwaffe schwer beschädigte Insel Helgoland kommt wieder unter deutsche Verwaltung
In Paris wird der EVG-Vertrag über die Europäische Verteidigungs-Gemeinschaft auch von der BRD unterzeichnet. Er garantiert u.a. den Erhalt Westdeutschlands und Westberlins und sieht vor, dass die BRD 12 der 43 geplanten Truppeneinheiten zu je 13.000 Mann stellt. Die DDR reagiert auf den EVG-Beitritt der BRD mit sofortiger Sperrung der Grenzen und dem Trennen der Telefonverbindungen. Die SED beschließt wenig später den Aufbau der Volksarmee und eine Landreform.
Die Länder der DDR werden aufgelöst und stattdessen 14 Verwaltungsbezirke mit 227 Kreisen gebildet.
Im Juli propagiert die SED die "Verschärfung des Klassenkampfes", mit der im Klartext auch Normenerhöhungen bei der Arbeitsleistung gemeint sind.
Eine ernste Versorgungskrise von Grundnahrungsmitteln führt in der DDR zur Entlassung von Karl Hamann, Chef des Ministeriums für Handel und Versorgung.
Die Zahl der DDR-Flüchtlinge steigt.
Die BRD und Israel vereinbaren Wiedergutmachungszahlungen für die im Dritten Reich erfolgte Judenverfolgung in Höhe von 3 mrd DM, zahlbar im Lauf von 12 Jahren.
Unter der Leitung des US-amerikanischen Physikers Edward Teller wird die Wasserstoff -Bombe entwickelt und am 6.11. auf dem Eniwetok-Atoll im Südpazifik gezündet. Ihre Sprengkraft entspricht 700 Atombomben des Hiroshima-Typs. Auch die Russen zünden in diesem Jahr eine auf der Kernfusion beruhende H-(Wasserstoff-)Bombe. Sie konnten ihren Entwicklungsabstand zu den Amerikanern nicht zuletzt wegen der Spionagetätigkeit eines Klaus Fuchs (siehe 1950) verringern.
In der BRD wird im Telefondienst mit der bereits seit 1923 technisch vorbereiteten Umstellung von Handvermittlung auf Selbstwähldienst im Telefon-Ferngesprächsbereich begonnen.
Das Transistorradio wird von der japanischen Firma Sony entwickelt.
Der Polio-Schutzimpfstoff wird entwickelt, der Herzschrittmacher erstmals eingesetzt und mit Reserpin der erste Tranquilizer entdeckt.
In der BRD beginnt das Fernsehzeitalter.
20.12. In Arco im US Bundesstaat Idaho wird der erste Brutreaktor der Welt, der auch gleichzeitig der erste stromerzeugende Kernreaktor ist, ans Stromnetz geschaltet. Er erzeugt neben Energie auch mehr Kernbrennstoff als er selbst verbraucht.
In den USA sendet die Station CBS die ersten Farbfernsehsendungen aus.
Die Servolenkung für Autos wird eingeführt und der Videorecorder entwickelt.
Karlheinz Stockhausen richtet für den Nordwestdeutschen Rundfunk in Köln das erste Studio für elektronische Musik ein.
In Teheran heiratet Schah Reza Pahlewi in zweiter Ehe die knapp 18jährige deutschstämmige Prinzessin Soraya. Die Verbindung hat insbesondere bei der deutschen Boulevardpresse bis in die heutige Zeit auflagensteigernde Wirkung.
Der Regisseur Willi Forst kann den unterdurchschnittlichen Film "Die Sünderin" nur dadurch retten, dass er kurze Nacktszenen der Hauptdarstellerin Hildegard Knef gegen den Protest der "Freiwilligen Selbstkontrolle" nicht entfernt. Da, wo der Film gezeigt werden darf, wird er ein Kassenschlager.
Seit diesem Jahr ist die Stiftsruine Hersfeld Kulisse für jährlich stattfindende Theaterfestspiele.
Die englische und holländische Nordseeküste wird im Januar von einer der schwersten Sturm- und Springfluten des Jahrhunderts heimgesucht, bei der fast 1.500 Menschen sterben.
Der Gürtelreifen wird bei den Kfz-Herstellern eingeführt (zumindest außerhalb Deutschland; hier bestimmt der Kleinstwagen wie z.B. der "Leukoplastbomber" den Markt).
Zum ersten Mal wird die von Gibbon entwickelte Herz-Lungen-Maschine praktisch während einer Herzoperation eingesetzt.
11.September - Der US-amerikanische Arzt Charles A. Hufnagel setzt dem ersten Patienten eine künstliche Herzklappe ein, die er selbst entwickelt hat.
29.5. Sir Edmund Percival Hillary und Tensing Norgay erreichen den
fast 9 km hohen Gipfel des Mount Everest, des höchsten Berges der
Welt.Gestorben:
30.1.: Der Autobauer Ferdinand Porsche sr. (*1875);
3.2.: der Autobauer August Horch (*1868) Jahr 1953
2.3. stirbt der russische Diktator Stalin, (bürgerl. Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili, *1879); sein Tod wird erst am 5.3. bekanntgegeben.
1953
19. März - Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt wurde der Messerschmitt-Kabinenroller vorgestellt. Der Zwitter zwischen PKW und Motorroller, in dem zwei Personen hintereinander sitzen konnten, ist eine Entwicklung des deutschen Konstrukteurs Fritz M. Fend. Die ersten Mobile nannten sich Fend Flitzer und wurden in Rosenheim hergestellt, bevor im Januar 1953 die Serienproduktion des KR 175 im Messerschmitt-Werk Regensburg begann. Fend hatte seine „Flitzer“ zunächst als Einsitzer entwickelt. Willy Messerschmitt war jedoch nur bereit, einen Zweisitzer in seinem Werk zu produzieren, woraufhin Mitte 1952 entsprechende Prototypen unter der Bezeichnung FK 150 (Fend Kabinenroller) mit 150-cm³-Fichtel-&-Sachs-Motor gebaut wurden. Das sparsame Fahrzeug war für einige Jahre sehr beliebt in Deutschland und noch heute gibt es Liebhaber-Clubs, die die Erinnerung an den Kabinenroller pflegen.
17. Juni - Unzufriedenheit mit dem herrschenden Regime führt zum Volksaufstand in der DDR, den Deutsche Volkspolizei und sowjetische Truppen niederschlagen. Zu dem es gekommen war, nachdem Ostberliner Bauarbeiter im Protest gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen in den Streik getreten waren. Die erste geplante Briefmarke der DDR mit dem Abbild von Walter Ulbricht wurde deshalb nicht veröffentlicht.
Der beim schwedischen Unternehmen ASEA beschäftigte Physiker Erik Lundblad stellt, mit Hilfe des so genannten Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahrens, die ersten synthetischen Diamanten her. Bei diesem Verfahren wird Graphit in einer hydraulischen Presse bei Drücken von bis zu 6 Gigapascal (60.000 bar) und Temperaturen von über 1500 °C zusammengepresst. Unter diesen Bedingungen ist Diamant die thermodynamisch stabilere Form von Kohlenstoff, so dass sich der Graphit zu Diamant umwandelt. Dieser Umwandlungsprozess kann unter Beigabe eines Katalysators beschleunigt werden (meist Eisencarbonyl). Auch mit Katalysator dauert der Umwandlungsprozess immer noch einige Wochen.
1. August - Gründung der deutschen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung.
Neun Tage nach dem Tod des sowjetischen Diktators Josef W. Stalin bestimmte das Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) Nikita S. Chruschtschow zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees des KPdSU. Während Georgi M. Malenkow Regierungschef wurde und Lawrenti Berija allen Sicherheitsorganen vorstand, erhielt Chruschtschow das höchste Amt der alleinherrschenden Partei.
15. Juli - In der Filmversion des Broadway-Musicals "Gentlemen prefer Blondes" ("Blondinen bevorzugt") war Sex-Symbol Marilyn Monroe erstmalig als Komödiantin zu sehen. In der Rolle der Lorelei geht sie, gemeinsam mit ihrer Partnerin Jane Russell als Dorothy, auf Partnersuche. Beide spielen auf witzige Weise mit ihrem Image als Sex-Symbol und verdrehen zahlreichen Männern den Kopf. Der Film, der auf einem Luxusdampfer und in Paris spielt, avancierte zum Klassiker. Neben der komödiantischen Handlung wurde "Blondinen bevorzugt" auch wegen des von Monroe vorgetragenen, und später häufig kopierten, Songs "Diamonds are a girl´s best friend" berühmt.
In Hannover wurde auf Initiative des Kinderarztes Fritz Lejeune, am 16 November, der Bund zu Schutz des Kindes gegründet. Ziele waren unter anderem der Kampf gegen Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch sowie die Linderung des psychischen und sozialen Elends der Kinder in der Nachkriegszeit. Mit fast 50.000 Mitgliedern ist er der mitgliederstärkste Kinderverband in Deutschland. 1993 macht der DKSB die UN-Konvention über die Rechte der Kinder zum Bestandteil seiner Satzung und zur Grundlage aller Aktivitäten. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk, terre des hommes und UNICEF gründete er das "Aktionsbündnis Kinderrechte", um die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes voranzubringen und bei den zuständigen staatlichen Stellen anzumahnen.
16. September - Der Monumentalfilm "Das Gewand" - mit Richard Burton und Jean Simmons in den Hauptrollen - feierte in New York Premiere. Es war der erste Film, der im Breitwandverfahren Cinemascope gedreht wurde. Durch die neue Technik entfalten Regisseur Henry Kosters Großaufnahmen und Massenszenen eine überwältigende Wirkung.
20. November - Der amerikanische Testpilot Albert Scott Crossfield fliegt mit einer Douglas Skyrocket die huckepack auf einem Bomber in die Luft gebracht wurde 2.078 km/h und ist somit der erste Mensch, der die doppelte Schallgeschwindigkeit erreichte. Er absolvierte als Testpilot für North American Aviation 14 Flüge im X-15-Programm. Während dieser Zeit wurde er von der United States Air Force für das Projekt Man In Space Soonest (MISS) ausgewählt, das einen bemannten Raumflug zum Ziel hatte. Nach Gründung der NASA wurde dieses Projekt abgesetzt, doch gehörte Crossfield somit zur ersten Raumfahrerauswahl der Geschichte.
21. November - Das British Museum gab bekannt, dass der 1912 von Charles Dawson entdeckte Urmensch ("Piltdown Man") ein Betrug war. Der umstrittene Schädel war 1908 von dem Rechtsanwalt Dawson bei einer Ausgrabung in Südengland in der Nähe des Ortes Piltdown entdeckt worden. Dawson stellte den vermeintlich prähistorischen Fund 1912 in London der staunenden Öffentlichkeit vor. Der erste Fund eines Frühmenschen auf englischem Boden sorgte unter den Anthropologen für eine Sensation: Während das gewölbte Schädeldach ausnehmend menschlich schien, zeigte der Unterkiefer eher affenähnliche Merkmale. 1953 unterzog man den Piltdown-Schädel einer nochmaligen Prüfung und entdeckte, dass die Knochen nur wenige hundert Jahre alt waren.
1954
21. Januar - In den USA läuft das erste U-Boot mit Atomantrieb vom Stapel: die "Nautilus", benannt nach dem legendären Unterseeboot aus Jules Vernes Roman "20.000 Meilen unter dem Meer". Den Bedenken wegen der Gefahren dieses Antriebes standen die technischen Vorteile entgegen, vor allem die lange Fahr- und auch Tauchzeit. Vier Jahre nach ihrem Stapellauf machte die "Nautilus" Schlagzeilen, als sie unter der Eiskappe des Nordpols hindurchtauchte.
1. März - Durch Fehlberechnungen bei der Zündung der Wasserstoffbombe Castle Bravo auf dem Bikini-Atoll durch die USA kommt es zu radioaktivem Niederschlag auf der bewohnten Insel Rongelap. 236 Bewohner werden verstrahlt, sowie die Besatzung eines 140 Kilometer entfernten japanischen Fischerbootes. Caqstle Bravo war die bisher stärkste amerikanische thermonukleare Waffe die mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent detonierte und damit fast 2,5 Mal so stark war wie von beteiligten Wissenschaftlern vermutet. Der Atompilz war nach einer Minute 15 km hoch und erreichte nach sechs Minuten eine Höhe von 40 km und hatte dabei einen Durchmesser von über 100 Kilometern. Der Lichtblitz war noch in 4000 Kilometern Entfernung zu sehen. Der Krater, den die Bombe in den Untergrund des Atolls riss, hatte einen Durchmesser von mehr als 3 km.
13. April - US Präsident Dwight D. Eisenhower verfügt, dass Robert Oppenheimer, einer der "Väter" der amerikanischen Atombombe, nicht mehr an Nuklearprogrammen teilnehmen dürfe. Oppenheimer hatte sich aus moralischen Bedenken gegen die Entwicklung der Wasserstoffbombe ausgesprochen. Erst neun Jahre später
17. Mai - Der "Supreme Court", das Oberste Gericht der USA, erklärte einstimmig die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig. Der Klage der Bürgerrechtsorganisation "National Association for the Advancement of Colored People" gegen ethnische Diskriminierung war damit stattgegeben. Nach mehr als 50 Jahren wurde die Doktrin "Getrennt, aber gleichwertig" aufgehoben. 1896 war ein Urteil des Gerichtshofes ergangen, nach dem Rassentrennung gerechtfertigt war, wenn Schwarzen gleichwertige Alternativen zu den Einrichtungen für Weiße zur Verfügung standen. Die Integration der Schulen verlief nur zögerlich. 1957 verweigerte die Nationalgarde von Arkansas in Little Rock schwarzen Schulkindern den Zutritt zur High School, bis US-Präsident Eisenhower Truppen zu ihrer Begleitung schickte.
17. Juni - "Tag der Deutschen Einheit" zum ersten Mal Feiertag. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland im Gedenken an den Volksaufstand der DDR als Siebzehnter Juni 1953 der gesetzliche Feiertag, ebenfalls mit dem Namen „Tag der deutschen Einheit“. Nach der Wende war ursprünglich der Tag des Mauerfalls von 1989, der 9. November, als Nationalfeiertag vorgesehen. Wegen der Datumsgleichheit mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 sowie der Novemberpogrome 1938 galt dieses Datum als ungeeignet, so dass der 3. Oktober, der Tag an dem die deutsche Einheit vollzogen wurde, als Nationalfeiertag festgelegt wurde.
20. Juni - Bei der Fußball-Weltmeisterschaft erfährt Deutschland gegen Ungarn eine historische 3:8-Niederlage. Trotzdem gewann Außenseiter Deutschland das Turnier nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn im Finale von Bern und wurde damit zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Für die Menschen in Deutschland erhielt das „Wunder von Bern“, wie der Sieg genannt wurde, Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.
Die bundesdeutsche Fußball-National-Elf mit Trainer Sepp Herberger und Kapitän Fritz Walter gewinnt am 4.7. in Bern gegen Ungarn den Titel des Fußballweltmeisters mit dem 3:2-Tor von Helmut Rahn, obwohl der Favorit Ungarn bereits in der 9. Minute mit 2:0 vorne lag.
In den USA wird mit der "Nautilus" das erste atomgetriebene U-Boot in Dienst gestellt. Es ist vollkommen unabhängig von jedweder Außenluftzufuhr.
Die Photozelle, mit der man aus Licht Strom erzeugen kann, wird in den USA entwickelt.
Der "Rock-and-Roll" kommt als Populärmusik auf.
Der Welterfolg von "La Strada" ("Das Lied der Straße") des italienischen Regisseurs Federico Fellini feierte in Rom Premiere. Der Film handelt von einem Wanderartisten, der sich eine Frau kauft und sie wie eine Sklavin hält. Fellini erhielt für den Film u.a. 1956 den "Oscar" für den besten ausländischen Film und 1954 den "Silbernen Löwen" in Venedig.
