Chronologische Weltgeschichte - Die Jahre 1701 - 1800
1701
18. Januar - Der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich III., krönte sich zu Friedrich I., König in Preussen. Die Krönung war Ausdruck des gewachsenen Selbstbewusstseins der Hohenzollerndynastie. König Friedrich I. zelebrierte seine Regentschaft in Nachahmung des französischen Vorbildes mit allem Prunk und ruinierte damit seinen Staat. Sein Vorgänger, der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm, hatte Brandenburg gerade erst von den Folgen des 30jährigen Krieges kuriert. Der Sohn des ersten Preussenkönigs, der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I., mußte viel Anstrengung darauf verwenden, das Land von der Herrschaft seines Vaters zu sanieren. Dessen Sohn aber, König Friedrich II., entvölkerte das unter seinem ungeliebten Vater Friedrich Wilhlm I. prosperierende Königreich abermals und ruinierte die preußische Wirtschaft erneut. Zwar nicht durch Prunksucht wie sein Großvater Friedrich III., aber durch die Kriege, die das Land zwar bettelarm, seinen König Friedrich II. jedoch zum "Großen" und das Land zur europäischen Großmacht gemacht hatten.
Hellwig stellt den ersten "Hundertjährigen Kalender" mit langfristiger Wettervorhersage auf astrologischer Basis auf.
In England wird das Walzen von Feinblechen eingeführt; die ersten gewalzten Messerklingen entstehen.
1702
Die erste englische Tageszeitung ist der "Daily Courant".
In den Straßen deutscher Städte kommt Ölbeleuchtung auf.
1703
In Berlin etabliert sich das Gewerbe der Schornsteinfeger.
1705
16. April - Isaac Newton wird für seine Verdienste um die Wissenschaft von Königin Anne zum Ritter geschlagen. Aufgrund seiner Leistungen, vor allem auf den Gebieten der Physik und Mathematik, gilt Sir Isaac Newton als einer der größten Wissenschaftler aller Zeiten. Die Principia Mathematica werden als eines der wichtigsten wissenschaftlichen Werke eingestuft.
19. Dezember - Der niederländische Wasserbauingenieur und Kartograf Nicolaus Samuelis Cruquius beginnt in Delft als einer der weltweit ersten mit regelmäßigen meteorologischen Aufzeichnungen von Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag. Dadurch existieren in den Niederlanden ununterbrochene Wetteraufzeichnungen seit 1706.
1707
Im schottischen Parlament wirdam 16. Febraur, über den "Act of Union" abgestimmt. Mit 110:69 Stimmen wird der Vereinigungsvertrag mit England gebilligt. Der Act of Union schuf die gesetzliche Grundlage für die Vereinigung des Königreichs England und des Königreichs Schottland. Das Gesetz wurde kurz nacheinander vom englischen Parlament und vom schottischen Parlament verabschiedet und trat am 1. Mai 1707 in Kraft. Mit dem Gesetz wurde der Unionsvertrag (Treaty of Union) umgesetzt. Dieser sah die Schaffung des Königreichs Großbritannien und den Ersatz des englischen und schottischen Parlaments durch das britische Parlament vor. Der Vertrag stieß in Schottland mehrheitlich auf Ablehnung, insbesondere im einfachen Volk. In zahlreichen schottischen Städten gab es Protestkundgebungen. Als das Land an den Rand eines Bürgerkrieges zu geraten drohte, reagierte das Parlament mit Ausrufung des Kriegsrechts. Auch der Union Jack, die neue Flagge, stammt aus Vereinbarungen des Acts of Union.
1. Mai - Durch die Vereinigung der Königreiche England und Schottland durch das Inkrafttreten des Act of Union entsteht das Königreich Großbritannien. Mit dem Gesetz wurde der Unionsvertrag umgesetzt. Dieser sah die Schaffung des Königreichs Großbritannien und den Ersatz des englischen und schottischen Parlaments durch das britische Parlament vor. England wollte die protestantische Erbfolgeregelung aus dem Jahr 1701 in beiden Ländern durchsetzen. Die Engländer befürchteten, dass ein unabhängiges Schottland mit einem eigenen König, die Alliance mit Frankreich wieder aufleben lassen könnte und sich gegen England stellen würde. Mit der Union wurde auch die Eröffnung einer zweiten Front im Spanischen Erbfolgekrieg verhindert. Dem faktisch bankrotten schottischen Staat bot sich mit der Union die Möglichkeit, die Schulden abzuwälzen, wenn auch unter Abgabe der vollen Souveränität. Gleichzeitig konnten dadurch die im Jahr 1705 von England angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen abgewendet werden. Darüber hinaus erhielt Schottland unbeschränkten Zugang zu den Märkten Englands und dessen Kolonien.
1709
17. Januar - Friedrich I., seit 1701 König in Preußen, fasste die fünf Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichsstadt zu einer Stadtge-meinde unter dem Namen Berlin zusammen und bestimmte sie zu seiner Residenz. Friedrich I. baute in der Nachfolgezeit nach dem Vorbild des französischen Hofes die Stadt zu einer repräsentativen Residenz aus. Der Handelsplatz Berlin, Anfang des 14. Jahrhunderts der Hanse beigetreten, wurde so auch zur Hauptstadt. Die Fläche des damaligen Berlin entsprach der des heutigen Berliner Stadtbezirks Mitte. Im Laufe seines relativ kurzen Stadtlebens wurde Berlin zweimal von den Russen und einmal von den Franzosen erobert, versank im Bombenhagel der Alliierten und symbolisierte bis 1989 die Schizophrenie der geteilten Welt. "Auferstanden aus Ruinen" gilt Berlin heute als eine der zukunftsweisendsten urbanen Plätze der ganzen Welt.
Als erstem Europäer gelingt Johann Friedrich Böttger die Herstellung von weißem Hartporzellan, das bislang ausschließlich aus China importiert werden mußte.
Das Hammerklavier wird von Bartolommeo Cristofori erfunden.
Man beginnt mit der Ausgrabung des 79 n.Chr vom Vesuv eingeäscherten Herculaneum.
In Köln wird das Geschäft G.B. Farina gegründet, aus dem nach Erfindung des „Eau de Cologne“ durch Johann Maria Farina der Parfumhersteller "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" hervorgeht, heute die älteste Parfum Fabrik der Welt. Farina trat 1714 in das 1709 gegründete Unternehmen seines Bruders in Köln ein und verhalf der Firma "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" zu Weltruhm. Johann Maria Farina nannte sein unübertroffenes Elixier zu Ehren seiner neuen Heimatstadt „Eau de Cologne“, zu deutsch Kölnisch Wasser. Er machte Köln als Duftstadt weltberühmt. „Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Orangen, Pampelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette und die Blüten und Kräuter meiner Heimat“ beschrieb Johann Maria Farina seinen Duft.
1710
1. Januar - Auf Erlass König Friedrichs I. werden Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin vereinigt Der Name Berlin hat übrigens nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun, er geht vermutlich auf die slawische Silbe "berl" (Sumpf) zurück.
13. Mai - König Friedrich I. von Preußen ließ in Berlin vor dem Spandauer Tor die Krankenanstalt Charité bauen. Ursprünglich als Quarantänestation für die in Berlin grassierende Pestepidemie geplant, wurde das Haus im Sinne seines Namens (zu deutsch "Nächstenliebe") als Armenhospital und Arbeitshaus für Bettler genutzt. 1726 wurde die Charité zu einer in Europa einzigartigen Ausbildungsstätte in der praktischen Medizin. Ende des 19. Jahrhunderts war sie das wissenschaftliche Zentrum der deutschen Medizin.
Der Matrose Selkirk wird von seiner Robinsoninsel befreit. Sein Schicksal dient als Vorlage zum weltbekannten Buch "Robinson Crusoe" von Daniel Defoe das dieser 1719 verfaßt.
1711
19. Januar - Die Königlich Preußische Sozietät der Wissenschaften übergibt auf ihrer ersten feierlichen Versammlung die fertiggestellte Berliner Sternwarte. Im September des Jahres 1699 beschlossen die evangelischen Reichsstände auf dem Immerwährenden Reichstag in Regensburg für das Jahr 1700 die Einführung eines „Verbesserten Kalenders“ in den protestantischen deutschen Staaten, um die Kalenderrechnung den astronomischen Gegebenheiten anzupassen, ohne dazu den von Papst Gregor XIII. 1582 dekretierten gregorianischen Kalender übernehmen zu müssen, der sich jedoch nur unwesentlich unterschied. Im Zuge dieser Kalenderreform wurde von Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, am 10. Mai 1700 für die noch zu gründende Berliner Sternwarte ein Kalenderpatent erlassen. Die erste Berliner Sternwarte stand auf dem Marstall in Dorotheenstadt. Der Marstall für 200 Pferde wurde Unter den Linden von 1687 bis 1688 nach Plänen des Architekten Johann Arnold Nering errichtet. Von 1700 bis 1711 kam auf den Nordflügel der Anlage als Sternwartengebäude von Grünberg ein Turm mit drei zusätzlichen Geschossen hinzu. Der 27 Meter hohe Bau war eine der ersten Turmsternwarten des 18. Jahrhunderts. 1706 wurde das Observatorium teilweise benutzbar und 1709 einigermaßen bezugsfertig. Am 15. Januar 1711 hielt die ab 1701 Königlich Preußische Sozietät der Wissenschaften in dem Turm ihre erste Sitzung ab und vier Tage später, am 19. Januar 1711, ihre erste festliche Versammlung; auf der wurde das Observatorium feierlich übergeben.
1713
19. April - Der römisch-deutsche Kaiser Karl VI. erließ die "Pragmatische Sanktion", nach der zum ersten Mal auch weibliche Mitglieder des Herrscherhauses erbberechtigt wurden. Da sein einziger Sohn früh verstorben war, versuchte er die Thronfolge für seine Tochter Maria Theresa zu sichern. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs hatte er die Gebiete der spanischen Niederlande, der Lombardei und Neapel und Sizilien erworben und wollte die Union der habsburgischen Länder aufrecht erhalten.
1715
Im Hardtwald wird der Grundstein für das Schloss Karlsruhe und damit der Stadt Karlsruhe gelegt. Das Schloss wurde 1715 als Residenz des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach errichtet. Es diente bis 1918 als Der erste Bau wurde teilweise aus Holz errichtet und musste bereits 1746 grundlegend saniert werden, wobei die Holzkonstruktionen durch einen Neubau in Stein ersetzt wurde.Residenzschloss der Markgrafen bzw. Großherzöge von Baden. Im Zuge der Märzrevolution wurde Großherzog Leopold 1849 vorübergehend aus dem Schloss vertrieben. Das endgültige Ende der Nutzung des Schlosses als Familienresidenz war mit der Abdankung des letzten badischen Monarchen Friedrich II. 1918 besiegelt. Seit 1919 dient das Gebäude als Badisches Landesmuseum. Während des Zweiten Weltkriegs brannte das Karlsruher Schloss im September 1944 durch Bombenangriffe aus. Zwischen 1955 und 1966 wurde es als Museum wiederaufgebaut. Dabei wurde nur die äußere Fassade originalgetreu wiederhergestellt. Im Inneren entstanden moderne Ausstellungsflächen. Heute ist in dem Gebäude neben dem Landesmuseum auch ein Teil des Bundesverfassungsgerichts untergebracht.
1716
1717
In England wird die Pockenimpfung eingeführt
An der Nordsee gibt es zu Weihnachten eine verheerende Sturmflut.
Preußen führt die Schulpflicht ein, die wegen Lehrermangels schwer durchsetzbar ist.
Mit dem Oberteich im Harz entsteht die älteste Talsperre Europas.
1718
Die Hoffmannstropfen, aus drei Teilen Weingeist und einem Teil Äther gemixten (so benannt nach dem Erfinder) werden bis heute erfolgreich, erstmals vermarktet.
Druck der ersten Banknoten in England.
In Südamerika wird das spanische Vizekönigreich Kolumbien gegründet.
In Nordamerika gründen Franzosen die Stadt New Orleans.
1719
Daniel Defoe verfaßt sein Robinson Crusoe.
