7. September
Geburtstage
1533
Elisabeth I. († 24.3.1603) Englische Königin von 1558 bis 1603. Die Tochter von Anna Boleyn wurde nach deren Hinrichtung im Jahr 1536 von ihrem Vater Heinrich VIII. für illegitim erklärt, 1544 jedoch durch einen Parlamentsbeschluss an dritter Stelle zur Thronfolge zugelassen. Nach dem Tod ihrer Halbschwester Maria Tudor wurde Elisabeth 1558 Königin von England. Unter ihrer Regentschaft wurde die protestantische Church of England 1559 zur Staatskirche, die Königin zum Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. 1570 wurde die Monarchin vom Papst exkommuniziert. Das Elisabethanische Zeitalter war für England eine Blütezeit der Künste und brachte Dichter wie William Shakespeare und Christopher Marlowe hervor. Gleichzeitig wuchs das Land unter Elisabeths Führung zur bedeutenden See- und Handelsmacht heran.
1860
"Grandma Moses" († 13.12.1961) Eigentlich Anna Mary Robertson, US-amerikanische Laienmalerin. 1887 heiratete sie den Bauern Thomas Salmon Moses und brachte zehn Kinder zur Welt, von denen nur fünf überlebten. Ab 1905 auf dem Hof "Eagle Bridge" im Staat New York ansässig, begann sie erst im Alter von 70 Jahren zu malen, da sie als Arbeitskraft auf dem Hof nicht länger benötigt wurde. Ihre Bilder schildern im Stil des Naiven Realismus das bäuerliche Leben in und mit der Natur. Bauernhochzeiten, Erntedankfest und Weihnachten waren ebenso Inhalt ihrer Werke wie Märchen ("Mary and Little Lamb"). Mit 80 Jahren hatte Grandma Moses ihre erste Einzelausstellung in New York City, die - auch aufgrund des Alters der Künstlerin - weltweit für Aufsehen sorgte. Ihr 100. Geburtstag wurde vom Gouverneur von New York zum "Grandma Moses Day" ausgerufen.
1908
Michael Ellis De Bakey US-amerikanischer Chirurg. Der Mediziner war ab 1942 als Stabsarzt der US-Armee tätig, wo ihm die Entwicklung chirurgischer Feldlazarette (MASH Units) große Reputation einbrachte. Er erwarb sich in den 1950er Jahren durch die Anwendung neuer Operationstechniken einen Ruf als Herz- und Gefäßspezialist und führte 1964 die erste Bypass-Operation durch. Daneben widmete er sich der Entwicklung künstlicher Herzen. 1966 gelang dem Forscher ein Durchbruch, als er die erste Implantation seines Herzunterstützungssystems vornahm. Die "De Bakey-Pumpe" ersetzte als vorübergehende Maßnahme die Hälfte des Herzens und übernahm mehr als 75 Prozent seiner Arbeit. Als einer der renommiertes Vertreter seines Fachs wurde De Bakey 1996 vom damaligen russischen Präsidenten Jelzin mit der Leitung seiner Bypassoperation betraut.
1909
Kurt A. Körber († 10.8.1992) Deutscher Industrieller und Erfinder. Körber entwickelte die erste Maschine zur Herstellung von Filterzigaretten, für die er sich weltweit die Patentrechte sicherte. 1946 gründete er in Hamburg die Hanseatische Universelle (Hauni-Körber & Co. KG), deren Maschinen weltweit fast 90 Prozent aller Filterzigaretten produzierten. Seinem Leitsatz "Wer in der modernen Industriegesellschaft Erfolg hat, ist der Allgemeinheit verpflichtet" folgend, engagierte er sich auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet. Sein Vermögen machte es ihm möglich, ein umfangreiches Mäzenatentum zu betreiben. Auch nach seinem Tod blieb sein Name durch die gemeinnützige Körber-Stiftung in Erinnerung.
Elia Kazan Eigentlich Elia Kazanjoglous, US-amerikanischer Filmregisseur und Schriftsteller. Mit vier Jahren kam der griechisch-stämmige Regisseur in die USA. Er war Mitglied von Lee Strasbergs "Group Theatre" in New York, bevor er in Hollywood kritische Filme über Gesellschaftsprobleme drehte. Er inszenierte die Uraufführungen vieler Stücke moderner Autoren und trat als Schriftsteller hervor. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Verfilmungen von Werken moderner Autoren wie Tennessee Williams "Endstation Sehnsucht" (1951) und John Steinbecks "Jenseits von Eden" (1955).