18. Oktober - Texas Instruments bringt das weltweit erste Transistorradio auf den Markt. Die zögerliche Haltung der Unterhaltungsindustrie im Hinblick auf die neuen Transistortechnik durchkreuzte aber zunächst die Pläne zu einer Transistor-Massenfertigung. Erst die entscheidende Idee des damaligen Texas Instruments-Vizepräsidenten Pat Haggerty, ein neuartiges kleines Transistor-Taschenradios für den Massenmarkt zu entwickeln, verhalf dem Germaniumtransistor zum Durchbruch: sieben Jahre nach der Erfindung Transistor wurde das weltweit erste kommerzielle Transistorradio Regency TR-1 rechzeitig zum Weihnachtsfest des gleichen Jahres äußerst erfolgreich auf den Markt gebracht und entwickelte sich trotz des hohen Preises rasant zum heiß begehrten modischen „Marktrenner“, was dazu führte, dass der TR-1 bis zum Frühjahr 1955 landesweit komplett ausverkauft war.
19. Oktober - Eine österreichische Himalaya-Expedition bezwingt den 8.153 m hohen Cho Oyu an der Grenze China-Nepal. Die spektakuläre Erstbesteigung ohne Sauerstoff und der neuartige Stil im Rahmen einer Kleinexpedition haben Alpingeschichte geschrieben. Während einer gescheiterten internationalen Frauenexpedition werden 1959 vier Expeditionsteilnehmer von einer Lawine erschlagen.
Am 23. Oktober - lädt die Konferenz der 14 NATO-Staaten die BRD offiziell zur Mitgliedschaft ein. Eine Grundgesetzänderung erlaubt die Einführung
der Wehrpflicht in der BRD.
1955
17. Januar - Die "USS Nautilus", das erste atomgetriebene Unterseeboot, sticht in See. Der Einbau von Nuklearreaktoren in Unterseeboote behob die bisherige Schwachstelle der Unterseeboote, von Zeit zu Zeit an die Meeresoberfläche zurückkehren zu müssen, um Luft aufzunehmen. Die Nautilus konnte dank einer zusätzlichen Technik, die die Aufnahme von Sauerstoff aus dem Meereswasser ermöglichte, wochenlang unter Wasser bleiben. Die "Nautilus" bewies diese Fähigkeit bei einer Forschungsfahrt unter dem Nordpol hindurch.
19. Januar - In den Dingolfinger Hans-Glas-Werken läuft das erste Goggomobil vom Band. Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln. Es war eine kleine viersitzige Limousine; das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen. Der gebläsegekühlte Zweizylinder- Zweitaktmotor und ein daran verblocktes teilsynchronisiertes Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM. Das Urmodell des Goggomobils war noch ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule angeschlagen.
17. Februar - Mit dem Düsseldorfer Abkommen von 1955 zwischen den Kultusministern der Länder beschließen diese ein einheitliches Schulwesen. Das Schuljahr begann zu Ostern, Schulabschlüsse wurden vereinheitlicht, Prüfungen und Benotungen gegenseitig anerkannt. Ebenso erhielten höhere und mittlere Schulen einheitliche Bezeichnungen. Grundsätzlich galt seit 1949 die Kulturhoheit der Länder, d. h. die Länder waren im Bereich der Bildungs- und Kulturpolitik autonom. Das Abkommen beschnitt nicht die Selbständigkeit der Länder, sondern strukturierte lediglich die Grundzüge der Bildungspolitik länderübergreifend.
Acht Staaten des so genannten Ostblocks unterzeichnen während des Kalten Krieges in der polnischen Hauptstadt Warschau den "Warschauer Vertrag" zur Gründung eines Militärbündnisses als Reaktion auf die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO. Das Bündnis, dessen Mitglieder in dem jeweilig mit der Sowjetunion bilateral abgeschlossenen "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand (VFZ)" auf eine eigenständige Außenpolitik verzichteten, war im Kalten Krieg das Pendant zum westlichen Militärbündnis, der NATO unter Führung der USA.
Die Mitgliedsstaaten
- Volksrepublik Albanien (einseitiger Austritt am 13. September 1968 wegen der ČSSR-Krise)
- Volksrepublik Bulgarien
- Deutsche Demokratische Republik (Austritt 1990 mit der Deutschen Wiedervereinigung)
- Volksrepublik Polen
- Sozialistische Republik Rumänien (nur begrenzt)
- Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken
- Tschechoslowakische Sozialistische Republik
- Volksrepublik Ungarn
Am 26. April 1985 wurde der Vertrag um 25 Jahre verlängert und hätte sich auch um jeweils weitere zehn Jahre automatisch verlängert. Der Vertrag wurde 1991 gekündigt und das Bündnis löste sich am 1. Juli 1991 auf.
19. März - In New York hat der Film "Blackboard Jungle" (Die Saat der Gewalt) Premiere, durch den der Song "Rock Around the Clock" von Bill Haley zum Welterfolg wird. Zufällig hörte der Regisseur Richard Brooks, der während einer Drehpause zum amerikanischen Jugend-Revolte-Movie Blackboard Jungle (deutscher Titel Die Saat der Gewalt) im Hause seines Hauptdarstellers Glenn Ford weilte, Peters Glenns Haley-Single und war von der Dynamik der B-Seite des Liedes Thirteen Women sichtlich angetan. Sehr schnell erkannte er, dass dieses Lied für seinen neuen Film eine große Bereicherung wäre und entschied intuitiv, Rock Around the Clock im Vorspann und noch einmal als Hintergrundmusik am Ende des Films einzuspielen. Dank des Filmskletterte Rock Around the Clock am 14. Mai 1955 für über acht Wochen auf Platz eins der amerikanischen Charts. Rock Around the Clock war die erste echte Rock-&-Roll-Single, die eine Nummer-1-Position in den amerikanischen Charts erreichte. Sie hielt sich sechs Monate. In Großbritannien war die Platte der erste Millionseller überhaupt. Auch in Deutschland war Rock Around the Clock die erste ausländische Schallplatte, die über eine Million Mal verkauft und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet wurde.
13. April - Nach einem erfolgreichen Großversuch gibt die US-Regierung einen Impfstoff gegen den Polio-Virus frei. Seit dem Jahr 1947 suchte der Bakteriologe Jonas Salk zusammen mit anderen Forschern nach einem Mittel gegen den Erreger der Kinderlähmung. Innerhalb weniger Jahre nach der Freigabe des Impfstoffs ging die Zahl der an Kinderlähmung Erkrankten um 86 Prozent zurück. Eine Schluckimpfung mit lebenden abgeschwächten Viren wurde 1962 von Albert Sabin entwickelt.
Die Deutsche Lufthansa nimmt mit vier Convair CV 340-Maschinen den seit Kriegsende ruhenden Linienflugverkehr in Westdeutschland wieder auf.
14. Mai - Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten führt die "Operation Wigwam" durch, unterseeische Atombombentests im Pazifik rund 900 km südwestlich von San Diego. Ziel der Operation Wigwam war es herauszufinden, welche Strahlung und welche Druckverhältnisse bei unterseeischen Detonationen auftreten und zu bestimmen, welche Auswirkungen eine solche Explosion auf Schiffe und getauchte U-Boote hat. Eine einzelne 30 kT Bombe wurde an einem Kabel von einer unbemannten Barkasse (YC-473) in 4.800 m tiefem Gewässer in eine Tiefe von 600 m abgelassen. Die Barkasse wurde mit einem rund 9 km langen Kabel von der USS Tawasa (ATF-92) geschleppt. Entlang des Kabels waren eine Reihe von Druckmessinstrumenten, getauchten U-Booten-ähnliche Hüllen (genannt „Squaws“) und unbemannte Schiffe verteilt. Das beteiligte Personal war gut 9 km aufwindig positioniert. Die USS George Eastman (YAG-39) und die USS Granville S. Hall (YAG-40) dagegen waren gut 9 km abwindig des Detonationspunktes stationiert. Beide Schiffe waren radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Joint Task Group 7.3 der Joint Task Force 7, verantwortlich für die Durchführung der Atombombentests im Pazifik, führte den Test im Auftrag der Atomic Energy Commission und des Department of Defense durch. Insgesamt nahmen 6.544 Personen (davon 200 Zivilisten) und 30 Schiffe an der Operation teil. Die Zündung erfolgte am 14. Mai 1955 (21:00 GMT)
Österreich erhält Unabhängigkeit und Souveränität zurück.
1. Juni - Während des 24-Stunden-Rennen von Le Mans in Frankreich kollidierten auf der Zielgerade mehrere Wagen bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h. Der Mercedes des französischen Piloten Pierre Levegh geriet außer Kontrolle und flog in die Zuschauerränge. Er und 80 Zuschauer wurden getötet, weitere 100 Personen verletzt. Es handelte sich um einer der größten Katastrophen in der Geschichte des Motorsports. Damit ging die Ära der erfolgreichen Mercedes-Silberpfeile zu Ende. Erst in den 80er Jahren nahm der Stuttgarter Autobauer wieder an Rennen teil.
In Kassel wurde auf Initiative von Arnold Bode die erste "documenta"-Kunstausstellung eröffnet. Ziel des Projekts in der Ruine des Fridericianums war es, der von den Nationalsozialisten diskreditierten und verfolgten avantgardistischen Kunst wieder ein öffentliches Forum zu geben. Zudem sollte jüngeren deutschen Künstlern, die Möglichkeit des Austauschs mit der internationalen Kunstszene ermöglicht werden. Insgesamt wurden auf der ersten "documenta" Werke aus den letzten 50 Jahren präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs fanden seit 1955 neun weitere "documenta"-Ausstellungen in Kassel statt.
17. Juli - Nach mehrjähriger Planung öffnete 1955, der nach seinem Erfinder Walt Disney benannte Vergnügungspark "Disneyland" in Kalifornien seine Tore. Mit der Gründung der riesigen Freizeitanlage setzte Disney seine Vorliebe für phantasievolle und nostalgische Welten in einer zur damaligen Zeit einzigartigen Touristenattraktion um. Aufgrund des riesigen, weltweiten Erfolges von "Disneyland" wurde einige Jahre später die Errichtung eines weiteren Vergnügungsparks in Florida geplant. Fünf Jahre nach dem Tod von Walt Disney eröffnete dann 1971 in der Nähe von Orlando "Walt Disney World". Seit 1992 gibt es mit "Disneyland" Paris auch in Europa eine Dependence des amerikanischen Vergnügungsparks.
Der Motorsport erlebt seine schlimmste Unfallkatastrophe, als während des 24-Std.-Rennens von Le Mans ein Mercedes-Silberpfeil in die Zuschauertribüne rast und dort explodiert. Es sterben 85 Menschen, 200 werden teils schwer verletzt. Mercedes zieht sich aus dem Rennsport zurück.
Herausragendes innen- und außenpolitisches Ereignis ist eine Moskaureise Konrad Adenauers. Er kann seinen sowjetischen Verhandlungspartnern, welche diplomatische Beziehungen zur BRD aufzunehmen wünschen, die Rückführung letzter ca. 10.000 immer noch einbehaltener Kriegsgefangener abtrotzen.
In einer Volksabstimmung lehnt die saarländische Bevölkerung eine Europäisierung und damit eine stärkere Anbindung an Frankreich mit überwältigender Mehrheit ab.
Die ersten 101 Offiziere und Soldaten der neu geschaffenen Bundeswehr werden von Bundesverteidigungsminister Theodor Blank ernannt.
20. Oktober - In Großbritannien erscheint mit "Return of the King"("Die Rückkehr des Königs") der dritte Teil von Tolkiens "The Lord of the Rings". Zu Beginn der 30er Jahre schrieb Tolkin eine Geschichte für seine vier Kinder, die später als sein erster Bestseller "Der kleine Hobbit" bekannt wurde. "Der Herr der Ringe" gehört zu den erfolgreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Das englische, dreiteilige Original, erschien in den Jahren 1954 und 1955, die erste deutsche Übersetzung 1969/1970. Weltweit wurde der Roman etwa 150 Millionen Mal verkauft. Der Roman spielt in einer, von Tolkien lebenslang entwickelten Fantasiewelt. Er erzählt die Geschichte eines
Rings, mit dessen Vernichtung die böse Macht in Gestalt desdunklenHerrschers Sauron untergeht. Die Hauptdarsteller sindhauptsächlich Hobbits, ein gemütliches Volk von Halblingen, die in ein bedrohliches, heroischesZeitalter hineingezogen werden. Der Herr der Ringe ist insechs Bücher untergliedert. Anstatt in einer Gesamtausgabe wurde das Werk –entgegen dem Wunsch des Autors – auf Wunsch der Verleger, und vor allem wegen der hohen Papierpreise im Nachkriegsengland in drei Bänden publiziert: "DieGefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs". Band 1 erschien am 29. Juli 1954, Band 2 am 11. November desselben Jahres und Band 3 nach einer längeren Verzögerung, die den Arbeiten am Index geschuldet war, am 20. Oktober 1955. Der Roman diente als Vorlage für zahlreiche Adaptionen, darunter eine sehr erfolgreiche amerikanische oscarprämierte Verfilmung (2001–2003) unter der Regie von Peter Jackson.
1. Dezember - Die Bürgerrechtlerin Rosa Parks wird in Montgomery festgenommen, weil sie in einem Bus einem Weißen ihren Sitzplatz nicht überlassen will. Dieses Ereignis führt in weiterer Folge zum 382-tägigen Montgomery Bus Boycott und zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA. Die Seperation in den Bussen sah zu dieser Zeit vor, dass Schwarze nur bestimmte Sitzreihen in einem Bus nutzen durften. In Montgomery mussten sie vorne ihr Fahrgeld bezahlen und dann wieder
aussteigen, um im hinteren Teil des Busses zu ihren Plätzen zu kommen – nicht selten fuhr dann der Busfahrer ab, ohne die Schwarzen einsteigen zu lassen. Hinzu kam eine ständige Belästigung durch die Fahrer und Mitfahrer, so dass diese rassistische Praxis für zunehmende Proteste sorgte. Diese Festnahme hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und führte unter den 42.000 Schwarzen in der Stadt zu dem Entschluss, zivilen Ungehorsam zu leisten. Der Busverkehr wurde von den Bürgerrechtlern 381 Tage boykottiert. Der erfolgreiche Boykott setzte die Stadt Montgomery ökonomisch stark unter Druck und sie musste die Fahrpreise drastisch erhöhen. Die Stadtverwaltung setzte deshalb die Versicherungen der Autofahrer, die sich anFahrgemeinschaften beteiligten, unter Druck, die Verträge aufzulösen. Dagegen organisierten Aktivisten eine Übernahme der Policen durch Lloyd’s of London. Es kam auch immer wieder zu Festnahmen und auch Martin Luther King wurde verurteilt, 500 Dollar Strafe zu zahlen, weil er gegen das Anti-Boykott-Gesetz verstoßen habe. Der Montgomery Bus Boycott war einer der entscheidenden Siege, die der Bürgerrechtsbewegung zum Durchbruch verhalfen und Martin Luther King weltweit bekannt machte.
Deutschland (West) beginnt, vom Motorrad auf das Auto umzusteigen.
Die Gefriertruhe hält Einzug in amerikanische Haushalte.
Georges de Mestral, ein Schweizer Ingenieur läßt sich den Klettverschluß patentieren. Der passionierte Jäger soll 1941 auf die Idee für den Klettverschluss gekommen sein, als er nach einem Ausflug die Früchte der Großen Klette (Arctium lappa) sowohl an seiner Hose als auch im Fell seines Hundes fand und unter einem Mikroskop näher untersuchte. Dabei begriff er, wieso die igelartigen Kugeln so gut haften: Die vermeintlichen Stacheln der Samen tragen an ihrer Spitze winzige elastische Häkchen, die sich bei Kontakt mit Fell oder gewobenem Stoff festsetzen. Diese Beobachtung führte ihn zur Entwicklung eines Verschluss-Systems, das zwei Materialien auf einfache Weise miteinander verbindet. Das erste von ihm gestaltete Band hatte Haken und Ösen noch in einem Band, nicht wie heute in zwei getrennten Bändern.
Erst zehn Jahre später ließ Mestral seine Erfindung unter dem Namen Velcro, von franz. „velours“ (Schlaufe) und „crochet“ (Haken), patentieren. Er gründete die Firma Velcro Industries, die 1959 den ersten Klettverschluss auf den Markt brachte. Bald produzierte das Unternehmen 55.000 Kilometer des neuen Materials pro Jahr. Die Firma hat inzwischen ihren Hauptsitz in Manchester, New Hampshire, USA, beschäftigt auf vier Kontinenten 3.000 Mitarbeiter und setzt als Weltmarktführer 260 Millionen Dollar jährlich um.
