2. Juni
Geburtstage
1740
Donatien Alphonse François Marquis de Sade († 2.12.1814) Französischer Schriftsteller. Er verbrachte 31 Jahre seines Lebens in Gefängnissen, Asylen und Irrenanstalten. Das erste Mal festgenommen wurde de Sade mit 23 Jahren wegen schwerer Ausschweifungen und politischer Vergehen. Später wurde er aufgrund seiner Schriften ("Die 120 Tage von Sodom", 1785 und "Die neue Justine", 1797 ) eingesperrt. Darin beschreibt er verschiedene Formen pathologischer Lust durch die Herrschaft über andere Menschen. Erst in einer Welt ohne Unterdrückung glaubte er den Menschen frei von perversen sexuellen Fantasien. Die meisten seiner Werke wurden verboten, dennoch übte er großen Einfluß auf die französische Literatur des 19. Jahrhunderts und auf die Erforschung der Psychopathologie aus.
1835
Pius X. († 20.8.1914) Eigentlich Giuseppe Sarto, Papst. Der Sohn eines Bauern wurde 1858 zum Priester geweiht, wurde 1884 Bischof von Mantua und 1893 Patriarch von Venedig und Kardinal. 1903 wurde er zum Papst gewählt.
1891
Ōnishi Takijirō † 16. August 1945 - Admiral der kaiserlich-japanischen Marine, der als Gründer der japanischen Kamikaze-Einheiten am Ende des Pazifikkriegs Bekanntheit erlangte. Als Unterleutnant zur See wurde er dem Flugzeugmutterschiff Wakamiya zugewiesen, dem ersten Fleugzeugträger der kaiserlich-japanischen Marine. Er gehörte deshalb zu den Pionieren der japanischen Marinefliegerkräfte. Ōnishi nahm auf der Wakamiya an der Belagerung von Tsingtau teil und war dort am ersten schiffsgestützten Luftangriff in der Militärgeschichte beteiligt. Er wurde 1918 nach England und Frankreich entsandt, um die Entwicklung und den Einsatz von Kampfflugzeugen während des Ersten Weltkriegs zu beobachten.
Im Oktober 1944 wurde Ōnishi der Befehlshaber der 1. kaiserlich-japanischen Luftflotte auf Luzon, deren Auftrag die Unterstützung der Vereinigten Flotte unter Admiral Kurita Takeo während der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte war. Nach der Niederlage in der Schlacht in der Philippinensee standen Ōnishi viel zu wenig Kampfflugzeuge zur Verfügung, um den Auftrag der Vernichtung der US-Trägerflotte tatsächlich durchführen zu können. Ōnishi entschied sich auf Anraten des japanischen Kaisers dafür, die wenigen verbleibenden Flugzeugbesatzungen in Selbstmordangriffen zu opfern. (→Shimpū Tokkōtai) Dabei spielten neben militärischen Gesichtspunkten auch propagandistische Gründe eine Rolle. Die Selbstaufopferung der Piloten diente als Vorbild für die Rekrutierung weiterer Selbstmordpiloten. Tatsächlich war bereits der erste Einsatz keineswegs freiwillig. Der später von der japanischen Propaganda zu einem gottähnlichen Kami stilisierte Pilot Seki Yukio äußerte gegenüber einem Reporter[1]:
„Japan ist am Ende, wenn es dazu gezwungen ist, einen seiner besten Piloten zu töten. Ich gehe nicht für den Kaiser oder für das japanische Kaiserreich auf diese Mission ... Ich gehe, weil es mir befohlen wurde !“
Nach der Landung der US-amerikanischen Truppen auf den Philippinen wurde die 1. kaiserlich-japanische Luftflotte im Januar 1945 nach Formosa (heute Taiwan) verlegt. Auch dort organisierte Ōnishi weitere Kamikaze-Einsätze gegen die US-amerikanischen Flottenverbände.
