24. September
Geburtstage
1860
George Washington Carmack amerikanischer Goldsucher. Ihm wurde lange Zeit der Goldfund am Bonanza Creek zugeschrieben, der den Klondike-Goldrausch auslöste. Neueren Erkenntnissen zufolge war dies allerdings Carmacks Schwager Skookum Jim. Carmack kam 1887 von San Francisco über Dyea und den Chilkoot Pass an den Yukon River. Er nahm eine Indianerin vom Stamm der Tagish zur Frau, die kurze Zeit später an einer Grippe verstarb. Carmack heiratete daraufhin Shaaw Tlaa, eine Schwester seiner ersten Frau, die er „Kate“ nannte. Die Familie lebte von Handel, Fischerei und Jagd im Yukon-Territorium. Carmack entdeckte eine Kohlemine in der Nähe der heutigen, nach ihm benannten Stadt Carmacks. Im August 1896 fischten er und seine Frau an der Mündung des Klondike River, als ihnen der Goldsucher Robert Henderson empfahl, am Rabbit Creek (dem heutigen Bonanza Creek) nach Gold zu suchen. Zusammen mit den Indianern Skookum Jim und Dawson Charlie wurden sie am 16. August 1896 am berühmt gewordenen Discovery Claim fündig. Im Frühjahr 1898, als die ersten von dem Fund angelockten Goldsucher am Yukon eintrafen, residierte Carmack in der aufblühenden Stadt Dawson City und ließ, finanziert von seinem neuen Reichtum, andere für sich arbeiten.
1870
Georges Claude † 23. Mai 1960 - französischer Physiker und Geschäftsmann er gilt als Erfinder der Neonröhre. Am 19. Januar 1915 wurde ihm auf diese Erfindung ein Patent des US-Patentamts erteilt. Die Neonröhre entstand als Abfallprodukt bei seinen Versuchen, reinen Sauerstoff aus der Luft zu isolieren. Sein großes Vermögen erwarb Georges Claude mit "Air Liquide", der von ihm 1902 gegründeten Firma für Flüssiggase.
1896
Francis Scott Fitzgerald († 21.12.1940) US-amerikanischer Schriftsteller. 1920 erschien sein erster Roma "This Side of Paradise". In seinen Romanen wie "Der große Gatsby" schilderte Fitzgerald die genusssüchtige Oberschicht der USA in den 20er Jahren - inklusive der Ahnung eines baldigen Endes, das mit dem Schwarzen Freitag dann auch eintraf.
1898
Howard Walter Florey († 21.2.1968) Australischer Pathologe. Seit 1929 interessierte sich Florey für Antibiotika. Zunächst betrieb er Forschungen über Lysozome, einem heilsamen Schimmelpilz, den Sir Alexander Fleming endeckt hatte. Das Problem, wie die flüchtige Substanz zu isolieren und anschließend zu reinigen sei, wurde erst 1939 durch die Biochemiker Florey und Dr. Chain gelöst. Nachdem das "Wunderpräparat" bald weltweit erfolgreich im Einsatz war, erhielt er mit Alexander Fleming und Ernst Boris Chain zusammen 1945 den Medizinnobelpreis für die Erforschung des von Fleming entdeckten Penizillins.
1934
Manfred Wörner († 13.8.1994) Deutscher Politiker, Verteidigungsminister der Bundesrepublik von 1982 -1987. Als erster deutscher NATO-Generalsekretär (1988-94) förderte er die Zusammenarbeit mit den Armeen des ehemaligen Warschauer Paktes.
1936
Jim Henson († 16.5.1990) US-amerikanischer Puppenspieler und -hersteller. Seine heute berühmten Handpuppen, die Muppets (Wortschöpfung aus "Puppet" und "Marionetten"), entstanden während seiner Universitätsjahre an der Universität Maryland, wo er Kunst studierte. Am Anfang seiner Karriere stand der Frosch Kermit, den Henson aus einem alten Regenmantel und zwei Tennisbällen zusammenbastelte. Mit seiner Muppetsshow, einer gelungenen Mischung aus Flach- und Tiefsinn, erreichte er ab 1976 weltweit ein Publikum von 235 Millionen Menschen. Auch die Kindersendung "Sesamstraße" stammt von Henson.