Mit dem Feldionenmikroskop des amerikanischen Physikers Erwin Wilhelm Mueller lassen sich erstmals einzelne Atome abbilden.
In Los Angeles an der amerikanischen Westküste wird das erste "Disneyland" eröffnet.
21. Dezember - Im Wiener Apollo Kino erfolgt die Uraufführung des Films "Sissi" von Ernst Marischka mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm.
1956
Die Volkskammer der DDR beschließt die Aufstellung der Nationalen Volksarmee - NVA. Die Aufstellung erfolgt in mehreren Etappen, bis zum 1. März 1956 sollen die Stäbe und Verwaltungen einsatzfähig sein.Nach der Gründung war die NVA – im Gegensatz zu den anderen Armeen des Warschauer Paktes – eine Freiwilligenarmee, was in der propagandistischen Auseinandersetzung mit der Bundeswehr als Vorzug hervorgehoben wurde. Die Wiederbewaffnungsdiskussion war an der DDR nicht spurlos vorübergegangen, der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 hatte die Führung der DDR erheblich verunsichert. Ein deutliches Misstrauen der osteuropäischen Verbündeten den Ostdeutschen gegenüber blieb lange bestehen. Die Einführung der Wehrpflicht 1962 nach dem Bau der Berliner Mauer wurde von vielen als Niederlage empfunden. Mit der Einführung der Wehrpflicht wurde es der NVA möglich, die angestrebte Personalstärke von circa 170.000 Soldaten zu erreichen.
1. März - Der Supreme Court entscheidet nach dreijährigem Prozess, dass die Universität von Alabama die erste schwarze Studentin Autherine Lucy zum Studium zulassen muss. Wenige Stunden später wird sie von der Universität wegen Verleumdung wieder vom Studium ausgeschlossen. Autherine wollte Sportlehrerin werden und schrieb sich im Februar 1956 im Foster Building, das damals die Universitätsverwaltung beheimatete, ein. Allerdings konnte Misses Lucy hier nicht wirklich studieren. Schon am erstem Studientag hatte sich eine Masse von gewalttätigen Demonstranten versammelt, die mit Eiern warfen und sie aus der Universität heraus holen wollte. Einige hatten sogar vor, sie zu töten. Stunden später konnte sie dann mit einem Polizeiwagen abgeholt und nach Birmingham zurück gebracht werden. Drei Tage später musste Autherine Lucy wieder exmatrikuliert werden. Es wäre zu gefährlich gewesen, sie hier weiter zu unterrichten. Sie konnte sich nur mit Polizeischutz auf den Campus wagen. In der Folge boten eine Reihe von europäischen Universitäten ihr einen Studienplatz an. Sie lehnte das aber ab. Wenig später zog sie nach Texas und heiratete. Im Alter von 58 Jahren, entschloss sie ihr Studium wieder aufzunehmen und machte 1992 ihren Abschluß.
Das erste Programm des politischen Kabaretts Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit Ursula Herking, Hans Jürgen Diedrich, Klaus Havenstein und Dieter Hildebrandt hat Premiere.
Das Musical "My Fair Lady" erlebte am 15. März die Premiere in New York. Angelehnt an George Bernard Shaws "Pygmalion" hatte Frederick Loewe die Musik komponiert. Die Gesangstexte stammten von Alan Jay Lerner. Das Musical dauerte etwa drei Stunden. Das Stück wird vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und bringt es in der Folge auf 2.717 Aufführungen. Die Verfilmung des Musicals von 1964 durch Gabriel Pascal mit Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen steigerten die Popularität. Das Musical erzählt die Geschichte vom armen Blumenmädchen Eliza Doolittle, das vom ehrgeizigen Professor Higgins zunächst in die Geheimnisse der Hochsprache und dann listig in die feine Londoner Gesellschaft eingeführt wird. Viele Melodien wurden zu vielgesungenen Evergreens, die das Musical zu einem der erfolgreichsten Stücke der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts machten.
18. April - Fürst Rainier III. heiratet die Schauspielerin Grace Kelly. Die beiden hatten sich ein Jahr zuvor während der Dreharbeiten von Alfred Hitchcocks "Über den Dächern von Nizza" kennen gelernt. Fürst Rainier III. fungierte als Herrscher über die Geschicke Monacos. Grace Kelly gilt als eine der faszinierendsten Schauspielerinnen Hollywoods. Die durch Glamour und Reichtum bestechende Hochzeit betörte die Bevölkerung des kriegszerstörten Europas. Die Begeisterung für die Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier III. spiegelte die Sehnsucht der Bevölkerung Europas nach Frieden und Wohlstand wider. Die Hochzeit wurde mit Erlaubnis des Paares gefilmt und in den USA ausgestrahlt.
"Der Hauptmann von Köpenick", ein Film von Helmut Käutner mit Heinz Rühmann, wird in Köln am 16 August, uraufgeführt. Die Geschichte des Films hat sich tatsächlich im Herbst des Jahres 1906 in Berlin zugetragen. Nach einigen Jahren im Gefängnis wird Wilhelm Voigt wieder auf freien Fuß gesetzt. Er bekommt keine Arbeitserlaubnis, versucht sich irgendwie anderweitig über Wasser zu halten und steht bereits wieder mit einem Bein im Gefängnis. Eines Tages besorgt sich Voigt eine Uniform eines preußischen Garde-Offiziers und wird fortan für das gehalten was er darstellt, den Hauptmann von Köpenick. Die Verfilmung des Bühnenstücks von Carl Zuckmayer wird einer der größten internationalen Erfolge des deutschen Nachkriegskinos und erhält sogar eine Oskarnominierung.
17. August - Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärt die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) für verfassungswidrig und verfügt die Schließung ihrer Büros sowie die Auflösung der Partei. Das Eigentum der Partei wurde daraufhin beschlagnahmt, zahlreiche Funktionäre wurden verhaftet.
Weil die Amerikaner den Ausbau des Assuanstaudammes nicht unterstützen wollen, läßt der ägyptische Staatspräsident Nasser die aus 22 (nicht-ägyptischen) Nationen zusammengesetzte Suez-Kanal-Gesellschaft im Juli enteignen, um das Assuanprojekt aus den Kanaleinnahmen zu finanzieren. Einen Monat vorher waren die letzten Soldaten der einstigen Kolonialmacht Großbritannien abgezogen. Insbesondere England und Frankreich reagieren empört, dass man "ihren" Kanal weggenommen hat.
21. September - Trotz Verbots durch den DFB findet in Essen vor 18.000 Zuschauern das erste, allerdings inoffizielle, Länderspiel einer deutschen Frauenfußball - Nationalmannschaft statt. Gegner Niederlande wird mit 2:1 besiegt.
17. Oktober - Im britischen Calder Hall wird das erste kommerzielle Atomkraftwerk der Welt offiziell von Königin Elisabeth II. ans Netz genommen. Der Hochtemperaturreaktor basiert auf Brennelementen, deren erzeugte Wärme an eine Dampfturbine abgegeben wird. Zur Abbremsung der freigesetzten Neutronen auf die für die Aufrechterhaltung der atomaren Kettenreaktion erforderliche Geschwindigkeit werden Graphitstäbe eingesetzt. Die Anlage besteht aus vier Reaktoren, die mit Gas gekühlt werden und über eine elektrische Leistung von je 55 Megawatt verfügen. Am Netz seit 1956, wurde der Betrieb der Anlage 2003 nach fast einem halben Jahrhundert eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Calder Hall das dienstälteste Kernkraftwerk der Welt.
1957
1. Januar - Nach einer Volksabstimmung und der sechs deutsch-französischen Verträge vom 27.10.1956 wurde das Saarland das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Damit wurde auch die seit Ende des Zweiten Weltkriegs bestehende Zoll- und Währungsunion mit Frankreich aufgehoben. Diese bestand seit 1947. Die vollständige wirtschaftliche Loslösung von Frankreich erfolgte jedoch erst 1959, da Frankreich zu große ökonomische Verluste erspart bleiben sollten. Schon 1935 hatten sich die Saarländer - mit 90% der Bevölkerung - für eine Eingliederung in Deutschland ausgesprochen.
Ab dem 2. Januar beginnt mit der Aufstellung von Freiwilligenverbänden der Aufbau der Bundeswehr. In der BRD wird eine 12-monatige Wehrpflicht eingeführt.
21. Januar - Schnellfahrer im Visier, im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird ein neues Instrument eingesetzt, um Schnellfahrer beim Übertreten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu identifizieren: Radargeräte erfassten die Geschwindigkeit und Raser wurden als Beweis ihres Verstoßes fotografiert.
21. Januar - In Bonn ratifizierte der Bundestag eine neue Rentenreform. Bisher hatten nur die eingezahlten Beiträge die Höhe der tatsächlich ausgezahlten Renten im Pensionsalter bestimmt. Jetzt änderte sich die Qualität und damit auch die Höhe der Renten. Die Inflationsrate und die Entwicklung der Löhne und Gehälter galten als neuer Maßstab. Die Renten wurden an sie angepasst.
1. Februar - Bei NSU läuft der erste von Felix Wankel entwickelte Drehkolben-Wankelmotor DKM 54 auf dem Prüfstand.
1. April - Die ersten 10.000 Wehrpflichtigen werden zur deutschen Bundeswehr einberufen.
22. April - Der erste Testlauf des Wankelmotors fand statt. Der Wankel- oder Kreiskolbenmotor wurde von dem deutschen Ingenieur Felix Wankel in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Der Motor, in dem ein Rotationskolben anstatt senkrechter Kolben zum Einsatz kommt, kann bis zu einem Drittel leichter als herkömmliche Hubkolben-Fahrzeugmotoren sein, da er weniger Zündkerzen, Kolbenringe und andere Maschinenteile benötigt. Die Verbrennungsenergie wird ohne Umwege über die Hinundherbewegung des Kolbens direkt auf einen dreieckförmigen flachen Drehkolben, der in einem ovalen Gehäuse umläuft, übertragen. Die ersten serienmäßig mit dem Wankelmotor ausgestatteten Personenkraftwagen liefen 1964 vom Band.
Bild: User:Y_tambe
18. Juni - Das „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts“ wird in der Bundesrepublik verkündet. Erst im zwanzigsten Jahrhundert folgte in Europa die Gleichberechtigung der Frau im Staat, die sich an der Einführung des Frauenwahlrechts (Deutschland und Österreich 1919, Schweiz 1971) nachzeichnen lässt. Zentrale Punkte des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 1. Juli 1958 in Kraft trat:
- Das Letztentscheidungsrecht des Ehemanns in allen Eheangelegenheiten wird ersatzlos gestrichen.
- Die Versorgungspflicht des Ehemannes für die Familie bleibt bestehen.
- Die Zugewinngemeinschaft wird der gesetzliche Güterstand. Frauen dürfen ihr in die Ehe eingebrachtes Vermögen selbst verwalten. Bis dahin durften nur die Männer über das Vermögen und auch über das Einkommen aus der Erwerbstätigkeit der Frau verfügen.
- Das Recht des Ehemanns, ein Dienstverhältnis seiner Frau fristlos zu kündigen, wird aufgehoben (aber erst seit 1977 darf die Frau ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein, und erst seit 1977 gilt das Partnerschaftsprinzip, nach dem es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung in der Ehe mehr gibt).
- Die Frau hat das Recht, nach ihrer Heirat ihren Geburtsnamen als Namenszusatz zu führen (seit 1977 können die Eheleute entweder den Namen des Mannes oder der Frau als gemeinsamen Ehenamen führen. Und seit 1994 können beide Eheleute ihren alten Familiennamen beibehalten).
- Die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung werden eingeschränkt, aber erst 1979 vollständig beseitigt. Das Gesetz sah zunächst vor, den Männern das Privileg eines so genannten Stichentscheids einzuräumen, welches dem Vater bei Streitigkeiten in Erziehungsfragen das ausschlaggebende Wort zugesprochen hätte. Hiergegen brachte der Deutsche Juristinnenbund eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht auf den Weg. Im Juli 1959 wurde die Passage über den Stichentscheid für verfassungswidrig und nichtig erklärt.
18. Juni - Drei sowjetische Hunde, die mit einer Versuchsrakete ins Weltall, in eine Höhe von über 90 km, katapultiert worden waren, werden an diesem Tag fröhlich bellend auf einer Pressekonferenz in Moskau zur Schau gestellt. - Die Reise-Geschwindigkeit von durchschnittlich 1100m/sec scheint den Vierbeinern nicht geschadet zu haben.
21. Juni - Die Verfilmung des Dramas von Carl Zuckmayer "Der Hauptmann von Köpenick" durch Helmut Käutner mit Heinz Rühmann erhält auf den Berliner Filmfestspielen den Deutschen Filmpreis.
Franz Josef Strauß löst Theodor Blank als Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland ab.
Tunesien wird von Frankreich unabhängig.
Der mittelozeanische Rücken, das weltumspannende Graben- und Gebirgssystem, wird von Bruce Charles Heesten entdeckt.
Der Bundestag stimmt der Errichtung einer zentralen Kartei über Verkehrssünder in Flensburg zu.
1. August - Als Zentralbank löst die Deutsche Bundesbank die Bank deutscher Länder ab.
21. August - Die weltweit erste Interkontinentalrakete, die sowjetische R-7, macht, nach zwei Fehlversuchen, ihren ersten erfolgreichen Testflug wobei die Rakete eine Entfernung von 6000 km. Die Rakete hatte eine Höhe von 34 m, einen Durchmesser von 3 m, wog 280 t, hatte zwei Stufen und wurde von Triebwerken angetrieben, die flüssigen Sauerstoff und Kerosin als Treibstoff verwendeten. Als ballistische Rakete konnte eine R-7 ihre Nutzlast bis zu 8800 km weit tragen, wobei die Treffgenauigkeit bei etwa 5 km lag. Die neu entwickelte Rakete konnte erstmals einen 3000 kg schweren Sprengkopf bis zu 8000 km weit tragen. Eine modifizierte Version der R-7 brachte am 4. Oktober 1957 von Baikonur aus Sputnik 1 in den Erdorbit, den weltweit ersten künstlichen Satelliten. Am 3. November folgte ein weiterer erfolgreicher Start mit Sputnik 2 an Bord. Nach diesen ersten Tests wurde offensichtlich, dass weitere Modifikationen an der Rakete nötig waren. Deshalb gingen die Testflüge bis zum Dezember 1959 weiter. Die zusätzlichen Modifikationen führten zur verbesserten R-7, die leichter war und über bessere Navigationssysteme verfügte. Ferner wies sie stärkere Triebwerke und eine höhere Treibstoffkapazität auf und kam so auf eine Reichweite von 12000 km und eine Nutzlastkapazität von 5370 kg. Obwohl technisch ein Erfolg, wird R-7 in der Rolle eines Waffensystems als Fehlschlag angesehen. So konnten die Startanlagen der R-7 aufgrund ihrer Größe nicht vor den Spionageflugzeugen versteckt werden und wären daher im Falle eines Nuklearkrieges vermutlich schnell zerstört worden. Außerdem brauchte eine einzelne R-7 etwa zwanzig Stunden für die Startvorbereitung und konnte aufgrund des Tieftemperatur-Treibstoffes nicht länger als einen Tag auf der Startrampe verbleiben. Somit konnten sowjetische Interkontinentalraketen nicht in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten werden und wären im Konfliktfall wahrscheinlich noch vor dem Start durch US-Bomber zerstört worden. So wurden die Trägerraketen für die Raumfahrt weiterentwickelt, die seitdem intensiv zum Starten von unterschiedlichsten Nutzlasten, u. a. von bemannten Raumschiffen und interplanetaren Raumsonden bis heute eingesetzt wird.
21. September - Das deutsche Segelschulschiff "Pamir" geriet im Atlantik in einen schweren Orkan und sank. Nur sechs der 86 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Mit dem Untergang ging auch die Tradition der Segelschulschiffe ihrem Ende entgegen.
In einem großangelegten Feldversuch wird die Antibabypille in Puerto Rico getestet.
In den Südstaaten der USA läßt Präsident Eisenhower den gerichtlich angeordneten Zugang Schwarzer zu "weißen" Schulen durch das Militär schützen und überwachen, als in Arkansas sogar die Nationalgarde zur Zugangsbehinderung eingesetzt wird.
