4. September
Geburtstage
1917
Henry Ford II († 29.9.1987) US-amerikanischer Unternehmer. Der Enkel von Henry Ford I.(1863-1947), des Gründers der Ford Motor Company, war ab 1938 im Familienbetrieb beschäftigt und übernahm 1945 die Präsidentschaft des wirtschaftlich angeschlagenen Konzerns. Durch Reformen für die Arbeiter, Entwicklung neuer Automodelle und Modernisierung der Werkstruktur gelang Henry Ford II die Rückeroberung des amerikanischen Marktes.
Ereignisse
1772
In der kalifornischen Missionsstation San Gabriel versammelten sich auf Geheiß des spanischen Gouverneurs Felipe de Neve elf Familien. Sie sollten im Namen des spanischen Königs das umliegende Gebiet besiedeln. In Begleitung von Soldaten und Priestern zogen die "Pobladores", 44 Männer, Frauen und Kinder, neun Meilen gen Südwesten. An einem 1769 von Gaspar de Portolá angelegten Camp am Flussufer gründeten sie das Dorf "El Pueblo de Nuestra Senora la Reina de Los Angeles de Porciuncula", die spätere City of Los Angeles. Die "Stadt der Engel" wurde im Jahr 1846 unabhängig und erhielt am 4. April 1850 das Stadtrecht. Los Angeles ist heute die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Staaten.
1802
Dem deutschen Altphilologen Georg Friedrich Grotefend (1775-1853) gelang die erste teilweise Entzifferung der altpersischen Keilschrift. Er konnte zehn der insgesamt 37 Zeichen entschlüsseln. Grundlage für Grotefends wissenschaftliche Arbeit war die Kopie der Inschrift von Bisutun, die der deutsche Forscher Carsten Niebuhr 1777 nach einer Expedition in den Nahen Osten veröffentlicht hatte. Diese war in drei bis dahin unbekannten Sprachen vom persischen König Dareios I. geschrieben worden. Die Entschlüsselung der zweiten, elamischen Keilschriftsprache gelang dem dänischen Orientalisten Niels Ludvig Westergaard im Jahr 1844. Die babylonische Version der Inschrift wurde unter anderem von dem englischen Assyrologen Henry Creswicke Rawlinson entziffert, der seine Erkenntnisse 1850 veröffentlichte.
1837
Der US-amerikanische Erfinder Samuel Morse (1791-1872) führte erstmals die praktische Anwendung des von ihm entwickelten elektromagnetischen Schreibtelegrafen vor, der später als "Morseapparat" bezeichnet wurde. Der Professor für Malerei, Plastik und Zeichenkunst hatte 1833 mit seinen chemischen und elektrischen Experimenten begonnen. Im Oktober 1837 meldete er sein Gerät zum Patent an und enwickelte im selben Jahr das Morsealphabet. 1843 erhielt der Erfinder vom US-Kongress 30.000 Dollar zur Errichtung der ersten Telegrafenleitung zwischen Washington und dem 65 Kilometer entfernten Baltimore in Maryland. Am 24. Mai 1844 schickte Morse die erste telegrafische Botschaft vom Capitol nach Baltimore: "What hath God wrought?"
1882
In der Pearl Street im New Yorker Stadtteil Manhattan eröffnete der Erfinder Thomas Alva Edison das erste öffentliche Kraftwerk, um den Käufern seiner Glühbirnen auch die entsprechende Versorgung mit Gleichstrom anbieten zu können. Bereits 1876, drei Jahre vor der Erfindung der Glühbirne, hatte er mit den reichen New Yorker Familien Morgan und Vanderbilt die "Edison Electric Light Company" gegründet. Thomas Alva Edison (1847-1931) war mit mehr als 1000 Patenten einer der produktivsten Erfinder Nordamerikas: nach der Entwicklung eines telegraphischen Übertragungsgeräts (1868) und eines Mikrofons zur Verbesserung des Bell'schen Telefons (1876) erfand er 1877 das Grammophon.
1953
Die Arbeitslosenquote in Deutschland sinkt zum ersten Mal unter die Millionengrenze.
1965
Findet zum erstenmal in einer Sendung des Deutschen Fernsehens (ARD) die Ziehung der Lottozahlen statt. Weil über die Hälfte der Bundesbürger Lotto spielen, versprach das Fernsehen sich von der öffentlichen Ziehung hohe Einschaltquoten.
1972
Der 22-jährige Schwimmer Mark Spitz gewann bei den Olympischen Spielen in München mit der US-Lagenstaffel über 4 x 100 Meter seine siebente Goldmedaille. Spitz dominierte die Einzelwettkämpfe über 100 und 200 Meter Schmetterling ebenso wie die Freistilstrecken über 100 und 200 Meter. Zwei weitere Goldmedaillen holte der Ausnahmeathlet mit den beiden Freistil-Staffeln. Die sieben Titel - jeweils in neuer Weltrekordzeit - machten "Mark the Shark" zum erfolgreichsten Olympiateilnehmer. Wenige Stunden nach dem Triumph des jüdischen Schwimmers überfielen palästinensische Terroristen die israelische Unterkunft im Olympischen Dorf. Spitz wurde unter Geleitschutz gestellt und erklärte nach der Rückkehr in die USA seinen Rücktritt. 1999 wurde er zum "Schwimmer des Jahrhunderts" gewählt.
1987
Ein sowjetisches Gericht verurteilte den Deutschen Mathias Rust, der mit seinem Sportflugzeug auf dem Roten Platz in Moskau gelandet war. Er war am 28. Mai 1987 unentdeckt vom sowjetischen Radar von Helsinki bis nach Moskau geflogen. Rust wurde zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt, von denen er jedoch nur ein Jahr absitzen musste, bis er wieder freigelassen wurde.
