23. März
Geburtstage
1881
Hermann Staudinger († 8.9.1965) Deutscher Chemiker und Nobelpreisträger. Staudinger gilt als einer der Begründer der modernen Kunststoff-Chemie. 1953 erhielt er für seine Erforschung der Makromoleküle den Nobelpreis. Die Studien Staudingers, der seit 1926 an der Universität Freiburg lehrte, waren von grundlegender Bedeutung für die rasche Entwicklung der Chemiefasern, deren industrielle Nutzung seit den Zwanziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts erfolgte. Zu seinen Hauptwerken zählte das 1947 veröffentlichte Buch "Makromoleküle, Chemie und Biologie".
1907
Daniel Bovet († 8.4.1992) Italienischer Pharmakologe (Sulfonamide, Antihistamine). 1956 wurde er mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Er erforschte die Wirkung des Pfeilgifts Kurare und entwickelte u.a. Medikamente zur vollständigen Muskelentspannung, Blutdrucksenkung und Behandlung von Wundstarrkrampf sowie lebenserhaltende Narkotika für die Anästhesie.
1910
Lale Andersen eignetlich Liselotte Helene Bunnenberg Weltruhm brachte ihr das 1938 veröffentlichte Soldatenlied "Lili Marleen" ein, das schließlich von Soldaten auf beiden Seiten der Fronten gesungen wurde.
1912
Wernher von Braun († 16.6.1977) Deutscher Physiker. Während des Zweiten Weltkrieges übertrug das NS-Regime Braun die Konstruktion von Raketen (V2) für den Kriegseinsatz. Nach 1945 setzten Braun und sein Mitarbeiter ihre Forschungstätigkeit in den USA fort. Obwohl die Vereinigten Staaten mit dieser Art von Raketentechnologie bisher keine Erfahrung hatten, wurde dort in wenigen Jahren ein umfangreiches Forschungsprogramm aufgelegt. 1955 erhielt Braun die amerikanische Staatsbürgerschaft. Drei Jahre später wurde der erste, von Braun und seinem Team entwickelte US-Satellit ins Weltall geschickt. Nach der Gründung der NASA wurde er zum Direktor des "Space Flight Center" in Alabama ernannt und war maßgeblich an der Entwicklung des amerikanischen Weltraumprogramms beteiligt.
1937
Robert Gallo US-amerikanischer Virologe. Gallo und der französiche Wissenschaftler Luc Montagnier vom Pariser "Pasteur-Institut" entdeckten 1984 den AIDS-Erreger HIV (Human Immune Deficiency Virus). Von beiden wurden kurz danach auch der erste AIDS-Test entwickelt. Gallo ist Direktor des "Institute for Human Virology" in Maryland. Zudem forschte er bis 1995 am "National Cancer Institute". In den Jahren von 1980 und 1990 war er der in Publikationen weltweit meist zitierte Wissenschaftler. Gallo wurde für seine Arbeit mit vielen internationalen Auszeichnungen geehrt. Er veröffentliche bisher mehr als 1000 wissenschaftliche Publikationen.
Ereignisse
1776
Kaiser Joseph II erhebt das Wiener Burgtheater in den Rang eines Hof- und Nationaltheaters. Das 1741 errichtete Ballhaus wurde von Kaiserin Maria Theresia zum Opern- und Schauspielhaus umgewandelt. Damals hieß es "Theater nächst der Burg". 1888 zieht das Theater in den von Semper und Hasenauer im Stil der Hochrenaissance entworfenen Repräsentativbau am Ring um. Im 19. Jahrhundert zeichnete sich das Theater besonders durch seinen gepflegten Sprachstil und die vorbildlich gediegene Ausstattung aus. 1944 brannte das Gebäude aus. 1955 konnte es nach dem Wideraufbau neu eröffnet werden.
1900
Beginn der Ausgrabungen am Palast von Knossos auf Kreta durch den britischen Archäologen Arthur John Evans (1851-1941).
1904
Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmt die erste Buchausgabe der Tragödie "Die Büchse der Pandora" von Frank Wedekind. Zuvor war bereits das Drama "Der Reigen" von Arthur Schnitzler verboten worden. Seit der Einführung der "Lex Heinze" im Mai 1900 wachen staatliche Zensurbehörden über "Sittlichkeit und Moral" in der deutschen Literatur.
1905
Tod des französischen Schriftstellers Jules Verne (1828-1905) in Amiens.
1933
Nahm der Reichstag in Berlin gegen die Stimmen der Sozialdemokraten das "Ermächtigungsgesetz" an, das der NSDAP-Regierung Adolf Hitlers erlaubte, ohne Beteiligung des Parlaments Gesetze zu erlassen - angeblich "zur Behebung der Not von Volk und Reich".
1950
Bundestag lehnt die Wiedereinführung der Todesstrafe ab.
1964
Fing in Genf die bis dahin größte Wirtschaftskonferenz der Geschichte an. Auf Anregung der Sowjetunion trafen sich im Palast der Nationen Delegierte aus 119 Nationen. Es galt herauszufinden, wie die reichen Länder der Welt den armen Staaten unter die Arme greifen können. Im Vordergrund der Gespräche stand der Wunsch der sogenannten Entwicklungsländer, für ihre Rohstoffe auf dem Weltmarkt gerechte Preise zu erzielen.