1721
In England zieht der erste Premierminister in seine Dienstgebäude in der Downing Street 10 ein.
1722
Am Ostertag werden am 5. April die Osterinseln von Jakob Roggeveen entdeckt, etwas später die Samoa-Inseln.
1725
Die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung wird entdeckt.
In Rom wird die Spanische Treppe fertiggestellt.
1726
Jonathan Swift veröffentlicht die Zeitsatire Gullivers Reisen.
26. August - In Dresden wird mit dem Bau der Frauenkirche begonnen. Ursprünglich wurde sie mit Kirche Unserer Lieben Frau benannt – der Name bezieht sich auf die Heilige Maria. Sie gilt als prachtvolles Zeugnis des protestantischen Sakralbaus und verfügt über eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen. Die Kirche wurde von 1726 bis 1743 nach einem Entwurf von George Bähr erbaut. Im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs wurde sie während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 durch den in Dresden wütenden Feuersturm schwer beschädigt und stürzte am Morgen des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen. In der DDR blieb ihre Ruine erhalten und diente als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Nach der Wende begann 1994 der 2005 abgeschlossene Wiederaufbau, den Fördervereine und Spender aus aller Welt finanzieren halfen. Am 30. Oktober 2005 fand in der Frauenkirche ein Weihegottesdienst und Festakt statt. Aus dem Mahnmal gegen den Krieg soll nun ein Symbol der Versöhnung werden. Am 27. Mai 1743, knapp fünf Jahre nach dem Tod George Bährs, wurde der Monumentalbau durch das Aufsetzen des Kuppelkreuzes schließlich vollendet.
In Herrenhausen bei Hannover wird der Englische Garten fertiggestellt. Die Gesamtlänge seiner barock gestutzten Hecken beträgt 21 km.
1727
In einer Zeitung in Manchester wird das erste urkundlich belegte Heiratsinserat aufgegeben.
Der englische Mathematiker Sir Isaac Newton stirbt.
1728
Die bereits im alten Ägypten praktizierte Kunst der Zahnheilkunde wird von Fauchard neu begründet.
In Dresden wird der Zwinger fertiggestellt.
Bering entdeckt die nach ihm benannte Meeresstraße zwischen Nordamerika und Asien.
1729
Der englische Naturwissenschaftler Stephen Gray errichtet in einer Versuchsanordnung die erste elektrische Freileitung. Eine 200 m lange Hanfschnur überträgt dabei durch Reibung erzeugte Elektrizität von einem Fenster über Bohnenstangen ins freie Feld. Später erkannte Gray, dass Flüssigkeiten leitend sind und daher auch Menschen, wie er mit seinem "Homo electrificatus" bewies. Er glaubte allerdings, dass die Farbe eines Gegenstands ausschlaggebend für seine Leitfähigkeit sei. Gray wird auch die Entdeckung der Wirkungen eines elektrischen Feldes (Influenz) zugeschrieben. Neben seinen essentiellen Experimenten mit Elektrizität untersuchte er auch deren Wirkung auf Tiere.
1731
Im Dom zu Passau wird die größte Orgel der Welt eingebaut.
1733
Die Positiv- und Negativ-Polung der Elektrizität wird entdeckt.
1735
Carl von Linné beginnt, seine Systema Naturae zu publizieren, erste bahnbrechende und bis heute im wesentlichen beibehaltene systematische Gliederung der Pflanzen- und Tierwelt.
1737
Die britische Regierung erläßt den "Licensing Act", der verordnet, dass alle Theaterstücke vor ihrer Aufführung oder Drucklegung einer staatlichen Aufsichtsbehörde vorzulegen seien. Diese entscheidet dann über den moralischen und sittlichen Gehalt. Anlass für die Errichtung einer Zensur ist die Satire "Historisches Register für das Jahr 1763" von Henry Fielding über die Politik des Premierministers Robert Walpole.
Nachdem 1712 in England die letzte "Hexe" hingerichtet worden war, wird dort jetzt jegliche Hexenbestrafung abgeschaftt.
1738
Im Schwarzwald beginnt man mit der Produktion des Exportschlagers der Kuckucksuhren.
1739
In Europa werden die ersten asiatischen Kamele zur Schau gestellt
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. stellte per Gesetz das eigenmächtige Vertreiben von Bauern von ihrem Land unter Strafe. Adelige Großgrundbesitzer hatten ihren Landbesitz dadurch aufgestockt, dass sie die Ländereien anliegender Bauern mit Gewalt in Besitz nahmen und die rechtmäßigen Eigentümer vertrieben hatten. Dieses sogenannte "Bauernlegen" wurde jedoch durch das Gesetz nicht gestoppt, und auch nachfolgende Versuche der preußischen Monarchie, die Rechte der Bauern zu schützen, blieben lange Zeit erfolglos.
1740
20. Oktober - Maria Theresia wurde zur österreichischen Kaiserin gekrönt. Ihr Vorgänger, der verstorbene Kaiser Karl VI., hatte nur weibliche Nachfahren, und dies in seiner Thronfolgeregelung bereits seit langem festgeschrieben. Trotz der vorherigen Anerkennung der "Pragmatischen Sanktion", die die Nachfolge regelte, kam es nach der Krönung Maria Theresias zum Österreichischen Erbfolgekrieg. Auslöser des bis 1748 dauernden Konflikts war der Einmarsch preußischer Truppen Friedrich II. in Schlesien. Bayern, Frankreich und Spanien sowie Preußen, Sachsen und Schweden schlossen sich zusammen. Dagegen unterstützten England und die Niederlande die österreichische Monarchin in der Auseinandersetzung, die 1748 mit dem Aachener Frieden endete.
Es gibt erstmals eine Schirmspaltung in Sonnen- und Regenschirm (verläuft friedlich).
In England werden die ersten Koks-Hochöfen gebaut.
Die Porzellanmanufaktur in Meißen führt das bis heute beibehaltene Zwiebelmuster ein.
1741
Der Komponist Antonio Vivaldi stirbt am 28. August (*4.3.1678).
1742
Der Schwede Celsius schlägt eine dezimalgeteilte Temperaturskala vor.
1744
Die erste niedergeschriebene Golfregel entsteht.
1745
21. August - Großfürst Peter Fjodorowitsch, der spätere Zar Peter III., heiratet die deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg, später besser bekannt als Katharina die Große. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten zehn Tage. Einen Tag vor der Verlobung konvertierte sie vom evangelisch-lutherischen zum orthodoxen Glauben und bekam zu Ehren der Mutter der regierenden Kaiserin Elisabeth Petrowna, den Namen Jekaterina Alexejewna. Als am 25. Dezember 1761 Elisabeth starb, kam Katharinas Ehemann als Kaiser Peter III. an die Macht. Die ersten Staatshandlungen Peters III. waren ein Sonderfrieden mit Preußen, der das Ende des Siebenjährigen Krieges bedeutete, und die Einführung eines umfangreichen Reformprogrammes, wodurch er sich die Feindschaft der konservativen Kräfte des Landes zuzog. Katharina und ihre Vertrauten planten daraufhin einen riskanten Staatsstreich und ließ sich am 9. Juli 1762 zur Kaiserin ausrufen, währenddessen Zar Peter III. für abgesetzt erklärt wurde. Während Peter flüchtete, wurde Katharina noch am gleichen Tag in der Kasaner Kathedrale durch den Metropoliten Setschin zur Alleinherrscherin Russlands erklärt. Peter III. wurde gefangengenommen und am 17. Juli 1762 ermordet. Nachdem sich die Lage im Lande nach Peters Tod wieder beruhigt hatte, wurde Katharina II. am 22. September in der Himmelfahrtskathedrale des Moskauer Kremls zur Kaiserin von Russland gekrönt, worauf sie das Land 34 Jahre lang regierte. Großfürstin Katharina war eine lebensfrohe und intelligente Frau. Sie musizierte gern und las viel, mit Vorliebe historische und politiktheoretische Werke, um so ihr Verständnis für die Politik zu schärfen. Katharina II. pflegte eine rege Korrespondenz mit Voltair, den sie sehr schätzte. Er nannte sie den strahlendsten Stern des Nordens und sah in ihr eine Philosophin auf dem Thron. Ihre tiefe Zuneigung und Bewunderung zeigte sich, als sie seine Vorstellungen in ihre „Große Instruktion“ mit einfließen ließ. Darüber hinaus unterstützte sie ihn finanziell und kaufte nach seinem Tod die ganze Sammlung all seiner Werke auf, die sich heute in der Russischen Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet. Sie ist die einzige Herrscherin, welcher in der Geschichtsschreibung der Beiname die Große verliehen wurde.
1747
England führt die Karossensteuer ein.
Die Nutation (Schwankung der Erdachse) wird entdeckt.
Daß man aus Kartoffeln Schnaps brennen kann, entdeckt ein Herr Lautingshausen, was sicherlich der Verbreitung dieser edlen Knolle nicht abträglich gewesen ist.
Die Stadt Wolfenbüttel entsteht durch Vereinigung mehrerer Siedlungen.
1750
Der Komponist Johann Sebastian Bach stirbt am 28.Juli in Leipzig (*21.3.1685).
1751
Das Nickel wird entdeckt, das Hinterladergewehr (von Chaumette) und das Reaktions-Wasserrad erfunden.
In Heidelberg wird mit einem Volumen von 222´000 Liter das wohl bis dahin größte Faß der Welt gebaut.
1752
Benjamin Franklin erfindet den Blitzableiter.
1754
In Paris wird mit dem Bau des Place de la Concorde begonnen und die Oper im Schloß von Versailles vollendet.
An der Universität Halle promoviert die erste Frau zum Dr.med.
1755
1. November - Bei einem schweren Erdbeben mit der Stärke 8,5 kamen am Allerheiligentag in Lissabon mindestens 30.000 Menschen ums Leben. Die Erdstöße lösten eine riesige Flutwelle und Brände aus, die die Stadt in Trümmer legten. Die Erschütterungen waren in ganz Europa zu spüren, die europäische Kontinentalplattte ruckte ein Jahr lang merklich. Angesichts dieser Naturgewalt schwand der Geschichtsoptimismus der Aufklärung. Voltaire soll unter diesem Eindruck den Glauben aufgegeben haben. Die deutschen Protestanten interpretierten das Beben als Zeichen für den Untergang des Katholizismus.
1757
Papst Benedikt XIV. hebt den Bann der römisch-katholischen Kirche gegen Werke auf, die ein heliozentrisches Weltbild enthalten.
In Rußland wird die erste Berufsschauspielertruppe am Nationaltheater gegründet
1761
1763
Unterzeichnung des Friedens von Hubertusburg zwischen Österreich, Preußen und Sachsen. Damit endete der Dritte Schlesische Krieg oder Siebenjährige Krieg zwischen Preußen auf der einen und Frankreich, Rußland, Sachsen und Österreich auf der anderen Seite. Mit dem Frieden gewann der preußische König für sein militärisches Können und Glück den Beinamen "der Große". Sein Haus Hohenzollern erhielt die reiche Provinz Schlesien und den Aufstieg Preußens zur Großmacht. Wirklicher Gewinner der Auseinandersetzungen war England: Der Krieg gegen Preußen lenkte Frankreich von den Kämpfen in den Kolonien ab. So musste Frankreich nur wenige Monate vor dem Hubertusburger Frieden Indien, Mississippi und Kanada an England abtreten.
1764
St. Louis wird gegründet -Auf dem Gebiet der Kolonie Louisiana, die sich zu diesem Zeitpunkt unter spanischer Kontrolle befindet, wird am Zusammenfluss der beiden Flüsse Mississippi und Missouri von französischen Pelzhändlern aus einem bisherigen Handelsposten die Stadt St. Louis gegründet. Diese entwickelt sich zu einem Zentrum des Pelzhandels.
Die erste anwendungsreife Dampfmaschine wird von James Watt erfunden, womit der Weg frei ist für die "Industrielle Revolution".
1766
Der Wasserstoff wird entdeckt.
