3. März
Geburtstage
1845
Georg Ferdinand Cantor († 6.1.1918) Deutscher Mathematiker. formulierte wichtige Begriffe der Mengenlehre, die besagt, dass eine Menge eine Zusammenfassung von wohlunterschiedenen Objekten (Elementen) sei. Cantor gründete 1890 die Deutsche Mathematikervereinigung, war deren erster Vorsitzender und bemühte sich um die Einrichtung internationaler Kongresse für Mathematiker.
1847
Alexander Graham Bell († 1.8.1922) Amerikanischer Erfinder. Experimentierte er an der Entwicklung des Telegrafen und versuchte die Übertragung musikalischer Töne über Telegrafenleitungen. Das Prinzip beruhte auf der Umwandlung von Schallschwingungen in elektrische Schwingungen, die durch Leitungen übertragen und anschließend in Schallschwingungen umgewandelt werden. Am 10. März 1876 gelang Bell der Versuch. Das Telefon fand 1876 auf der Weltausstellung in Philadelphia große Beachtung. Bell hat sich an der weiteren Entwicklung des Telefons nicht mehr beteiligt.
1911
Jean Harlow († 7.6.1937) Eigentlich Harlean Carpenter, US-amerikanische Schauspielerin. Sie gehörte zu den gefragtesten Schauspielerinnen und spielte mit Clark Gable, Spencer Tracy und James Stewart. Sie zählte zu den Sex-Idolen ihrer Zeit. Zu den Merkmalen Jean Harlows gehörte ein aufgemaltes Muttermal im Gesicht, das Marilyn Monroe später kopierte. Jean Harlows emanzipiertes Auftreten in der Öffentlichkeit erregte häufig Aufsehen. Sie starb 26jährig an einer Harnvergiftung.
1918
Arthur Kornberg US-amerikanischer Biochemiker. Kornberg war der Erste, der ein DNS-synthetisierendes Enzym, die nach ihm benannte Kornberg-Polymerase, isolierte und in einem Reagenzglas Erbinformation erfolgreich synthetisierte. Die Vermehrung des Erbmaterials wurde durch seine Arbeit und Forschung durchsichtiger und leichter verständlich. Kornberg erhielt 1959 zusammen mit S. Ochoa den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.
Fritz Thiedemann († 8.1.2000) Deutscher Springreiter. Fünfmal gewann er das Deutsche Springderby in Hamburg. Er gewann1952 mit der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Helsinki die Bronzemedaille. 1953 wurde Thiedemann Vizeweltmeister, 1956 und 1960 Mannschaftsolympiasieger, 1958 Europameister. Thiedemann wurde in den 50er Jahren zu einem Aushängeschild des deutschen Sports. 1961 beendete Thiedemann seine Karriere. Er widmete sich der Landwirtschaft und der Aufzucht von Pferden, wurde Bundestrainer und gründete ein kleines Unternehmen, das Sportartikel anfertigte.
1930
Heiner Geißler Deutscher Politiker. Geißler wurde in Oberndorf am Neckar geboren. Er studierte Philosophie und Rechtswissenschaft in München und Tübingen. Nach dem Studium arbeitete er als Richter. 1962 bis 1965 war Geißler Leiter des Ministerbüros des Arbeits- und Sozialministers von Baden-Württemberg. 1965 wurde Heiner Geißler in den Deutschen Bundestag gewählt.
Ereignisse
1861
Mit dem Gesetz über die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Zar Alexander II. wurden 23 Millionen russische Bauern, die letzten Leibeigenen Europas, persönlich frei. Das Land blieb jedoch größtenteils Eigentum der Großgrundbesitzer, weil die Ablösezahlungen für die meisten Bauern zu hoch waren und Abgaben und Steuern gezahlt werden mussten. Obwohl die Reform misslang, hatte sie einen bedeutenden psychologischen Effekt auf die russische Gesellschaft. 1881 wurde der Zar bei einem Bombenattentat durch den Anarchisten Nikolaj Rysakow getötet.