1965
Die Vereinigten Staaten schickten mit Gemini III. erstmals eine bemannte Raumkapsel ins All. An Bord befanden sich die Astronauten Virgil Grissom und Kommandant John Young. Die Raumkapsel umrundete vor ihrer Rückkehr drei Mal die Erde. Ziel der verschiedenen Gemini-Missionen, die zwischen 1964 und 1967 durchgeführt wurden, war die Erforschung der manuellen Steuerung der Raumkapsel durch die aus jeweils zwei Astronauten bestehende Besatzung. Zudem dienten die Flüge als Vorbereitung des sich in Vorbereitung befindlichen Apollo-Programms. Ziel der Apollo-Mission war der Flug zum Mond.
1966
Ludwig Erhard, seit 1963 Bundeskanzler, wurde auf dem Parteitag in Bonn als Nachfolger von Konrad Adenauer zum Vorsitzenden der CDU gewählt. Adenauer blieb als Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit weiterhin politisch aktiv und hatte Sitz und Stimme in allen Parteigremien. Erhard, der mit seinem Programm der "Sozialen Marktwirtschaft" maßgeblichen Anteil am ökonomischen Aufschwung der Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkriegs hatte, legte sein Amt als Bundeskanzler Ende 1966 nieder. Zuvor waren die FDP-Minister aus der Regierungskoalition ausgetreten. Neuer Kanzler wurde Kurt Georg Kiesinger, der Erhard im Mai 1967 auch an der Parteispitze ablöste.
1982
Die "Bürgerinitiative Ausländerstopp" reicht in Nordrhein-Westfalen den Antrag auf Zulassung eines Volksbegehrens ein. Gefordert werden getrennte Schulklassen für deutsche und ausländische Kinder. Die Landesregierung lehnt ab. Die "Bürgerinitiative Ausländerstopp" wird in Zusammenhang mit der nationalistischen NPD gebracht. Politiker sehen die Zunahme der Ausländerfeindlichkeit in Deutschland durch die steigende Arbeitslosigkeit bedingt. Man betrachte Ausländer als Konkurrenten auf dem schmalen Arbeitsmarkt.
1987
Willy Brandt trat nach 25 Jahren als Parteivorsitzender der SPD am 23. März 1987 von seinem Amt zurück. Zuvor hatte die Partei massive Kritik an Brandts Kandidatin für den Posten der SPD-Sprecherin, Margarita Mathiopoulos, geübt. Der frühere Bundeskanzler blieb SPD-Ehrenvorsitzender und engagierte sich auch weiterhin politisch. Besonders in den Tagen des Mauerfalls beteiligte sich der ehemalige Bürgermeister von Berlin erneut aktiv an der Debatte um die Einheit Deutschlands. Nach Brandts Rückzug übernahm der Fraktionschef der SPD, Hans-Jochen Vogel, den Parteivorsitz.
1988
Für 2,7 Mio. Arbeiter und Angestellte des öffentlichen Dienstes wird die 38,5 Stunden-Woche eingeführt
1989
Unter serbischem Druck stimmte die serbische Teilrepublik Kosovo einer Verfassungsänderung zu, mit der ihr Autonomiestatus aufgehoben wurde. Obwohl sich die Mehrheit der kosovo-albanischen Abgeordneten des Parlaments in Pristina der Stimme enthielten und der Antrag nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erhielt, wurde die Verfassungsänderung vom serbischen Parlament in Belgrad wenige Tage später für angenommen erklärt. Das Gebiet wurde unter serbische Kontrolle gestellt und die seit 1974 bestehende Autonomie war aufgehoben. Mit der Wahl des Nationalisten Slobodan Milosevic zum serbischen Präsidenten im Mai 1989 begann sich die Situation zu verschärfen und führte schließlich zum Kosovo-Krieg.
1994
Verena von Weymarn wird vom damaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe mit Wirkung vom 1. April zum Generalarzt befördert. Damit wird sie zum ersten weiblichen General in der deutschen Geschichte. Die korrekte Anrede für weibliche Sanitätsoffiziere im Generalsrang ist „Frau Generalarzt“. Sie studierte von 1964 bis 1971 Medizin an den Universitäten Göttingen und München und promovierte im Oktober 1976 mit einer Arbeit über die Wirkung von Sicherheitsgurten. Im September 1976 trat Verena von Weymarn als Stabsarzt der Luftwaffe in die Bundeswehr ein. Zu diesem Schritt wurde sie nach eigenen Angaben durch eine geregelte Arbeitszeit, die Vielfalt von Aufgaben und die Chance der Tätigkeit als Arzt im Truppendienst und im klinischen Bereich bewogen. Bild: archivesrte.fr

Verena von Weymarn wird vom damaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe mit Wirkung vom 1. April zum Generalarzt befördert. Damit wird sie zum ersten weiblichen General in der deutschen Geschichte. Die korrekte Anrede für weibliche Sanitätsoffiziere im Generalsrang ist „Frau Generalarzt“. Sie studierte von 1964 bis 1971 Medizin an den Universitäten Göttingen und München und promovierte im Oktober 1976 mit einer Arbeit über die Wirkung von Sicherheitsgurten. Im September 1976 trat Verena von Weymarn als Stabsarzt der Luftwaffe in die Bundeswehr ein. Zu diesem Schritt wurde sie nach eigenen Angaben durch eine geregelte Arbeitszeit, die Vielfalt von Aufgaben und die Chance der Tätigkeit als Arzt im Truppendienst und im klinischen Bereich bewogen.