1768
Im Vertrag von Versailles wurde der Verkauf Korsikas an Frankreich festgeschrieben. Seit dem Jahr 1312 hatte Genua die Vormachtstellung auf der ehemals langobardisch besetzten Insel inne, unterbrochen von einer französischen Herrschaft von 1458 bis 1558. Mit dem Verkauf an Frankreich ging der 40 Jahre währende korsische Unabhängigkeitskampf, der ab 1755 von dem Patrioten Pasquale Paoli angeführt wurde, zu Ende. Der bewaffnete Widerstand von Paolis Truppen wurde in einer entscheidenden Schlacht am 8. Mai 1769 niedergeschlagen. 1789 wurde die Mittelmeerinsel zum Teil des französischen Königreichs erklärt.
1769
Napoleon Bonaparte wird in Korsika geboren.
1770
Aus seiner ersten Südseereise läuft James Cook mit seinem Schiff HMS Endeavour beim Cape Tribulation auf Grund. Das so entdeckte Great Barrier Reef hätte beinahe zum Untergang des Schiffes geführt. Das Great Barrier Reef, auf Deutsch auch das Große Barriereriff, vor der Küste Australiens ist das größte und wohl beeindruckendste Korallenriff der Erde und wird den sieben Weltwundern der Natur zugerechnet. Im Jahre 1981 wurde es von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
In Versailles wurde die Ehe zwischen der 14-jährigen österreichischen Kaisertochter Marie Antoinette und dem französischen Thronerben Ludwig geschlossen. Nach der Abschaffung der Adelsprivilegien versuchte das Königspaar 1791 aus Frankreich zu fliehen, wurde jedoch in Varennes, nahe der Grenze, gefangen genommen. Am 21. September 1792 wurde die französische Monarchie gestürzt, und Ludwig XVI. und seine Familie wurden inhaftiert. Der König wurde im Januar des folgenden Jahres, Marie Antoinette im Oktober auf der Guillotine hingerichtet.
1771
Hungersnot in Deutschland führt zu sprunghaftem Anstieg des Kartoffelanbaus.
1773
16. Dezember - Die "Söhne der Freiheit", als Indianer verkleidete Bürger von Boston, entern Schiffe der englischen East India Company und zerstören drei Ladungen Tee, als einen Akt des Widerstandes gegen die britische Kolonialpolitik. Diese "Boston Tea Party" stellt den Beginn des US-amerikanischen Unabhängigkeitskriegs dar. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg fand von 1775 bis 1783 zwischen den 13 nordamerikanischen Kolonien einerseits und der britischen Kolonialmacht andererseits statt. Er war der Höhepunkt der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und führte mit der Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Bildung der Konföderation 1777 zu deren siegreichem Abschluss und zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.
1774
Der Held in Johann Wolfgang von Goethes Drama, das erstmals am 12. April aufgeführt wurde, machte durch derbe Sprüche von sich reden. Wer kennt ihn nicht, den berühmten Ausspruch des Götz von Berlichingen, dass man ihn "am Arsche lecken könne", der heute häufig ohne Wissen des kulturellen Kontextes als alltägliches Schimpfwort verwendet wird. Die Uraufführung des Schauspiels in fünf Akten "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" fand in Berlin mit der Kochschen Schauspieltruppe statt. Die Fassung des Urgötz trug im Titel den Vers eines Volkslieds "Das Unglück ist geschehen. Das Herz des Volkes ist in den Kot getreten und keiner edeln Begierde mehr fähig". Goethes Götz endet tragisch. Auf seiner eigenen Burg belagert, ergibt sich Götz gegen die Bestätigung des freien Geleits. Trotzdem wird er gefangengenommen, befreit und wieder festgesetzt. Götz stirbt an seinen inneren und äußeren Wunden mit der Erkenntnis, dass er als letzter der Rechtschaffenen und Unabhängigen sich überlebt hat. Bild:
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Der Sauerstoff wird von Joseph Priestley entdeckt.
Der Engländer John Wilkinson erfindet eine Präzisionsbohrmaschine zum Ausbohren von Kanonenrohren.
Der Anbau von Klee wird zum Zweck der Stallfütterung in die Landwirtschaft eingeführt.
1776
Die ersten Hypnosen werden durchgeführt.
1. Mai - Der Illuminatenorden wird von Adam Weishaupt zusammen mit zwei Studenten an der Universität Ingolstadt als Geheimbund gegründet. Hintergrund war das intellektuelle Klima an der Universität, das fast vollständig von ehemaligen Jesuiten beherrscht wurde, deren Orden 1773 aufgehoben worden war. Weishaupt war der einzige Professor in Ingolstadt ohne jesuitische Vergangenheit und dementsprechend isoliert im Lehrkörper, was auch an seiner Begeisterung für die Ideen der Aufklärung lag. Um seinen Schülern Schutz vor jesuitischen Intrigen zu bieten, die er allerorten vermutete, vor allem aber, um ihnen Zugang zu zeitgenössischer kirchenkritischer Literatur zu gewähren, gründete er den geheimen Weisheitsbund, der in seiner Anfangszeit nicht mehr als ein antiklerikaler Lesezirkel von höchstens zwanzig Mitgliedern war. Darüber hinaus sah Weishaupt im Orden der Gold- und Rosenkreuzer, eines mystisch-spiritualistischen Ordens innerhalb der Freimaurerei, ein immer stärker werdendes Übel, das es zu bekämpfen galt. Das Ziel des Illuminatenordens war es, durch Aufklärung und sittliche Verbesserung die Herrschaft von Menschen über Menschen überflüssig zu machen. Zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich um eine angebliche Weiterexistenz des Ordens und seine vermeintlichen Tätigkeiten, wozu unter anderem die Französische Revolution, der Kampf gegen die katholische Kirche und das Streben nach Weltherrschaft gerechnet werden.
12. Juli - Nach zwei vorherigen Expedition brach der britische Seefahrer James Cook mit den Schiffen "Discovery" und "Resolution" erneut zu einer Entdeckungsreise auf. 1778 stieß er auf Hawaii und benannte die Inselgruppe "Sandwich Islands". Nachdem seine Suche nach einer Nordwest- oder Nordost-Passage erfolglos geblieben war, wollte Cook nach einer Zwangspause wegen Eises die Durchfahrt erneut versuchen. Aufgrund eines Sturmschadens an einem Schiff musste er jedoch nach Hawaii zurückkehren. Dort wurde der Entdecker und Kartograph 1779 nach einem Streit wegen des Diebstahls eines Bootes von Einheimischen getötet.
Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges veröffentlicht Thomas Paine das Pamphlet "Common Sense", das Thomas Jeffersons Unabhängigkeits-erklärung entscheidend beeinflussen wird. Frei von jeglichen gefühlsmäßigen Bindungen an Großbritannien legte Paine dar, dass es Aufgabe Amerikas sei, die Unabhängigkeit zu erringen und ein neues, demokratisches Regierungssystem einzuführen, das sich auf die Prinzipien der Menschenrechte gründe. Unter anderem wird darin erstmals der Name Vereinigte Staaten von Amerika vorgeschlagen.„Common Sense“ hatte einen beispiellosen Erfolg, es erreichte eine Auflage von 120.000 Exemplaren in drei Monaten.
1778
18. Januar - James Cook entdeckt auf seiner dritten Südseereise als erster Europäer Hawaii und tauft die Inseln zu Ehren von Lord Sandwich „Sandwich Islands“. Am 20. Januar 1778 landete Cook dann auf der Insel Kauai, die bereits am 18. Januar gesichtet worden war. Der eigentliche Zweck seines Unternehmens bestand darin, eine Passage in den Atlantik zwischen Alaska und Sibirien zu finden. Cook betrieb Tauschgeschäfte mit den Einheimischen und ließ neben Schweinen und Ziegen diverses Saatgut zurück. Allerdings schleppte Cooks Besatzung auch Geschlechtskrankheiten auf der Insel ein, welche die Bevölkerung innerhalb der folgenden 80 Jahre von 300.000 auf 60.000 schrumpfen ließen.
1. August - In Hamburg eröffnet die erste Sparkasse in Europa. Die Patriotische Gesellschaft von 1765 gründet eine „Allgemeine Versorgungsanstalt“, die auch eine so genannte „Ersparungsklasse“ betreibt. Die ersten Vorläufer der deutschen Sparkassen wurden ursprünglich auf Initiative von Landesherrschaften oder Privatleuten gegründet, um der ärmeren Bevölkerung die Möglichkeit zu eröffnen, eine langfristige, sichere und verzinsliche Rücklage für die Bewältigung der Widrigkeiten des Lebens (Krankheit, Alter etc.) zu bilden. Vorläufer der Sparkasse waren Waisenkassen und Leihhäuser, wie beispielsweise die 1749 von der Reichsabtei Salem zur Verwaltung von Waisenrenten eingerichtete Kasse und das Herzoglich-braunschweigische Leihhaus, das 1765 gegründet wurde.
Die Drehbank wird von John Wilkinson erfunden.
1779
11.September - Mit seiner Rede "Der Prinz sei dem Bauern gleich!" vor den Kammergerichtsräten in Küstrin läutete Friedrich II. (auch Friedrich der Große) einen Wandel in der preußischen Justiz ein. Er ordnete an, dass die Justiz ohne Ansehen der Person Gerechtigkeit üben sollte und dass das Gesetz keine Standesunterschiede akzeptieren dürfe. Mit der Einschränkung der Kabinettsjustiz, mit der Trennung von Justiz und Verwaltung sowie mit der Abschaffung der Folter bei der Vernehmung - nur wenige Tage nach seinem Regierungsantritt - hatte der König bereits den Geist des preußischen Rechtsstaates sichtbar werden lassen. Am 5. Februar 1794 wurde das "Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten" verkündet und am 1. Juni 1794 in Kraft gesetzt.
James Cook wird bei seiner dritten Entdeckungsfahrt in Hawaii von Eingeborenen erschlagen.
In Kassel wird das Fridericianum eröffnet, das erste öffentliche Museum mit Bibliothek in Kontinentaleuropa.
1781
19. Oktober - Die Kapitulation der britischen Truppen unter Führung von General Lord Cornwallis bei Yorktown im US-Bundesstaat Virginia leitete das Ende des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges ein. Der spätere erste Präsident der Vereinigten Staaten, George Washington, hatte mit Unterstützung französischer Soldaten unter Marquis de Lafayette die gegnerische Armee eingeschlossen und damit nach mehreren Wochen Belagerung zur Aufgabe gezwungen. Ihre Unabhängigkeit von Großbritannien hatten die Vereinigten Staaten bereits am 4. Juli 1776 ausgerufen. Mit der Niederlage von Cornwallis war die Loslösung vom Mutterland dann auch militärisch besiegelt.
1783
19. September - In Versailles bei Paris ließen die Geschwister Etienne und Joseph de Montgolfiere, nach einem unbemannten Flug am 4.Juni 1783, vor den Augen von König Ludwig XVI. den ersten Heißluftballon mit Besatzung steigen . Die Passagiere waren ein Huhn, eine Ente und ein Schaf. Die Tiere überstanden den Flug über eine Entfernung von zwei Kilometern unversehrt. Somit waren es die ersten Luftfahrer in der Geschichte. Doch nun wollte man es mit Menschen ausprobieren. Man beschloß, 2 Strafgefangene, die zum Tode verurteilt waren, in die Luft zu schicken. Doch Pilatre de Rosier brachte dem König nahe, daß sich keine Sträflinge über den Adel erheben dürften und bat sich für dieses kühne Unternehmen an. Somit kam es, daß Pilatre de Rosier und der Gardeoffizier Marquis D`Arlandes am 21. November 1783 den ersten bemannten Ballon-Flug unternahmen. Sie waren damit die ersten "fliegenden" Menschen.