1875
Uraufführung der Oper "Carmen" von George Bizet (1838-1875), der eigentlich Alexandre César Léopold hieß. Während der Uraufführung verhielt sich das Publikum reserviert und die Theaterkritiker fällten ein vernichtendes Urteil. Erst die Wiener Aufführung im Oktober 1875 hatte großen Erfolg. Angelehnt an die gleichnamige Novelle von Prosper Merimée erzählt die Oper in drei Akten die tragische Liebe des Polizei-Sergeanten Don José zu der impulsiven Carmen, die in einer Zigarettenfabrik arbeitet. Durch die Verknüpfung von Schicksal und Volksaberglauben und das Zusammenspiel von Liebe und Tod avancierte "Carmen" zu den meistgespielten Opern.
1903
Der amerikanische Kongreß beschließt ein neues Einwanderungsgesetz. Die Forderung der "Liga für Einwanderungsbeschränkungen" nach einem Bildungstest für Einwanderer wird abgelehnt.
1904
Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) besprach eine Edison-Tonwalze (Phonograf), die als das älteste erhaltene politische Tondokument gilt. Dieses Gerät zur Tonaufzeichnung war 1877 vom amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison (1847-1931) erfunden worden. Edison kannte den "Phonautographen" von Leon Scott. Richtungsweisend für seine Erfindung des Phonografen waren seine Versuche mit dünnen Membranen. Als Edison 1877 Bells Telefonhörer untersuchte, stellte er fest, dass die Membran im Gleichklang mit der Stimme vibrierte. Er setzte eine kleine Nadel auf die Membranmitte und ertastete die Schwingungen mit seinem Finger. 1877 ließ Edison seinen Phonografen patentieren. Bereits wenige Wochen nach der Patentanmeldung gründete Edison die "Edison Speaking Phonograph Company", die den Phonografen in Serie herstellte.
1908
Ein erweitertes Enteignungsgesetz ermächtigt die preußische Regierung, für 50 Millionen Mark größere polnische Güter notfalls durch Enteignung zum Weiterverkauf an deutsche Siedler zu erwerben. Tatsächlich wurde von dem Gesetz aber wenig Gebrauch gemacht.
1910
Berichtete Prof. Konrad Alt vor der Medizinischen Gesellschaft in Magdeburg über erfolgreiche Versuche bei der Behandlung der Syphilis. Hierbei wurde das vom Frankfurter Serologen Paul Ehrlich entwickelte Salvarsan angewandt. Nach den ersten erfolgreichen Versuchen an 25.000 Patienten ging Salvarsan in Produktion.
Der amerikanische Ölmagnat John D. Rockefeller (1839-1937), der als reichster Mann der Welt gilt, stellt umgerechnet 1,2 Milliarden Mark für eine Stiftung zur Verfügung. Erklärte Ziele der "Rockefeller Foundation" sind der Kampf gegen die Armut, die Förderung von Wissenschaften und die Verbreitung der Zivilisation.
In Berlin erscheint die erste Ausgabe der expressionistischen Zeitschrift "Der Sturm" als "Kampfzeitschrift für moderne Kunst". Herausgeber ist der Dramatiker, Satiriker und Kunstkritiker Herwarth Walden (1878-1941).
1922
Die politischen und sozialen Auseinandersetzungen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges bringen die Mieterorganisationen ihren Zielen nach Mieterschutz, Mietpreisbindung und Wohnraumbewirtschaftung näher. 1922 verabschiedet der Reichstag das Reichsmietengesetz und bewirkt damit einen wirksamen Schutz vor drastischen Mietsteigerungen und Kündigungen. Hintergrund dieses Beschlusses ist die durch den verlorenen 1. Weltkrieg verstärkte Not der Bevölkerung, welche die steigenden Mieten nicht mehr bezahlen kann. Teilweise mußten sogar sog. "Schlafburschen" einquartiert werden, um das Geld für die Miete aufbringen zu können.
1924
Endete die 600jährige Herrschaft der osmanischen Dynastie. Die türkische Nationalversammlung löste das Kalifat auf und verwies die Angehörigen der Dynastie des Landes. Mit diesem Schritt ging die Geschichte eines Weltreiches zu Ende, das die Geschicke nicht nur des Nahen und Mittleren Ostens, sondern bis nach Europa hinein beeinflusst hatte.