1941
Linda McCartney († 17.4.1998) US-amerikanische Fotografin. Bei Aufnahmen für ein neues Beatles-Album lernte sie Paul McCartney kennen, den sie bald darauf heiratete. Nach Auflösung der Beatles war sie Mitglied der Band "Paul McCartney and the Wings" und wurde daneben bekannt durch ihre Fotografien. Zudem engagierte sie sich im Tierschutz. Nach ihr ist auch die von Paul McCartney ins Leben gerufene Tierschutz-Organisation, die "Linda-McCartney-Stiftung", benannt. Als Autorin mehrerer vegetarischer Kochbücher machte sie sich ebenfalls einen Namen. 1998 starb sie an Brustkrebs.
Ereignisse
1852
Der erste Flug mit einem motorisierten Luftfahrzeug glückte: Der französische Maschinenbauingenieur Henry Giffard legte mit seinem Luftschiff von Paris nach Elancourt bei Trappes eine 28 Kilometer lange Strecke zurück. Das Luftschiff bestand aus einem zigarrenförmigen Gasballon, der von einer dampfmaschinengetriebenen Luftschraube bewegt wurde. Die Schraube befand sich auf einer Plattform, die unter dem Ballon hing. Die 44 Meter lange "Zigarre" mit einem Durchmesser von zwölf Metern und einem Gasinhalt von 2500 Kubikmetern flog mit einer Geschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde. Ein dreieckiges Segel diente als Steuer. Bei einem zweiten Versuch im Jahr 1857 wurde der Ballon zerstört.
1862
Otto von Bismarck wurde von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Viele seiner Kritiker befürchteten nun den Rückfall staatlicher Politik in einen antiliberalen Konservatismus. Bismarck, der "reaktionäre Bursche und Junker", kündigte an, dass er "die großen Fragen der Zeit" mit "Eisen und Blut" lösen werde. Er erhielt vom König eine seine gesamte Regierungszeit kennzeichnende weitgehende Freiheit für seine Politik.
1910
Im Berliner Arbeiterbezirk Moabit kommt es im Zusammenhang mit einem Lohnstreik von Kohlenarbeitern zu mehrtägigen Straßenschlachten mit der Polizei, die sich schützend vor Streikbrecher gestellt hatte. Zwei Arbeiter werden getötet, Hunderte verletzt.
1929
Die Sowjetunion streicht per Regierungsdekret den Samstag und Sonntag, die Woche wird auf vier Arbeitstage und einen Ruhetag verkürzt. Diese Maßnahme soll die Produktion steigern und gilt für alle Industriebetriebe, Behörden und Schulen.
1945
Der Film "Rom, offene Stadt" von Roberto Rosselini hatte in der italienischen Hauptstadt Premiere. Das neorealistische Werk schildert den Alltag der kleinen Leute in der von US-Truppen besetzten Metropole. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale eines in einer illegalen Druckerei beschäftigten Arbeiters und eines Priesters, der ihm und anderen Verfolgten Schutz gewährt. Der Film wurde noch während des Krieges konzipiert und beruft sich auf historisch belegte Begebenheiten. Rosselini inszenierte mit persönlichem, spontanem Engagement und verwendete hierbei einen dokumentarischen Stil. Die Mitwirkenden waren vornehmlich Laiendarsteller.
1959
Günter Grass veröffentlicht seinen ersten Roman "Die Blechtrommel" und begründet damit seinen bis heute ungebrochenen Weltruhm als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart.
1968
Japanische Wissenschaftler stellen eine Revolution in der Herzdiagnostik vor. Eine Minikamera, die über Blutgefäße in die Herzkammern eingeführt werden kann und Aufnahmen vom lebenden Herz liefert.
1975
Die Verfilmung der Böll-Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta feierte Premiere. Der Streifen handelt von einer jungen Frau, die durch die kurze Bekanntschaft mit einem angeblichen Anarchisten zum wehrlosen Opfer von Polizei, Justiz und Sensationspresse wird. Böll wollte mit dem Buch vor allem die BILD-Zeitung als Stellvertreter der Boulervardpresse kritisieren. Der Film nach seinem Beitrag zur Terrorismusdebatte der 70er Jahre gilt als eines der provokantesten und wichtigsten Werke des neuen deutschen Films. Schlöndorff und von Trotta griffen bei der Verfilmung vor allem zu Polemik und Überzeichnung der Charaktere.