1. Dezember - Der Physikprofessor Jacques Alexandre César Charles und Nicolas-Louis Robert starteten, nur 10 Tage nach der ersten bemannten Heißluftballonfahrt, mit einer sogenannten "Charlière" in den Pariser Himmel. Die Akademie der Wissenschaft hatte Jacques Alexandre César Charles im Sommer 1783 mit dem Bau von Ballonen beauftragt, weil der Hofstaat König Ludwigs XVI. nicht so lange warten wollte, bis die Brüder Montgolfier mit ihrer in Bau befindlichen und "Montgolfière" genannten Erfindung endlich aus Annonay kamen. Aus den Informationen, die aus dem Umfeld der Brüdern Montgolfier kamen, war für Charles nicht ersichtlich, dass es sich beim in Annonay verwendeten Traggas um Heißluft handelte. Charles vermutete hingegen irrtümlich, dass die Montgolfiers die von Henry Cavendish 1766 entdeckte "brennbare Luft" nutzen würden. So kam es, dass er mit Hilfe der Brüder Anne-Jean und Marie-Noël Robert aus Goldschlägerhaut mit Wasserstoffgas befüllte Gasballone entwickelte. Goldschlägerhaut wird aus der äußersten Hautschicht von Rinderblinddärmen hergestellt. Der Name Goldschlägerhaut kommt von ihrer früheren Verwendung beim Goldschlagen, also der Herstellung von Blattgold. Der erste öffentliche Gasballonstart erfolgte vom Marsfeld in Paris am 27. August 1783. Dieser von Charles konstruierte Versuchsballon hatte einen Durchmesser von rund vier Metern und konnte bis
zu neun Kilogramm tragen. Für den entgültigen Ballon wurden die Häute von rund 50 000 Rindern benötigt, die in bis zu sieben Lagen auf eine Trägerschicht aus Stoff aufgebracht wurden. Der Ballon besaß am unteren Ende eine Öffnung, damit das Gas die Hülle nicht zum Platzen brachte. Die Produktion des nötigen Wasserstoffgases aus Eisenspänen und Schwefelsäure dauerte fast drei Tage. César Charles erreichte bei Paris eine Höhe von ungefähr 450 Metern. Sie blieben für zwei Stunden in der Luft und machten eine Zwischenlandung im 36 Kilometer entfernten Dorf Nesles-la-Vallée. Danach stieg Charles noch einmal selbst alleine auf und erreichte eine Höhe von 2.770 Metern. So erfolgte mit einer Charlière die erste Alleinfahrt mit einem Ballon.
Jacob Schweppe ein deutscher Uhrmacher geboren 1740 in Witzenhausen wird erster Soda-Großproduzent Im Jahr 1783 erfindet er ein effizientes System für die Herstellung von größeren Mengen Mineralwasser. Das neuartige „Blubberwasser“ ist ursprünglich für medizinische Zwecke bestimmt.
Die Bezeichnung „Indian Tonic Water. Limonade, chininhaltig“ auf jedem Schweppes-Tonic-Water-Etikett weist auf Schweppes Idee hin, die zur Malariaprophylaxe notwendige, aber lästige Chinintablette in etwas Limettensaft und Tonic Water aufzulösen. Die in Indien stationierten Kolonialoffiziere nahmen das Getränk begeistert an. Schon bald erwies es sich als enormer Erfolg im ganzen Commonwealth, und Schweppe wurde 1831 königlicher Hoflieferant. Um der überraschenden Nachfrage gerecht zu werden, baut Schweppe eine kleine Fabrik, in der drei Variationen des damals noch geschmacksneutralen Erfrischungsgetränks abgefüllt werden. Der erste kommerziell produzierte Softdrink der Welt ist geboren. In Zeitungsannoncen bewirbt er sein Produkt mit dem Begriff „Soda Water" und setzt sich mit klugem Marketing und hohen Qualitätsstandards gegen seine Nachahmer durch. Der ganz große Durchbruch kommt 20 Jahre später: Das Unternehmen erhält den Auftrag, die erste Weltausstellung in London exklusiv mit Getränken zu beliefern und den Durst von sechs Millionen Besuchern zu stillen. Aus diesem Anlass wird in der Mitte des Hyde Park eine Fontäne installiert, die zum Markenzeichen des Getränkeherstellers wird und bis heute die Etiketten aller Schweppes-Flaschen schmückt.
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1784
In Paris wird eine Blindenschule eröffnet.
In Österreich wird von Joseph II. Deutsch als verbindliche Landessprache eingeführt.
1785
Die englische Zeitung "The Times" wird gegründet.
Jean Pierre Blanchard und Dr.J.Jeffries überqueren den Ärmelkanal in einem Ballon.
1786
"Der Münchhausen" erscheint als deutsche Übersetzung von Gottfried August Bürger.
"Die Hochzeit des Figaro", eine komische Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), wird in Wien uraufgeführt. Die Vorstellung ist nur mäßig erfolgreich, das Stück wird bald wieder vom Spielplan genommen. Erst bei den folgenden Aufführungen in Prag (1787) wird das neue Werk umjubelt, heute zählt es zu den Highlights des Opernrepertoires. Kaiser Joseph II. hatte die Aufführung des "Figaro" wegen seines anstössigen Inhalts und vermeintlich aufrührerischer Tendenzen ursprünglich verboten, liess sich aber von Mozart und seinem kongenialen Librettisten Lorenzo da Ponte umstimmen.
Auf dem Delaware fährt das erste Dampfschiff.
Der Mont Blanc wird erstmals erklommen.
Ein Maschine zur massenhaften Herstellung von Nägeln wird erfunden.
1787
Die USA geben sich im Nationalkonvent in Philidelphia am 17. September ihre Bundesverfassung.
1788
Die Engländer beginnen damit, ihre ärgsten Strafgefangenen nach dem bis dahin unbesiedelten Australien zu verschiffen.
Knigge schreibt Über den Umgang mit Menschen.
An den preußischen Gymnasien wird die Abiturprüfung eingeführt.
In Berlin beginnt man mit dem Bau des Brandenburger Tor.
1789
Beginn der "Französischen Revulution"
In Versailles treten am 5. Mai die französischen Generalstände zusammen, um die Krise Frankreichs zu beraten. Wortführer des Dritten Standes (Bürgertum) wird Mirabeau. Klerus und Adel verweigern eine Kooperation mit ihm, er erklärt am 17. Juni die alte Ständeordnung für überholt und den Dritten Stand zur Nationalversammlung. Die bürgerlichen Abgeordneten erklären ihren Zusammenhalt und ihren Willen, dem Land eine Verfassung zu geben. Daraufhin kommt es am 6. Juli zur erneuten, verfassunggebenden Nationalversammlung.
Der im Volk beliebte Finanzminister Necker wird entlassen, und es geht das Gerücht um, der König wolle die Nationalversammlung auflösen, was in Paris zum Aufruhr und am 14. Juli zum Sturm auf die Bastille, dem Symbol absolutistischer Willkühr, führt. Nachdem deren Eroberung durch die Volksmassen bekannt wird, bricht die Revolution im ganzen Land aus. Besonders im bäuerlichen Hinterland kommt es zur Erstürmung von Schlössern und Gutsherrensitzen, zur Verbrennung von Eigentums- und Abhängigkeitsurkunden und Brandschatzungen
Nach einer Nachtsitzung erklärt die Nationalversammlung am 4.August mit der Stimme des Adels die vollständige Abschaffung des Feudalsystems. Am 26. August wird die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte unter den Schlagworten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit verlesen, die vom Oberbefehlshaber der Nationalgrade, General Lafayette, auf der Grundlage der Jeffersonschen amerikanischen Fassung erarbeitet worden war.
Das Volk zwingt König und Nationalgarde zum Umzug nach Paris. Der soge-nannte "Bretonische Klub" um Robespierre, Mirabeau, Lafayette u.a. nimmt sein Quartier beim Kloster St. Jakob und nennt sich fortan Jakobiner.
17. Dezember - In Mexiko-Stadt wird bei Bauarbeiten der Piedra del Sol, ein Sonnenstein der Azteken,ausgegraben. Die Skulptur aus Basalt misst ungefähr 3,6 Meter im Durchmesser und ist 1,22 Meter dick. Das Gewicht beträgt 24 Tonnen. Der Stein wurde bei Planierungsarbeiten am 17. Dezember 1790 auf dem Platz südlich der Kathedrale entdeckt und auf Anordnung des Vizekönigs am Fuß des Westturms der Kathedrale angebracht. Der Stein wurde, wohl wegen seiner Position am Kirchturm, volkstümlich "Reloj de Montezuma" (Montezumas Uhr) genannt. Seit 1885 befindet er sich im Nationalmuseum für Anthropologie und Geschichte und nimmt in dessen Neubau im Chapultepec-Park in Mexiko die zentrale Position des Azteken-Saales ein.
Meuterei auf der Bounty: In der Südsee meutert die Besatzung des englischen Handelsseglers Bounty, der Brotfrüchte aus Tahiti nach Westindien bringen soll. Sie setzen den Kapitän und loyale Offiziere in einer Schaluppe aus mit der die Ausgesetzten über 8.000 km nach Australien segeln und somit nach Hause kommen.
1791
Wolfgang Amadeus Mozart veröffentlicht "Die Zauberflöte" er stirbt am 5. Dezember
Die erste Dachpappe wird hergestellt.
In Berlin wird das Brandenburger Tor von Langhans vollendet.
In den Vereinigten Staaten von Amerika wurden am 15. Dezember die ersten zehn Zusatzartikel- die "Amendments" - zur US-amerikanischen Verfassung verabschiedet. Die Verfassung war am 4. März 1789 proklamiert worden und im September 1789 wurden zwölf Zusätze von den Staaten eingereicht, von denen zehn ratifiziert wurden. In diesen sogenannten "Bill of Rights" sind die Grundrechte festgelegt. Darunter die Rede-, Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Die "Bill of Rights" geht auf die Magna Carta (1215) und der englischen "Bill of Rights" (1689) zurück. Ein weiterer Vorläufer dieser Zusätze war die von George Mason 1776 entworfene Verfassung des Bundesstaates Virginia, die "Virginia Bill of Rights".
1792
20. März - Die französische Nationalversammlung gestattet den Einsatz der Guillotine. Die Guillotine ist ein nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin benanntes Gerät zur Vollstreckung der Todesstrafe durch Enthauptung. Guillotin beantragte am 10. Oktober 1789 die Einführung eines mechanischen Enthauptungsgeräts, um grausame und entehrende Hinrichtungsarten abzuschaffen. Unterstützt wurde er dabei durch den Henker von Paris, Charles Henri Sanson, der die Nachteile der Enthauptung mit dem Schwert plastisch beschrieb. Die Nationalversammlung beauftragte den königlichen Leibarzt Antoine Louis, ein Gutachten darüber zu erstellen. Am 17. März 1792 legte Louis einen Entwurf vor, der das Fallbeil von Halifax zum Vorbild hatte. Im Gutachten hieß es: „Eine solche, niemals versagende Maschine wird sich leicht herstellen lassen.“ Am 20. März 1792 wurde dem Antrag stattgegeben. Die Debatte um die später so genannte Guillotine war von einem leidenschaftlichen Streit um die Todesstrafe begleitet. Guillotin litt unter der Verwendung seines Namens für dieses Instrument, das er weder erfunden noch dessen Anwendung bei Kapitalverbrechen er beigewohnt hatte, sondern dessen Einführung und Gebrauch aus humanitären Gründen er lediglich empfohlen hatte. Seine Nachfahren nahmen einen anderen Namen an.
13. Oktober - In Washington wird der Grundstein zum Weißen Haus gelegt. Dieses Datum gilt zugleich als Gründungstag der neuen Hauptstadt, da man die Stadtbebauung mit dem Weißen Haus begann.
Der zweite Präsident John Adams bezog es erstmals am 1. November 1800. Die Lage des Weißen Hauses wurde von Präsident George Washington und dem Stadtplaner Pierre L'Enfant ausgesucht. Es liegt an der Pennsylvania Avenue und hat die Hausnummer 1600. Das Anwesen verfügt über 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser, 3 Aufzüge, einen Swimmingpool, einen Tennisplatz, einen Kinosaal sowie eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Der Architekt war der irische Baumeister James Hoban, der sich das Leinster House in Dublin, heute Sitz des irischen Parlaments zum Vorbild nahm. Seinen Namen erhielt es offiziell 1901 von Theodore Roosevelt aufgrund seines weißen Außenanstrichs, es dürfte aber schon zuvor umgangssprachlich als weißes Haus bezeichnet worden sein. Die zumeist in den Medien abgebildete weiße Villa stellt eigentlich nur den Mittelbau eines Gebäudekomplexes dar, der außer dem Haupthaus aus zwei Nebengebäuden dem Ost- und dem Westflügel, den sie verbindenden Galerien und dem Eisenhower Executive Office Building besteht.
