6. Oktober
Geburtstage
1914
Thor Heyerdahl Norwegischer Ethnologe und Altertumsforscher. Bekannt wurde Heyerdahl vor allem durch seine Expeditionen. Er unternahm in einem nach altindianischen Vorbildern erbauten Balsaholzfloß ("Kon Tiki") eine Segelreise von Callao/Peru quer durch den Südpazifik bis nach Tahiti, um so den Nachweis zu erbringen, das Polynesien von Südamerika aus besiedelt worden sei. Seine Expeditionen und zahlreichen Veröffentlichungen verliehen Heyerdahl große Popularität. Allerdings gelang es ihm nicht, Experten und Wissenschaftler von seinen Theorien zu überzeugen.
1963
Elisabeth Shue US-amerikanische Schauspielerin. Ihre erste Filmrolle spielte sie in dem Film "Karate Kid". In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts spielte sie zahlreiche Nebenrollen wie in "Cocktail" und "Zurück in die Zukunft". Für ihre Rolle in "Leaving Las Vegas" wurde sie für den Oscar nominiert und gilt seitdem als international bekannter Filmstar. 2000 spielte Elizabeth Shue in dem Science-Fiction Thriller "Hollow Man" mit, der große Erfolge feierte.
Ereignisse
1683
Gründung der ersten deutschen Siedlung in Nordamerika - Germantown, Philadelphia. 13 mennonitische Familien aus Krefeld gründeten in der Nähe von Philadelphia die erste offizielle deutsche Siedlung in Nordamerika. Der Ort wurde "Germantown" genannt und ist heute eine touristische Sehenswürdigkeit.
1889
Dem deutschen Geografen Hans Meyer und dem österreichischen Bergsteiger Ludwig Purtscheller gelang die Erstbesteigung des in Tansania liegenden Berges Kilimandscharo. Bereits 1878 hatte Meyer vergeblich versucht, den höchsten Berg Afrikas zu bezwingen. Auf dem Weg zum Gipfel mussten sie zunächst Steppen und Wälder durchqueren. Der Expedition standen keine Zelte zur Verfügung. Dennoch erreichten sie den 5892 Meter hohen Gipfel. Während des Marsches durchquerten sie als erste Europäer das als unzugänglich geltende Ugueno-Gebirge.
1908
Im Sog der Unabhängigkeitserklärung Bulgariens löst sich auch die Insel Kreta von ihren Bindungen an das Osmanische Reich und verkündet ihren Anschluss an Griechenland.
1927
In New York wurde der erste Tonfilm gezeigt. Eigentlich als Stummfilm geplant, sollte "The Jazz Singer" in das Geschehen integrierte Gesangseinlagen enthalten. Zur Erläuterung von Handlung und Dialog waren Zwischentitel vorgesehen. Der Hauptdarsteller Al Jolson teilte diese Ansicht nicht und bestand auf der Hinzufügung einleitender Worte. Während der Dreharbeiten kündigte er seinen zweiten Gesangsbeitrag mit "Wait a minute! Wait a minute! You ain't heard nothin' yet" an. Später begann er einen zweiminütigen Dialog. Regisseur Crosland und die skeptischen Warner-Brothers waren von den Sprechszenen nicht überzeugt und beschlossen dennoch, sie im Film zu belassen.
1928
Chiang Kai-shek wurde zum Präsidenten Chinas gewählt. Mitte der 20er Jahre des 20.Jahrhunderts war es ihm gelungen, den Herrschaftsbereich der nationalistischen Kuomintang über weite Bereiche Chinas auszudehnen. Da er die kommunistische Partei Chinas als Bedrohung Chinas empfand, ordnete er Massaker unter den Kommunisten an. Bis 1949 war er der mächtigste Mann Chinas. Nach der Machtübernahme der Kommunisten ging Chiang Kai-shek ins Exil. Seit dem 1. März 1950 regierte er die "Republic of China" auf der Insel Taiwan. Er hielt sich für den einzig legitimen Repräsentanten Chinas.
1948
Bei der Eröffnung des Pariser Auto-Salons wurde ein sparsames und spartanisches Auto vorgestellt, das sich dann aber rasch zum "französischen Volkswagen" entwickelte. Der Citroën 2CV wurde unter dem Spitznamen "die Ente" auch in Deutschland sehr populär.
1989
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR kam der sowjetische Präsident Gorbatschow nach Berlin/Ost. Erich Honecker und Michail Gorbatschow trafen zu einem Meinungsaustausch zusammen, in welchem Gorbatschow Honecker erklärte, dass der einzige Weg, Massenausreisen und Demonstrationen zu bewältigen, in einem deutschen Weg der Perestroika bestehe. Im Vorfeld der Feiern kam es in vielen Großstädten des Landes zu Kundgebungen gegen das SED-Regime. Die Polizei ging zum Teil mit brutaler Gewalt gegen die Proteste vor.
1993
Nach dem Sieg der Pakistanischen Volkspartei (PPP) bei den Parlamentswahlen in Pakistan wurde die Politikerin Benazir Bhutto erneut Staatschefin. Drei Jahre zuvor war sie wegen Korruptionsvorwürfen ihres Amtes enthoben worden. 1996 wurde sie abermals abgesetzt und kam wegen schwerer Korruptionsvorwürfe vor Gericht. Es wurde ihr vorgeworfen, gemeinsam mit ihrem Mann bis zu 180 Millionen Mark in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. 1999 wurde das Ehepaar zu einer Geldstrafe von umgerechnet 16 Millionen Mark verurteilt, Bhutto wurde mit fünf Jahren Gefängnis bestraft. Die erste weibliche Ministerpräsidentin Pakistans warf der Regierung vor, eine Hexenjagd auf sie zu betreiben, um die deutlichste oppositionelle Stimme des Landes auszuschalten.
Mitarbeiter des Berliner Gesundheitsamtes äusserten den Verdacht, dass eine Infektion mit dem Aids-Virus HIV aufgrund verseuchter Blutpräparate in 373 Fällen stattgefunden haben könnte. Während der darauf folgenden Ermittlungen wurden kriminelle Laborpraktiken im Umgang mit Blutspenden aufgedeckt. Die Firma "UB Plasma" wurde daraufhin von der Staatsanwaltschaft geschlossen. Erstmals konnte in Deutschland einem Unternehmen nachgewiesen werden, dass aus Kostengründen Plasma-Spenden nicht einzeln, sondern in sogenannten Pools gesammelt und nicht auf eine Verseuchung mit dem Erreger von HIV getestet worden waren.
1998
Das Europaparlament entzog dem französischen Rechtsextremisten Jean Marie Le Pen mehrheitlich die Immunität als Abgeordneter. Der Parteichef der rechtsradikalen Front National hatte während einer Wahlveranstaltung 1997 die Konkurrentin seiner Tochter, die Sozialistin Annette Peulvast-Bergeal, beschimpft. Im April 1998 wurde er vom französischen Gericht für zwei Jahre von der Politik ausgeschlossen. Außerdem wurde er zu einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung und 6.000 Mark Geldstrafe verurteilt.
