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6. Juni          

1799

Alexander Puschkin († 10.2.1837) Russischer Dichter. Sein Drama "Boris Godunow" (1831), der Versroman "Eugen Onedin" (1833) und die Erzählungen "Pique Dame" (1834) zählen zu seinen Meisterwerken. Der Sohn einer alten russischen Adelsfamilie musste wegen politisch anstößiger Texte mehrere Jahre in Südrussland verbringen, erst der neue Zar Nikolai I. erlaubte ihm, nach St. Petersburg oder Moskau zurückzukehren. Puschkin starb 1837 bei einem Duell mit einem Verehrer seiner Frau.

1850

Karl Ferdinand Braun († 20.4.1918) Deutscher Physiker. Braun wurde in Fulda geboren und studierte in Marburg und Berlin. Er wirkte als Professor unter anderem in Straßburg, wo ihm die Entwicklung des "Braunschen Senders" gelang, der den Sender von Marconi in Reichweite und Leistung erheblich übertraf. 1897 entwickelte er die Elektronenstrahlröhre (Braunsche Röhre), die zum wichtigsten Bauelement für Oszillografen, Radar, Fernsehgeräte und Computerbildschirme wurde. 1899 entdeckte er den Kristalldetektor, der für den Radioempfang wichtig wurde. Seine zahlreichen Erfindungen brachte Braun in die 1899 gegründete "Professor Brauns Telegraphen GmbH" ein, aus der später die "Telefunken AG" wurde. Für seine bahnbrechenden Erfindungen erhielt er 1909 den Nobelpreis für Physik.

1868

Robert Falcon Scott († 29.3.1912) Britischer Polarforscher. Scott wurde im englischen Devonport geboren. 1901 führte er die nationale Antarktisexpedition, an der auch Sir Ernest Shackleton teilnahm. 1910 brach er zu seiner zweiten Antarktisexpedition auf, mit dem Ziel, als erster Mensch zum Südpol zu gelangen. Am 18. Januar 1912 erreichte er mit seinen Begleitern den Pol, wo er das Zelt und die Flagge des norwegischen Polarforschers Roald Amundsen fand, der bereits fünf Wochen zuvor, zum Südpol gelangt war. Auf dem Rückweg kam Scotts gesamte Expedition ums Leben. Eine Suchmannschaft fand zwei Wochen später die Toten sowie Aufzeichnungen, die Scott in seinem Zelt zurückgelassen hatte. Sein Tagebuch wurde 1913 unter dem Titel "Scotts Last Expedition" veröffentlicht.

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1875

Thomas Mann († 12.8.1955) Deutscher Schriftsteller. 1901 erschien sein größtes Prosawerk "Die Buddenbrooks", für das er 1929 den Literaturnobelpreis erhalten sollte. Mit dem Roman "Der Zauberberg" (1924) gelang ihm eine eindringliche und einfühlsame Darstellung der zeitgenössischen bürgerlichen Gesellschaft. 1939 erschien "Lotte in Weimar". Seine letzten drei Lebensjahre verbrachte Thomas Mann in der Schweiz. Die "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" blieben unvollendet.

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1838

US-amerikanische Truppen drangen in das Gebiet der Cherokee-Indianer ein und begannen mit der Vertreibung des Stammes in das von der Regierung vorgesehene Territorium, westlich des Mississippi. Etwa 3000 Indianer wurden gefangen genommen und in die Reservate gebracht. Im Winter 1838/1939 wurden weitere 14.000 Cherokees auf einen 1.200 Meilen langen Fußmarsch in die Indianer-Reservate gezwungen. Etwa 4000 starben dabei an Hunger, Erschöpfung und Krankheit. Der lange Weg wurde als "trail where they cried" zum Symbol für die Vertreibung der Indianer aus ihrer Heimat. Heute ist sie bekannt als "Trail of Tears" (Pfad der Tränen). Die Nachkommen der Überlebenden des "Trail of Tears" bilden heute die "Cherokee Nation" mit mehr als 165.000 Mitgliedern.

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1905

Die Hochzeit des deutschen Kronprinzen Wilhelm (1882-1951) mit Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin (1886-1954) ist das herausragende gesellschaftliche Ereignis des Jahres. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über mehrere Tage.

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1907

brachte der 31 Jahre zuvor gegründete Düsseldorfer Chemiekonzern Henkel ein neues Waschmittel auf den Markt: Persil. Seitdem hat sich diese Marke zu einem einzigartigen Erfolgsprodukt entwickelt: Persil hat alle Wirren und Krisen dieses Jahrhunderts überstanden und wird heute fast überall auf der Welt verkauft.