Später kehrte Ōnishi nach Japan zurück und wurde am 19. Mai zum Vizechef des Generalstabs der kaiserlich-japanischen Marine ernannt.[2]
Es wird in verschiedenen Quellen behauptet, das Ōnishi die Selbstmordeinsätze abgelehnt habe. Dies kann aufgrund des Eifers, den er als Befehlshaber der Shimpū Tokkōtai an den Tag legte, angezweifelt werden. Insgesamt wurden bis zum 15. August 1945 über 4.000 meist noch minderjährige japanische Piloten in Selbstmordeinsätzen getötet. Die überwiegende Mehrzahl der Piloten wurde abgeschossen, bevor sie ihren Auftrag erfüllen konnten.
Der Einsatz der Kamikaze-Piloten war in den Gedanken Ōnishis nur der Auftakt zu einer weit umfassenderen Selbstopfer-Taktik: „Wenn 20 Millionen Japaner das höchste Opfer in speziellen Angriffen bringen, werden wir einen vollständigen Sieg erreichen.“ Ōnishi betonte, das es dabei nicht notwendig sei, 20 Millionen Piloten auszubilden, sondern es sich lediglich um Menschen handeln müsse, die bereit wären, ihr eigenes Leben in einem effektiven Angriff gegen den Feind zu opfern. Wie die meisten japanischen Offiziere beharrte Ōnishi auf einer Fortsetzung des Krieges mit allen Mitteln und lehnte eine Kapitulation kategorisch ab.
Selbstmord [Bearbeiten]
Ōnishi Takijirō wenige Stunden vor seinem rituellen Selbstmord (Aufnahme von Kodama Yoshio, 15. August 1945)Nach der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 war die Sinnlosigkeit der Kamikaze-Einsätze offensichtlich geworden. Wie viele japanische Generale und Admirale (→Tōjō Hideki, →Hajime Sugiyama) beschloss Ōnishi Selbstmord zu begehen. In seinem Abschiedsbrief entschuldigte er sich bei den Kamikaze-Piloten und rief alle jungen Japaner dazu auf, beim Wiederaufbau des Landes mitzuhelfen. Sein Selbstmord sollte als Buße gegenüber den Kamikaze-Piloten und ihren Familien verstanden werden.
Ōnishi beging am 16. August 1945, einen Tag nach der japanischen Kapitulation, in Anwesenheit von Kodama Yoshio Seppuku. Sein Todeskampf dauerte über 15 Stunden. Kodama berichtete später[3]:
“But when Vice Admiral Ōnishi [...] summoned me to his deathbed and asked me to look after his affairs, and I saw him die with a smile on his face, I became convinced that in some circumstances a man can embrace death with joy. [...]”
„Aber als Vizeadmiral Ōnishi [...] mich an sein Totenbett rief und mich darum bat, seine Angelegenheiten zu regeln und ich ihn mit einem Lächeln auf seinem Gesicht sterben sah, wurde ich davon überzeugt, dass ein Mann unter bestimmten Umständen den Tod mit Freunde umarmen kann. [...]“
1917
Heinz Sielmann Deutscher Tierfilmer, Verhaltensforscher und Autor produzierte bis 1991 die Fernsehserie "Expeditionen ins Tierreich" für die ARD. Zu seinen berühmtesten Filmen gehört "Herrscher des Urwalds" (1957), der in 27 Sprachen synchronisiert wurde. Sielmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem fünf Bundesfilmpreise. 1995 gründeten Heinz und Inge Sielmann die "Heinz Sielmann Stiftung", die sich zum Ziel setzt, Kinder und Jugendliche an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen.
Ereignisse
1644
Unter der Führung von Oliver Cromwell gewinnen die Parlamentarier die Schlacht bei Marsten Moor gegen die königlich englische Kavallerie und wenden den englischen Bürgerkrieg zugunsten der Parlamentarier. Auf Verlangen Cromwells wird die Armee neu organisiert. Die Masse der Soldaten und unteren Offiziersränge stellen Bauern und Handwerker, die Befehlsgewalt wird zentralisiert und der Sold regelmäßig ausbezahlt. Im Juni 1645 schlägt die Bauernarmee die königlichen Truppen vernichtend, der König flieht und wird 1649 von Cromwell vor Gericht gestellt und hingerichtet. Cromwell löst 1653 das Parlament auf und regiert bis zu seinem Tod als Militärdiktator.