1938
Buddy Holly († 3.2.1959) Eigentlich Charles Hardin Holley, US-amerikanischer Rock 'n' Rollmusiker. Der Sänger und Gitarrist spielte als Countrymusiker in kleinen Clubs, bis ihm 1957 mit dem "That'll be the Day" der Sprung auf Platz Eins in den US-Charts gelang. Weitere Hits wie "Peggy Sue", "Oh, Boy!" und "Rave on" wurden zu Klassikern der Rockmusik, Hollys Live-Auftritte gerieten zum Mythos. Als erster Gitarrist setzte er die legendäre "Fender Stratocaster" ein. In seiner kurzen Karriere war Buddy Holly neben Chuck Berry und Elvis Presley der erfolgreichste Rock 'n' Rollmusiker. Er starb bei einem Flugzeugabsturz im Schneesturm zusammen mit den Rockgrößen Richie Valens und J.P. "Big Bopper" Richardson. Der Sänger Don McLean setzte Buddy Holly mit "American Pie" ein musikalisches Denkmal.
1951
Chrissie Hynde Amerikanische Musikerin. Bereits mit 20 Jahren hatte sie ihr Leben dem Motto "Sex, Drugs and Rock'n Roll" verschrieben und zog von Amerika, nach einer Zwischenstation in Paris, nach London. Dort gründete Hynde mit drei Musikern zusammen die Band "The Pretenders". Einer ihrer größten Hits war "Don't get me wrong". Die "Pretenders" standen oft mit der Band "UB40" auf der Bühne. Aber bereits 1981 löste sich die Band wegen Drogenproblemen auf. Im folgenden Jahr starben der Gitarrist und der Bassist der "Pretenders" an einer Überdosis. Chrissie Hynde startete eine Solokarriere und thematisiert die Gespenster ihrer Vergangenheit heute manchmal in ihren Clips.
Ereignisse
1664
Die niederländischen Siedler der nordamerikanischen Kolonie Neu-Niederlande und des Handelspostens Neu-Amsterdam kapitulierten vor der englischen Flotte. Ihr Gouverneur Peter Stuyvesant unterzeichnete die Kapitulationserklärung. Neu-Amsterdam, an der Südspitze des heutigen Manhattan gelegen, wurde zu Ehren des englischen Herzogs von York in New York umbenannt. Aus Neu-Niederlande wurden die Kolonien New York und New Jersey. Die Übernahme der Gebiete durch die Engländer markierte den Beginn des 2. Englisch-Niederländischen Seekrieges (1664-1667). Im Frieden von Breda stimmten die Niederlande 1667 der Abtretung der Kolonien im Tausch gegen das bis dahin britische Surinam zu.
1666
Nach sechs Tagen erlosch das "Great Fire" von London, das am 2. September ausgebrochen war - die britische Hauptstadt war nahezu vollständig zerstört, 87 Kirchen waren ausgebrannt und Zehntausende obdachlos geworden. Das Feuer war in einer Bäckerei in der Pudding Lane ausgebrochen - es war der Laden von Thomas Farynor, Hofbäcker des englischen Königs. Das mittelalterliche London brannte zu 80 Prozent nieder. An den Brand erinnert heute "The Monument", die mit 61,50 Metern höchste frei stehende Steinsäule der Welt.
1822
Mit dem Schrei "Unabhängigkeit oder Tod!" rief der portugiesische Thronfolger Dom Pedro auf dem Hügel von Ipiranga bei Sao Paulo die Unabhängigkeit Brasiliens vom europäischen Mutterland Portugal aus. Pedro (1798-1834) war im Jahr 1807 mit dem Hofstaat seines Vaters, des Kronprinzen Johann, vor den napoleonischen Truppen in die südamerikanische Kolonie geflohen. 1815 proklamierte Johann Portugal und Brasilien zum vereinten Königreich und ließ sich im folgenden Jahr zum König Johann VI. krönen. Vor der Rückreise des Königs in die Heimat wurde Pedro 1821 zum Statthalter in Brasilien ernannt. Nachdem Portugal die Rückstufung Brasiliens zur Kolonie verlangte, schloss er sich der Unabhängigkeitsbewegung an. Am 12. Oktober 1822 wurde Pedro I. zum Kaiser von Brasilien gewählt.
1892
Boxhandschuhe werden Pflicht Am 7. September 1892 wurden im Boxkampf die sogenannten "Queensberry-Regeln" eingeführt, die zur Grundlage des modernen Boxsportes werden sollten. Der erste Boxkampf, bei dem diese Regeln galten, ist der Schwergewichts-Weltmeisterschaftskampf zwischen den beiden US-Amerikanern Corbett und Sullivan. Beide mussten zum erstenmal auch Boxhandschuhe benützen.
1901
In Peking wird das Schlußprotokoll der Friedensverhandlungen zwischen China und den elf Interventionsmächten unterzeichnet. Das "Boxerprotokoll" beinhaltet u.a. Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe und gravierende Einschränkungen der Souveränität Chinas.