Die ehemals britischen Kolonien Goldküste und Britisch-Togo werden als neuer Staat Ghana unabhängig.
Am 1.1. tritt das Saarland der Bundesrepublik Deutschland als 10. Bundesland bei, nachdem in langwierigen Verhandlungen 1956 Einigung mit Frankreich erzielt werden konnte.
Sowohl in der DDR wie auch in der BRD wird die Arbeitszeit auf 45 Std. je Woche verkürzt.
1. November - Rosemarie Nitribitt, eine Frankfurter Prostituierte, wird mit einer Platzwunde am Kopf und Würgemalen am Hals vermutlich etwa drei Tage nach ihrem Tod in ihrer Wohnung in Frankfurt aufgefunden. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten hatte. Da der Mordfall nicht aufgeklärt werden konnte, wurde in manchen Medien der Eindruck erweckt, dass bestimmte Kreise aus Wirtschaft und Politik die Aufklärung zu verhindern suchten. Die als Edelprostituierte bekannte Nitribitt erlangte durch ihren Tod in der Bundesrepublik der Fünfziger Jahre landesweite Berühmtheit. Später wurden über den Fall unter anderem ein Roman und zwei Filme veröffentlicht. Das Verbrechen wurde bislang nicht aufgeklärt.
In der DDR wird am 1.11. Erich Mielke Chef des MfS Ministeriums für Staatssicherheit.
Am 11.12. wird mit einem neuen Paßgesetz der Strafbestand der Republikflucht verankert. In der DDR wird von nun an ungesetzliches Verlassen ihres Territoriums mit 5 Jahren Freiheitsentzug bestraft.
Die BRD hat ihre langdiskutierte Prostituiertenaffäre mit der Erdrosselung des Callgirls Rosemarie Nitribitt, bei der sich eine Vielzahl von Aufzeichnungen über hochgestellte Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens auffinden. Da der Mord nie aufgeklärt wird, stellt sich die Vermutung bewussten Vertuschens ein.
1958
19. Februar - An der Chirurgischen Universitäts-und Poliklinik in Marburg an der Lahn führt Rudolf Zenker die erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen in Deutschland, unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine durch. Im selben Jahr übernahm er als ordentlicher Professor für Chirurgie den Lehrstuhl in München und war dort bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1973 Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik. Unter seiner Leitung wurde dort am 13. Februar 1969 die erste Herztransplantation Deutschlands an einem 36jährigen Patienten durchgeführt, wobei dieser nicht aufgrund mangelnder Gewebeverträglichkeit, sondern wegen des vorgeschädigten Spenderherzens nur 27 Stunden überlebte.
21. Februar - Der britische Künstler Gerald Holtom entwirft das Friedenszeichen im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den Ostermarsch von London zum Atomwaffenforschungszentrum in Aldermaston. Es soll den weltweit ersten Londoner Ostermarsch mit dem Ziel, baldmöglichst nukleare Abrüstung zu erreichen, optisch unterstützen. Das Symbol stellt eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ (deutsch: atomar) und D für „disarmament“ (deutsch: Abrüstung). Das Logo ging von dort um die ganze Welt, verbreitet durch Bürgerrechtsbewegungen, den Widerstand gegen den Vietnamkrieg und der 68er-Bewegung.
19. März - In Straßburg tritt das Europäische Parlament als parlamentarische Versammlung der neu gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Ihm gehören 142 Abgeordnete aus den nationalen Parlamenten Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs und der Niederlande an.
14. April - Der sowjetische Satellit Sputnik II, der die Hündin Laika in die Erdumlaufbahn gebracht hat, verglüht nach 162 Tagen im All in der Erdatmosphäre. Die Hündin Laika war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in einen Orbit um die Erde befördert wurde. Im Rahmen der Mission Sputnik 2 wurde sie am 3. November 1957 an Bord des sowjetischen Raumflugkörpers ins All geschickt. Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Über den Zeitpunkt ihres Todes und die Todesursache herrschte jahrzehntelang Unklarheit. Erst vor wenigen Jahren wurde bekannt, dass Laika einige Stunden nach dem Start der Rakete starb, vermutlich an Überhitzung und Stress. Die Mission gilt dennoch als Erfolg. Die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten letztlich erst die bemannte Raumfahrt mit Juri Gagarin.
17. April - In Brüssel wurde vom belgischen König Baudouin I. die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet. Schwerpunkt der Technikschau waren Neuheiten in Raumfahrt und Atomenergie. Die Ausstellung, deren Wahrzeichen das so genannte "Atomium" war, wurde von etwa 41 Millionen Menschen besucht. Das "Atomium" ist ein 102 Meter hohes Modell eines Eisenmoleküls mit eingebautem Restaurant. Ein Modell des ersten sowjetischen Satelliten wurde in Brüssel gezeigt. Es war die Zeit des Kalten Krieges, und der Satellit demoralisierte die Vereinigten Staaten von Amerika. Als Reaktion planten die USA ein Kernkraftwerk auf dem Ausstellungsgelände in unmittelbarer Nähe der Innenstadt und des königlichen Palastes. Der belgische König forderte, das Kraftwerk an einem anderen Ort zu bauen.
18. Mai - Beim Grand Prix von Monaco gab der britische Rennstall "Lotus" sein Weltmeisterschaftsdebüt. Für das Team Lotus starteten die Fahrer Cliff Allison und Graham Hill auf die 100 Runden über den knapp 315 Kilometer langen Circuit von Monte Carlo. Nur drei der 30 Fahrer konnten das Rennen über die volle Distanz zu Ende bringen. Lotus-Pilot Allison erreichte nach 87 Runden Platz 6, während Graham Hill mit Motorschaden ausschied. 1960 konnte Lotus mit Sterling Moss in Monte Carlo den ersten Grand-Prix-Sieg in der Formel 1 für sich verbuchen. Weltmeister auf Lotus waren Jim Clark (1963 und 1965), Graham Hill (1968), Jochen Rindt (postum 1970), Emerson Fittipaldi (1972) und Mario Andretti (1978).
19. Mai - Bobby Darins (eigentlich Walden Robert Cassotto)"Splish Splash" wird veröffentlicht und ist damit die erste auf Vinyl gepresste 8-Spuraufnahme. Darins ungewöhnliche Stimme verhalf dem Stück, das er selbst innerhalb einer halben Stunde komponiert hatte, weltweit zu guten Hitparadennotierungen. Eine Geschichte über die Entstehung seines Künstlernamens besagt, dass er vor einem chinesischen Restaurant stand. Die Leuchtschrift am Eingang war defekt, von dem Wort Mandarin leuchteten nur die letzten fünf Buchstaben auf.
Das Europäische Parlament konstituiert sich in Straßburg aus der gemeinsamen Versammlung von Montan-Union, EWG und EURATOM.
In der BRD findet der erste "Ostermarsch" von Atomgegnern statt.
Bundespräsident Heuss stattet Großbritannien am 20.10. den ersten Staatsbesuch eines deutschen Staatsoberhauptes seit 50 Jahren ab. Die Atmosphäre ist herzlich, aber zurückhaltend.
Für das im 2. Weltkrieg stark beschädigte Brandenburger Tor wird die Quadriga nach einer noch vorhandenen Gipskopie neu gegossen.
Wahrzeichen der Weltausstellung in Brüssel ist das "Atomium".
Der erste amerikanische künstliche Satellit wird gestartet. Ein Versuch der Amerikaner, eine Rakete zum Mond zu schießen, scheitert an der mangel-haften Raketentechnik. Bei diesem Experiment wird der erdumspannende van-Allen-Strahlungsgürtel entdeckt, der Instrumentenausfälle verursacht.
Die erste Ultraschall-Untersuchung Ungeborener wird in England durchgeführt.
Das 1954 in Dienst gestellte Atom-U-Boot "Nautilus" untertaucht die nordpolare Eiskappe und den Nordpol.
1. Oktober - Die neugegründete NASA nimmt, als Reaktion auf die frühen Erfolge der Sowjetunion in der Raumfahrt, ihre Arbeit auf. Sie entstand aus der Vorgängerorganisation NACA mit dem Ziel, die Weiterentwicklung in Raumfahrt und Flugzeugtechnik voranzutreiben. Die ersten Projekte der NASA beschäftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlaufs ins All. Das Mercury-Programm war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall überleben könnte. Doch auch hier kam die Sowjetunion den USA zuvor: Am 12. April 1961 absolvierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin mit Wostok 1 seinen spektakulären ersten Raumflug und umrundete dabei in 108 Minuten einmal die Erde. Am 5. Mai 1961 war es dann auch für die NASA so weit: Alan Shepard war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Mercury 3 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste, war John Glenn in Mercury 6 mit einem fünfstündigen Flug am 20. Februar 1962.
1. Oktober - Ein Truppentransporter beförderte Elvis Presley, das US-amerikanische Rock-'n'-Roll-Idol, nach Deutschland wo er im Panzerbatallion der "3rd Armored Division" in Friedberg seinen Dienst tat. In Deutschland angekommen, wohnte er zunächst im Hotel Grunewald in Bad Nauheim, bevor er mit seinem Vater und seiner Großmutter sowie zwei Entouragemitgliedern im selben Ort ein Privathaus in der Goethestraße 14 anmietete. Soldaten, die Elvis Presley während seiner Zeit in der Armee persönlich kennenlernten, beschrieben ihn als fähigen, sehr umgänglichen, trotz seines Ruhms bodenständig gebliebenen und großzügigen Zeitgenossen. Sein hier geleisteter Wehrdienst löste in Deutschland ein "Elvis-Fieber" aus. Mehrere militärische Einheiten machten Angebote, um den Jungstar für die Eigenwerbung einzusetzen. Die Marine wollte eine eigene „Elvis Presley Company“ gründen, die Luftwaffe den bei der Jugend populären Presley gezielt für die Anwerbung von Rekruten einsetzen. Es wurde angenommen, dass Presley, wie viele andere Berühmtheiten vor ihm, den Weg in die Special Services wählen würde. Trotz großer Befürchtungen, dass eine zweijährige Abwesenheit von Aufnahme-, Filmstudio und Bühne negative Folgen für seine Karriere haben könnte, hatte Presley weder vor, sich zu drücken, noch sich instrumentalisieren zu lassen und entschied sich mit den Worten „Wenn die Armee mich singen sehen wollte, hätte sie mich nicht einberufen sollen“ für das normale Soldatenleben. Die Militärkarriere von Presley wird als sehr erfolgreich bezeichnet – er zeigte Führungsqualitäten, wurde mehrfach befördert, seine Dienstakte enthielt eine Reihe von Belobigungen, und er verließ die Armee nach zwei Jahren mit dem Dienstgrad eines Unteroffiziers.
4. Oktober - Die Russen starten mit Sputnik I. den weltersten künstlichen Satelliten, bereits am 3.11. mit Sputnik II. den ersten mit der Hündin Laika "bemannten". Sie erproben die erste Interkontinental-Rakete mit einer Reichweite von über 5.000 km.
Der Laser wird erfunden.
Felix Wankel erfindet den Drehkolbenmotor.
1959
Der Dalai Lama flieht am 10. März 1959 ins indische Exil, nachdem die chinesischen Machthaber eine der größten Massendemonstrationen für die Unabhängigkeit Tibets niedergeschlagen hatten. Seitdem lebt das Oberhaupt der Tibeter in Dharamsala, von wo aus er für eine friedliche Lösung des Konflikts arbeitet. Allerdings hat die chinesische Regierung bisher alle Gesprächsangebote und Unabhängigkeitsbestrebungen abgelehnt und besteht auf der unveränderlichen Zugehörigkeit Tibets zu China. Für seinen gewaltlosen Einsatz für die tibetische Sache wurde der Dalai Lama 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Bild: Robert Scales
26. März - Der britische Ingenieurwissenschaftler Christopher Cockerell (1910-1999) stellte das erste Luftkissenfahrzeug der Welt, das "Hovercraft", vor. Die Probefahrt des Prototypen "S.R.N. 1" verlief erfolgreich, noch im Verlauf deselben Jahres überquerte das Boot, dass auch über Moor und Strand gleiten konnte, am 26. März den Ärmelkanal. 1962 wurde die "S.R.N. 2" erstmals im Personenverkehr zwischen Portsmouth und der Isle of Wight eingesetzt. Düsen am Boden des 7 Tonnen schweren und bis zu 110 km/h schnellen Schwebefahrzeuges drücken Luft in eine an den Seiten geschlossene Gummischürze, so dass ein tragfähiges Druckluftpolster entsteht. Das "Hovercraft" wird als Verkehrsmittel im Ärmelkanal eingesetzt.
18. August - Der von Sir Alec Issigonis für die British Motor Corporation entworfene britische Kleinwagen Mini kommt auf den Markt. Die Besonderheit der Mini-Konstruktion bestand in erster Linie im Quereinbau des Frontmotors, dessen Getriebe mit dem Motorblock eine Einheit bildete. Dadurch ließ sich die Fahrzeuglänge auf nur wenig über drei Meter bringen. Anlaß für die Entwicklung des sparsamen Automobils war die Suezkrise von 1956 − die erste Energiekrise mit deutlich spürbaren Auswirkungen für die westliche Welt. Am 4. Oktober 2000 lief der letzte von ca. 5.400.000 produzierten Fahrzeugen vom Band.
21. August- Hawai wird durch Präsident Dwight D. Eisenhower zum 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten proklamiert. Die Pazifik-Inseln waren 1898 von den USA annektiert und 1900 zu "amerikanischem Territorium” erklärt worden.
19. Oktober - Die erste Diskothek Deutschlands wird gegründet, der Scotch-Club.
21. Oktober - Das Guggenheim-Museum in New York/USA wurde eröffnet. Das Meisterwerk des Architekten Frank Lloyd Wright beheimatet die berühmte und wertvolle Guggenheim-Sammlung moderner Kunst. 1991 und 1992 wurde ein Anbau vorgenommen, so dass die Ausstellungsfläche Platz für mehr als 8000 Exponate bietet. Solomon R. Guggenheim hatte 1937 die "Solomon R. Guggenheim Foundation" gegründet. Ziel der Stiftung war die Einrichtung eines Museums für nichtgegenständliche Malerei. Das Museum in New York zählt zu den renommiertesten Kunstsammlungen der Welt. Weitere Filialen wurden in Bilbao, Venedig und Berlin gegründet.
18. November - Mit elf Oscars ist "Ben Hur" neben James Camerons "Titanic" (1997) der Film mit den meisten Auszeichnungen. In den 1950er Jahren brach das Historiendrama alle Kassenrekorde. Regisseur William Wyler verband das Leben des jüdischen Aristokratensohns und Kaufmanns Ben Hur mit der Geschichte Christi und den damaligen Problemen mit der römischen Besatzung. Die Titelrolle spielt Charlton Heston. Wyler hatte schon 1925 an einer Stummfilm-Version mitgearbeitet. Mit "Ben Hur", "Spartacus" und "Cleopatra" wurden Anfang der 1960er die letzten großen Filme dieser Art in Hollywood gedreht, danach waren sie nicht mehr finanzierbar. 2000 erlebte das Genre mit Ridley Scotts "Gladiator" seine Wiederauferstehung.
Der Revolutionär Fidel Castro wurde mit 32 Jahren Regierungschef von Kuba. Er gründete die "Bewegung 26. Juli" und verbündete sich mit Che Guevara. Gemeinsam führten sie ab 1956 mit 80 weiteren Genossen einen Guerillakrieg gegen den Diktator, der drei Jahre später zum Erfolg führte. Seit 1976 ist Castro sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef.
Alaska wird 49. und die Hawaii-Inselgruppe 50. Staat der USA.
Die ersten Kopiergeräte kommen auf den Markt.
Die ersten künstlichen Diamanten in Schmuckqualität werden hergestellt.
Der Luxusliner "Bremen" (bereits der 5. mit diesem Namen) wird in Dienst gestellt.
1. Dezember - Zwölf Konsultativstaaten unterzeichnen den Antarktisvertrag, mit dem unter anderem Gebietsansprüche an der Antarktis „eingefroren“ werden und die militärische Nutzung des Kontinents untersagt wird.