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1930

Im US-Staat Massachusetts bieten Lebensmittel-Einzelhändler erstmals Tiefkühlkost an. Mit der Produktion von Gefriergeräten, die das Lagern und Einfrieren ermöglichen, werden gefrorene Lebensmittel zum festen Bestandteil der modernen Ernährung. Entdeckt wurde das Prinzip der Tiefkühlkost von dem amerikanischen Unternehmer Clarence Birdseye, als er im Auftrag der US-Regierung Feldforschungen am Polarkreis durchführte. Er bemerkte, dass frischer Fisch, wenn man ihn auf das Eis legte und dem kalten Wind aussetzte, fast augenblicklich gefror und nach dem Auftauen alle Frische-Charakteristika beibehielt. In den 20er Jahren gründete er eine Firma für tiefgekühlten Fisch, 1930 belieferte er die ersten Lebensmittelmärkte mit tiefgekühlten Erbsen und Spinat.

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1946

Die US-amerikanische Militärregierung in Deutschland unterzeichnete einen Vertrag mit der Hilfsorganisation "Cooperative for American Remittances to Europe" (CARE), in dem die Lieferung von Lebensmitteln an die hungernde Zivilbevölkerung im Nachkriegsdeutschland vereinbart wurde.

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1950

Polen und die DDR erklären in Warschau die Oder-Neiße-Linie zur endgültigen deutsch-polnischen Grenze

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1951

Im Titania-Filmpalast in Berlin wurden die ersten Berliner Internationalen Filmfestspiele, die sogenannte Berlinale, eröffnet. Es wurden 114 Filme aus 21 Ländern gezeigt. Gegründet wurde das Festival 1951 von Alfred Bauer. 2000 übersiedelte das Festival vom West-Berliner Kurfürstendamm an den Potsdamer Platz.

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1961

Das ZDF wird in Mainz gegründet.

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1971

... wurde aufgedeckt, dass Spiele der Fußball-Bundesliga durch die Zahlung von Schmiergeldern manipuliert worden waren. Der Deutsche Fußballbund erhob daraufhin Anklage gegen 52 Fußballspieler, zwei Trainer und sechs Funktionäre.

In der Illustrierten "Stern" bekannten sich 374 Frauen, darunter zahlreiche Prominente, dazu, dass sie Abtreibungen haben vornehmen lassen. Die Selbstbezichtigungskampagne war als Protest gegen den Strafrechtsparagrafen 218 gedacht, der schwangeren Frauen eine legale Abtreibung verweigert. Initiiert wurde die Kampagne von der Frauenrechtskämpferin Alice Schwarzer. Die Abschaffung des Paragrafen 218 wurde zu einem der zentralen Themen der Neuen Frauenbewegung, die die revolutionären Impulse der Studentenbewegung von 1968 aufnahm. Die Reformbestrebungen der sozialliberalen Koalition führten 1974 zu einer mit knapper Mehrheit verabschiedeten Fristenregelung, die nach einer Klage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion widerrufen wurde.

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1982

Israelische Truppen marschierten in den Südlibanon ein. Damit begann der fünfte israelisch-arabische Krieg, der bis 1985 dauerte. Auslöser war ein Attentat am 3. Juni auf Schlomo Argov, den israelischen Botschafter in London. Die israelische Armee drang in wenigen Tagen tief in das libanesische Territorium ein, am 9. Juni stand sie vor den Toren Beiruts. Am 11. Juni wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der von palästinensischen und schiitischen Truppen kontrollierte Westteil Beiruts wurde eingeschlossen und über zwei Monate belagert. Die Versorgung der in Westbeirut lebenden 80.000 Menschen war nicht mehr möglich, bei den ununterbrochenen Bombardements durch die israelischen Luftwaffe starben tausende Menschen in den Trümmern.

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1989

Die Europarakete Ariane transportierte DFS Kopernikus, den ersten deutschen Fernmeldesatelliten ins All. Kopernikus steht in 36.000 km Höhe über Zaire und ermöglicht auch die Übertragung von Rundfunkprogrammen. In einer Höhe von 36.000 km bewegt sich ein Satellit so schnell, dass er die Erde in 24 Stunden einmal umrundet. Die Erde bewegt sich mit der gleichen Geschwindigkeit, so dass sich für einen Beobachter auf der Erdoberfläche der Satellit immer an der gleichen Stelle befindet. Kopernikus wird zur Zeit als Verteilsatellit für die Zuführung von Fernsehprogrammen zu den Kabelkopfstationen eingesetzt. Die deutschsprachigen Fernsehprogramme werden im wesentlichen über die Satellitensysteme ASTRA, Kopernikus und EUTELSAT verbreitet

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1990

Die mutmaßliche RAF-Terroristin Susanne Albrecht wird in einer abgestimmten Aktion der Sicherheitsbehörden beider deutschen Staaten in Ost-Berlin festgenommen. Es zeigt sich, dass die DDR-Spitze die Terroristen jahrelang geduldet und "auf Bereitschaft" zur Destabilisierung der Bundesrepublik gehalten hatte. 1997 kommt es zur Verurteilung von drei Stasi-Offizieren, die den RAF-Aussteigern die Einreise in die DDR ermöglicht, ihnen falsche Identitäten verschafft und sie bei der Eingliederung in den DDR-Alltag unterstützt hatten.

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