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5. September         

1638

Ludwig XIV. († 1.9.1715) König von Frankreich. Der Sohn von Ludwig XIII. und Anna von Österreich wurde im Alter von vier Jahren zum König gekrönt. Bis zu seiner Volljährigkeit stand er unter der Regentschaft seiner Mutter und des Kardinals Mazarin. Nach dessen Tod wurde der "Sonnenkönig" alleiniger Herrscher und entwickelte nach dem Leitsatz "L'État c'est moi" den Absolutismus zu höchster Vollendung. Ludwig XIV. ließ das prachtvolle Schloss zu Versailles bauen und förderte durch die Errichtung namhafter Akademien die Kunst und die Wissenschaft. Außenpolitisch versuchte der König, in drei Kriegen die Hegemonie Frankreichs in Europa zu festigen. Erst im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) wurde diese Vormachtstellung erschüttert. Am Ende der Regierungszeit Ludwigs XIV. stand das Land vor dem finanziellen Ruin.

 

 

1940

Raquel Welch Eigentlich Jo Raquel Tejada, US-amerikanische Schauspielerin. Bereits in der Schule gewann die Tochter eines bolivianischen Einwanderers Preise für Theaterrollen. Nach kleinen Rollen in Hollywoodfilmen im Jahr 1964 wurde sie gezielt zu "Amerikas Antwort auf Ursula Andress" aufgebaut und zierte mit ihren Idealmaßen bald die Titelseiten der Gazetten. 1966 war sie laut "Life Magazine" die "meistfotografierte Frau des Jahres" und kassierte Millionengagen für ihre Rollen in zumeist anspruchslosen Filmen. Das Image des Sexstars konnte sie trotz ihrer Bemühungen um ernste Rollen nicht ablegen. In den 1980er Jahren produzierte sie Fitness-Videos und geriet durch Ehekrisen in die Schlagzeilen. 1993 trat sie mit Erfolg in der Parodie "Die nackte Kanone 33 1/3" auf.

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1866

Am jüdischen Neujahrsfest wurde in Berlin nach fast siebenjähriger Bauzeit die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße eröffnet. Die bestehenden Berliner Synagogen boten seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr ausreichend Platz für die 25.000 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde. Der prachtvoll ausgestattete Neubau, von dem Architekten Eduard Knoblauch im orientalischen Baustil konzipiert, war mit 3200 Sitzplätzen das größte jüdische Gotteshaus Deutschlands. Die Hauptkuppel mit dem goldenen "Magen David" symbolisierte das jüdische Selbstbewusstsein. Während der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurde auch die Neue Synagoge geschändet. Im März 1940 fand der letzte Gottesdienst statt. 1943 wurde die Neue Synagoge bei einem Luftangriff schwer beschädigt und musste 1958 abgerissen werden.

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1904

Japan und Rußland unterzeichnen einen Friedensvertrag. Rußland verliert den südlichen Teil der Insel Sachalin und den Hafen Port Arthur; Korea wird japanisches Interessensgebiet. Beide Mächte ziehen ihre Truppen aus der Mandschurei zurück und erkennen die Hoheit Chinas über das Gebiet an.

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1970

Beim Anschlussstraining zum Großen Preis von Italien in Monza verunglückte der österreichische Formel-1-Rennfahrer Jochen Rindt im Alter von 28 Jahren tödlich. Mit einer gebrochenen Bremswelle raste der Lotuspilot in die Leitplanke der Parabolica-Kurve. Rindt, der die ersten fünf Grand-Prix-Rennen der Saison gewonnen hatte, lag in der Wertung uneinholbar in Führung und wurde postum zum Weltmeister von 1970 erklärt. 1964 hatte der Rennfahrer sein Debüt in der Formel 1 gegeben, von 60 Grand-Prix-Rennen konnte er sechs als Sieger beenden. Popularität erreichte der Star der Hippie-Ära auch abseits der Rennpiste durch seine unkonventionelle Kleidung und seine Ehe mit dem glamourösen finnischen Model Nina Lincoln.

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1972

Am 5. September 1972 überfällt ein Trupp palästinensischer Terroristen die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München. Im Verlauf der Geiselnahme kommen 17 Menschen um - die Spiele werden aber nur kurz unterbrochen.