1978
Mit 82,3 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich die Eidgenossen für die Gründung des Kantons Jura in der Schweiz aus. Der französischsprachige Teil des Kantons Bern wurde von ihm abgetrennt. 1815 war das Gebiet vom Kanton Bern einverleibt worden. In der Folge gab es seit 1830 sprachlich, sozial und konfessionell bedingte Konflikte. 1959 sollte ein Volksentscheid die Lostrennung vom Kanton Bern klären. Doch die Bevölkerung im Jura sprach sich dagegen aus. 1974 entschied sie sich dann doch für die Trennung von Bern. Durch die Abstimmung von 1978 wurde das Jura zum jüngsten Kanton der Schweiz. Er wurde aus den Bezirken Delémont, Franches-Mantagnes und Porrentruy gebildet. Seine Hauptstadt ist Delémont.
1991
Der ehemalige Leiter der Spionageabteilung im Ministerium für Staatssicherheit der DDR, Markus Wolf, stellt sich den Behörden am Grenzübergang Bayerisch-Gmain. Wolf, der auch im Westen den Ruf eines Meisterspions genoss, hatte sich ein Jahr lang durch Flucht der Verhaftung entzogen.
2003
Am 24.September 2003 um 20:40:52 Uhr MEZ sendet die Raumsonde Galileo ihr letztes Signal zur Erde. 17 Minuten später verglüht die altgediente Sonde, nach einem kontrollierten Absturz in der dichten Atmosphäre des Riesenplaneten Jupiter. Die Raumsonde Galileo startete am 18. Oktober 1989 auf ihrem Weg zum Jupiter. Noch nie war der Planet Jupiter längere Zeit kontinuierlich von einer Raumsonde beobachtet worden. Zwar flogen schon vier Raumsonden an ihm vorbei (Pioneer 10 und 11 und Voyager 1 und 2) aber sie konnten durch den Vorbeiflug jeweils nur kurze Momentaufnahmen liefern. Das sollte sich mit Galileo ändern. Es wurde eine Atmossphärensonde ausgesetzt die dauerhaft um Jupiter kreiste, und seit 1995 detailreiche Aufnahmen des Riesenplaneten und seiner grossen Monde zurückfunkte. Letzte Daten sollten klären, ob Jupiter einen Ring aus Gesteinsbrocken hat.

George Washington Carmack amerikanischer Goldsucher. Ihm wurde lange Zeit der Goldfund am Bonanza Creek zugeschrieben, der den Klondike-Goldrausch auslöste. Neueren Erkenntnissen zufolge war dies allerdings Carmacks Schwager Skookum Jim. Carmack kam 1887 von San Francisco über Dyea und den Chilkoot Pass an den Yukon River. Er nahm eine Indianerin vom Stamm der Tagish zur Frau, die kurze Zeit später an einer Grippe verstarb. Carmack heiratete daraufhin Shaaw Tlaa, eine Schwester seiner ersten Frau, die er „Kate“ nannte. Die Familie lebte von Handel, Fischerei und Jagd im Yukon-Territorium. Carmack entdeckte eine Kohlemine in der Nähe der heutigen, nach ihm benannten Stadt Carmacks. Im August 1896 fischten er und seine Frau an der Mündung des Klondike River, als ihnen der Goldsucher Robert Henderson empfahl, am Rabbit Creek (dem heutigen Bonanza Creek) nach Gold zu suchen. Zusammen mit den Indianern Skookum Jim und Dawson Charlie wurden sie am 16. August 1896 am berühmt gewordenen Discovery Claim fündig. Im Frühjahr 1898, als die ersten von dem Fund angelockten Goldsucher am Yukon eintrafen, residierte Carmack in der aufblühenden Stadt Dawson City und ließ, finanziert von seinem neuen Reichtum, andere für sich arbeiten.
Am 24.September 2003 um 20:40:52 Uhr MEZ sendet die Raumsonde Galileo ihr letztes Signal zur Erde. 17 Minuten später verglüht die altgediente Sonde, nach einem kontrollierten Absturz in der dichten Atmosphäre des Riesenplaneten Jupiter. Die Raumsonde Galileo startete am 18. Oktober 1989 auf ihrem Weg zum Jupiter. Noch nie war der Planet Jupiter längere Zeit kontinuierlich von einer Raumsonde beobachtet worden. Zwar flogen schon vier Raumsonden an ihm vorbei (Pioneer 10 und 11 und Voyager 1 und 2) aber sie konnten durch den Vorbeiflug jeweils nur kurze Momentaufnahmen liefern. Das sollte sich mit Galileo ändern. Es wurde eine Atmossphärensonde ausgesetzt die dauerhaft um Jupiter kreiste, und seit 1995 detailreiche Aufnahmen des Riesenplaneten und seiner grossen Monde zurückfunkte. Letzte Daten sollten klären, ob Jupiter einen Ring aus Gesteinsbrocken hat.