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Die Marseillaise wird durch Frankreich marschierende Marseiller Soldaten populär. Robespierre erklärt das Recht auf Arbeit.
1. April - Der von Friedrich Ludwig Sckell im Stil Englischer Landschaftsgärten geplante Englische Garten in München wird vom bayrischen Kurfürsten Karl Theodor für das Publikum freigegeben.
In Frankreich wird die Zivilehe eingeführt.
Die Leuchtgaslampe wird von William Murdoch erfunden.
1793
Die französische Nationalversammlung verurteilte Ludwig XVI. zum Tode. Dieses, vom Revolutionsführer Maximilien de Robespierre geforderte, Urteil wurde mit landesverräterischen Beziehungen des Königs begründet. Nach dem Sturm auf die Tuilerien im August des Jahres 1792 wurde Ludwig XVI. mit seiner Familie im Temple gefangengehalten. Am 21.1.1793 wurde er guillotiniert.
20. Mai - Die USA entlassen Kuba offiziell in die Unabhängigkeit. Erster Präsident der Republik Kuba wird Tomás Estrada Palma. Die Vereinigten Staaten behalten sich jedoch weitgehende Rechte auf der Insel vor.
1. August - Frankreich führt per Beschluss des Nationalkonvents das metrische System ein.
15. Oktober - Königin Marie Antoinette wird vom Französischen Revolutionstribunal wegen Hochverrat und Unzucht, zum Tode verurteilt und am nächsten Tag hingerichtet. Marie Antoinette war als Maria Antonia Josepha Johanna Erzherzogin von Österreich sowie Prinzessin von Ungarn, Böhmen, der Toskana usw. bekannt und entstammte dem Haus Habsburg-Lothringen. Durch ihre Heirat mit Ludwig XVI. wurde sie zunächst Dauphine und später Königin von Frankreich und Navarra. Sie gilt als eine der schillerndsten Figuren während der Französischen Revolution. Am 14. Oktober 1793 begann der Prozess gegen Marie Antoinette. Die Geschworenen entschieden einstimmig auf schuldig, für den 16. Oktober 1793 wurde die Hinrichtung angesetzt. Um 12 Uhr wurde sie auf dem Revolutionsplatz, der heutigen Place de la Concorde, enthauptet. Vom französischen Maler Jacques-Louis David gibt es eine Zeichnung, die Marie Antoinette auf dem Henkerskarren, auf ihrer Fahrt zur Guillotine zeigt. Er stand am Fenster, als sie unten auf der Straße vorbeigefahren wurde.
Der erste erfolgreiche Fallschirmabsprung wird von Jean Pierre Blanchard erfolgreich unternommen.
Das erste deutsche Seebad wird in Heiligendamm an der Ostsee eröffnet.
1794
Der französische Instrumentenbauer Étienne Lenoirerstellt den provisorischen Standardmeter in Messing. Die zwei endgültigen Urmeter, die auch von ihm signiert wurden, stellte er im Auftrag von Borda 1799 für die Commission des Poids et Mesures in Platin her. Das neue, noch nicht „Meter“ genannte Längenmaß solle der zehnmillionste Teil der Strecke vom Pol zum Äquator sein. Dazu sollte der Meridianbogen von Dünkirchen bis Barcelona neu vermessen werden. Lenoir fertigte einen großen Teil der Instrumente an, die bei der Vermessung der Strecke von Dünkirchen nach Barcelona von 1792 bis 1798 benutzt wurden. Am 1. August 1793 wurde dieses Längenmaß, auf Vorschlag Bordas "Meter" genannt (Meter griech. métron für Maß) und im Nationalkonvent gesetzlich eingeführt, allerdings mit einem provisorischen Wert von 443,440 Pariser Linien (altes Längenmaß, 1 Pariser Linie = 2,255 829 Millimeter.), was knapp 1000,325 Millimetern entspricht. Auf Grundlage dieses Wertes wurde der oben erwähnte Messing-Prototyp hergestellt.
1795
Der schottische Arzt Mungo Park begann mit der Erforschung des innerafrikanischen Kontinents durch die Europäer, nachdem er zuvor in Indonesien war. Seine Reise startete an der Mündung des Gambia-Flusses und führte ihn über den oberen Senegal bis zum Niger. Nichtsdestotrotz war Park der erste Europäer, der so weit in die Mitte des afrikanischen Kontinents vordrang. Wie geplant bis nach Timbuktu kam er allerdings nicht. Er ertrank mit nicht einmal 35 Jahren im Niger. Über seinen Verbleib rankten sich jahrzehntelang zahlreiche Legenden.
1796
Der zum General aufgestiegene Napoleon Bonaparte besiegt Österreich in Norditalien mehrfach und wird beim Einzug in Mailand von der republikanischen Bevölkerung im Triumph begrüßt.
Der britische Landarzt Edward Jenner (1749-1823) führte an einem achtjährigen Jungen die erste Impfung mit dem Kuhpockenvirus durch. Sechs Wochen nach Ausbruch der Krankheit impfte er seinen Patienten mit lebensgefährlichen Pockenpusteln. Der Junge zeigte keine Reaktion. Jenner hatte beobachtet, dass Melkerinnen, die an den harmlosen Kuhpocken erkrankt waren, gegen die meist tödliche Pockenkrankheit (Blattern) immun waren. Der Junge erwies sich später als immun gegen gewöhnliche Pocken. Als sein Artikel von der Royal Society abgelehnt wurde, unternahm er weitere Versuche – auch mit seinem 11 Monate alten Sohn. Im Jahr 1798 veröffentlichte er seine Ergebnisse und musste erleben, dass man ihn lächerlich zu machen versuchte. Dennoch setzte sich die von ihm propagierte Methode wegen ihrer offenkundigen Vorteile bald durch. In seiner Schrift "Untersuchung über die Ursachen und Wirkungen der Kuhpocken", gebrauchte er zum ersten Mal den Begriff "Virus". Die Studie wurde zur Grundlage der Immunologie. Jenner bezeichnete sein Verfahren als „vaccination“ (dt. Vakzination, von lateinisch vacca = „die Kuh“). Dieser Begriff steht im Englischen heute immer noch für die Schutzimpfung einer gesunden Person mit abgeschwächten Krankheitserregern.
Jenner war auch ein genauer Naturbeobachter: So war er es, der feststellte, dass ein junger Kuckuck seine „Stiefgeschwister“ nach und nach aus dem Nest drängt, bis er als alleiniger Schützling seiner „Gastgeber“ gefüttert wird. Für diese Beobachtung wurde er 1789 zum „Fellow“ der Royal Society gewählt.
Die Lithographie wird von Alois Senefelder erfunden.
1797
Im Fichtelgebirge wird der letzte Bär in Deutschland erlegt.
1798
18. Juli - Bei der Suche nach einer preiswerten Methode zur Vervielfältigung seiner Manuskripte erfand der Österreicher Alois Senefelder die Lithographie, ein Flachdruckverfahren, das auf der chemischen Trennung von Wasser und Fett beruht. Es war im 19. Jahrhundert das einzige Druckverfahren, das größere Auflagen farbiger Drucksachen ermöglichte. Als Druckträger diente in Deutschland ein Kalkschieferstein, der in Solnhofen in Bayern gebrochen wurde. Bis um 1930 war der Steindruck eine sehr häufig verwendete Drucktechnik für verschiedene Drucksachen. Gegenüber dem bis dahin gebräuchlichen Kupferstich ermöglichte sie eine erheblich schnellere Arbeitsweise. Die Einführung der Lithografie veränderte auf vielfältige Weise das wirtschaftliche und soziale Gefüge und wurde für mehr als 100 Jahre zur gängigen Drucktechnik. Viele andere Drucktechniken gehen direkt auf die Weiterentwicklung der Lithografie zurück, so etwa der Lichtdruck und der Offsetdruck .
Luigi Galvani stirbt. Er hat die nach ihm benannte Elektrizität gefunden, nach der man chemische in elektrische Energie umwandeln kann.
1799
21. September - Der französische Ingenieur Philippe Lebon meldete das Patent für die erste Gasheizung der Welt, die aus gasbetriebenen Thermolampen bestand, an. Sie wurde nicht nur zum Heizen verwendet, sondern konnte auch gleichzeitig zur Beleuchtung eingesetzt werden. Lebons Erfindung bot nicht nur die Möglichkeit zur Fortentwicklung der Industrie, sondern auch eine neue Stufe des zivilisatorischen Fortschritts. Die Gasgewinnung galt als Symbol für ein philosophisches Prinzip: Die Aufklärung. Mit der künstlichen Beleuchtung wurde der Mensch unabhängig vom Tageslicht. Die Bevölkerung empfand die neuen Beleuchtungsmöglichkeiten zunächst nicht nur als Fortschritt, sondern fühlte sich teilweise sogar von ihnen bedroht.
1800
20. März - Alessandro Volta informiert die Royal Society in London über eine von ihm erdachte Stromquelle, deren Prinzip als Voltasche Säule bekannt wird, dem Vorläuferin heutiger Batterien. Sie bestand aus übereinander geschichteten Elementen aus einer Kupfer- und einer Zinkplatte, die von Textilien, die mit Säure (zunächst Wasser bzw. Salzlake) getränkt waren, voneinander getrennt waren. Er schildert die Erfindung in einem berühmten Brief an Sir Joseph Banks von der Royal Society. Erst diese Erfindung der Batterie ermöglichte die weitere Erforschung der magnetischen Eigenschaften elektrischer Ströme und die Anwendung der Elektrizität in der Chemie im folgenden Jahrhundert.
Die Serienproduktion von Feuerwaffen beginnt in den USA.
Schillers Lied von der Glocke entsteht.
Die Erstbesteigung des Großglockners gelingt.
In Berlin wird die erste Dampfmaschine aufgestellt und die Briefpost eingeführt.

18. Januar - Der Kurfürst von Brandenburg, Friedrich III., krönte
sich zu Friedrich I., König in Preussen. Die Krönung war Ausdruck des
gewachsenen Selbstbewusstseins der Hohenzollerndynastie. König Friedrich I.
zelebrierte seine Regentschaft in Nachahmung des französischen Vorbildes mit
allem Prunk und ruinierte damit seinen Staat. Sein Vorgänger, der Große Kurfürst
Friedrich Wilhelm, hatte Brandenburg gerade erst von den Folgen des 30jährigen
Krieges kuriert. Der Sohn des ersten Preussenkönigs, der "Soldatenkönig" Friedrich
Wilhelm I., mußte viel Anstrengung darauf verwenden, das Land von der Herrschaft
seines Vaters zu sanieren. Dessen Sohn aber, König Friedrich II., entvölkerte
das unter seinem ungeliebten Vater Friedrich Wilhlm I. prosperierende Königreich
abermals und ruinierte die preußische Wirtschaft erneut. Zwar nicht durch
Prunksucht wie sein Großvater Friedrich III., aber durch die Kriege, die das
Land zwar bettelarm, seinen König Friedrich II. jedoch zum "Großen" und das
Land zur europäischen Großmacht gemacht hatten. 
Im schottischen Parlament wirdam 16. Febraur, über den "Act of Union" abgestimmt. Mit 110:69 Stimmen wird der Vereinigungsvertrag mit England gebilligt. Der Act of Union schuf die gesetzliche Grundlage für die Vereinigung des Königreichs England und des Königreichs Schottland. Das Gesetz wurde kurz nacheinander vom englischen Parlament und vom schottischen Parlament verabschiedet und trat am 1. Mai 1707 in Kraft. Mit dem Gesetz wurde der Unionsvertrag (Treaty of Union) umgesetzt. Dieser sah die Schaffung des Königreichs Großbritannien und den Ersatz des englischen und schottischen Parlaments durch das britische Parlament vor. Der Vertrag stieß in Schottland mehrheitlich auf Ablehnung, insbesondere im einfachen Volk. In zahlreichen schottischen Städten gab es Protestkundgebungen. Als das Land an den Rand eines Bürgerkrieges zu geraten drohte, reagierte das Parlament mit Ausrufung des Kriegsrechts. Auch der Union Jack, die neue Flagge, stammt aus Vereinbarungen des Acts of Union.