1960
21. Januar - Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika schlossen 14 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ein Sicherheitsabkommen. Japan stellte sich unter den militärischen Schutz der USA. Es handelte sich um ein militärisches Bündnis, in dem sich die USA verpflichteten, im Falle eines Angriffs auf japanisches Territorium von Dritten, dem Inselreich mit militärischer Hilfe zur Seite zu stehen. Angriffe wurden vor allem aus dem kommunistischen asiatischen Raum befürchtet, so zum Beispiel von der UdSSR. Die USA sicherten sich damit einen Partner im pazifischen Raum und stationierten Truppen auf japanischem Territorium.
18. Februar - Die VIII. Olympischen Winterspiele werden in Squaw Valley in Kalifornien/USA ausgetragen. Der aus dem Schwarzwald stammende Postbeamte Georg Thoma stand bei der Medaillenverleihung der Nordischen Kombination am 18. Febraur ganz oben auf dem Siegerpodest. Es war das erste Mal, dass ein nicht aus Skandinavien stammender Athlet die Goldmedaille in der skandinavischen Disziplin errang. Die Nordische Kombination war erstmals 1924 im Programm der Olympischen Spiele. Thoma selbst glaubte nach dem Wettkampf nicht an einen Sieg und ging davon aus, dass sich die Schiedsrichter verrechnet hatten. 1966 wurde er Weltmeister.
21. April - Die mitten im Dschungel errichtete Reißbrettstadt Brasilia löste Rio de Janeiro als Hauptstadt Brasiliens ab. Das von Lúcio Costa und Oscar Niemeyer entworfene Brasília war eine Realisierung utopischer städtebaulicher Entwürfe der 20-er Jahre des 20. Jahrhunderts und ein vieldiskutiertes Beispiel moderner Urbanistik. Ursprünglich für 500.000 Einwohner geplant, hat Brasilia heute über 1,7 Millionen Einwohner. Rund um den ursprünglichen Stadtkern haben sich Trabantenstädte gebildet. Präsident Juscelino Kubitschek de Oliveira wollte Brasilien mit dem Neubau der Hauptstadt in die Zukunft katapultieren.
Bild: אורי ר.
16. Mai - Der US-amerikanische Physiker Theodore Maiman stellt den ersten Laser, einen Rubinlaser, fertig. Laser ist ein physikalischer Effekt, mit dem künstlich gerichtete Lichtstrahlen erzeugt werden können. Der Begriff Laser wird dabei nicht nur für den Verstärkungseffekt, sondern insbesondere auch für die Strahlungsquelle und für den Lichtstrahl verwendet. Die Bezeichnung "Laser" steht für engl. Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation, zu deutsch in etwa »Lichtverstärkung durch stimulierte Emission von Strahlung«. Der Rubinlaser hat heute größtenteils an Bedeutung verloren, da seine Effizienz vergleichsweise gering, und die Wellenlänge mittels anderer Laser zugänglich ist. In der Dermatologie wird er noch aufgrund der hohen Pulsenergie und guten Absorption der Laserwellenlänge von Melanin zur Behandlung von Pigmentflecken und zum Entfernen von Tätowierungen eingesetzt.
20. Mai - "La Dolce Vita" von Federico Fellini wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der Streifen mit Anita Ekberg und Marcello Mastroianni schildert das hektische Leben eines Klatschreporters in Rom. Schauspielerin Anita Ekberg wird mit der Filmszene im römischen Trevi-Brunnen populär.
20. Juni - Ein Jahr nachdem Floyd Patterson seinen Weltmeistertitel an den Schweden Ingemar Johannson verlor, gewinnt er den Revanchekampf in der fünften Runde und durchbricht das seit 61 Jahren geltende ungeschriebene Boxgesetz "They never come back", das einen erneuten Titelgewinn nach einer Niederlage ausschliesst. 1952 hatte Patterson die olympische Goldmedaille gewonnen, seinen Gegner Vasile Tita schlug er in der letzten Runde in nur 74 Sekunden. 1956 wurde er mit 21 Jahren der jüngste Schwergewichtsweltmeister. In seinen ersten 36 Profi-Kämpfen verlor er nur ein einziges Mal, 1972 wurde er in seinem letzten Kampf von Muhammad Ali geschlagen.
21. Juni - Dem saarländischen, aus Quierschied stammenden Sprinter Armin Hary, gelingt es in Zürich, nachdem der erste Lauf von der Jury angezweifelt worden war, zum zweiten und dritten Mal 100 Meter in 10,00 Sekunden zurückzulegen. Zum ersten Mal stellte er den Rekord 1958 in Friedrichshafen auf der wurde allerdings für ungültig erklärt, weil die Bahn ein zu starkes Gefälle hatte. Im gleichen Jahr gewann er bei den Olympischen Spielen in Rom mit 10,2 sec die Goldmedaille. Seine zweite Goldmedaille holte er bei der deutschen 4x100-m-Staffel. Kurz darauf beendet Hary seine sportliche Karriere. Offizieller Grund: Ein Knieverletzung durch einen Autounfall. Hary sollte damit der letzte Europäer werden, der den 100-Meter-Weltrekord hält.
19. August - Die beiden Hunde Belka, Strelka sowie mehrere Mäuse und Pflanzen umkreisten 18 mal mit dem sowjetischen Satelliten Sputnik V die Erde bevor sie wieder sicher landeten. Sie haben ihre Reise ohne einen Kratzer überstanden. Hiermit war erstmals in der Raumfahrtgeschichte ein Ausflug von Versuchstieren ins All geglückt.
16. Juni - In New York wird der Film "Psycho" von Alfred Hitchcock uraufgeführt. Obwohl der Film ohne offene Gewaltszenen auskommt, wurde er wegen seiner tiefen psychologischen Wirkung zum meistdiskutierten Film des Jahres. "Psycho" gilt bis heute als einer der Klassiker des "suspense movie".
Im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel trafen sich der israelische Ministerpräsident David Ben Gurion und Bundeskanzler Konrad Adenauer, um diplomatische Beziehungen zwischen ihren beiden Staaten aufzunehmen. Sie begründeten damit einen neuen Umgang zwischen Deutschland und Israel nach dem Zweiten Weltkrieg.
Frankreich zündet am 15.2. in der Sahara seine erste Atombombe.
In den USA wird nach Auslaufen der zweifachen Amtszeit des Republikaners Dwight D. Eisenhower der Demokrat John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Er ist mit 44 Jahren der bis dahin jüngste Amtsinhaber.
Um einer weiteren, einseitigen Erdölpreisreduzierung der Erdöl produzierenden Länder vorzubeugen, wurde in Bagdad die "Organization of Petroleum Exporting Countries" (OPEC) gegründet. Ziel des Zusammenschlusses der fünf weltweit wichtigsten erdölexportierenden Länder Iran, Irak, Kuweit, Venezuela und Saudi-Arabien war eine gemeinsame Ölpolitik und die Stabilisierung der Weltmarktpreise. Später traten noch weitere Erdöl produzierende Länder der Vereinigung bei. Die OPEC missbrauchte ihre Macht in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, indem sie die westlichen Industriestaaten durch die Anhebung der Ölpreise in eine Inflation trieben.
Joseph Kittinger springt mit dem Fallschirm aus 31.332 Meter aus einem Heliumballon. Kittinger erreicht dabei eine Geschwindigkeit von 988 km/h und fällt vier Minuten und 36 Sekunden, bis sich in rund 5.500 Meter Höhe der Hauptfallschirm öffnet. Ende der 1950er Jahre nahm der Testpilot an medizinischen Experimenten der Air Force teil. Bemannte Raumfahrt gab es noch nicht, aber Flugzeuge stießen immer häufiger in Höhen jenseits von 20.000 Meter vor. Man wollte daher wissen, welche Auswirkungen die große Höhe auf den menschlichen Körper hat, beispielsweise ob die kosmische Strahlung den Piloten oder auch den Raumfahrer bei längerem Aufenthalt schädigen kann. Ab 1959 nahm er auch noch am Projekt Excelsior teil, welches ein Fallschirmsystem für den Notausstieg in großen Höhen entwickelte. Bei seinem letzten Sprung im Rahmen von Excelsior (1960) von 31.332 Metern stellte er drei Weltrekorde auf, die bis heute nicht übertroffen wurden: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung.
Ein schweres Erdbeben zerstört die marokkanische Stadt Agadir und tötet ein Drittel der 30.000 Bewohner.
Der den Nil stauende Assuan-Damm wird in Ägypten fertiggestellt.
12. August - Mit ECHO I. wird der erste Nachrichtensatellit gestartet, mit TIROS 1 der erste Wettersatellit (beide USA).
18. August - In den USA kommt die erste Anti-Baby-Pille auf den Markt. Diese Pille revolutioniert die Empfängnisverhütung in – zunächst – der westlichen Welt. Aber nicht nur das: Die Einführung der Pille löst auch einen drastischen Geburtenrückgang in diesen Ländern aus – im Volksmund den "Pillenknick”.
19. September - Chubby Checkers Songinterpretation "The Twist" steht erstmals in den USA eine Woche lang an der Spitze der Billboard Hot 100. Der gleichnamige Tanz wird parallel zur Musik in aller Welt populär.
Jaques Piccard und Don Walsh erreichen am 23.1. mit dem Tauchboot TRIESTE im Marianengraben eine Tauchtiefe von 10.916 m.
Der Begriff des "Meter" wird neu definiert als das 1.650.763,73 -fache der Wellenlänge desjenigen Lichts, das bei Erhitzung von Kryptongas emittiert wird.
Die Olympischen Spiele in Rom mit 150 Disziplinen (eine weniger als vor vier Jahren) Armin Hary aus Deutschland gewinnt die 100 m in 10,0 sec, Cassius Clay holt im Boxen Gold und der Äthiopier Abebe Bikila gewinnet den Marathonlauf barfuß (!).

18. Januar - Der Kinofilm "Die Sünderin" wird uraufgeführt. Regie führte Willi Forst, die Hauptrollen spielten Hildegard Knef und Gustav
Fröhlich. Die Handlung dreht sich um das Zusammenleben der Prostituierten Marina mit ihrem Freund, einem Maler. Marinas Mutter betrog ihren Stiefvater, der später von der Gestapo verhaftet wurde; sie selbst wurde vom Stiefbruder verführt und wird Zeugin des Mordes an ihrer Freundin. Im Laufe des Films verliebt sich Marina in einen Maler, der an einem Gehirntumor erkrankt ist. Um die Operation zu finanzieren, versucht sie, wieder ihrem alten Gewerbe nachzugehen. Beide reisen nach Italien, wo sie vorübergehend Ablenkung finden. Die Operation bringt keine Heilung. Das Paar verlebt noch einige Tage in Wien. Später leistet Marina dem erblindeten Freund mit Schlaftabletten Sterbehilfe und begeht anschließend Selbstmord. Der Film löste einen bundesweiten Skandal aus, da er eine Nacktszene
enthielt und Tabuthemen wie Sterbehilfe und Selbstmord auf die Leinwand brachte. Besonders konservative Politiker und Vertreter der Kirchen machten gegen den
Film mobil. Nicht zuletzt wegen dieses Rummels wurde "Die Sünderin" zum Erfolg
an der Kinokasse.
18. April - Wurde in Paris die Montanunion beschlossen. Ihr gehörten Belgien,
die Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande an.
Ziel der Union war es, die Stahl- und Kohleproduktion der Mitgliedsländer
überregional zu koordinieren und somit die Rüstungsindustrien der einzelnen
Länder in internationale Verträge einzubinden. Hauptziel des Vertrages war die Sicherung des innereuropäischen Friedens durch die gegenseitige Kontrolle, der kriegswichtigen Güter Kohle und Stahl, sowie die Sicherstellung dieser für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidenden Produktions-faktoren. In der Bundesrepublik lagen die größten Kohlevorkommen der beteiligten Länder. Frankreich erhielt damit vor allem Zugang zum Ruhrgebiet, welches in der vormals britischen Besatzungszone lag und dessen Rohstoffproduktion und wirtschaftliche Entwicklung bis dahin noch unter den Sanktionen der Siegermächte zu leiden hatte. Da Frankreich auch schon großen Einfluss im Saargebiet hatte, war dies eine weitere Möglichkeit, von Rohstofflagerstätten zu profitieren. Um den Zugang zu den deutschen Industriegebieten zu realisieren, forderte Frankreich vor allem die Kanalisierung der Mosel. Die Montanunion entwickelte
sich zur Keimzelle für Koordination auch in anderen Bereichen. Damit war sie
der erste Schritt zur europäischen Vereinigung.
18. Mai - Im schwedischen Lund werden die ersten von Erik Wallenberg erfundenen antiseptischen Tetra Pak Verpackungen für Milch der Öffentlichkeit vorgestellt. Wellenberg gründete zusammen mit Ideengeber Ruben Rausing die Firma Tetra Pak AB, als Tochtergesellschaft von Åkerlund & Rausing. Wallenberg hatte eine neue Beschichtung von Papier mit Kunststoffen und eine spezielle Technik zur Versiegelung entwickelt, welche die Beschaffenheit der zu verpackenden Flüssigkeit berücksichtigt. Je nach Produkt verfügte diese Kartonverpackung über eine unterschiedliche Beschichtung. Die erste Abfüllanlage wurde 1952 an eine Molkerei in Lund geliefert, die damit Sahne abfüllte. Die Bezeichnung leitet sich von der Form der Verpackung ab, ein sogenannter Tetraeder aus dem griech.: tetráedron = Vierflächner, also ein Körper mit vier dreieckigen Seitenflächen. Allgemein werden Tetraeder als dreiseitige Pyramide oder dreidimensionaler Simplex bezeichnet. Diese Form nahm die Packung herstellungsbedingt an: Ein bereits befüllter Kartonschlauch wird jeweils um 90 Grad verdreht abgeklemmt, verschweißt und abgeschnitten.
21. Juli - Der Dalai Lama kehrt aus dem Exil nach Tibet zurück. Im November 1950 wurde dem damals 15-jährigen Dalai Lama die weltliche Herrschaft über Tibet übertragen, er musste sich aber angesichts der offenbar aussichtslosen Lage unter der Bedrohung Tibets durch Rotchina zu dieser Zeit mitsamt seinem Regierungsstab unverzüglich nach Dromo, unmittelbar an der indischen Grenze, in Sicherheit bringen. Der Dalai Lama kehrte im Sommer nach Lhasa zurück um, gemäß einem Abkommen mit den Chinesen, seine religiösen Funktionen wieder aufzunehmen.
19. September - Das Drama "Endstation Sehnsucht" nach einem
Stück von Tennessee Williams hatte Leinwandpremiere. In den Hauptrollen
waren Marlon Brando und Vivien Leigh zu sehen, die Regie führte Elia Kazan.
Brando gelang mit seiner Darstellung des Stanley Kowalski der Aufstieg zum
Star, Kowalskis proletarisches Auftreten und sein Outfit wurden von Jugendlichen
auf der ganzen Welt nachgeahmt. Der Film wurde mit vier Oscars ausgezeichnet.
16. Dezember - In Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern stimmen die Wahlberechtigten mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für die Vereinigung der drei Länder zu einem Bundesland. Das Bundesland Baden-Württemberg wird daraufhin am 25. April 1952 gegründet. Nach Einwohnerzahl und Fläche steht Baden-Württemberg heute im Größenvergleich an dritter Stelle der deutschen Länder.
20. Dezember - In Arco (Idaho/USA) liefert der Forschungsreaktor EBR-1 als erster Brutreaktor der Welt
Strom. Ziel des Reaktors war die Demonstration der Stromerzeugung und die weitere Nuklearforschung. Bei Kernreaktoren dieses Typs wird, neben Strom, mehr spaltbares Material erzeugt,
als für die Energieerzeugung gebraucht wird, d.h. bei der Kernspaltung durch
ein Neutron wird mehr als nur ein neues Neutron freigesetzt, also mehr als
für die Aufrechterhaltung der Kettenreaktion notwendig ist. Ein erster Versuch scheiterte, weil die Brennstoffmenge und -dichte nicht ausreichte, um eine Kritische Masse herzustellen. Nach einem Umbau des Kerns konnte dann aber erstmals eine geringe Leistung elektrischer Strom erzeugt werden, dessen Leistung für den Bedarf von vier Glühlampen ausreichte. Nach weiteren Verbesserungen erzeugte die Anlage genug Leistung für den Eigenbedarf und ihre Forschungsaufgaben. 1953 konnte im EBR-I der bis dahin nur theoretisch vorhergesagte Brutprozess erstmals nachgewiesen werden.