1931
Der US-Kongress erhob das 1814 während eines britischen Angriffs auf Baltimore vom amerikanischen Juristen und Dichter Scott Key (1779-1843) verfasste Gedicht "The Star-Spangled Banner" zur amerikanischen Nationalhymne. Die Melodie stammt vom populären englischen Trinklied "To Anacreon in Heaven" des Komponisten John Stafford Smith. Während der britischen Attacke auf das Fort McHenry in Baltimore, Maryland Harbor, wehte die amerikanische Flagge. Der junge Anwalt Francis Scott Key war über den anhaltenden Beschuss in der Nacht vom 13. zum 14. September 1814 besorgt. Am Morgen danach wehte die Flagge immer noch über dem Fort. Scott Key war so gerührt, dass er das Gedicht niederschrieb. Die Fahne blieb bis heute erhalten und wird in der "Smithsonian Institution" in Washington D.C. aufbewahrt.
1938
Die amerikanische Komödie "Leoparden küsst man nicht" kam in die Kinos. Mit diesem Film gelang Regisseur Howard Hawks (1896-1977) eine der erfolgreichsten Komödien der 30er Jahre. In der Hauptrolle spielt Gary Grant, der als absonderlicher Anthropologe dem Charme Katharine Hepburns als clevere Millionen-Erbin erliegt. Rund um deren zahmen Leoparden entwickelt sich eine turbulente Beziehungskomödie. Howard Hawks gilt als großartiger Geschichtenerzähler, der die US-Filmgeschichte mit Western wie "Red River" (1948) und "Rio Bravo"(1959) prägte.
1960
Meldeten die Nachrichtenagenturen, dass der erste Schwarzafrikaner den Kardinalspurpur erhalten sollte. Damals noch eine kirchengeschichtliche Sensation. Die ungewohnte Erscheinung hieß Laurean Rugambwa. Ganze siebenunddreißig Jahre alt. Geboren 1912 in einem Ort, den kaum ein Europäer kannte: In Bukongo, im seinerzeitigen Deutsch-Ostafrika - heute Tansania.
1972
Nach einer Schießerei in Hamburg wird der zur RAF gehörende Manfred Grashof festgenommen, ein Polizist erliegt später seinen Verletzungen. Kurz danach, am 16. Juni 1972, gelingt es der Polizei in Hannover Ulrike Meinhof zu verhaften. Sie ist die letzte der ursprünglichen RAF-Gründer, die den Fahndern in die Falle geht. Doch die gewalttätigsten RAF-Jahre beginnen erst jetzt, sie finden 1977 mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, des Bankiers Jürgen Ponto sowie der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" und dem Mord an Arbeitgeberpräsident Hans Martin Schleyer ihren Höhepunkt. Alles begann im April 1968, als Andreas Baader und Ulrike Meinhof mit einem Brandanschlag auf ein Kaufhaus ein Zeichen gegen den Vietnamkrieg setzen wollten. 1970 beginnt der Aufbau der "Rote Armee Fraktion", diese führt einen bewaffneten Kampf gegen das "imperialistische System" in der Bundesrepublik, gegen die NATO und den "Militärisch Industriellen Komplex".
1995
Amerikanische Experimentalphysiker im Forschungszentrum Fermilab bei Chicago entdecken den letzten, wahrscheinlich kleinsten und nicht mehr teilbaren Baustein der Materie, das Top- Quark. Um derartige Elementarteilchen, die meist von sehr kurzer Lebensdauer sind, überhaupt untersuchen zu können, müssen diese zunächst mit großem Energieaufwand in sog. Teilchenbeschleunigern erzeugt werden. Das Quark-Modell geht im wesentlichen auf den amerikanischen Physiker Murray Gell-Mann zurück (1964); den Ausdruck "Quark" soll er von James Joyce's Roman "Finnegan's Wake" übernommen haben.

Alexander Graham Bell († 1.8.1922) Amerikanischer Erfinder. Experimentierte
er an der Entwicklung des Telegrafen und versuchte die Übertragung
musikalischer Töne über Telegrafenleitungen. Das Prinzip beruhte auf der Umwandlung
von Schallschwingungen in elektrische Schwingungen, die durch Leitungen übertragen
und anschließend in Schallschwingungen umgewandelt werden. Am 10. März 1876
gelang Bell der Versuch. Das Telefon fand 1876 auf der Weltausstellung in
Philadelphia große Beachtung. Bell hat sich an der weiteren Entwicklung des
Telefons nicht mehr beteiligt.