1. Mai - Durch die Vereinigung der Königreiche England und Schottland durch das Inkrafttreten des Act of Union entsteht das Königreich Großbritannien. Mit dem Gesetz wurde der Unionsvertrag umgesetzt. Dieser sah die Schaffung des Königreichs Großbritannien und den Ersatz des englischen und schottischen Parlaments durch das britische Parlament vor. England wollte die protestantische Erbfolgeregelung aus dem Jahr 1701 in beiden Ländern durchsetzen. Die Engländer befürchteten, dass ein unabhängiges Schottland mit einem eigenen König, die Alliance mit Frankreich wieder aufleben lassen könnte und sich gegen England stellen würde. Mit der Union wurde auch die Eröffnung einer zweiten Front im Spanischen Erbfolgekrieg verhindert. Dem faktisch bankrotten schottischen Staat bot sich mit der Union die Möglichkeit, die Schulden abzuwälzen, wenn auch unter Abgabe der vollen Souveränität. Gleichzeitig konnten dadurch die im Jahr 1705 von England angedrohten wirtschaftlichen Sanktionen abgewendet werden. Darüber hinaus erhielt Schottland unbeschränkten Zugang zu den Märkten Englands und dessen Kolonien.
17. Januar - Friedrich I., seit 1701 König in Preußen, fasste die
fünf Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichsstadt
zu einer Stadtge-meinde unter dem Namen Berlin zusammen und bestimmte sie zu
seiner Residenz. Friedrich I. baute in der Nachfolgezeit nach dem Vorbild
des französischen Hofes die Stadt zu einer repräsentativen Residenz aus. Der
Handelsplatz Berlin, Anfang des 14. Jahrhunderts der Hanse beigetreten, wurde
so auch zur Hauptstadt. Die Fläche des damaligen Berlin entsprach der des
heutigen Berliner Stadtbezirks Mitte. Im Laufe seines relativ kurzen Stadtlebens
wurde Berlin zweimal von den Russen und einmal von den Franzosen erobert,
versank im Bombenhagel der Alliierten und symbolisierte bis 1989 die Schizophrenie
der geteilten Welt. "Auferstanden aus Ruinen" gilt Berlin heute als eine der
zukunftsweisendsten urbanen Plätze der ganzen Welt.
In Köln wird das Geschäft G.B. Farina gegründet, aus dem nach Erfindung des „Eau de Cologne“ durch Johann Maria Farina der Parfumhersteller "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" hervorgeht, heute die älteste Parfum Fabrik der Welt. Farina trat 1714 in das 1709 gegründete Unternehmen seines Bruders in Köln ein und verhalf der Firma "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" zu Weltruhm. Johann Maria Farina nannte sein unübertroffenes Elixier zu Ehren seiner neuen Heimatstadt „Eau de Cologne“, zu deutsch Kölnisch Wasser. Er machte Köln als Duftstadt weltberühmt. „Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Orangen, Pampelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette und die Blüten und Kräuter meiner Heimat“ beschrieb Johann Maria Farina seinen Duft.
1. Januar - Auf Erlass König
13. Mai - König Friedrich I. von Preußen ließ in Berlin vor dem Spandauer Tor die
Krankenanstalt Charité bauen. Ursprünglich als Quarantänestation für die
in Berlin grassierende Pestepidemie geplant, wurde das Haus im Sinne seines
Namens (zu deutsch "Nächstenliebe") als Armenhospital und Arbeitshaus für
Bettler genutzt. 1726 wurde die Charité zu einer in Europa einzigartigen Ausbildungsstätte
in der praktischen Medizin. Ende des 19. Jahrhunderts war sie das wissenschaftliche
Zentrum der deutschen Medizin.
19. Januar - Die Königlich Preußische Sozietät der Wissenschaften übergibt auf ihrer ersten feierlichen Versammlung die fertiggestellte Berliner Sternwarte. Im September des Jahres 1699 beschlossen die evangelischen Reichsstände auf dem Immerwährenden Reichstag in Regensburg für das Jahr 1700 die Einführung eines „Verbesserten Kalenders“ in den protestantischen deutschen Staaten, um die Kalenderrechnung den astronomischen Gegebenheiten anzupassen, ohne dazu den von Papst Gregor XIII. 1582 dekretierten gregorianischen Kalender übernehmen zu müssen, der sich jedoch nur unwesentlich unterschied. Im Zuge dieser Kalenderreform wurde von Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, am 10. Mai 1700 für die noch zu gründende Berliner Sternwarte ein Kalenderpatent erlassen. Die erste Berliner Sternwarte stand auf dem Marstall in Dorotheenstadt. Der Marstall für 200 Pferde wurde Unter den Linden von 1687 bis 1688 nach Plänen des Architekten Johann Arnold Nering errichtet. Von 1700 bis 1711 kam auf den Nordflügel der Anlage als Sternwartengebäude von Grünberg ein Turm mit drei zusätzlichen Geschossen hinzu. Der 27 Meter hohe Bau war eine der ersten Turmsternwarten des 18. Jahrhunderts. 1706 wurde das Observatorium teilweise benutzbar und 1709 einigermaßen bezugsfertig.
19. April - Der römisch-deutsche Kaiser Karl VI. erließ die "Pragmatische Sanktion",
nach der zum ersten Mal auch weibliche Mitglieder des Herrscherhauses erbberechtigt
wurden. Da sein einziger Sohn früh verstorben war, versuchte er die Thronfolge
für seine Tochter Maria Theresa zu sichern. Nach dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs
hatte er die Gebiete der spanischen Niederlande, der Lombardei und Neapel
und Sizilien erworben und wollte die Union der habsburgischen Länder aufrecht
erhalten.
Im Hardtwald wird der Grundstein für das Schloss Karlsruhe und damit der Stadt Karlsruhe gelegt. Das Schloss wurde 1715 als Residenz des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach errichtet. Es diente bis 1918 als Der erste Bau wurde teilweise aus Holz errichtet und musste bereits 1746 grundlegend saniert werden, wobei die Holzkonstruktionen durch einen Neubau in Stein ersetzt wurde.Residenzschloss der Markgrafen bzw. Großherzöge von Baden. Im Zuge der Märzrevolution wurde Großherzog Leopold 1849 vorübergehend aus dem Schloss vertrieben. Das endgültige Ende der Nutzung des Schlosses als Familienresidenz war mit der Abdankung des letzten badischen Monarchen Friedrich II. 1918 besiegelt. Seit 1919 dient das Gebäude als Badisches Landesmuseum. Während des Zweiten Weltkriegs brannte das Karlsruher Schloss im September 1944 durch Bombenangriffe aus. Zwischen 1955 und 1966 wurde es als Museum wiederaufgebaut. Dabei wurde nur die äußere Fassade originalgetreu wiederhergestellt. Im Inneren entstanden moderne Ausstellungsflächen. Heute ist in dem Gebäude neben dem Landesmuseum auch ein Teil des Bundesverfassungsgerichts untergebracht.
26. August - In Dresden wird mit dem Bau der Frauenkirche begonnen. Ursprünglich wurde sie mit Kirche Unserer Lieben Frau benannt – der Name bezieht sich auf die Heilige Maria. Sie gilt als prachtvolles Zeugnis des protestantischen Sakralbaus und verfügt über eine der größten steinernen Kirchenkuppeln nördlich der Alpen. Die Kirche wurde von 1726 bis 1743 nach einem Entwurf von George Bähr erbaut. Im Luftkrieg des Zweiten Weltkriegs wurde sie während der Luftangriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 durch den in Dresden wütenden Feuersturm schwer beschädigt und stürzte am Morgen des 15. Februar ausgebrannt in sich zusammen. In der DDR blieb ihre Ruine erhalten und diente als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Nach der Wende begann 1994 der 2005 abgeschlossene Wiederaufbau, den Fördervereine und Spender aus aller Welt finanzieren halfen. Am 30. Oktober 2005 fand in der Frauenkirche ein Weihegottesdienst und Festakt statt. Aus dem Mahnmal gegen den Krieg soll nun ein Symbol der Versöhnung werden. Am 27. Mai 1743, knapp fünf Jahre nach dem Tod George Bährs, wurde der Monumentalbau durch das Aufsetzen des Kuppelkreuzes schließlich vollendet.
Der englische Naturwissenschaftler Stephen Gray errichtet in einer Versuchsanordnung
die erste elektrische Freileitung. Eine 200 m lange Hanfschnur überträgt
dabei durch Reibung erzeugte Elektrizität von einem Fenster über Bohnenstangen
ins freie Feld. Später erkannte Gray, dass Flüssigkeiten leitend sind und
daher auch Menschen, wie er mit seinem "Homo electrificatus" bewies. Er
glaubte allerdings, dass die Farbe eines Gegenstands ausschlaggebend für seine
Leitfähigkeit sei. Gray wird auch die Entdeckung der Wirkungen eines elektrischen
Feldes (Influenz) zugeschrieben. Neben seinen essentiellen Experimenten mit
Elektrizität untersuchte er auch deren Wirkung auf Tiere.
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. stellte per Gesetz das eigenmächtige
Vertreiben von Bauern von ihrem Land unter Strafe. Adelige Großgrundbesitzer
hatten ihren Landbesitz dadurch aufgestockt, dass sie die Ländereien anliegender
Bauern mit Gewalt in Besitz nahmen und die rechtmäßigen Eigentümer vertrieben
hatten. Dieses sogenannte "Bauernlegen" wurde jedoch durch das Gesetz nicht
gestoppt, und auch nachfolgende Versuche der preußischen Monarchie, die Rechte
der Bauern zu schützen, blieben lange Zeit erfolglos.
20. Oktober - Maria Theresia wurde zur österreichischen Kaiserin gekrönt. Ihr Vorgänger,
der verstorbene Kaiser Karl VI., hatte nur weibliche Nachfahren, und dies
in seiner Thronfolgeregelung bereits seit langem festgeschrieben. Trotz der
vorherigen Anerkennung der "Pragmatischen Sanktion", die die Nachfolge regelte,
kam es nach der Krönung Maria Theresias zum Österreichischen Erbfolgekrieg.
Auslöser des bis 1748 dauernden Konflikts war der Einmarsch preußischer Truppen
Friedrich II. in Schlesien. Bayern, Frankreich und Spanien sowie Preußen,
Sachsen und Schweden schlossen sich zusammen. Dagegen unterstützten England
und die Niederlande die österreichische Monarchin in der Auseinandersetzung,
die 1748 mit dem Aachener Frieden endete.
21. August - Großfürst Peter Fjodorowitsch, der spätere Zar Peter III., heiratet die deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg, später besser bekannt als Katharina die Große. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten zehn Tage. Einen Tag vor der Verlobung konvertierte sie vom evangelisch-lutherischen zum orthodoxen Glauben und bekam zu Ehren der Mutter der regierenden Kaiserin Elisabeth Petrowna, den Namen Jekaterina Alexejewna. Als am 25. Dezember 1761 Elisabeth starb, kam Katharinas Ehemann als Kaiser Peter III. an die Macht. Die ersten Staatshandlungen Peters III. waren ein Sonderfrieden mit Preußen, der das Ende des Siebenjährigen Krieges bedeutete, und die Einführung eines umfangreichen Reformprogrammes, wodurch er sich die Feindschaft der konservativen Kräfte des Landes zuzog. Katharina und ihre Vertrauten planten daraufhin einen riskanten Staatsstreich und ließ sich am 9. Juli 1762 zur Kaiserin ausrufen, währenddessen Zar Peter III. für abgesetzt erklärt wurde. Während Peter flüchtete, wurde Katharina noch am gleichen Tag in der Kasaner Kathedrale durch den Metropoliten Setschin zur Alleinherrscherin Russlands erklärt. Peter III. wurde gefangengenommen und am 17. Juli 1762 ermordet. Nachdem sich die Lage im Lande nach Peters Tod wieder beruhigt hatte, wurde Katharina II. am 22. September in der Himmelfahrtskathedrale des Moskauer Kremls zur Kaiserin von Russland gekrönt, worauf sie das Land 34 Jahre lang regierte. Großfürstin Katharina war eine lebensfrohe und intelligente Frau. Sie musizierte gern und las viel, mit Vorliebe historische und politiktheoretische Werke, um so ihr Verständnis für die Politik zu schärfen. Katharina II. pflegte eine rege Korrespondenz mit Voltair, den sie sehr schätzte. Er nannte sie den strahlendsten Stern des Nordens und sah in ihr eine Philosophin auf dem Thron. Ihre tiefe Zuneigung und Bewunderung zeigte sich, als sie seine Vorstellungen in ihre „Große Instruktion“ mit einfließen ließ. Darüber hinaus unterstützte sie ihn finanziell und kaufte nach seinem Tod die ganze Sammlung all seiner Werke auf, die sich heute in der Russischen Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet. Sie ist die einzige Herrscherin, welcher in der Geschichtsschreibung der Beiname die Große verliehen wurde.