18. Febraur - Die Türkei und Griechenland treten der NATO
bei. Die North Atlantic Treaty Organisation war im Jahr 1949 gegründet
worden. Ab 1974 jedoch war Griechenland sechs Jahre lang nicht in der militärischen
Struktur vertreten. Es hatte sich der Konflikt um die Insel Zypern, die beide
Länder für sich beanspruchen, entfacht. Der Konflikt ist immer noch Anlass
für Spannungen zwischen den beiden Ländern.
20. Februar - Humphrey Bogart erhielt für seine Rolle in
John Hustons Abenteuerfilm "African Queen" seinen ersten und letzten Oskar. Der Film, der an diesem Tag in den USA in die Kinos kam, handelt von einem
Kapitän (Bogart), der im Ersten Weltkrieg in Afrika eine Missionarstochter
(Katharine Hepburn) mit seinem alten Kahn aus dem Kampfgebiet rettet. Am Ende
des Films geben sie einander das Ja-Wort. Die Verfilmung des Abenteuerromans
von C.S. Forester ist einer der großen Klassiker Hollywoods. Dazu trugen die
afrikanischen Originalschauplätze und das Zusammenspiel von zwei der größten
Hollywoodlegenden bei.
1. März - Nach der Besetzung und Nutzung als Bombenabwurfsplatz der Royal Air Force nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt Großbritannien die Insel Helgoland an Deutschland zurück, nachdem es den Briten nicht gelungen
war, wie geplant die gesamte Insel Helgoland zu sprengen. Sieben Jahre lang hatte die Britische Luftwaffe
Helgoland als Übungsziel missbraucht. Die Hauptzerstörungen beginnen am 18.4.1947,
über 7000 Tonnen
Munition werden gezündet.
Dabei wurde die bisher stärkste Detonationen durch
konventionellen Sprengstoff ausgelöst. Bunkeranlagen und Munitionsvorräte
der Wehrmacht und der Kriegsmarine sollten entsorgt werden. Einige allierte
Militärexperten erhofften die völlige Zerstörung der Insel, die in zwei Weltkriegen
von denDeutschen als Militärstützpunkt genutzt worden war. Durch die Sprengung
stürzten Teile der Steilküste ein, und die Insel wurde mit Kratern übersät.
Wider Erwarten überstand Helgolanddie Explosion, und die Bewohner der Insel
die während des Zweiten Weltkrieges evakuiert worden waren, konnten wieder
zurück kehren. Heute muss sich die
Insel mit umfangreichen Uferschutzbauten gegen die zerstörerrischen Kräfte des
Meeres wehren. Das angegriffene Fundament der Insel bildet ein langer Buntsteinsockel
mit breiter Steilküste, dessen touristische Aktraktion die "Lange Anna" ist.
8. Juli - In der Stadt München werden die ersten zwölf Zebrastreifen Deutschlands angelegt. In die westdeutsche Straßenverkehrsordnung wurde der Fußgängerüberweg zum 24. August 1953 aufgenommen. Der Vorrang für Fußgänger auf Zebrastreifen wurde erst zum 1. Juni 1964 eingeführt. Danach wurden allerdings viele Fußgängerüberwege beseitigt, um den Verkehrsfluß aufrechtzuerhalten, wie es in einem Fachartikel von 1967 hieß. Auch im römischen Reich gab es schon "Fußgängerüberwege" die meist aus Steinplatten bestanden die dem Tritt für Fußgänger dienten. Sie hatten große Lücken, die so breit waren, dass die Räder eines Wagens problemlos hindurchfahren konnten.
19. März - Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt wurde der Messerschmitt-Kabinenroller
vorgestellt. Der Zwitter zwischen PKW und Motorroller, in dem zwei Personen
hintereinander sitzen konnten, ist eine Entwicklung des deutschen Konstrukteurs Fritz M. Fend. Die ersten Mobile nannten sich Fend Flitzer und wurden in Rosenheim hergestellt, bevor im Januar 1953 die Serienproduktion des KR 175 im Messerschmitt-Werk Regensburg begann. Fend hatte seine „Flitzer“ zunächst als Einsitzer entwickelt. Willy Messerschmitt war jedoch nur bereit, einen Zweisitzer in seinem Werk zu produzieren, woraufhin Mitte 1952 entsprechende Prototypen unter der Bezeichnung FK 150 (Fend Kabinenroller) mit 150-cm³-Fichtel-&-Sachs-Motor gebaut wurden. Das sparsame Fahrzeug war für einige Jahre
sehr beliebt in Deutschland und noch heute gibt es Liebhaber-Clubs, die die
Erinnerung an den Kabinenroller pflegen.
17. Juni - Unzufriedenheit mit dem herrschenden Regime führt zum Volksaufstand in der DDR, den Deutsche Volkspolizei und sowjetische Truppen niederschlagen. Zu dem es gekommen war, nachdem Ostberliner
Bauarbeiter im Protest gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen in den Streik
getreten waren. Die erste geplante Briefmarke der DDR mit dem Abbild von Walter Ulbricht wurde deshalb nicht veröffentlicht.
Der beim schwedischen Unternehmen ASEA beschäftigte Physiker Erik Lundblad stellt, mit Hilfe des so genannten Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahrens, die ersten synthetischen Diamanten her. Bei diesem Verfahren wird Graphit in einer hydraulischen Presse bei Drücken von bis zu 6 Gigapascal (60.000 bar) und Temperaturen von über 1500 °C zusammengepresst. Unter diesen Bedingungen ist Diamant die thermodynamisch stabilere Form von Kohlenstoff, so dass sich der Graphit zu Diamant umwandelt. Dieser Umwandlungsprozess kann unter Beigabe eines Katalysators beschleunigt werden (meist Eisencarbonyl). Auch mit Katalysator dauert der Umwandlungsprozess immer noch einige Wochen.
Neun Tage nach dem Tod des sowjetischen Diktators
Josef W. Stalin bestimmte das Politbüro der Kommunistischen Partei der
Sowjetunion (KPdSU) Nikita S. Chruschtschow zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees
des KPdSU. Während Georgi M. Malenkow Regierungschef wurde und Lawrenti
Berija allen Sicherheitsorganen vorstand, erhielt Chruschtschow das höchste
Amt der alleinherrschenden Partei.
15. Juli - In der Filmversion des Broadway-Musicals "Gentlemen prefer Blondes" ("Blondinen
bevorzugt") war Sex-Symbol Marilyn Monroe erstmalig als Komödiantin zu sehen. In der Rolle der Lorelei geht sie, gemeinsam mit ihrer Partnerin Jane Russell
als Dorothy, auf Partnersuche. Beide spielen auf witzige Weise mit ihrem Image
als Sex-Symbol und verdrehen zahlreichen Männern den Kopf. Der Film, der auf
einem Luxusdampfer und in Paris spielt, avancierte zum Klassiker. Neben
der komödiantischen Handlung wurde "Blondinen bevorzugt" auch wegen des von
Monroe vorgetragenen, und später häufig kopierten, Songs "Diamonds are a girl´s
best friend" berühmt.
In Hannover wurde auf Initiative des Kinderarztes Fritz Lejeune, am 16 November, der Bund
zu Schutz des Kindes gegründet. Ziele waren unter anderem der Kampf gegen
Kindesmisshandlungen und sexuellen Missbrauch sowie die Linderung des psychischen
und sozialen Elends der Kinder in der Nachkriegszeit. Mit fast 50.000 Mitgliedern
ist er der mitgliederstärkste Kinderverband in Deutschland. 1993 macht der
DKSB die UN-Konvention über die Rechte der Kinder zum Bestandteil seiner Satzung
und zur Grundlage aller Aktivitäten. Zusammen mit dem Kinderhilfswerk, terre
des hommes und UNICEF gründete er das "Aktionsbündnis Kinderrechte", um die
Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes voranzubringen und
bei den zuständigen staatlichen Stellen anzumahnen.
16. September - Der Monumentalfilm "Das Gewand" - mit Richard Burton und Jean Simmons
in den Hauptrollen - feierte in New York Premiere. Es war der erste Film,
der im Breitwandverfahren Cinemascope gedreht wurde. Durch die neue Technik
entfalten Regisseur Henry Kosters Großaufnahmen und Massenszenen eine überwältigende
Wirkung.
20. November - Der amerikanische Testpilot Albert Scott Crossfield fliegt mit einer Douglas Skyrocket die huckepack auf einem Bomber in die Luft gebracht wurde 2.078 km/h und ist somit der erste Mensch, der die doppelte Schallgeschwindigkeit erreichte. Er absolvierte als Testpilot für North American Aviation 14 Flüge im X-15-Programm. Während dieser Zeit wurde er von der United States Air Force für das Projekt Man In Space Soonest (MISS) ausgewählt, das einen bemannten Raumflug zum Ziel hatte. Nach Gründung der NASA wurde dieses Projekt abgesetzt, doch gehörte Crossfield somit zur ersten Raumfahrerauswahl der Geschichte.
21. November - Das British Museum gab bekannt, dass der 1912 von Charles Dawson entdeckte
Urmensch ("Piltdown Man") ein Betrug war. Der umstrittene Schädel war
1908 von dem Rechtsanwalt Dawson bei einer Ausgrabung in Südengland in der
Nähe des Ortes Piltdown entdeckt worden. Dawson stellte den vermeintlich prähistorischen
Fund 1912 in London der staunenden Öffentlichkeit vor. Der erste Fund eines
Frühmenschen auf englischem Boden sorgte unter den Anthropologen für eine
Sensation: Während das gewölbte Schädeldach ausnehmend menschlich schien,
zeigte der Unterkiefer eher affenähnliche Merkmale. 1953 unterzog man den
Piltdown-Schädel einer nochmaligen Prüfung und entdeckte, dass die Knochen
nur wenige hundert Jahre alt waren.
1. März - Durch Fehlberechnungen bei der Zündung der Wasserstoffbombe Castle Bravo auf dem Bikini-Atoll durch die USA kommt es zu radioaktivem Niederschlag auf der bewohnten Insel Rongelap. 236 Bewohner werden verstrahlt, sowie die Besatzung eines 140 Kilometer entfernten japanischen Fischerbootes. Caqstle Bravo war die bisher stärkste amerikanische thermonukleare Waffe die mit einer Sprengkraft von etwa 15 Megatonnen TNT-Äquivalent detonierte und damit fast 2,5 Mal so stark war wie von beteiligten Wissenschaftlern vermutet. Der Atompilz war nach einer Minute 15 km hoch und erreichte nach sechs Minuten eine Höhe von 40 km und hatte dabei einen Durchmesser von über 100 Kilometern. Der Lichtblitz war noch in 4000 Kilometern Entfernung zu sehen. Der Krater, den die Bombe in den Untergrund des Atolls riss, hatte einen Durchmesser von mehr als 3 km.
17. Mai - Der "Supreme Court", das Oberste Gericht der USA, erklärte einstimmig
die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig. Der
Klage der Bürgerrechtsorganisation "National Association for the Advancement
of Colored People" gegen ethnische Diskriminierung war damit stattgegeben.
Nach mehr als 50 Jahren wurde die Doktrin "Getrennt, aber gleichwertig" aufgehoben.
1896 war ein Urteil des Gerichtshofes ergangen, nach dem Rassentrennung gerechtfertigt
war, wenn Schwarzen gleichwertige Alternativen zu den Einrichtungen für Weiße
zur Verfügung standen. Die Integration der Schulen verlief nur zögerlich.
1957 verweigerte die Nationalgarde von Arkansas in Little Rock schwarzen Schulkindern
den Zutritt zur High School, bis US-Präsident Eisenhower Truppen zu ihrer Begleitung schickte.
17. Juni - "Tag der Deutschen Einheit" zum ersten Mal Feiertag. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland im Gedenken an den Volksaufstand der DDR als Siebzehnter Juni 1953 der gesetzliche Feiertag, ebenfalls mit dem Namen „Tag der deutschen Einheit“. Nach der Wende war ursprünglich der Tag des Mauerfalls von 1989, der 9. November, als Nationalfeiertag vorgesehen. Wegen der Datumsgleichheit mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 sowie der Novemberpogrome 1938 galt dieses Datum als ungeeignet, so dass der 3. Oktober, der Tag an dem die deutsche Einheit vollzogen wurde, als Nationalfeiertag festgelegt wurde.
20. Juni - Bei der Fußball-Weltmeisterschaft erfährt Deutschland gegen Ungarn eine historische 3:8-Niederlage. Trotzdem gewann Außenseiter Deutschland das Turnier nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn im Finale von Bern und wurde damit zum ersten Mal Fußball-Weltmeister. Für die Menschen in Deutschland erhielt das „Wunder von Bern“, wie der Sieg genannt wurde, Symbolkraft als ein Zeichen des Aufbruchs nach dem verlorenen Weltkrieg und den Entbehrungen der Nachkriegszeit.
Der Welterfolg von "La Strada" ("Das Lied der Straße") des italienischen
Regisseurs Federico Fellini feierte in Rom Premiere. Der Film handelt
von einem Wanderartisten, der sich eine Frau kauft und sie wie eine Sklavin
hält. Fellini erhielt für den Film u.a. 1956 den "Oscar" für den besten ausländischen
Film und 1954 den "Silbernen Löwen" in Venedig.
18. Oktober - Texas Instruments bringt das weltweit erste Transistorradio auf den Markt. Die zögerliche Haltung der Unterhaltungsindustrie im Hinblick auf die neuen Transistortechnik durchkreuzte aber zunächst die Pläne zu einer Transistor-Massenfertigung. Erst die entscheidende Idee des damaligen Texas Instruments-Vizepräsidenten Pat Haggerty, ein neuartiges kleines Transistor-Taschenradios für den Massenmarkt zu entwickeln, verhalf dem Germaniumtransistor zum Durchbruch: sieben Jahre nach der Erfindung Transistor wurde das weltweit erste kommerzielle Transistorradio Regency TR-1 rechzeitig zum Weihnachtsfest des gleichen Jahres äußerst erfolgreich auf den Markt gebracht und entwickelte sich trotz des hohen Preises rasant zum heiß begehrten modischen „Marktrenner“, was dazu führte, dass der TR-1 bis zum Frühjahr 1955 landesweit komplett ausverkauft war.
19. Oktober - Eine österreichische Himalaya-Expedition bezwingt den 8.153 m hohen Cho
Oyu an der Grenze China-Nepal. Die spektakuläre Erstbesteigung ohne Sauerstoff
und der neuartige Stil im Rahmen einer Kleinexpedition haben Alpingeschichte
geschrieben. Während einer gescheiterten internationalen Frauenexpedition
werden 1959 vier Expeditionsteilnehmer von einer Lawine erschlagen.
17. Januar - Die "USS Nautilus", das erste atomgetriebene Unterseeboot,
sticht in See. Der Einbau von Nuklearreaktoren in Unterseeboote behob die
bisherige Schwachstelle der Unterseeboote, von Zeit zu Zeit an die Meeresoberfläche
zurückkehren zu müssen, um Luft aufzunehmen. Die Nautilus konnte dank einer
zusätzlichen Technik, die die Aufnahme von Sauerstoff aus dem Meereswasser
ermöglichte, wochenlang unter Wasser bleiben. Die "Nautilus" bewies diese
Fähigkeit bei einer Forschungsfahrt unter dem Nordpol hindurch.
19. Januar - In den Dingolfinger Hans-Glas-Werken läuft das erste Goggomobil vom Band. Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln. Es war eine kleine viersitzige Limousine; das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen. Der gebläsegekühlte Zweizylinder- Zweitaktmotor und ein daran verblocktes teilsynchronisiertes Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM. Das Urmodell des Goggomobils war noch ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule angeschlagen.
Acht Staaten des so genannten Ostblocks unterzeichnen während des Kalten Krieges in der polnischen Hauptstadt Warschau den "Warschauer Vertrag" zur Gründung eines Militärbündnisses als Reaktion auf die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die NATO. Das Bündnis, dessen Mitglieder in dem jeweilig mit der Sowjetunion bilateral abgeschlossenen "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand (VFZ)" auf eine eigenständige Außenpolitik verzichteten, war im Kalten Krieg das Pendant zum westlichen Militärbündnis, der NATO unter Führung der USA.