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1977

"Deutscher Herbst" Als Deutscher Herbst wird die Zeit und ihre politische Atmosphäre in Westdeutschland im September und Oktober 1977 bezeichnet, die geprägt war durch Anschläge der linksextremistischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF). Die Entführung und Ermordung Hanns Martin Schleyers, die Entführung des Lufthansa-Flugzeugs Landshut und die Selbstmorde der inhaftierten führenden Mitglieder der ersten Generation der RAF stellten den Schlussakt der so genannten Offensive 77 der RAF und den Höhepunkt des deutschen Terrorismus dar. Der Deutsche Herbst gilt als eine der schwersten Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Am 5. September 1977 wurde der Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer in Köln überfallen und verschleppt, dabei wurden sein Fahrer und drei Polizeibeamte ermordet. Die Entführer forderten die Freilassung von elf gefangenen RAF-Mitgliedern. Da die Regierung – anders als bei der Entführung von Peter Lorenz zwei Jahre zuvor – nicht zu einem Gefangenenaustausch bereit war, versuchten mit der RAF verbündete Terroristen der PFLP, den Druck durch die Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ am 13. Oktober 1977 zu erhöhen.


Nach einer Odyssee des Flugzeuges durch die arabische Welt und der Ermordung des Kapitäns Jürgen Schumann landeten die Terroristen auf dem Flughafen Mogadischus, der Hauptstadt des ostafrikanischen Somalia. Hier wurde das Flugzeug am 18. Oktober gegen 0:30 Uhr durch die GSG 9 gestürmt. Um 0:38 Uhr kam eine Sondermeldung des Deutschlandfunkes, dass „alle Geiseln befreit sind. Ob es unter ihnen Tote und Verletzte gab, wissen wir zu dieser Stunde noch nicht …“. Die 86 Geiseln konnten unverletzt befreit werden.

Kurz danach, noch in der Nacht vom 17. zum 18. Oktober 1977, der Todesnacht von Stammheim, begingen die in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe Selbstmord. Die ebenfalls in Stammheim inhaftierte Irmgard Möller überlebte mit vier Messerstichen in der Herzgegend.

Als Reaktion auf die Stürmung des Flugzeuges „Landshut“ wurde Hanns Martin Schleyer von seinen Entführern erschossen. Seine Leiche wurde am Abend des 19. Oktober in Mülhausen im Elsass gefunden.

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1980

Der Sankt-Gotthard-Tunnel, mit 16,3 Kilometern die längste unterirdische Straße der Welt, wurde nach einer Bauzeit von elf Jahren für den Verkehr freigegeben. Mit der Betonröhre durch das Sankt-Gotthard-Massiv verkürzte sich die Fahrzeit auf dieser wichtigen Nord-Süd-Achse um rund zwei Stunden gegenüber der Passstraße. Der Bau kostete rund 700 Millionen Franken, 18 Menschen starben beim Bau des Tunnels. Er wird jährlich von etwa sieben Millionen Fahrzeugen passiert, darunter über eine Million Lastwagen. Inzwischen wurde vom schweizer Nationalrat der Bau einer zweiten Tunnelröhre für den Autoverkehr gebilligt. Am 10. Juli 2000 wurde mit dem Bau des Gotthard-Basistunnels, des längsten Eisenbahntunnels der Welt, begonnen.

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1990

Der Bundesgerichtshof lässt den genetischen Fingerabdruck erstmals als Beweismittel zu.

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1991

In Moskau beschloss der Volksdeputiertenkongress die Bildung einer Übergangsregierung. Die Präsidenten der einzelnen Republiken sollten unter dem Vorsitz Michail Gorbatschows den Staatsrat stellen. Damit war offziell das Ende der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) eingeleitet. Dem Beschluss war im August der Putschversuch orthodox-kommunistischer Funktionäre vorausgegangen, in dessen Verlauf Präsident Gorbatschow unter Hausarrest gestellt wurde. Reformpolitiker unter der Führung Boris Jelzins verhinderten den Staatsstreich. Im Dezember wurde die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) gegründet, und Gorbatschow trat am 25. Dezember 1991 als Staatspräsident zurück. Am folgenden Tag beschloss das Parlament offiziell die Auflösung der Sowjetunion.

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