Unterzeichnung des Friedens von Hubertusburg
zwischen Österreich, Preußen und Sachsen. Damit endete der Dritte Schlesische
Krieg oder Siebenjährige Krieg zwischen Preußen auf der einen und Frankreich,
Rußland, Sachsen und Österreich auf der anderen Seite. Mit dem Frieden gewann
der preußische König für sein militärisches Können und Glück den Beinamen
"der Große". Sein Haus Hohenzollern erhielt die reiche Provinz Schlesien und
den Aufstieg Preußens zur Großmacht. Wirklicher Gewinner der Auseinandersetzungen
war England: Der Krieg gegen Preußen lenkte Frankreich von den Kämpfen in
den Kolonien ab. So musste Frankreich nur wenige Monate vor dem Hubertusburger
Frieden Indien, Mississippi und Kanada an England abtreten.
Im Vertrag von Versailles wurde der Verkauf Korsikas an Frankreich festgeschrieben. Seit dem Jahr 1312 hatte Genua die Vormachtstellung auf der ehemals langobardisch
besetzten Insel inne, unterbrochen von einer französischen Herrschaft von
1458 bis 1558. Mit dem Verkauf an Frankreich ging der 40 Jahre währende korsische
Unabhängigkeitskampf, der ab 1755 von dem Patrioten Pasquale Paoli angeführt
wurde, zu Ende. Der bewaffnete Widerstand von Paolis Truppen wurde in einer
entscheidenden Schlacht am 8. Mai 1769 niedergeschlagen. 1789 wurde die Mittelmeerinsel
zum Teil des französischen Königreichs erklärt.
In Versailles wurde die Ehe zwischen der 14-jährigen österreichischen
Kaisertochter Marie Antoinette und dem französischen Thronerben Ludwig geschlossen. Nach der Abschaffung der Adelsprivilegien versuchte das Königspaar 1791 aus
Frankreich zu fliehen, wurde jedoch in Varennes, nahe der Grenze, gefangen
genommen. Am 21. September 1792 wurde die französische Monarchie gestürzt,
und Ludwig XVI. und seine Familie wurden inhaftiert. Der König wurde im Januar
des folgenden Jahres, Marie Antoinette im Oktober auf der Guillotine hingerichtet.
16. Dezember - Die "Söhne der Freiheit", als Indianer verkleidete Bürger von Boston, entern Schiffe der englischen East India Company und zerstören drei Ladungen Tee, als einen Akt des Widerstandes gegen die britische Kolonialpolitik. Diese "Boston Tea Party" stellt den Beginn des US-amerikanischen Unabhängigkeitskriegs dar. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg fand von 1775 bis 1783 zwischen den 13 nordamerikanischen Kolonien einerseits und der britischen Kolonialmacht andererseits statt. Er war der Höhepunkt der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und führte mit der Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Bildung der Konföderation 1777 zu deren siegreichem Abschluss und zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Der Held in Johann Wolfgang von Goethes Drama, das erstmals am 12. April aufgeführt
wurde, machte durch derbe Sprüche von sich reden. Wer kennt ihn nicht,
den berühmten Ausspruch des Götz von Berlichingen, dass man ihn "am Arsche
lecken könne", der heute häufig ohne Wissen des kulturellen Kontextes
als alltägliches Schimpfwort verwendet wird. Die Uraufführung des Schauspiels
in fünf Akten "Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" fand in Berlin
mit der Kochschen Schauspieltruppe statt. Die Fassung des Urgötz trug im
Titel den Vers eines Volkslieds "Das Unglück ist geschehen. Das Herz des Volkes
ist in den Kot getreten und keiner edeln Begierde mehr fähig". Goethes
Götz endet tragisch. Auf seiner eigenen Burg belagert, ergibt sich Götz gegen
die Bestätigung des freien Geleits. Trotzdem wird er gefangengenommen, befreit
und wieder festgesetzt. Götz stirbt an seinen inneren und äußeren Wunden mit
der Erkenntnis, dass er als letzter der Rechtschaffenen und Unabhängigen sich
überlebt hat.
1. Mai - Der Illuminatenorden wird von Adam Weishaupt zusammen mit zwei Studenten an der Universität Ingolstadt als Geheimbund gegründet. Hintergrund war das intellektuelle Klima an der Universität, das fast vollständig von ehemaligen Jesuiten beherrscht wurde, deren Orden 1773 aufgehoben worden war. Weishaupt war der einzige Professor in Ingolstadt ohne jesuitische Vergangenheit und dementsprechend isoliert im Lehrkörper, was auch an seiner Begeisterung für die Ideen der Aufklärung lag. Um seinen Schülern Schutz vor jesuitischen Intrigen zu bieten, die er allerorten vermutete, vor allem aber, um ihnen Zugang zu zeitgenössischer kirchenkritischer Literatur zu gewähren, gründete er den geheimen Weisheitsbund, der in seiner Anfangszeit nicht mehr als ein antiklerikaler Lesezirkel von höchstens zwanzig Mitgliedern war. Darüber hinaus sah Weishaupt im Orden der Gold- und Rosenkreuzer, eines mystisch-spiritualistischen Ordens innerhalb der Freimaurerei, ein immer stärker werdendes Übel, das es zu bekämpfen galt. Das Ziel des Illuminatenordens war es, durch Aufklärung und sittliche Verbesserung die Herrschaft von Menschen über Menschen überflüssig zu machen. Zahlreiche Mythen und Verschwörungstheorien ranken sich um eine angebliche Weiterexistenz des Ordens und seine vermeintlichen Tätigkeiten, wozu unter anderem die Französische Revolution, der Kampf gegen die katholische Kirche und das Streben nach Weltherrschaft gerechnet werden.
12. Juli - Nach zwei vorherigen Expedition brach der britische Seefahrer
James Cook mit den Schiffen "Discovery" und "Resolution" erneut zu einer Entdeckungsreise
auf. 1778 stieß er auf Hawaii und benannte die Inselgruppe "Sandwich Islands".
Nachdem seine Suche nach einer Nordwest- oder Nordost-Passage erfolglos geblieben
war, wollte Cook nach einer Zwangspause wegen Eises die Durchfahrt erneut versuchen.
Aufgrund eines Sturmschadens an einem Schiff musste er jedoch nach Hawaii zurückkehren.
Dort wurde der Entdecker und Kartograph 1779 nach einem Streit wegen des Diebstahls
eines Bootes von Einheimischen getötet.
Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges veröffentlicht Thomas Paine das Pamphlet "Common Sense", das Thomas Jeffersons Unabhängigkeits-erklärung entscheidend beeinflussen wird. Frei von jeglichen gefühlsmäßigen Bindungen an Großbritannien legte Paine dar, dass es Aufgabe Amerikas sei, die Unabhängigkeit zu erringen und ein neues, demokratisches Regierungssystem einzuführen, das sich auf die Prinzipien der Menschenrechte gründe. Unter anderem wird darin erstmals der Name Vereinigte Staaten von Amerika vorgeschlagen.„Common Sense“ hatte einen beispiellosen Erfolg, es erreichte eine Auflage von 120.000 Exemplaren in drei Monaten.
11.September - Mit seiner Rede "Der Prinz sei dem Bauern gleich!" vor den Kammergerichtsräten
in Küstrin läutete Friedrich II. (auch Friedrich der Große) einen Wandel in
der preußischen Justiz ein. Er ordnete an, dass die Justiz ohne Ansehen
der Person Gerechtigkeit üben sollte und dass das Gesetz keine Standesunterschiede
akzeptieren dürfe. Mit der Einschränkung der Kabinettsjustiz, mit der Trennung
von Justiz und Verwaltung sowie mit der Abschaffung der Folter bei der Vernehmung
- nur wenige Tage nach seinem Regierungsantritt - hatte der König bereits
den Geist des preußischen Rechtsstaates sichtbar werden lassen. Am 5. Februar
1794 wurde das "Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten" verkündet
und am 1. Juni 1794 in Kraft gesetzt.
19. Oktober - Die Kapitulation der britischen Truppen unter Führung von General Lord
Cornwallis bei Yorktown im US-Bundesstaat Virginia leitete das Ende des amerikanischen
Unabhängigkeitskrieges ein. Der spätere erste Präsident der Vereinigten
Staaten, George Washington, hatte mit Unterstützung französischer Soldaten
unter Marquis de Lafayette die gegnerische Armee eingeschlossen und damit
nach mehreren Wochen Belagerung zur Aufgabe gezwungen. Ihre Unabhängigkeit
von Großbritannien hatten die Vereinigten Staaten bereits am 4. Juli 1776
ausgerufen. Mit der Niederlage von Cornwallis war die Loslösung vom Mutterland
dann auch militärisch besiegelt.
19. September - In Versailles bei Paris ließen die Geschwister Etienne und Joseph de Montgolfiere, nach einem unbemannten Flug am
4.Juni 1783, vor den Augen von König Ludwig XVI. den ersten Heißluftballon mit Besatzung
steigen . Die Passagiere waren ein Huhn, eine Ente und ein Schaf. Die Tiere
überstanden den Flug über eine Entfernung von zwei Kilometern unversehrt. Somit waren es die ersten Luftfahrer in der Geschichte. Doch nun wollte man es mit Menschen ausprobieren. Man beschloß, 2 Strafgefangene, die zum Tode verurteilt waren, in die Luft zu schicken. Doch Pilatre de Rosier brachte dem König nahe, daß sich keine Sträflinge über den Adel erheben dürften und bat sich für dieses kühne Unternehmen an. Somit kam es, daß Pilatre de Rosier und der Gardeoffizier Marquis D`Arlandes am 21. November 1783 den ersten bemannten Ballon-Flug unternahmen. Sie waren damit die ersten "fliegenden" Menschen.