14. Mai - Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten führt die "Operation Wigwam" durch, unterseeische Atombombentests im Pazifik rund 900 km südwestlich von San Diego. Ziel der Operation Wigwam war es herauszufinden, welche Strahlung und welche Druckverhältnisse bei unterseeischen Detonationen auftreten und zu bestimmen, welche Auswirkungen eine solche Explosion auf Schiffe und getauchte U-Boote hat. Eine einzelne 30 kT Bombe wurde an einem Kabel von einer unbemannten Barkasse (YC-473) in 4.800 m tiefem Gewässer in eine Tiefe von 600 m abgelassen. Die Barkasse wurde mit einem rund 9 km langen Kabel von der USS Tawasa (ATF-92) geschleppt. Entlang des Kabels waren eine Reihe von Druckmessinstrumenten, getauchten U-Booten-ähnliche Hüllen (genannt „Squaws“) und unbemannte Schiffe verteilt. Das beteiligte Personal war gut 9 km aufwindig positioniert. Die USS George Eastman (YAG-39) und die USS Granville S. Hall (YAG-40) dagegen waren gut 9 km abwindig des Detonationspunktes stationiert. Beide Schiffe waren radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Joint Task Group 7.3 der Joint Task Force 7, verantwortlich für die Durchführung der Atombombentests im Pazifik, führte den Test im Auftrag der Atomic Energy Commission und des Department of Defense durch. Insgesamt nahmen 6.544 Personen (davon 200 Zivilisten) und 30 Schiffe an der Operation teil. Die Zündung erfolgte am 14. Mai 1955 (21:00 GMT)
In Kassel wurde auf Initiative von Arnold Bode die erste "documenta"-Kunstausstellung
eröffnet. Ziel des Projekts in der Ruine des Fridericianums war es, der
von den Nationalsozialisten diskreditierten und verfolgten avantgardistischen
Kunst wieder ein öffentliches Forum zu geben. Zudem sollte jüngeren deutschen
Künstlern, die Möglichkeit des Austauschs mit der internationalen Kunstszene
ermöglicht werden. Insgesamt wurden auf der ersten "documenta" Werke aus den
letzten 50 Jahren präsentiert. Aufgrund des großen Erfolgs fanden seit 1955
neun weitere "documenta"-Ausstellungen in Kassel statt.
17. Juli - Nach mehrjähriger Planung öffnete 1955, der nach seinem Erfinder Walt
Disney benannte Vergnügungspark "Disneyland" in Kalifornien seine Tore. Mit der Gründung der riesigen Freizeitanlage setzte Disney seine Vorliebe
für phantasievolle und nostalgische Welten in einer zur damaligen Zeit einzigartigen
Touristenattraktion um. Aufgrund des riesigen, weltweiten Erfolges von "Disneyland"
wurde einige Jahre später die Errichtung eines weiteren Vergnügungsparks in
Florida geplant. Fünf Jahre nach dem Tod von Walt Disney eröffnete dann 1971
in der Nähe von Orlando "Walt Disney World". Seit 1992 gibt es mit "Disneyland"
Paris auch in Europa eine Dependence des amerikanischen Vergnügungsparks.
20. Oktober - In Großbritannien erscheint mit "Return of the King"("Die Rückkehr des Königs") der dritte Teil von Tolkiens "The Lord of the Rings". Zu Beginn der 30er Jahre schrieb Tolkin eine Geschichte für seine vier Kinder,
die später als sein erster Bestseller "Der kleine Hobbit" bekannt wurde. "Der Herr der Ringe" gehört zu den erfolgreichsten Romanen des 20. Jahrhunderts. Das englische, dreiteilige Original, erschien in den Jahren 1954 und 1955, die erste deutsche Übersetzung 1969/1970. Weltweit wurde der Roman etwa 150 Millionen Mal verkauft. Der Roman spielt in einer, von Tolkien lebenslang entwickelten Fantasiewelt. Er erzählt die Geschichte eines
Rings, mit dessen Vernichtung die böse Macht in Gestalt desdunklenHerrschers Sauron untergeht. Die Hauptdarsteller sindhauptsächlich Hobbits, ein gemütliches Volk von Halblingen, die in ein bedrohliches, heroischesZeitalter hineingezogen werden. Der Herr der Ringe ist insechs Bücher untergliedert. Anstatt in einer Gesamtausgabe wurde das Werk –entgegen dem Wunsch des Autors – auf Wunsch der Verleger, und vor allem wegen der hohen Papierpreise im Nachkriegsengland in drei Bänden publiziert: "DieGefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs". Band 1 erschien am 29. Juli 1954, Band 2 am 11. November desselben Jahres und Band 3 nach einer längeren Verzögerung, die den Arbeiten am Index geschuldet war, am 20. Oktober 1955. Der Roman diente als Vorlage für zahlreiche Adaptionen, darunter eine sehr erfolgreiche amerikanische oscarprämierte Verfilmung (2001–2003) unter der Regie von Peter Jackson.
1. Dezember - Die Bürgerrechtlerin Rosa Parks wird in Montgomery festgenommen, weil sie in einem Bus einem Weißen ihren Sitzplatz nicht überlassen will. Dieses Ereignis führt in weiterer Folge zum 382-tägigen Montgomery Bus Boycott und zur Aufhebung der Rassentrennung in den USA. Die Seperation in den Bussen sah zu dieser Zeit vor, dass Schwarze nur bestimmte Sitzreihen in einem Bus nutzen durften. In Montgomery mussten sie vorne ihr Fahrgeld bezahlen und dann wieder
aussteigen, um im hinteren Teil des Busses zu ihren Plätzen zu kommen – nicht selten fuhr dann der Busfahrer ab, ohne die Schwarzen einsteigen zu lassen. Hinzu kam eine ständige Belästigung durch die Fahrer und Mitfahrer, so dass diese rassistische Praxis für zunehmende Proteste sorgte. Diese Festnahme hatte landesweit für Aufsehen gesorgt und führte unter den 42.000 Schwarzen in der Stadt zu dem Entschluss, zivilen Ungehorsam zu leisten. Der Busverkehr wurde von den Bürgerrechtlern 381 Tage boykottiert. Der erfolgreiche Boykott setzte die Stadt Montgomery ökonomisch stark unter Druck und sie musste die Fahrpreise drastisch erhöhen. Die Stadtverwaltung setzte deshalb die Versicherungen der Autofahrer, die sich anFahrgemeinschaften beteiligten, unter Druck, die Verträge aufzulösen. Dagegen organisierten Aktivisten eine Übernahme der Policen durch Lloyd’s of London. Es kam auch immer wieder zu Festnahmen und auch Martin Luther King wurde verurteilt, 500 Dollar Strafe zu zahlen, weil er gegen das Anti-Boykott-Gesetz verstoßen habe. Der Montgomery Bus Boycott war einer der entscheidenden Siege, die der Bürgerrechtsbewegung zum Durchbruch verhalfen und Martin Luther King weltweit bekannt machte.
Georges de Mestral, ein Schweizer Ingenieur läßt sich den Klettverschluß patentieren. Der passionierte Jäger soll 1941 auf die Idee für den Klettverschluss gekommen sein, als er nach einem Ausflug die Früchte der Großen Klette (Arctium lappa) sowohl an seiner Hose als auch im Fell seines Hundes fand und unter einem Mikroskop näher untersuchte. Dabei begriff er, wieso die igelartigen Kugeln so gut haften: Die vermeintlichen Stacheln der Samen tragen an ihrer Spitze winzige elastische Häkchen, die sich bei Kontakt mit Fell oder gewobenem Stoff festsetzen. Diese Beobachtung führte ihn zur Entwicklung eines Verschluss-Systems, das zwei Materialien auf einfache Weise miteinander verbindet. Das erste von ihm gestaltete Band hatte Haken und Ösen noch in einem Band, nicht wie heute in zwei getrennten Bändern.
Erst zehn Jahre später ließ Mestral seine Erfindung unter dem Namen Velcro, von franz. „velours“ (Schlaufe) und „crochet“ (Haken), patentieren. Er gründete die Firma Velcro Industries, die 1959 den ersten Klettverschluss auf den Markt brachte. Bald produzierte das Unternehmen 55.000 Kilometer des neuen Materials pro Jahr. Die Firma hat inzwischen ihren Hauptsitz in Manchester, New Hampshire, USA, beschäftigt auf vier Kontinenten 3.000 Mitarbeiter und setzt als Weltmarktführer 260 Millionen Dollar jährlich um.
Die Volkskammer der DDR beschließt die Aufstellung der Nationalen Volksarmee - NVA. Die Aufstellung erfolgt in mehreren Etappen, bis zum 1. März 1956 sollen die Stäbe und Verwaltungen einsatzfähig sein.Nach der Gründung war die NVA – im Gegensatz zu den anderen Armeen des Warschauer Paktes – eine Freiwilligenarmee, was in der propagandistischen Auseinandersetzung mit der Bundeswehr als Vorzug hervorgehoben wurde. Die Wiederbewaffnungsdiskussion war an der DDR nicht spurlos vorübergegangen, der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 hatte die Führung der DDR erheblich verunsichert. Ein deutliches Misstrauen der osteuropäischen Verbündeten den Ostdeutschen gegenüber blieb lange bestehen. Die Einführung der Wehrpflicht 1962 nach dem Bau der Berliner Mauer wurde von vielen als Niederlage empfunden. Mit der Einführung der Wehrpflicht wurde es der NVA möglich, die angestrebte Personalstärke von circa 170.000 Soldaten zu erreichen.
1. März - Der Supreme Court entscheidet nach dreijährigem Prozess, dass die Universität von Alabama die erste schwarze Studentin Autherine Lucy zum Studium zulassen muss. Wenige Stunden später wird sie von der Universität wegen Verleumdung wieder vom Studium ausgeschlossen. Autherine wollte Sportlehrerin werden und schrieb sich im Februar 1956 im Foster Building, das damals die Universitätsverwaltung beheimatete, ein. Allerdings konnte Misses Lucy hier nicht wirklich studieren. Schon am erstem Studientag hatte sich eine Masse von gewalttätigen Demonstranten versammelt, die mit Eiern warfen und sie aus der Universität heraus holen wollte. Einige hatten sogar vor, sie zu töten. Stunden später konnte sie dann mit einem Polizeiwagen abgeholt und nach Birmingham zurück gebracht werden. Drei Tage später musste Autherine Lucy wieder exmatrikuliert werden. Es wäre zu gefährlich gewesen, sie hier weiter zu unterrichten. Sie konnte sich nur mit Polizeischutz auf den Campus wagen. In der Folge boten eine Reihe von europäischen Universitäten ihr einen Studienplatz an. Sie lehnte das aber ab. Wenig später zog sie nach Texas und heiratete. Im Alter von 58 Jahren, entschloss sie ihr Studium wieder aufzunehmen und machte 1992 ihren Abschluß.
Das Musical "My Fair Lady" erlebte am 15. März die Premiere in New York. Angelehnt an George Bernard Shaws "Pygmalion" hatte Frederick Loewe die Musik
komponiert. Die Gesangstexte stammten von Alan Jay Lerner. Das Musical dauerte
etwa drei Stunden. Das Stück wird vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen und bringt es in der Folge auf 2.717 Aufführungen. Die Verfilmung des Musicals von 1964 durch Gabriel Pascal
mit Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen steigerten die Popularität.
Das Musical erzählt die Geschichte vom armen Blumenmädchen Eliza Doolittle,
das vom ehrgeizigen Professor Higgins zunächst in die Geheimnisse der Hochsprache
und dann listig in die feine Londoner Gesellschaft eingeführt wird. Viele
Melodien wurden zu vielgesungenen Evergreens, die das Musical zu einem der
erfolgreichsten Stücke der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts machten.
18. April - Fürst Rainier III. heiratet die Schauspielerin Grace Kelly. Die beiden hatten sich ein Jahr zuvor während der Dreharbeiten von Alfred
Hitchcocks "Über den Dächern von Nizza" kennen gelernt. Fürst Rainier III.
fungierte als Herrscher über die Geschicke Monacos. Grace Kelly gilt als eine
der faszinierendsten Schauspielerinnen Hollywoods. Die durch Glamour und Reichtum
bestechende Hochzeit betörte die Bevölkerung des kriegszerstörten Europas.
Die Begeisterung für die Hochzeit von Grace Kelly und Fürst Rainier III. spiegelte
die Sehnsucht der Bevölkerung Europas nach Frieden und Wohlstand wider. Die
Hochzeit wurde mit Erlaubnis des Paares gefilmt und in den USA ausgestrahlt. 
17. Oktober - Im britischen Calder Hall wird das erste kommerzielle Atomkraftwerk
der Welt offiziell von Königin Elisabeth II. ans Netz genommen. Der Hochtemperaturreaktor
basiert auf Brennelementen, deren erzeugte Wärme an eine Dampfturbine abgegeben
wird. Zur Abbremsung der freigesetzten Neutronen auf die für die Aufrechterhaltung
der atomaren Kettenreaktion erforderliche Geschwindigkeit werden Graphitstäbe
eingesetzt. Die Anlage besteht aus vier Reaktoren, die mit Gas gekühlt werden
und über eine elektrische Leistung von je 55 Megawatt verfügen. Am Netz
seit 1956, wurde der Betrieb der Anlage 2003 nach fast einem halben Jahrhundert eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Calder Hall das dienstälteste Kernkraftwerk der Welt.
1. Januar - Nach einer Volksabstimmung und der sechs deutsch-französischen
Verträge vom 27.10.1956 wurde das Saarland das zehnte Bundesland der Bundesrepublik
Deutschland. Damit wurde auch die seit Ende des Zweiten Weltkriegs bestehende
Zoll- und Währungsunion mit Frankreich aufgehoben. Diese bestand seit 1947.
Die vollständige wirtschaftliche Loslösung von Frankreich erfolgte jedoch
erst 1959, da Frankreich zu große ökonomische Verluste erspart bleiben sollten.
Schon 1935 hatten sich die Saarländer - mit 90% der Bevölkerung - für eine
Eingliederung in Deutschland ausgesprochen.
21. Januar - Schnellfahrer im Visier, im bevölkerungsstärksten
Bundesland Nordrhein-Westfalen wird ein neues Instrument eingesetzt, um Schnellfahrer
beim Übertreten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu identifizieren: Radargeräte
erfassten die Geschwindigkeit und Raser wurden als Beweis ihres Verstoßes
fotografiert.
22. April - Der erste Testlauf des Wankelmotors fand statt. Der Wankel- oder Kreiskolbenmotor
wurde von dem deutschen Ingenieur Felix Wankel in den fünfziger Jahren des
20. Jahrhunderts entwickelt. Der Motor, in dem ein Rotationskolben anstatt
senkrechter Kolben zum Einsatz kommt, kann bis zu einem Drittel leichter als
herkömmliche Hubkolben-Fahrzeugmotoren sein, da er weniger Zündkerzen, Kolbenringe
und andere Maschinenteile benötigt. Die Verbrennungsenergie wird ohne Umwege
über die Hinundherbewegung des Kolbens direkt auf einen dreieckförmigen flachen
Drehkolben, der in einem ovalen Gehäuse umläuft, übertragen. Die ersten serienmäßig
mit dem Wankelmotor ausgestatteten Personenkraftwagen liefen 1964 vom Band.