1911
In Hamburg wurde nach vierjähriger Bauzeit der erste Elbtunnel für den Verkehr freigegeben. Das 448,50 Meter lange technische Meisterwerk verläuft sechs Meter unter dem Elbstrom und verbindet die St. Pauli-Landungsbrücken mit den Stadtteilen Veddel und Wilhelmsburg auf der Hafeninsel Steinwerder. In prachtvollen Kuppelbauten am Ende der beiden Tunnelröhren befinden sich sechs Fahrstühle, von denen vier für Autos bestimmt sind. Mit diesen werden Fahrzeuge und Fußgänger in die 23,50 Meter tiefer liegenden Röhren transportiert. Auch nach dem Bau des neuen Unterwassertunnels (1968-1975), dessen sechsspurige Autobahn am Tag von mehr als 100.000 Fahrzeugen passiert wird, durchqueren etwa 2500 Personen täglich den Alten Elbtunnel.
1950
Der erste deutsche Nachkriegsfarbfilm "Schwarzwaldmädel" mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann läuft in den bundesdeutschen Kinos an.
Trotz internationaler Proteste begannen in Ost-Berlin, der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, die Sprengungen am Berliner Stadtschloss, in dem bis 1918 das Haus Hohenzollern residiert hatte. Auf dem Gelände wurde im November 1973 der Grundstein für den "Palast der Republik" gelegt, der 1976 als "Volkshaus" und zugleich Sitz der DDR-Volkskammer eröffnet wurde. Das Stadtschloss war 1442 von Andreas Schlüter erbaut worden. Im Bombenhagel vom 3. Februar 1945 brannte der Barockbau fast völlig aus und wurde auf Befehl Walter Ulbrichts schließlich abgerissen. 1990 musste der Palast der Republik wegen Asbestbelastung geschlossen werden. Seitdem wird über einen Abriss des Gebäudes und eine Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses am selben Ort diskutiert.
1982
In Rom verabschiedete das Parlament ein Gesetz zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens. Das Gesetz setzte Vergehen mafioser Vereinigungen mit terroristischer Kriminalität gleich. Das Anti-Mafia-Gesetz machte schon die Zugehörigkeit zur Mafia zum ausreichenden Straftatbestand. Im Laufe der 80er Jahre erfuhr das Gesetz mehrere Verschärfungen mit dem Ziel, die "legale Fassade" der Organisation aufzubrechen. Die sogenannte "Kronzeugenregelung" räumte geständigen Mafiosi Strafermäßigung ein. So konnten in diesem Zeitraum einige Prozesse begonnen und auch abgeschlossen werden. Höhepunkt dabei war der "maxiprocesso" von 1986/87, in dessen Verlauf führende Mafiabosse überführt werden konnten.
1986
Der chilenische Militärdiktator Augusto Pinochet Ugarte wurde bei einem Attentat nur an der Hand verletzt, während fünf seiner Leibwächter starben. Daraufhin verhängte die chilenische Regierung den Ausnahmezustand und ließ Oppositionelle verhaften. Später wurden Pinochet Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, er wurde des Genozids, des Mordes und der Folter bezichtigt. Im Oktober 1998 wurde er in einer britischen Klinik auf Antrag Spaniens unter Hausarrest gestellt. Spanien beantragte seine Auslieferung, um eine Verurteilung wegen Menschenrechtsverletzungen zu erwirken, doch aus Gesundheitsgründen blieb der Ex-Diktator von einem Prozess verschont und durfte nach Chile zurückkehren.
1987
... traf der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, zu einem aufsehenerregenden ersten Besuch in der Bundesrepublik ein. Was für ihn ein Durchbruch zur internationalen Anerkennung war, war im Grunde aber schon der Anfang vom Ende der DDR.

Elisabeth I. († 24.3.1603) Englische Königin von 1558 bis 1603. Die
Tochter von Anna Boleyn wurde nach deren Hinrichtung im Jahr 1536 von ihrem
Vater Heinrich VIII. für illegitim erklärt, 1544 jedoch durch einen Parlamentsbeschluss
an dritter Stelle zur Thronfolge zugelassen. Nach dem Tod ihrer Halbschwester
Maria Tudor wurde Elisabeth 1558 Königin von England. Unter ihrer Regentschaft
wurde die protestantische Church of England 1559 zur Staatskirche, die Königin
zum Oberhaupt der Anglikanischen Kirche. 1570 wurde die Monarchin vom Papst
exkommuniziert. Das Elisabethanische Zeitalter war für England eine Blütezeit
der Künste und brachte Dichter wie William Shakespeare und Christopher Marlowe
hervor. Gleichzeitig wuchs das Land unter Elisabeths Führung zur bedeutenden
See- und Handelsmacht heran.