1. Dezember - Der Physikprofessor Jacques Alexandre César Charles und Nicolas-Louis
Robert starteten, nur 10 Tage nach der ersten bemannten Heißluftballonfahrt, mit einer sogenannten "Charlière" in den Pariser Himmel. Die Akademie der Wissenschaft hatte Jacques Alexandre César Charles im Sommer 1783 mit dem Bau von Ballonen beauftragt, weil der Hofstaat König Ludwigs XVI. nicht so lange warten wollte, bis die Brüder Montgolfier mit ihrer in Bau befindlichen und "Montgolfière" genannten Erfindung endlich aus Annonay kamen. Aus den Informationen, die aus dem Umfeld der Brüdern Montgolfier kamen, war für Charles nicht ersichtlich, dass es sich beim in Annonay verwendeten Traggas um Heißluft handelte. Charles vermutete hingegen irrtümlich, dass die Montgolfiers die von Henry Cavendish 1766 entdeckte "brennbare Luft" nutzen würden. So kam es, dass er mit Hilfe der Brüder Anne-Jean und Marie-Noël Robert aus Goldschlägerhaut mit Wasserstoffgas befüllte Gasballone entwickelte. Goldschlägerhaut wird aus der äußersten Hautschicht von Rinderblinddärmen hergestellt. Der Name Goldschlägerhaut kommt von ihrer früheren Verwendung beim Goldschlagen, also der Herstellung von Blattgold. Der erste öffentliche Gasballonstart erfolgte vom Marsfeld in Paris am 27. August 1783. Dieser von Charles konstruierte Versuchsballon hatte einen Durchmesser von rund vier Metern und konnte bis
Die Bezeichnung „Indian Tonic Water. Limonade, chininhaltig“ auf jedem Schweppes-Tonic-Water-Etikett weist auf Schweppes Idee hin, die zur Malariaprophylaxe notwendige, aber lästige Chinintablette in etwas Limettensaft und Tonic Water aufzulösen. Die in Indien stationierten Kolonialoffiziere nahmen das Getränk begeistert an. Schon bald erwies es sich als enormer Erfolg im ganzen Commonwealth, und Schweppe wurde 1831 königlicher Hoflieferant. Um der überraschenden Nachfrage gerecht zu werden, baut Schweppe eine kleine Fabrik, in der drei Variationen des damals noch geschmacksneutralen Erfrischungsgetränks abgefüllt werden. Der erste kommerziell produzierte Softdrink der Welt ist geboren. In Zeitungsannoncen bewirbt er sein Produkt mit dem Begriff „Soda Water" und setzt sich mit klugem Marketing und hohen Qualitätsstandards gegen seine Nachahmer durch. Der ganz große Durchbruch kommt 20 Jahre später: Das Unternehmen erhält den Auftrag, die erste Weltausstellung in London exklusiv mit Getränken zu beliefern und den Durst von sechs Millionen Besuchern zu stillen. Aus diesem Anlass wird in der Mitte des Hyde Park eine Fontäne installiert, die zum Markenzeichen des Getränkeherstellers wird und bis heute die Etiketten aller Schweppes-Flaschen schmückt.
Der im Volk beliebte Finanzminister Necker
wird entlassen, und es geht das Gerücht um, der König wolle die Nationalversammlung
auflösen, was in Paris zum Aufruhr und am 14. Juli zum Sturm auf die Bastille, dem Symbol absolutistischer Willkühr, führt. Nachdem deren Eroberung
durch die Volksmassen bekannt wird, bricht die Revolution im ganzen
Land aus. Besonders im bäuerlichen Hinterland kommt es zur Erstürmung
von Schlössern und Gutsherrensitzen, zur Verbrennung von Eigentums- und
Abhängigkeitsurkunden und Brandschatzungen
17. Dezember - In Mexiko-Stadt wird bei Bauarbeiten der Piedra del Sol, ein Sonnenstein der Azteken,ausgegraben. Die Skulptur aus Basalt misst ungefähr 3,6 Meter im Durchmesser und ist 1,22 Meter dick. Das Gewicht beträgt 24 Tonnen. Der Stein wurde bei Planierungsarbeiten am 17. Dezember 1790 auf dem Platz südlich der Kathedrale entdeckt und auf Anordnung des Vizekönigs am Fuß des Westturms der Kathedrale angebracht. Der Stein wurde, wohl wegen seiner Position am Kirchturm, volkstümlich "Reloj de Montezuma" (Montezumas Uhr) genannt. Seit 1885 befindet er sich im Nationalmuseum für Anthropologie und Geschichte und nimmt in dessen Neubau im Chapultepec-Park in Mexiko die zentrale Position des Azteken-Saales ein.
In den Vereinigten Staaten von Amerika wurden am 15. Dezember die ersten zehn Zusatzartikel-
die "Amendments" - zur US-amerikanischen Verfassung verabschiedet. Die
Verfassung war am 4. März 1789 proklamiert worden und im September 1789 wurden
zwölf Zusätze von den Staaten eingereicht, von denen zehn ratifiziert wurden.
In diesen sogenannten "Bill of Rights" sind die Grundrechte festgelegt. Darunter
die Rede-, Presse-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Die "Bill of Rights"
geht auf die Magna Carta (1215) und der englischen "Bill of Rights" (1689)
zurück. Ein weiterer Vorläufer dieser Zusätze war die von George Mason 1776
entworfene Verfassung des Bundesstaates Virginia, die "Virginia Bill of Rights".
20. März - Die französische Nationalversammlung gestattet den Einsatz der Guillotine. Die Guillotine ist ein nach dem französischen Arzt Joseph-Ignace Guillotin benanntes Gerät zur Vollstreckung der Todesstrafe durch Enthauptung. Guillotin beantragte am 10. Oktober 1789 die Einführung eines mechanischen Enthauptungsgeräts, um grausame und entehrende Hinrichtungsarten abzuschaffen. Unterstützt wurde er dabei durch den Henker von Paris, Charles Henri Sanson, der die Nachteile der Enthauptung mit dem Schwert plastisch beschrieb. Die Nationalversammlung beauftragte den königlichen Leibarzt Antoine Louis, ein Gutachten darüber zu erstellen. Am 17. März 1792 legte Louis einen Entwurf vor, der das Fallbeil von Halifax zum Vorbild hatte. Im Gutachten hieß es: „Eine solche, niemals versagende Maschine wird sich leicht herstellen lassen.“ Am 20. März 1792 wurde dem Antrag stattgegeben. Die Debatte um die später so genannte Guillotine war von einem leidenschaftlichen Streit um die Todesstrafe begleitet. Guillotin litt unter der Verwendung seines Namens für dieses Instrument, das er weder erfunden noch dessen Anwendung bei Kapitalverbrechen er beigewohnt hatte, sondern dessen Einführung und Gebrauch aus humanitären Gründen er lediglich empfohlen hatte. Seine Nachfahren nahmen einen anderen Namen an.
Der zweite Präsident John Adams bezog es erstmals am 1. November 1800. Die Lage des Weißen Hauses wurde von Präsident George Washington und dem Stadtplaner Pierre L'Enfant ausgesucht. Es liegt an der Pennsylvania Avenue und hat die Hausnummer 1600. Das Anwesen verfügt über 132 Räume, 35 Badezimmer, 412 Türen, 147 Fenster, 8 Treppenhäuser, 3 Aufzüge, einen Swimmingpool, einen Tennisplatz, einen Kinosaal sowie eine unter Präsident Richard Nixon eingerichtete Bowlingbahn. Der Architekt war der irische Baumeister James Hoban, der sich das Leinster House in Dublin, heute Sitz des irischen Parlaments zum Vorbild nahm. Seinen Namen erhielt es offiziell 1901 von Theodore Roosevelt aufgrund seines weißen Außenanstrichs, es dürfte aber schon zuvor umgangssprachlich als weißes Haus bezeichnet worden sein. Die zumeist in den Medien abgebildete weiße Villa stellt eigentlich nur den Mittelbau eines Gebäudekomplexes dar, der außer dem Haupthaus aus zwei Nebengebäuden dem Ost- und dem Westflügel, den sie verbindenden Galerien und dem Eisenhower Executive Office Building besteht.
Die französische Nationalversammlung verurteilte
Ludwig XVI. zum Tode. Dieses, vom Revolutionsführer Maximilien de Robespierre
geforderte, Urteil wurde mit landesverräterischen Beziehungen des Königs begründet.
Nach dem Sturm auf die Tuilerien im August des Jahres 1792 wurde Ludwig XVI.
mit seiner Familie im Temple gefangengehalten. Am 21.1.1793 wurde er guillotiniert.
Der französische Instrumentenbauer Étienne Lenoirerstellt den provisorischen Standardmeter in Messing. Die zwei endgültigen Urmeter, die auch von ihm signiert wurden, stellte er im Auftrag von Borda 1799 für die Commission des Poids et Mesures in Platin her. Das neue, noch nicht „Meter“ genannte Längenmaß solle der zehnmillionste Teil der Strecke vom Pol zum Äquator sein. Dazu sollte der Meridianbogen von Dünkirchen bis Barcelona neu vermessen werden. Lenoir fertigte einen großen Teil der Instrumente an, die bei der Vermessung der Strecke von Dünkirchen nach Barcelona von 1792 bis 1798 benutzt wurden. Am 1. August 1793 wurde dieses Längenmaß, auf Vorschlag Bordas "Meter" genannt
Der britische Landarzt Edward Jenner (1749-1823) führte an einem achtjährigen
Jungen die erste Impfung mit dem Kuhpockenvirus durch. Sechs Wochen nach
Ausbruch der Krankheit impfte er seinen Patienten mit lebensgefährlichen Pockenpusteln.
Der Junge zeigte keine Reaktion. Jenner hatte beobachtet, dass Melkerinnen,
die an den harmlosen Kuhpocken erkrankt waren, gegen die meist tödliche Pockenkrankheit
(Blattern) immun waren. Der Junge erwies sich später als immun gegen gewöhnliche Pocken. Als sein Artikel von der Royal Society abgelehnt wurde, unternahm er weitere Versuche – auch mit seinem 11 Monate alten Sohn. Im Jahr 1798 veröffentlichte er seine Ergebnisse und musste erleben, dass man ihn lächerlich zu machen versuchte. Dennoch setzte sich die von ihm propagierte Methode wegen ihrer offenkundigen Vorteile bald durch. In seiner Schrift "Untersuchung
über die Ursachen und Wirkungen der Kuhpocken", gebrauchte er zum ersten Mal den
Begriff "Virus". Die Studie wurde zur Grundlage der Immunologie. Jenner bezeichnete sein Verfahren als „vaccination“ (dt. Vakzination, von lateinisch vacca = „die Kuh“). Dieser Begriff steht im Englischen heute immer noch für die Schutzimpfung einer gesunden Person mit abgeschwächten Krankheitserregern.
18. Juli - Bei der Suche nach einer preiswerten Methode zur Vervielfältigung seiner
Manuskripte erfand der Österreicher Alois Senefelder die Lithographie, ein
Flachdruckverfahren, das auf der chemischen Trennung von Wasser und Fett beruht. Es war im 19. Jahrhundert das einzige Druckverfahren, das größere Auflagen farbiger Drucksachen ermöglichte. Als Druckträger diente in Deutschland ein Kalkschieferstein, der in Solnhofen in Bayern gebrochen wurde. Bis um 1930 war der Steindruck eine sehr häufig verwendete Drucktechnik für verschiedene Drucksachen. Gegenüber dem bis dahin gebräuchlichen Kupferstich ermöglichte sie eine erheblich
schnellere Arbeitsweise. Die Einführung der Lithografie veränderte auf vielfältige
Weise das wirtschaftliche und soziale Gefüge und wurde für mehr als 100 Jahre
zur gängigen Drucktechnik. Viele andere Drucktechniken gehen direkt auf die
Weiterentwicklung der Lithografie zurück, so etwa der Lichtdruck und der Offsetdruck
.
21. September - Der französische Ingenieur Philippe Lebon meldete das Patent für die
erste Gasheizung der Welt, die aus gasbetriebenen Thermolampen bestand, an. Sie wurde nicht nur zum Heizen verwendet, sondern konnte auch gleichzeitig
zur Beleuchtung eingesetzt werden. Lebons Erfindung bot nicht nur die Möglichkeit
zur Fortentwicklung der Industrie, sondern auch eine neue Stufe des zivilisatorischen
Fortschritts. Die Gasgewinnung galt als Symbol für ein philosophisches Prinzip:
Die Aufklärung. Mit der künstlichen Beleuchtung wurde der Mensch unabhängig
vom Tageslicht. Die Bevölkerung empfand die neuen Beleuchtungsmöglichkeiten
zunächst nicht nur als Fortschritt, sondern fühlte sich teilweise sogar von
ihnen bedroht.
20. März - Alessandro Volta informiert die Royal Society in London über eine von ihm erdachte Stromquelle, deren Prinzip als Voltasche Säule bekannt wird, dem Vorläuferin heutiger Batterien. Sie bestand aus übereinander geschichteten Elementen aus einer Kupfer- und einer Zinkplatte, die von Textilien, die mit Säure (zunächst Wasser bzw. Salzlake) getränkt waren, voneinander getrennt waren. Er schildert die Erfindung in einem berühmten Brief an Sir Joseph Banks von der Royal Society. Erst diese Erfindung der Batterie ermöglichte die weitere Erforschung der magnetischen Eigenschaften elektrischer Ströme und die Anwendung der Elektrizität in der Chemie im folgenden Jahrhundert.