1906
Mit einer Fahrt der Kaiseryacht "Alexandria" wird der Teltowkanal eingeweiht. Er verbindet im Süden von Berlin auf einer Strecke von 38 km die Havel mit der Spree.
1907
Mit einem 3:1-Sieg über Viktoria 89 Berlin wird der Freiburger SC Deutscher Fußballmeister.
1910
Der britische Flugpionier Charles Steward Rolls (1877-1910) überfliegt den Ärmelkanal zwischen Dover und Calais.
1916
Deutsche Truppen stürmen das französische Fort Vaux und besetzen den strategisch wichtigen Ausgangspunkt für einen Durchbruch nach Verdun. Die Schlacht hatte im Februar begonnen, bereits der erste deutsche Angriff auf Verdun war gescheitert. Im September begann ein großer Gegenangriff der französischen Armee, Anfang November räumten die Deutschen Fort Vaux. Nach offiziellen Angaben verloren die Franzosen fast 350 000 und die Deutschen 330 000 Mann. Die Schlacht selbst brachte für keine Seite definitive Entscheidungen oder strategische Vorteile.
1946
Bei einer Volksabstimmung entschied sich die Mehrheit der Italiener für die Einführung einer Republik als zukünftige Staatsform. 89 Prozent der Wahlberechtigten, darunter zum ersten Mal auch Frauen, beteiligten sich an der Abstimmung. König Umberto II. dankte ab, verließ Italien und ließ sich in Portugal nieder. Enrico de Nicola wurde von der Nationalversammlung zum vorläufigen Staatspräsidenten gewählt.
1953
wurde Prinzessin Elizabeth Alexandra Mary als Elizabeth II zur Königin des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland gekrönt. Die Krönung wurde zu einem der größten Medienereignisse ihrer Zeit: Hunderttausende in aller Welt verfolgen die Feierlichkeiten am Fernseh- und Radiogerät.
1980
Der "Zauberwürfel" kam auf den deutschen Markt. Das dreidimensionale Puzzlespiel wurde von dem ungarischen Architekturprofessor Ernö Rubik ursprünglich zu Schulung des räumlichen Vorstellungsvermögens entwickelt. Die Idee zu dem Zauberwürfel kam ihm, als er das chinesische Tangram-Puzzle dreidimensional umsetzen wollte. Das nervenaufreibende Spielzeug wurde weltweit inzwischen über 200 Millionen Mal verkauft und wurde in die Sammlung des Museum of Modern Art aufgenommen. Rubik ist längst einer der reichsten Männer seines Landes und leitet ein Budapester Designstudio. Er hat inzwischen einige Nachfahren des Würfels gebaut: "Triamid", eine Hektaeder-Pyramide und "Rabbits", einen handtellergroßen, verdrehbaren Zylinder.
1991
Der InterCityExpress "Münchner Kindl" startet in Hamburg-Altona und erreicht nach 7:15 München. Der Hochgeschwindigkeitszug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 280 km/h soll die Passagierzahlen der Deutschen Bundesbahn um 30% steigern. Die Züge wurden zunächst nur mit 250 km/h gefahren, erst mit der Eröffnung der Strecke Hamburg-Basel wurde die Höchstgeschwindigkeit ausgenutzt. Offiziell eröffnet wurde der Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland am 29. Mai 1991 in Kassel. Fünf Züge aus Hamburg, Stuttgart, München, Wiesbaden und Bonn fuhren in einer Sternfahrt zum neuerbauten Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe. Das Startsignal für den ICE-Verkehr gab der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Ōnishi Takijirō †