21. August - Die weltweit erste Interkontinentalrakete, die sowjetische R-7, macht, nach zwei Fehlversuchen, ihren ersten erfolgreichen Testflug wobei die Rakete eine Entfernung von 6000 km. Die Rakete hatte eine Höhe von 34 m, einen Durchmesser von 3 m, wog 280 t, hatte zwei Stufen und wurde von Triebwerken angetrieben, die flüssigen Sauerstoff und Kerosin als Treibstoff verwendeten. Als ballistische Rakete konnte eine R-7 ihre Nutzlast bis zu 8800 km weit tragen, wobei die Treffgenauigkeit bei etwa 5 km lag. Die neu entwickelte Rakete konnte erstmals einen 3000 kg schweren Sprengkopf bis zu 8000 km weit tragen. Eine modifizierte Version der R-7 brachte am 4. Oktober 1957 von Baikonur aus Sputnik 1 in den Erdorbit, den weltweit ersten künstlichen Satelliten. Am 3. November folgte ein weiterer erfolgreicher Start mit Sputnik 2 an Bord. Nach diesen ersten Tests wurde offensichtlich, dass weitere Modifikationen an der Rakete nötig waren. Deshalb gingen die Testflüge bis zum Dezember 1959 weiter. Die zusätzlichen Modifikationen führten zur verbesserten R-7, die leichter war und über bessere Navigationssysteme verfügte. Ferner wies sie stärkere Triebwerke und eine höhere Treibstoffkapazität auf und kam so auf eine Reichweite von 12000 km und eine Nutzlastkapazität von 5370 kg. Obwohl technisch ein Erfolg, wird R-7 in der Rolle eines Waffensystems als Fehlschlag angesehen. So konnten die Startanlagen der R-7 aufgrund ihrer Größe nicht vor den Spionageflugzeugen versteckt werden und wären daher im Falle eines Nuklearkrieges vermutlich schnell zerstört worden. Außerdem brauchte eine einzelne R-7 etwa zwanzig Stunden für die Startvorbereitung und konnte aufgrund des Tieftemperatur-Treibstoffes nicht länger als einen Tag auf der Startrampe verbleiben. Somit konnten sowjetische Interkontinentalraketen nicht in ständiger Gefechtsbereitschaft gehalten werden und wären im Konfliktfall wahrscheinlich noch vor dem Start durch US-Bomber zerstört worden. So wurden die Trägerraketen für die Raumfahrt weiterentwickelt, die seitdem intensiv zum Starten von unterschiedlichsten Nutzlasten, u. a. von bemannten Raumschiffen und interplanetaren Raumsonden bis heute eingesetzt wird.
1. November - Rosemarie Nitribitt, eine Frankfurter Prostituierte, wird mit einer Platzwunde am Kopf und Würgemalen am Hals vermutlich etwa drei Tage nach ihrem Tod in ihrer Wohnung in Frankfurt aufgefunden. Bei den polizeilichen Ermittlungen stellte sich heraus, dass sie Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten hatte. Da der Mordfall nicht aufgeklärt werden konnte, wurde in manchen Medien der Eindruck erweckt, dass bestimmte Kreise aus Wirtschaft und Politik die Aufklärung zu verhindern suchten. Die als Edelprostituierte bekannte Nitribitt erlangte durch ihren Tod in der Bundesrepublik der Fünfziger Jahre landesweite Berühmtheit. Später wurden über den Fall unter anderem ein Roman und zwei Filme veröffentlicht. Das Verbrechen wurde bislang nicht aufgeklärt.
19. Februar - An der Chirurgischen Universitäts-und Poliklinik in Marburg an der Lahn führt Rudolf Zenker die erste erfolgreiche Operation am offenen Herzen in Deutschland, unter Verwendung einer Herz-Lungen-Maschine durch. Im selben Jahr übernahm er als ordentlicher Professor für Chirurgie den Lehrstuhl in München und war dort bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1973 Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik. Unter seiner Leitung wurde dort am 13. Februar 1969 die erste Herztransplantation Deutschlands an einem 36jährigen Patienten durchgeführt, wobei dieser nicht aufgrund mangelnder Gewebeverträglichkeit, sondern wegen des vorgeschädigten Spenderherzens nur 27 Stunden überlebte.
21. Februar - Der britische Künstler Gerald Holtom entwirft das Friedenszeichen im Auftrag der britischen Kampagne zur nuklearen Abrüstung (englisch Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) für den Ostermarsch von London zum Atomwaffenforschungszentrum in Aldermaston. Es soll den weltweit ersten Londoner Ostermarsch mit dem Ziel, baldmöglichst nukleare Abrüstung zu erreichen, optisch unterstützen. Das Symbol stellt eine Kombination zweier Zeichen aus dem Winkeralphabet dar, nämlich von N für „nuclear“ (deutsch: atomar) und D für „disarmament“ (deutsch: Abrüstung). Das Logo ging von dort um die ganze Welt, verbreitet durch Bürgerrechtsbewegungen, den Widerstand gegen den Vietnamkrieg und der 68er-Bewegung.
19. März - In Straßburg tritt das Europäische Parlament als parlamentarische Versammlung der neu gegründeten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Ihm gehören 142 Abgeordnete aus den nationalen Parlamenten Belgiens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs und der Niederlande an.
14. April - Der sowjetische Satellit Sputnik II, der die Hündin Laika in die Erdumlaufbahn gebracht hat, verglüht nach 162 Tagen im All in der Erdatmosphäre. Die Hündin Laika war das erste Lebewesen, das vom Menschen gezielt in einen Orbit um die Erde befördert wurde. Im Rahmen der Mission Sputnik 2 wurde sie am 3. November 1957 an Bord des sowjetischen Raumflugkörpers ins All geschickt. Ihre Rückkehr zur Erde war zwar nicht vorgesehen, dennoch überraschte ihr früher Tod. Über den Zeitpunkt ihres Todes und die Todesursache herrschte jahrzehntelang Unklarheit. Erst vor wenigen Jahren wurde bekannt, dass Laika einige Stunden nach dem Start der Rakete starb, vermutlich an Überhitzung und Stress. Die Mission gilt dennoch als Erfolg. Die Erkenntnisse aus Sputnik 2 ermöglichten letztlich erst die bemannte Raumfahrt mit Juri Gagarin.
17. April - In Brüssel wurde vom belgischen König Baudouin I. die erste Weltausstellung
nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet. Schwerpunkt der Technikschau waren
Neuheiten in Raumfahrt und Atomenergie. Die Ausstellung, deren Wahrzeichen
das so genannte "Atomium" war, wurde von etwa 41 Millionen Menschen
besucht. Das "Atomium" ist ein 102 Meter hohes Modell eines Eisenmoleküls
mit eingebautem Restaurant. Ein Modell des ersten sowjetischen Satelliten
wurde in Brüssel gezeigt. Es war die Zeit des Kalten Krieges, und der Satellit
demoralisierte die Vereinigten Staaten von Amerika. Als Reaktion planten die
USA ein Kernkraftwerk auf dem Ausstellungsgelände in unmittelbarer Nähe der
Innenstadt und des königlichen Palastes. Der belgische König forderte, das
Kraftwerk an einem anderen Ort zu bauen.
1. Oktober - Die neugegründete NASA nimmt, als Reaktion auf die frühen Erfolge der Sowjetunion in der Raumfahrt, ihre Arbeit auf. Sie entstand aus der Vorgängerorganisation NACA mit dem Ziel, die Weiterentwicklung in Raumfahrt und Flugzeugtechnik voranzutreiben. Die ersten Projekte der NASA beschäftigten sich mit der bemannten Raumfahrt und standen unter dem Druck des Wettlaufs ins All. Das Mercury-Programm war der erste Schritt: Man untersuchte, ob und unter welchen Bedingungen ein Mensch im Weltall überleben könnte. Doch auch hier kam die Sowjetunion den USA zuvor: Am 12. April 1961 absolvierte der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin mit Wostok 1 seinen spektakulären ersten Raumflug und umrundete dabei in 108 Minuten einmal die Erde. Am 5. Mai 1961 war es dann auch für die NASA so weit: Alan Shepard war der erste Amerikaner im Weltall, als er mit Mercury 3 15 Minuten lang in einem bogenförmigen Flug den Weltraum erreichte. Der erste Amerikaner, der die Erde umkreiste, war John Glenn in Mercury 6 mit einem fünfstündigen Flug am 20. Februar 1962.
1. Oktober - Ein Truppentransporter beförderte Elvis Presley, das US-amerikanische
Rock-'n'-Roll-Idol, nach Deutschland wo er im Panzerbatallion der "3rd Armored Division" in Friedberg seinen Dienst tat. In Deutschland angekommen, wohnte er zunächst im Hotel Grunewald in Bad Nauheim, bevor er mit seinem Vater und seiner Großmutter sowie zwei Entouragemitgliedern im selben Ort ein Privathaus in der Goethestraße 14 anmietete. Soldaten, die Elvis Presley während seiner Zeit in der Armee persönlich kennenlernten, beschrieben ihn als fähigen, sehr umgänglichen, trotz seines Ruhms bodenständig gebliebenen und großzügigen Zeitgenossen. Sein hier geleisteter Wehrdienst
löste in Deutschland ein "Elvis-Fieber" aus. Mehrere militärische Einheiten machten Angebote, um den Jungstar für die Eigenwerbung einzusetzen. Die Marine wollte eine eigene „Elvis Presley Company“ gründen, die Luftwaffe den bei der Jugend populären Presley gezielt für die Anwerbung von Rekruten einsetzen. Es wurde angenommen, dass Presley, wie viele andere Berühmtheiten vor ihm, den Weg in die Special Services wählen würde.
26. März - Der britische Ingenieurwissenschaftler Christopher Cockerell (1910-1999)
stellte das erste Luftkissenfahrzeug der Welt, das "Hovercraft", vor. Die Probefahrt des Prototypen "S.R.N. 1" verlief erfolgreich, noch im Verlauf
deselben Jahres überquerte das Boot, dass auch über Moor und Strand gleiten
konnte, am 26. März den Ärmelkanal. 1962 wurde die "S.R.N. 2" erstmals im Personenverkehr
zwischen Portsmouth und der Isle of Wight eingesetzt. Düsen am Boden des 7
Tonnen schweren und bis zu 110 km/h schnellen Schwebefahrzeuges drücken Luft
in eine an den Seiten geschlossene Gummischürze, so dass ein tragfähiges Druckluftpolster
entsteht. Das "Hovercraft" wird als Verkehrsmittel im Ärmelkanal eingesetzt.
18. August - Der von Sir Alec Issigonis für die British Motor Corporation entworfene britische Kleinwagen Mini kommt auf den Markt. Die Besonderheit der Mini-Konstruktion bestand in erster Linie im Quereinbau des Frontmotors, dessen Getriebe mit dem Motorblock eine Einheit bildete. Dadurch ließ sich die Fahrzeuglänge auf nur wenig über drei Meter bringen. Anlaß für die Entwicklung des sparsamen Automobils war die Suezkrise von 1956 − die erste Energiekrise mit deutlich spürbaren Auswirkungen für die westliche Welt. Am 4. Oktober 2000 lief der letzte von ca. 5.400.000 produzierten Fahrzeugen vom Band.
21. Oktober - Das Guggenheim-Museum in New York/USA wurde eröffnet. Das Meisterwerk
des Architekten Frank Lloyd Wright beheimatet die berühmte und wertvolle Guggenheim-Sammlung
moderner Kunst. 1991 und 1992 wurde ein Anbau vorgenommen, so dass die Ausstellungsfläche
Platz für mehr als 8000 Exponate bietet. Solomon R. Guggenheim hatte 1937
die "Solomon R. Guggenheim Foundation" gegründet. Ziel der Stiftung war die
Einrichtung eines Museums für nichtgegenständliche Malerei. Das Museum in
New York zählt zu den renommiertesten Kunstsammlungen der Welt. Weitere Filialen
wurden in Bilbao, Venedig und Berlin gegründet.
18. November - Mit elf Oscars ist "Ben Hur" neben James Camerons "Titanic" (1997) der
Film mit den meisten Auszeichnungen. In den 1950er Jahren brach das Historiendrama
alle Kassenrekorde. Regisseur William Wyler verband das Leben des jüdischen
Aristokratensohns und Kaufmanns Ben Hur mit der Geschichte Christi und den
damaligen Problemen mit der römischen Besatzung. Die Titelrolle spielt Charlton
Heston. Wyler hatte schon 1925 an einer Stummfilm-Version mitgearbeitet. Mit
"Ben Hur", "Spartacus" und "Cleopatra" wurden Anfang der 1960er die letzten
großen Filme dieser Art in Hollywood gedreht, danach waren sie nicht mehr
finanzierbar. 2000 erlebte das Genre mit Ridley Scotts "Gladiator" seine Wiederauferstehung.
Der Revolutionär Fidel Castro wurde mit 32
Jahren Regierungschef von Kuba. Er gründete die "Bewegung 26. Juli" und
verbündete sich mit Che Guevara. Gemeinsam führten sie ab 1956 mit 80 weiteren
Genossen einen Guerillakrieg gegen den Diktator, der drei Jahre später zum
Erfolg führte. Seit 1976 ist Castro sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef.
18. Februar - Die VIII. Olympischen Winterspiele werden in Squaw Valley in Kalifornien/USA ausgetragen. Der aus dem Schwarzwald stammende Postbeamte Georg Thoma stand bei der Medaillenverleihung der Nordischen Kombination
am 18. Febraur ganz oben auf dem Siegerpodest. Es war das
erste Mal, dass ein nicht aus Skandinavien stammender Athlet die Goldmedaille
in der skandinavischen Disziplin errang. Die Nordische Kombination war
erstmals 1924 im Programm der Olympischen Spiele. Thoma selbst glaubte nach
dem Wettkampf nicht an einen Sieg und ging davon aus, dass sich die Schiedsrichter
verrechnet hatten. 1966 wurde er Weltmeister.
16. Mai - Der US-amerikanische Physiker Theodore Maiman stellt den ersten Laser, einen Rubinlaser, fertig. Laser
ist ein physikalischer Effekt, mit dem künstlich gerichtete Lichtstrahlen erzeugt werden können. Der Begriff Laser wird dabei nicht nur für den Verstärkungseffekt, sondern insbesondere auch für die Strahlungsquelle und für den Lichtstrahl verwendet. Die Bezeichnung "Laser" steht für engl.
20. Juni - Ein Jahr nachdem Floyd Patterson seinen Weltmeistertitel an den Schweden
Ingemar Johannson verlor, gewinnt er den Revanchekampf in der fünften Runde
und durchbricht das seit 61 Jahren geltende ungeschriebene Boxgesetz "They
never come back", das einen erneuten Titelgewinn nach einer Niederlage ausschliesst. 1952 hatte Patterson die olympische Goldmedaille gewonnen, seinen Gegner Vasile
Tita schlug er in der letzten Runde in nur 74 Sekunden. 1956 wurde er mit
21 Jahren der jüngste Schwergewichtsweltmeister. In seinen ersten 36 Profi-Kämpfen
verlor er nur ein einziges Mal, 1972 wurde er in seinem letzten Kampf von
Muhammad Ali geschlagen.
19. August - Die beiden Hunde Belka, Strelka sowie mehrere Mäuse und Pflanzen umkreisten 18 mal mit dem sowjetischen
Satelliten Sputnik V die Erde bevor sie wieder sicher landeten. Sie haben ihre
Reise ohne einen Kratzer überstanden. Hiermit war erstmals in der Raumfahrtgeschichte
ein Ausflug von Versuchstieren ins All geglückt.
Im New Yorker Waldorf-Astoria Hotel trafen sich der israelische Ministerpräsident
David Ben Gurion und Bundeskanzler Konrad Adenauer, um diplomatische Beziehungen zwischen ihren beiden Staaten aufzunehmen. Sie begründeten damit einen neuen Umgang zwischen Deutschland und Israel nach dem Zweiten Weltkrieg.
Joseph Kittinger springt mit dem Fallschirm aus 31.332 Meter aus einem Heliumballon. Kittinger erreicht dabei eine Geschwindigkeit von 988 km/h und fällt vier Minuten und 36 Sekunden, bis sich in rund 5.500 Meter Höhe der Hauptfallschirm öffnet. Ende der 1950er Jahre nahm der Testpilot an medizinischen Experimenten der Air Force teil. Bemannte Raumfahrt gab es noch nicht, aber Flugzeuge stießen immer häufiger in Höhen jenseits von 20.000 Meter vor. Man wollte daher wissen, welche Auswirkungen die große Höhe auf den menschlichen Körper hat, beispielsweise ob die kosmische Strahlung den Piloten oder auch den Raumfahrer bei längerem Aufenthalt schädigen kann. Ab 1959 nahm er auch noch am Projekt Excelsior teil, welches ein Fallschirmsystem für den Notausstieg in großen Höhen entwickelte. Bei seinem letzten Sprung im Rahmen von Excelsior (1960) von 31.332 Metern stellte er drei Weltrekorde auf, die bis heute nicht übertroffen wurden: Höchste Ballonfahrt mit offener Gondel, höchste Geschwindigkeit eines Menschen ohne besondere Schutzhülle und längster Fallschirmsprung.